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  • 02. Januar 2005, noch kein Kommentar

München ist nicht nur Stoiber und Gauweiler. Wir zeigen die schwulen Highlights der Metropole und wo sich die nettesten Bajuwaren herumtreiben.

Von Roberto La Pietra

Eines ist klar: für Sightseeing-Fans hält München viel bereit. Wer die Klassiker mag, muss natürlich seine Tour am Marienplatz, dem Mittelpunkt der Stadt, beginnen. Hier befindet sich neben dem Alten und Neuen Rathaus auch der Anfangspunkt der Einkaufsmeile Kaufinger Straße. Nur einige Schritte weiter stößt man auf die Zwiebeltürme des Münchener Wahrzeichens - der Frauenkirche. Viele Touristen verschlägt es nach dem Shopping ins Hofbräuhaus, auch wenn dieses Riesenwirtshaus unter Einheimischen keineswegs als Brüller gilt. Wer dennoch ein bisschen traditionell speisen und sich einmal ein Weißwurstfrühstück am Erfindungsort gönnen möchte, hat rund um den Marienplatz und das "Tal" reichlich Gelegenheit dazu in den vielen bayerischen Restaurants.

Etwas weiter nördlich befinden sich Münchens Prachtmeilen – die Maximiliansstraße Richtung Osten mit Ministerpräsident "Stoibi"s" Landtag am Ende und die nordwärts verlaufende Ludwigsstraße, die direkt ins Studentenviertel, genauer gesagt ins Herz von Schwabing, führt. Hier gibt’s natürlich eine Menge Kneipen und Cafés – einerseits auf der Schellingstraße, andererseits auf der Leopoldstraße und rund um die Münchener Freiheit. Für Schwule ist hier allerdings nichts dabei – diese Gegend ist fest in Hetenhand.

Wer auf Kultur steht, muss dem Museumsareal an der Barerstraße einen Besuch abstatten. Wie wär’s mit einem Abstecher in die Alte oder Neue Pinakothek oder die Pinakothek der Moderne? Wenige Schritte weiter gibt es die Glyptothek, in der sich antike Kunst bewundern lässt.

Vor allem im Sommer, aber natürlich auch im Winter – denn im Süden sind die Sonnentage weitaus häufiger gesät als im Rest der Republik – zieht es den Münchener ins Freie. Genügend Grünflächen stehen zur Verfügung. Einen tollen Blick über die Türme der Stadt hat man beispielsweise vom Monopteros im Englischen Garten aus. Schön Spazieren lässt es sich dagegen rund um den Friedensengel und mehr oder wenig bekleidete "Schwestern" lassen sich an warmen Tagen unterhalb des Flaucher-Stegs an der Isar treffen.

Letztere lassen sich abends vor allem im Glockenbach-Viertel wieder finden, das zwischen den U-Bahn-Stationen Frauenhofer Straße und Müllerstraße liegt. Die ist auch der beste Startpunkt für eine schwule Erkundungstour. Das Sub mit seinen ganzen Broschüren und den hiesigen Szene-Magazinen Sergej und Our Munich eignet sich für die erste Orientierung.

Ganz in der Nähe befinden sich die Clubs Bau und Stud, die für den Lederfan das Passende bieten. Das Ksar ist zwar mehr bei Heteros beliebt, aber auch Szene-Gänger fühlen sich hier wohl. Biegt man um die Ecke in die Hans-Sachs-Straße findet man das Nil, in dem die Männer stets unter sich sind, das Sax für die schwul-hetig gemixte Kundschaft und neuerdings das Selig im Lounge-Stil. An der Ecke Müllerstraße und Thalkirchner Straße befindet sich darüber hinaus das Kraftakt. Ein recht "braves" Café ist das Villanis im Asamhof, das allerdings nicht im Szene-Viertel, sondern eher im Zentrum in der Sendlinger Straße liegt. Das familiär anmutende Café Glück in der Palmstraße ist gleichermaßen beliebt bei Lesben und Schwulen und farbenfroh eingerichtet - außerdem gibt’s Snacks und ausgefallene Getränke wie Bio-Weine und Kombucha.

Unter den Clubs hat sich ein bisschen was getan: New York und Soul City haben sicher nicht mehr die Anziehungskraft wie vor einigen Jahren. Dagegen erfreut sich Carmen’s Lounge großer Beliebtheit, ist dafür aber immer gerammelt voll und man muss ein bisschen auf Kitsch stehen. Dasselbe gilt für den H Club, der ehemals Old Mrs Henderson hieß. Die trendige Kundschaft trifft sich dagegen donnerstags im Gay Kitchen, das an Straight-Abenden Funky Kitchen heißt – eher etwas für modebewusste und Fans von House. Einmal im Monat findet im Orange House in der Hansastraße die U27-Party statt. Hier treffen sich die Jung-Spunde der Stadt, die früher die Stammgäste im Soul City waren. Das Schaulaufen ist allerdings nicht jedermanns Geschmack.

Eine nette Gegenbewegung hat sich in derselben Location mit dem Candy Club etabliert, denn hier setzt sich das Publikum aus den unterschiedlichsten Typen zusammen und kein Türsteher würde einen jemals abweisen – darüber hinaus sind die Preise deutlich unter dem üblichen Niveau, die Musik recht alternativ und es gibt Süßigkeiten for free! Über die Termine muss man sich unbedingt vorher informieren. Wer am nächsten Morgen Heißhunger auf ein deftiges Katerfrühstück hat, findet im Glockenbach-Viertel zahlreiche Cafés mit Brunch-Angeboten, bei denen ein Gläschen Prosecco natürlich meistens inklusive ist – schließlich hat der Siegeszug des schwulen Kultgetränks in der Isar-Metropole begonnen!

4. Januar 2005