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  • 22.08.2014           19      Teilen:   |

Fernsehdrama

Dreharbeiten für "Coming out" beginnen in Halle

Artikelbild
Szene aus dem Film "Vater Mutter Mörder": Auch in der neuen UFA-Produktion "Coming out" landet Merlin Rose als schwuler Jugendlicher Milan im Krankenhaus (Bild: ZDF/Stefan Erhard)

Der Selbstmordversuch und das Mobbing eines schwulen Jugendlichen stehen im Mittelpunkt eines neuen Fernsehfilms, der für Das Erste produziert wird.

Mit dem Coming-of-Age-Drama "Coming out" widmen sich Regisseur Stefan Schaller ("Fünf Jahre Leben") und Drehbuchautor Jan Braren ("Homevideo") erstmals einer schwulen Thematik: Ein 17-jähriger Teenager setzt sich mit seiner Homosexualität auseinander und muss in der Folge erkennen, dass sein Umfeld nicht durchgängig so aufgeschlossen auf das Coming-out reagiert wie seine toleranten und fürsorglichen Eltern.

Die Dreharbeiten für "Coming out" sollen am Dienstag in Halle beginnen. Zum Cast gehören u.a. Claudia Michelsen ("Polizeiruf 110", "Der Turm") und Loriot-Neffe Johann von Bülow ("Die Spiegel-Affäre"), die die gutbürgerlichen Eltern des 17-jährigen Milan spielen. Der schwule Schüler wird von dem 1993 geborenen Schauspieler Merlin Rose dargestellt, der u.a. in den Filmen "Frühlingskinder", "Vater Mutter Mörder" und "Doktorspiele" mitgewirkt hat.

Das Drama ist eine Produktion der UFA Fiction GmbH im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks und des ORF für Das Erste. Verantwortlicher Produzent ist Nico Hofmann ("Der Medicus"). Gedreht wird bis 23. September, ein Sendetermin steht noch nicht fest.

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Viel Alkohol, ein Kuss und ein Selbstmordversuch

Die Story: Das Leben des 17-jährigen Milan Schulze ändert sich schlagartig, als er an einem Abend, reichlich alkoholisiert und sexuell aufgeladen, versucht, seinen gleichaltrigen Freund Christoph zu küssen. Während Christoph vollkommen schockiert flüchtet, steigt Milan ins Auto seiner Eltern, gibt Gas und wickelt es um einen Laternenpfahl. Der Junge hat Glück und kommt mit leichten Verletzungen davon. Seine Eltern Susann und Gustav sind hin- und hergerissen zwischen Sorge und Enttäuschung über Milans verantwortungslosem Umgang mit Alkohol und Drogen. Bis Gustav im Wrack einen Abschiedsbrief von Milan entdeckt und die Eltern sich damit auseinandersetzen müssen, dass Milan einen Selbstmordversuch unternommen hat.

Milan kann sich seinen Eltern nicht erklären. Doch dann lernt Milan den 30-jährigen Fotografen Harro kennen und verliebt sich in ihn. Der Teenager wagt sein Coming-out vor den Eltern. Die reagieren so, wie man es von aufgeklärten Menschen erwartet – vielleicht einen Tick bemüht tolerant. Für Milan hat das Coming-out nicht nur in der Schule Konsequenzen. Doch auch seine Eltern stehen vor grundlegenden Veränderungen. Gustav nimmt ein Jobangebot in Berlin an, womit der in Halle verwurzelten Susann nun auch eine Entfremdung zu ihrem Ehemann droht.

Der Film soll auf ein reales Problem aufmerksam machen

"Was 'Coming out' in seiner Fiktion aufwirft, ist leider bis heute Realität: Noch immer fühlen sich viele lesbische und schwule Jugendliche, die den wichtigen Schritt eines Coming outs wagen, allein gelassen und von der Außenwelt ausgegrenzt", heißt es in einer Mitteilung von UFA Fiction zum Drehstart. "Toleranz und Aufgeschlossenheit innerhalb des privaten Umfelds sind nicht immer gegeben. Einige Jugendliche sehen sich mit Mobbing und Gewalt in der Schule oder sogar im eigenen Elternhaus konfrontiert."

Beim Namen "Coming out" handele es sich noch um einen Arbeitstitel, stellten die Filmemacher klar, der Film sei auch keine Neuverfilmung der DEFA-Produktion von Heiner Carow, Parallelen seien "eher zufällig". Der gleichnamige Kult-Film mit Matthias Freihof und Dirk Kummer hatte 1989 am Tag des Mauerfalls in Ostberlin Premiere. Er handelt vom Coming-out des jungen Lehrers Philipp, der einen Affront mit der Schulleitung riskiert. (cw/pm)

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Tags: coming out, ard, merlin rose, heiner carow, nico hofmann
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Reaktionen zu "Dreharbeiten für "Coming out" beginnen in Halle"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
22.08.2014
11:50:05
Via Handy


(+5, 9 Votes)

Von Miepmiep


Schön, daß ihr an den immer noch (sowohl emotional als auch historisch) eindrucksvollen DDR-Film erinnert... Auch 25 Jahre später noch sehr sehenswert.
Nicht nur die schwule Thematik war damals ein Tabubruch bzw. eine Sensation. Ich selbst war damals im Erscheinungsjahr zwar noch zu jung für den Film, kann mich aber an die Berichterstattung bzw. die Gespräche über den Film erinnern.
Und als ich ihn (viel viel später) das erste Mal sah, fand ich es im Rückblick besonders bemerkenswert, daß es im Film eine Szene gibt, in der das damals schon in DDR-Städten existente Problem ausländerfeindlicher Skinheads thematisiert wird...

Zum neuen Film: Klingt sehr vielversprechend!


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#2
22.08.2014
13:34:27


(+10, 14 Votes)

Von bildungshinweis


für ard- und zdf-bonzen:

Link:
en.wikipedia.org/wiki/List_of_LGBT_characters_in_t
elevision_and_radio#Gay


damit irgendwann auch mal irgendwo im hauptabendprogramm schwule vorkommen, die nicht als mord- (vorzugsweise stricher-) oder suizidopfer enden oder in erster linie als potenzielles solches dargestellt werden.

die auslöschungs- und stigmatisierungsmethoden auch und gerade des fernsehens mit dem "gesetzlichen bildungsauftrag" und dessen (hetero-) sexistische dauerpropaganda ("mann ist so und macht das", "frau ist so und macht das", "männliche/weibliche geschlechtshormone" blablaba) sind mehr als bekannt - ebenso wie die historische tradition, in der sie stehen (siehe mann-/frau-dichotomie und entsprechende indoktrination unter den nazis) und an penetranz nicht mehr zu überbieten.


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#3
22.08.2014
13:41:35


(+11, 11 Votes)

Von den Aggressoren


Warum tragen ARD und ZDF eigentlich mit ihrer Programmgestaltung von gerundet 0% Anteil regelmäßiger schwuler und lesbischer Haupt- und Nebenrollen in der Primetime und null gleichberechtigter Sichtbarkeit von LGBTI-Menschen und allem, was nicht in das bürgerliche Familienkonstrukt Mann-Frau-Kind(er) passt (wobei diese Menschen und ihre Lebensweisen, z. B. auch Alleinerziehende, praktisch immer als defizitär dargestellt werden) eigentlich regelmäßig zur strukturellen und psychischen Gewalt sowie zu einem Klima der Homophobie und des Mobbings gerade unter Jugendlichen bei??


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#4
22.08.2014
13:52:41


(+6, 10 Votes)

Von sperling


ich muss sagen, dass ich hier gemischte gefühle habe.

es war ja lange zeit ein problem, dass schwule und lesbische charaktere im film immer nur als "problemfälle" mit einem schrecklichen "schicksal" dargestellt wurden und am ende regelmäßig zu tode kamen, ob durch suizid oder unfall oder mord.

heute habe ich den eindruck, dass es nicht so ganz verkehrt ist, dem weit verbreiteten "ist doch alles gut heute" hier und da eine realistischere sicht darauf gegenüberzustellen, welche existenziellen probleme immer noch viele von uns haben.

andererseits: vorbildhafte rollen, in denen schwule und lesben einfach nur AUCH schwul und lesbisch sind, ohne dass das zum problem stilisiert wird, sind immer noch viel zu selten.

und was ist eigentlich mit dem werther-effekt?

Link zu www.stefan-niggemeier.de

ich hoffe, dass dieser film positive veränderungen bringen wird. so ganz sicher bin ich mir da aber nicht.


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#5
22.08.2014
14:00:30


(+9, 11 Votes)

Von primetime
Antwort zu Kommentar #3 von den Aggressoren


zum vergleich:

anteil der primetime-programmstunden mit lgbt-bildern (fünf größte sender):

ABC: 33%

NBC: 29%

CBS: 14%

Fox: 42%

The CW: 28%

schwul-lesbische organisation wirkt (und würde, wenn es sie denn gäbe, auch im nachfolgestaat des deutschen faschismus wirken)!

Link zu www.glaad.org


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#6
22.08.2014
16:44:31


(+3, 9 Votes)

Von gggst


bei so drama-fernsehen bin ich immer gespaltener meinung. einerseits ist es wichtig, die probleme zu zeigen, aber andererseits mag ich diese gruppenbezogene opferrolle irgendwie nicht.

na wollen wir hoffen, dass den machern eine gute balance zwischen dramatik und aufklärung gelingt.


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#7
22.08.2014
16:54:45


(+6, 6 Votes)

Von Gerhard


Wann läuft er? Um 23:15 ?
:D


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#8
22.08.2014
18:17:57
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von myystery
Antwort zu Kommentar #5 von primetime


Wundert mich, dass The CW als "Jugendsender" vergleichsweise so schlecht ist. Dafür Murdochs Fox vorne, vermutlich primär dank "Glee".

Wobei das auch alles Privatsender sind. Man kann das deutsche Privatfernsehen ja gerne hassen, aber das ist bei dem Thema dem ÖR auch weit überlegen.


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#9
22.08.2014
20:19:28


(+5, 7 Votes)
 
#10
22.08.2014
23:00:31


(-1, 11 Votes)

Von ehemaligem User yelimS


Ich scheiße auf diesen Film.

Es kümmert mich nicht wie künstlerisch wertvoll oder didaktisch geschickt da geschrieben, geregisseurt und geschauspielert wird. Irgendwelche Penner hühnern auf Anweisung irgendwelcher anderer Penner vor einer Kamera auf und ab. Mag sich anschauen wer es sehen will. Ich nicht.

Es ist das Prinzip. Ich will ihn nicht sehen, aber ich bezahle ihn.

Ich werde gezwungen zweihundertundeinbißchen Euro im Jahr für eine Dienstleistung zu bezahlen die ich überhaupt gar nicht nutzen möchte. Nicht in dieser oder irgendeiner anderen Form. Ich bezahle Sachen die als Informations- Kultur- oder Bildungsauftrag dargestellt werden, die aus meiner Perspektive eher das Gegenteil des beanspruchten leisten. Ich bezahle Jürgen Liminski.

Ich scheiße auf diesen Film. Auf jeden einzelnen Mitarbeiter aller öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, auf alle die je in deren Auftrag gearbeitet haben oder arbeiten werden. Mögen Läuse und Krätzmilben ihre steten Begleiter sein.


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