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Hirschfeld-Stiftung für öffentliche Debatte

Schwule und Lesben diskutieren über die "Mohrenstraße"


Auf einem älteren Pressefoto posiert Jörg Litwinschuh, geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, vor dem U-Bahnhof Mohrenstraße

Mit einem Straßenfest fordern antirassistische Gruppen eine Umbenennung der Berliner Straße. Dort hat auch die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ihren Sitz.

"Wegen Rassismus geschlossen", heißt es auf einem Flyer für das "Straßen-Umbenennungsfest" am Samstagnachmittag in der Berliner Mohrenstraße. Seit mehreren Jahren fordert die Aktionsgruppe M-Straße (AMS) mit Unterstützung u.a. des Afrika-Rats Berlin-Brandenburg, der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag einen neuen Namen für die kurze Straße in Berlin-Mitte sowie den gleichnamigen U-Bahnhof.

"Der jetzige Name der Straße, in der versklavte Minderjährige aus Afrika lebten, die am brandenburgisch-preußischen Hof dienen mussten, basiert auf einer rassistischen Fremdbezeichnung und verletzt die Würde schwarzer Menschen", begründet Yonas Endrias vom Global Afrikan Congress die Forderung nach einer Umbenennung. Um das Jahr 1700 habe Preußen fast 20.000 Menschen in die amerikanische Plantagensklaverei deportiert sowie minderjährige "Hof- und Kammer-Mohren" an den Berliner Hof entführt, argumentiert die Aktionsgruppe. Die Beibehaltung des Straßennamens deute auf eine unzureichende Aufarbeitung der problematischen Geschichte hin. Als Alternative schlägt die Initiative den Namen Nelson-Mandela-Straße vor.

Das Datum für das Straßenfest wurde nicht zufällig gewählt: Der 23. August ist der Internationale Tag zur Erinnerung an den Handel mit Versklavten und an seine Abschaffung.

Hirschfeld-Stiftung fordert gesellschaftliche Diskussion


Flyer für das Straßenfest am 23. August

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die seit 2011 ihren Sitz in der Mohrenstraße hat, beteiligte sich bislang nicht an den Aktionen für eine Straßenumbenennung. Stiftungsvorstand Jörg Litwinschuh zeigte sich jedoch nachdenklich: "Vieles über die Mohrenstraße wusste ich bisher nicht, obwohl einige unserer Fachbeiräte den Ort als Stiftungsadresse missbilligten." Er wolle sich nun "rasch mit der Geschichte befassen" und sich ein eigenes Urteil bilden.

Auf der Facebook-Seite der Hirschfeld-Stifung mit knapp 5.000 Fans veröffentlichte Litwinschuh am Samstag als bezahlten Post eine diplomatische Stellungnahme: "Es ist wichtig, dass wir über die Geschichte, die hinter dieser Straßenbenennung steht, diskutieren", heißt es dort. "Die Gesellschaft muss mit den Behörden diskutieren, ob eine Umbenennung stattfinden soll oder nicht."

Bei den Kommentaren unter dem Post stößt die Forderung nach einer Umbenennung der Mohrenstraße allerdings bislang durchweg auf Ablehnung. Die Meinungen reichen von "Blödsinn" , "Man kann es auch einfach nur übertreiben" bis zu "Mich wundert es, dass angesichts dieses unglaublichen, alle anderen weltpolitischen Vorkommnisse in den Schatten stellenden Skandals noch kein Volksaufstand ausgebrochen ist."

Straßenumbenennungen sind in Berlin nichts Unübliches. Dort war erst kürzlich ein Teil der Einemstraße in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße umbenannt worden (queer.de berichtete). Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) war der erste bekannte Vorkämpfer für die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen, während der preußische Kriegsminister Karl von Einem (1853-1934) als Wegbereiter der Nazis gilt. (cw)



#1 GeorgGAnonym
  • 23.08.2014, 16:49h
  • Hier sind also mal wieder gelangweilte Gutmenschen am Werk, denen es so gut geht, dass sie keine anderen Sorgen haben, als historische Straßennamen zu ändern. Allen voran die Schwulen, die sich ja nicht um Kinder und Familie kümmern müssen, sondern die ein Betätigungsfeld suchen, wo sie groß heraus kommen können. In Zeiten, in denen es in vielen Ländern dieser Welt ums Überleben geht, gäbe es wahrlich anderes zu tun!
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#2 GeorgGAnonym
  • 23.08.2014, 16:53h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • Ach ja, vielleicht kommt bald auch noch die Forderung, die U-Bahn-Station "Mohrenstraße" ganz zu schließen, denn die Wände dort sind mit Marmor aus Hitlers Reichskanzlei verziert - IGITT!
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#3 sperlingAnonym
  • 23.08.2014, 17:12h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • und man stelle sich vor: es gibt sogar menschen mit so viel freizeit und langeweile, dass sie die tastaturen klappern lassen, wenn andere menschen sinnvolle diskussionen anstoßen. weil ja immer irgendwas anderes viel wichtiger ist.

    wenn ich entscheiden sollte, welche "mäkelei" hier die größere zeitverschwendung ist und welche die welt vielleicht zumindest ein bisschen besser macht, muss ich nicht lange grübeln.

    aber gut: solange nicht hunger und armut in der ganzen welt abgeschafft sind, darf man natürlich nichts anderes kritisieren, das war ja schon immer ein tolles argument, vorgebracht ausschließlich von menschen, die sich den ganzen tag der armutsbekämpfung widmen.
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#4 metooAnonym
#5 puschelchenProfil
  • 23.08.2014, 17:27h irgendwo in nrw
  • Antwort auf #1 von GeorgG

  • Und obwohl es "anderes zu tun" gibt, hast Du nichts besseres zu tun, als gleich zwei Kommentare zu schreiben?

    Wenigstens hat die JF- und pipi-news-Leserschaft schön was zu nölen. War in Münster (Stichwort Hindenburgplatz) nicht anders.
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#6 PPPPPAnonym
  • 23.08.2014, 17:32h
  • Solch vollkommen überzüchtetes Gutmenschentum kann auch nur aus Berlin kommen, wo die Menschen zwischen Dauerkiffen und Straßenkampf offensichtlich so viel Zeit haben, sich auch noch ihr zartes Revoluzzer-Köpfchen über die Umbenennung von Straßen zu zerbrechen!

    Passt gut zu der Aktion an einer Uni, die ich neulich mitbekam: Da wurde das "Studentenwerk" in "Studierendenwerk" umbenannt. Von wegen Gender, Frauen und so. Kostenpunkt, wenn man alle Folgekosten miteinbezieht: ca. 100.000 Teuros.

    Vorschlag: Wir benennen alle Straßen, Namen, Plätze etc. in Deutschland um. Irgendwen wird es immer geben, dem etwas nicht gefällt. Stattdessen empfehle ich Straßennamen wie "1. Straße, 2. Straße" etc. pp.

    Und die Berliner Mohrenstr. könnte man dann umbenennen in "Nelson-Mandela-seine-Frau-ihre-Geliebte-deren-Schwippschwager-Straße".

    Boah ey, hat diese Welt keine anderen Probleme???
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#8 ollinaieProfil
  • 23.08.2014, 17:57hSeligenstadt
  • Antwort auf #4 von metoo
  • "Nelson-Mandela-Straße" gefällt mir.

    Um der Historie genüge zu tun empfiehlt sich das anbringen eines Zusatzschildes, wie es in anderen Städten üblich ist, in der Art:

    "vorm. Mohrenstraße, benannt nach der Wohnstädte von zumeist minderjährigen "Hof- und Kammer-Mohren" die um das Jahr 1700 zwangsdeportiert wurden. Fast 20.000 Menschen wurden vom preußischen Staat in die amerikanische Plantagensklaverei verkauft."
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#9 Angela DavisAnonym
  • 23.08.2014, 18:17h
  • Antwort auf #8 von ollinaie
  • Mandela? Kluger Kopf!

    "...But what was your position, Mr Mandela, on decommissioning weapons? And what advice would you give Gerry Adams?

    Mandelas mood turned suddenly steely. He looked seriously and sternly at Fanning. My position, my position... my position is that you dont hand over your weapons until you get what you want......"
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#10 PorokusiAnonym
  • 23.08.2014, 18:52h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • Wenn es eine Schwuchtelstrasse irgendwo geben würde wärst du bestimmt der gleichen Meinung. Ich finde es reicht wenn sich die Betroffenen beleidigt fühlen, um eine Umbennung zu rechtfertigen.
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