Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 23.08.2014           122      Teilen:   |

Hirschfeld-Stiftung für öffentliche Debatte

Schwule und Lesben diskutieren über die "Mohrenstraße"

Artikelbild
Auf einem älteren Pressefoto posiert Jörg Litwinschuh, geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, vor dem U-Bahnhof Mohrenstraße

Mit einem Straßenfest fordern antirassistische Gruppen eine Umbenennung der Berliner Straße. Dort hat auch die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ihren Sitz.

"Wegen Rassismus geschlossen", heißt es auf einem Flyer für das "Straßen-Umbenennungsfest" am Samstagnachmittag in der Berliner Mohrenstraße. Seit mehreren Jahren fordert die Aktionsgruppe M-Straße (AMS) mit Unterstützung u.a. des Afrika-Rats Berlin-Brandenburg, der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag einen neuen Namen für die kurze Straße in Berlin-Mitte sowie den gleichnamigen U-Bahnhof.

"Der jetzige Name der Straße, in der versklavte Minderjährige aus Afrika lebten, die am brandenburgisch-preußischen Hof dienen mussten, basiert auf einer rassistischen Fremdbezeichnung und verletzt die Würde schwarzer Menschen", begründet Yonas Endrias vom Global Afrikan Congress die Forderung nach einer Umbenennung. Um das Jahr 1700 habe Preußen fast 20.000 Menschen in die amerikanische Plantagensklaverei deportiert sowie minderjährige "Hof- und Kammer-Mohren" an den Berliner Hof entführt, argumentiert die Aktionsgruppe. Die Beibehaltung des Straßennamens deute auf eine unzureichende Aufarbeitung der problematischen Geschichte hin. Als Alternative schlägt die Initiative den Namen Nelson-Mandela-Straße vor.

Das Datum für das Straßenfest wurde nicht zufällig gewählt: Der 23. August ist der Internationale Tag zur Erinnerung an den Handel mit Versklavten und an seine Abschaffung.

Fortsetzung nach Anzeige


Hirschfeld-Stiftung fordert gesellschaftliche Diskussion

Flyer für das Straßenfest am 23. August
Flyer für das Straßenfest am 23. August

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die seit 2011 ihren Sitz in der Mohrenstraße hat, beteiligte sich bislang nicht an den Aktionen für eine Straßenumbenennung. Stiftungsvorstand Jörg Litwinschuh zeigte sich jedoch nachdenklich: "Vieles über die Mohrenstraße wusste ich bisher nicht, obwohl einige unserer Fachbeiräte den Ort als Stiftungsadresse missbilligten." Er wolle sich nun "rasch mit der Geschichte befassen" und sich ein eigenes Urteil bilden.

Auf der Facebook-Seite der Hirschfeld-Stifung mit knapp 5.000 Fans veröffentlichte Litwinschuh am Samstag als bezahlten Post eine diplomatische Stellungnahme: "Es ist wichtig, dass wir über die Geschichte, die hinter dieser Straßenbenennung steht, diskutieren", heißt es dort. "Die Gesellschaft muss mit den Behörden diskutieren, ob eine Umbenennung stattfinden soll oder nicht."

Bei den Kommentaren unter dem Post stößt die Forderung nach einer Umbenennung der Mohrenstraße allerdings bislang durchweg auf Ablehnung. Die Meinungen reichen von "Blödsinn" , "Man kann es auch einfach nur übertreiben" bis zu "Mich wundert es, dass angesichts dieses unglaublichen, alle anderen weltpolitischen Vorkommnisse in den Schatten stellenden Skandals noch kein Volksaufstand ausgebrochen ist."

Straßenumbenennungen sind in Berlin nichts Unübliches. Dort war erst kürzlich ein Teil der Einemstraße in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße umbenannt worden (queer.de berichtete). Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) war der erste bekannte Vorkämpfer für die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen, während der preußische Kriegsminister Karl von Einem (1853-1934) als Wegbereiter der Nazis gilt. (cw)

Links zum Thema:
» Homepage der Aktionsgruppe M-Straße
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 122 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 392                  
Service: | pdf | mailen
Tags: mohrenstraße, bundesstiftung magnus hirschfeld, straßenumbenennung, sklaverei, rassismus
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Schwule und Lesben diskutieren über die "Mohrenstraße""


 122 User-Kommentare
« zurück  12345...1213  vor »

Die ersten:   
#1
23.08.2014
16:49:02


(-6, 18 Votes)

Von GeorgG


Hier sind also mal wieder gelangweilte Gutmenschen am Werk, denen es so gut geht, dass sie keine anderen Sorgen haben, als historische Straßennamen zu ändern. Allen voran die Schwulen, die sich ja nicht um Kinder und Familie kümmern müssen, sondern die ein Betätigungsfeld suchen, wo sie groß heraus kommen können. In Zeiten, in denen es in vielen Ländern dieser Welt ums Überleben geht, gäbe es wahrlich anderes zu tun!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
23.08.2014
16:53:43


(-4, 18 Votes)

Von GeorgG
Antwort zu Kommentar #1 von GeorgG


Ach ja, vielleicht kommt bald auch noch die Forderung, die U-Bahn-Station "Mohrenstraße" ganz zu schließen, denn die Wände dort sind mit Marmor aus Hitlers Reichskanzlei verziert - IGITT!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
23.08.2014
17:12:28


(+6, 14 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #1 von GeorgG


und man stelle sich vor: es gibt sogar menschen mit so viel freizeit und langeweile, dass sie die tastaturen klappern lassen, wenn andere menschen sinnvolle diskussionen anstoßen. weil ja immer irgendwas anderes viel wichtiger ist.

wenn ich entscheiden sollte, welche "mäkelei" hier die größere zeitverschwendung ist und welche die welt vielleicht zumindest ein bisschen besser macht, muss ich nicht lange grübeln.

aber gut: solange nicht hunger und armut in der ganzen welt abgeschafft sind, darf man natürlich nichts anderes kritisieren, das war ja schon immer ein tolles argument, vorgebracht ausschließlich von menschen, die sich den ganzen tag der armutsbekämpfung widmen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
23.08.2014
17:14:27


(-3, 9 Votes)

Von metoo
Antwort zu Kommentar #1 von GeorgG


Was sind DAS denn für Gegenargumente? Mal eine kleine Hilfestellung: "Unsichtbarmachung von Geschichte durch Umbenennungen" wäre ein solches gewesen ...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
23.08.2014
17:27:34
Via Handy


(+7, 11 Votes)

Von puschelchen
Aus irgendwo in nrw
Mitglied seit 18.12.2009
Antwort zu Kommentar #1 von GeorgG


Und obwohl es "anderes zu tun" gibt, hast Du nichts besseres zu tun, als gleich zwei Kommentare zu schreiben?

Wenigstens hat die JF- und pipi-news-Leserschaft schön was zu nölen. War in Münster (Stichwort Hindenburgplatz) nicht anders.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
23.08.2014
17:32:24


(-4, 12 Votes)

Von PPPPP


Solch vollkommen überzüchtetes Gutmenschentum kann auch nur aus Berlin kommen, wo die Menschen zwischen Dauerkiffen und Straßenkampf offensichtlich so viel Zeit haben, sich auch noch ihr zartes Revoluzzer-Köpfchen über die Umbenennung von Straßen zu zerbrechen!

Passt gut zu der Aktion an einer Uni, die ich neulich mitbekam: Da wurde das "Studentenwerk" in "Studierendenwerk" umbenannt. Von wegen Gender, Frauen und so. Kostenpunkt, wenn man alle Folgekosten miteinbezieht: ca. 100.000 Teuros.

Vorschlag: Wir benennen alle Straßen, Namen, Plätze etc. in Deutschland um. Irgendwen wird es immer geben, dem etwas nicht gefällt. Stattdessen empfehle ich Straßennamen wie "1. Straße, 2. Straße" etc. pp.

Und die Berliner Mohrenstr. könnte man dann umbenennen in "Nelson-Mandela-seine-Frau-ihre-Geliebte-deren-Schwippschwager-Straße".

Boah ey, hat diese Welt keine anderen Probleme???


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
23.08.2014
17:50:47


(+5, 15 Votes)

Von Hof und Kammer


Roberto Blanco ist Ehrenmitglied der CDU.

Bild-Link:
3005.jpg


AfD? Ehrenmitglied?

Link zu www.spiegel.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
23.08.2014
17:57:17


(+4, 8 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012
Antwort zu Kommentar #4 von metoo


"Nelson-Mandela-Straße" gefällt mir.

Um der Historie genüge zu tun empfiehlt sich das anbringen eines Zusatzschildes, wie es in anderen Städten üblich ist, in der Art:

"vorm. Mohrenstraße, benannt nach der Wohnstädte von zumeist minderjährigen "Hof- und Kammer-Mohren" die um das Jahr 1700 zwangsdeportiert wurden. Fast 20.000 Menschen wurden vom preußischen Staat in die amerikanische Plantagensklaverei verkauft."


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
23.08.2014
18:17:42


(+7, 11 Votes)

Von Angela Davis
Antwort zu Kommentar #8 von ollinaie


Mandela? Kluger Kopf!

"...But what was your position, Mr Mandela, on decommissioning weapons? And what advice would you give Gerry Adams?

Mandelas mood turned suddenly steely. He looked seriously and sternly at Fanning. My position, my position... my position is that you dont hand over your weapons until you get what you want......"


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
23.08.2014
18:52:39


(+5, 9 Votes)

Von Porokusi
Antwort zu Kommentar #1 von GeorgG


Wenn es eine Schwuchtelstrasse irgendwo geben würde wärst du bestimmt der gleichen Meinung. Ich finde es reicht wenn sich die Betroffenen beleidigt fühlen, um eine Umbennung zu rechtfertigen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...1213  vor »


 SZENE - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 SZENE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Bayern: Nur "Toleranz", aber keine "Akzeptanz" von LGBTI Clubkid verliebt sich in russischen Stricher Tom Ford: Jeder Mann sollte mal passiven Analverkehr haben Malta verbietet Homo-"Heilung"
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt