Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?22194

16 Monate nach der angeblichen Tat gibt es ein Urteil im Düsseldorfer Vergewaltigungsprozess (Bild: Dirk Vorderstraße / flickr / by 2.0)

Ein Polizist ist vom Vorwurf freigesprochen worden, einen jungen Mann in einer Polizeiwache vergewaltigt zu haben. Es sei zwar wahrscheinlich zum Sex gekommen, ein Zwang könne aber nicht nachgewiesen werden.

Ein 58 Jahre alter Kommissar ist am Donnerstag am Düsseldorfer Landgericht vom Vorwurf der Vergewaltigung eines 25-Jährigen freigesprochen worden. Der Beamte war beschuldigt worden, den Mann an der Wache am Oberbilker Markt mit Drohungen zum Oralsex genötigt zu haben, als er einen Fahrraddiebstahl melden wollte.

Die Richterin merkte zwar an, dass "einiges für die Aussagen des Nebenklägers" sprach. Da aber die Schuld des Beamten nicht einwandfrei bewiesen werden konnte, müsse der Angeklagte aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden. Es sei zwar wahrscheinlich, dass es zu einem Sexualkontakt zwischen den beiden Männern gekommen sei, aber es gebe keine ausreichenden Beweise, dass dabei Zwang im Spiel gewesen sei.

Mit dieser Begründung war am Ende keiner der Beteiligten zufrieden: Der Anwalt des 58-Jährigen erklärte, sein Mandant sei über die Begründung "nicht erfreut" – der Mann hatte schon im Verfahren unter Verweis auf seine 35-jährige Ehe angegeben, vollkommen heterosexuell zu sein. Die Staatsanwältin, die eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert hatte, kündigte an, gegen das Urteil Revision einlegen zu wollen.

"Psycho-Spielchen"

Der Fall hatte sich am 13. April 2013 ereignet. Damals meldete der Nebenkläger an der Ein-Mann-Wache, dass sein Fahrrad gestohlen worden sei. Daraufhin soll der beklagte Polizist laut Staatsanwältin mit "Psycho-Spielchen" den jungen Mann gefügig gemacht haben. Er habe ihn etwa vorgeworfen, Marihuana-Konsument zu sein, und mit seiner Erschießung gedroht, sollte er fliehen. Danach habe der Polizist den Mann zum Oralsex gezwungen, bis dieser würgen musste.

Tatsächlich waren DNS-Spuren des Polizisten an dem jungen Mann gefunden worden. Zudem konnten beim Kommissar Mischspuren fremder DNS im Genitalbereich sichergestellt werden, die möglicherweise vom mutmaßlichen Opfer stammen. Der Polizist erklärte jedoch, der Nebenkläger habe auf der Wache sein Piercing aus dem Mund genommen und ihm in die Hand gegeben. Später sei der Kommissar zur Toilette gegangen, wodurch die Übertragung des Genmaterials erklärt werden könne.

Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Nebenklägers äußerte die psychologische Gutachterin. Sie befand es als eigenartig, dass das mutmaßliche Opfer den Täter beim Verlassen der Polizeidienststelle noch umarmt habe. Außerdem habe sich der 25-Jährige in der Vergangenheit gerne als Opfer dargestellt – so habe er 2009 angegeben, von zwei Männern mit einem Messer attackiert worden zu sein, habe sich aber in Widersprüche verstrickt und plötzlich Erinnerungslücken aufgewiesen. (dk)



#1 GeorgGAnonym
  • 29.08.2014, 12:35h
  • Hätte mich auch sehr gewundert, wenn der junge Mann NICHT freiwillig vor dem Uniformträger in die Knie gegangen wäre....
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Robby69
  • 29.08.2014, 12:36h
  • Das ist echt das Letzte! Aber es beweist auch einmal mehr, auf WELCHER Seite die "tolle" Justiz in Deutschland steht: Auf der der Homo-Hasser! - Dieses Urteil ist wieder mal ein "Freibrief" für alle homophoben Bullen, uns Schwule noch mehr als bisher schon zu schikanieren und zu quälen, da sie ja wissen, dass ihnen im Ernstfall nichts passiert, sondern sie auf jeden Fall von den angeblich "neutralen" Gerichten freigesprochen werden!
    Genau wie in diesem Fall läuft's in Deutschland leider in 99% ALLER Fälle. Die können machen was sie wollen - und wir müssen's ausbaden.
    Da wird flugs aus dem eigentlichen TÄTER - dem Bullen - ein "Opfer" konstruiert und die Glaubwürdigkeit des eigentlichen OPFERS angezweifelt und in den Schmutz gezogen.
    Das ist kein Rechtsstaat - sonden ein UNRECHTS-Staat!
    (Ach ja - MiepMiep: bevor Du mir oder anderen Usern hier wieder irgendwelchen Schwachsinn unterstellst, setz Dich lieber mal mit der Thematik auseinander und LIES zur Abwechslung auch mal unsere Kommentare zu den entsprechenden Themen. - Information hilft wunderbar gegen Deine Paranoia...)
  • Antworten » | Direktlink »
#3 So WhatAnonym
#4 ThorinAnonym
  • 29.08.2014, 12:46h
  • Das ist BRD Alltag, die Cops leben halt gerne ihre Machtfantasien aus wenn sie dazu die Möglichkeit bekommen, weil sie wissen, dass der Staat sie und ihre Verbrechen schützt. In anderen Ländern:

    Demonstranten klagen gegen Polizeigewalt in Ferguson

    Mehrere Menschen, die in Ferguson nach dem Tod von Michael Brown demonstriert hatten, haben Klage gegen Polizisten eingereicht. Sie werfen ihnen Gewalt und Rassismus vor.

    www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-08/klagen-gegen-
    polizei-in-ferguson
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TimonAnonym
#6 Harry1972Profil
  • 29.08.2014, 13:30hBad Oeynhausen
  • Alles sehr seltsam.
    Unaufgeregt betrachtet gilt nunmal die Unschuldsvermutung. Im Zweifel für den Angeklagten.

    Ich gehe zu 99% (zwinker) davon aus, daß beide Beteiligten ne massive Klatsche haben, wobei der Polizist blöder dasteht als der Nebenkläger.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Sabelmann
  • 29.08.2014, 13:44h
  • " der Mann hatte schon im Verfahren unter Verweis auf seine 35-jährige Ehe angegeben, vollkommen heterosexuell zu sein"

    Der ist gut!Der letzte "Beweis" dass dem so ist!

    Denke aber auch dass es eine beiderseitige Geschichte ist(war)!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Robby69
#9 Robby69
#10 Robby69