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  • 29.08.2014           77      Teilen:   |

Aus Mangel an Beweisen

Vergewaltigungsprozess in Düsseldorf: Polizist freigesprochen

Artikelbild
16 Monate nach der angeblichen Tat gibt es ein Urteil im Düsseldorfer Vergewaltigungsprozess (Bild: Dirk Vorderstraße / flickr / cc by 2.0)

Ein Polizist ist vom Vorwurf freigesprochen worden, einen jungen Mann in einer Polizeiwache vergewaltigt zu haben. Es sei zwar wahrscheinlich zum Sex gekommen, ein Zwang könne aber nicht nachgewiesen werden.

Ein 58 Jahre alter Kommissar ist am Donnerstag am Düsseldorfer Landgericht vom Vorwurf der Vergewaltigung eines 25-Jährigen freigesprochen worden. Der Beamte war beschuldigt worden, den Mann an der Wache am Oberbilker Markt mit Drohungen zum Oralsex genötigt zu haben, als er einen Fahrraddiebstahl melden wollte.

Die Richterin merkte zwar an, dass "einiges für die Aussagen des Nebenklägers" sprach. Da aber die Schuld des Beamten nicht einwandfrei bewiesen werden konnte, müsse der Angeklagte aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden. Es sei zwar wahrscheinlich, dass es zu einem Sexualkontakt zwischen den beiden Männern gekommen sei, aber es gebe keine ausreichenden Beweise, dass dabei Zwang im Spiel gewesen sei.

Mit dieser Begründung war am Ende keiner der Beteiligten zufrieden: Der Anwalt des 58-Jährigen erklärte, sein Mandant sei über die Begründung "nicht erfreut" – der Mann hatte schon im Verfahren unter Verweis auf seine 35-jährige Ehe angegeben, vollkommen heterosexuell zu sein. Die Staatsanwältin, die eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert hatte, kündigte an, gegen das Urteil Revision einlegen zu wollen.

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"Psycho-Spielchen"

Der Fall hatte sich am 13. April 2013 ereignet. Damals meldete der Nebenkläger an der Ein-Mann-Wache, dass sein Fahrrad gestohlen worden sei. Daraufhin soll der beklagte Polizist laut Staatsanwältin mit "Psycho-Spielchen" den jungen Mann gefügig gemacht haben. Er habe ihn etwa vorgeworfen, Marihuana-Konsument zu sein, und mit seiner Erschießung gedroht, sollte er fliehen. Danach habe der Polizist den Mann zum Oralsex gezwungen, bis dieser würgen musste.

Tatsächlich waren DNS-Spuren des Polizisten an dem jungen Mann gefunden worden. Zudem konnten beim Kommissar Mischspuren fremder DNS im Genitalbereich sichergestellt werden, die möglicherweise vom mutmaßlichen Opfer stammen. Der Polizist erklärte jedoch, der Nebenkläger habe auf der Wache sein Piercing aus dem Mund genommen und ihm in die Hand gegeben. Später sei der Kommissar zur Toilette gegangen, wodurch die Übertragung des Genmaterials erklärt werden könne.

Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Nebenklägers äußerte die psychologische Gutachterin. Sie befand es als eigenartig, dass das mutmaßliche Opfer den Täter beim Verlassen der Polizeidienststelle noch umarmt habe. Außerdem habe sich der 25-Jährige in der Vergangenheit gerne als Opfer dargestellt – so habe er 2009 angegeben, von zwei Männern mit einem Messer attackiert worden zu sein, habe sich aber in Widersprüche verstrickt und plötzlich Erinnerungslücken aufgewiesen. (dk)

Mehr zum Thema:
» Düsseldorf: Polizist soll Mann zum Oralsex gezwungen haben (28.04.14)
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Tags: polizei, düsseldorf, vergewaltigung, landgericht
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Reaktionen zu "Vergewaltigungsprozess in Düsseldorf: Polizist freigesprochen"


 77 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
29.08.2014
12:35:42


(-5, 15 Votes)

Von GeorgG


Hätte mich auch sehr gewundert, wenn der junge Mann NICHT freiwillig vor dem Uniformträger in die Knie gegangen wäre....


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#2
29.08.2014
12:36:27


(-4, 14 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das ist echt das Letzte! Aber es beweist auch einmal mehr, auf WELCHER Seite die "tolle" Justiz in Deutschland steht: Auf der der Homo-Hasser! - Dieses Urteil ist wieder mal ein "Freibrief" für alle homophoben Bullen, uns Schwule noch mehr als bisher schon zu schikanieren und zu quälen, da sie ja wissen, dass ihnen im Ernstfall nichts passiert, sondern sie auf jeden Fall von den angeblich "neutralen" Gerichten freigesprochen werden!
Genau wie in diesem Fall läuft's in Deutschland leider in 99% ALLER Fälle. Die können machen was sie wollen - und wir müssen's ausbaden.
Da wird flugs aus dem eigentlichen TÄTER - dem Bullen - ein "Opfer" konstruiert und die Glaubwürdigkeit des eigentlichen OPFERS angezweifelt und in den Schmutz gezogen.
Das ist kein Rechtsstaat - sonden ein UNRECHTS-Staat!
(Ach ja - MiepMiep: bevor Du mir oder anderen Usern hier wieder irgendwelchen Schwachsinn unterstellst, setz Dich lieber mal mit der Thematik auseinander und LIES zur Abwechslung auch mal unsere Kommentare zu den entsprechenden Themen. - Information hilft wunderbar gegen Deine Paranoia...)


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#3
29.08.2014
12:43:48


(+5, 15 Votes)

Von So What


Geht das nur mir so oder erscheint das Verhalten beider Seiten reichlich abstrus?


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#4
29.08.2014
12:46:44


(0, 16 Votes)

Von Thorin


Das ist BRD Alltag, die Cops leben halt gerne ihre Machtfantasien aus wenn sie dazu die Möglichkeit bekommen, weil sie wissen, dass der Staat sie und ihre Verbrechen schützt. In anderen Ländern:

Demonstranten klagen gegen Polizeigewalt in Ferguson

Mehrere Menschen, die in Ferguson nach dem Tod von Michael Brown demonstriert hatten, haben Klage gegen Polizisten eingereicht. Sie werfen ihnen Gewalt und Rassismus vor.

Link zu www.zeit.de


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#5
29.08.2014
12:50:18


(+2, 14 Votes)

Von Timon


Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus...


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#6
29.08.2014
13:30:47


(+2, 16 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Alles sehr seltsam.
Unaufgeregt betrachtet gilt nunmal die Unschuldsvermutung. Im Zweifel für den Angeklagten.

Ich gehe zu 99% (zwinker) davon aus, daß beide Beteiligten ne massive Klatsche haben, wobei der Polizist blöder dasteht als der Nebenkläger.


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#7
29.08.2014
13:44:11


(+2, 12 Votes)

Von Sabelmann
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" der Mann hatte schon im Verfahren unter Verweis auf seine 35-jährige Ehe angegeben, vollkommen heterosexuell zu sein"

Der ist gut!Der letzte "Beweis" dass dem so ist!

Denke aber auch dass es eine beiderseitige Geschichte ist(war)!


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#8
29.08.2014
13:46:18
Via Handy


(-1, 11 Votes)

Von Robby69
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Antwort zu Kommentar #4 von Thorin


Völlig richtig.


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#9
29.08.2014
13:51:52
Via Handy


(0, 10 Votes)

Von Robby69
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Antwort zu Kommentar #1 von GeorgG


Typische Aussage eines Typen, der selbst noch nie mit gewalttätigen homoqhoben Bullen konfrontiert war. Da kann man echt nur den Kopf schütteln...


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#10
29.08.2014
13:55:52
Via Handy


(-1, 9 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Timon


Da hast Du vollkommen recht.


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