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Regenbogenfamilien, hier beim CSD in Düsseldorf in diesem Jahr, stoßen auf der ganzen Welt auf rechtliche Schwierigkeiten (Bild: nb)

Erstmals erlaubt ein Gericht des Landes einer Frau, die leibliche Tochter der Partnerin zu adoptieren.

Ein Familiengericht in Rom hat in dieser Woche der Partnerin einer lesbischen Mutter die Adoption des Mädchens erlaubt. Es ist Medienberichten zufolge das erste Mal, das einem homosexuellen Paar in Italien die Stiefkindadoption erlaubt wird.

Das Paar, das anonym blieb, lebt seit zehn Jahren zusammen; ihre im Ausland geschlossene Ehe wird in Italien nicht anerkannt. Vor fünf Jahren wurde die Tochter geboren, durch eine im Ausland erfolgte künstliche Befruchtung mit einer Samenspende. Laut der Anwältin des Paares erfahre das Kind durch beide Frauen eine hervorragende Erziehung.

Das Gericht folgte der Ansicht des Paares, dass dem Kindeswohl am besten gedient ist, wenn beide Frauen offizielle Vertreter des Kindes sind. Die Adoption geschieht durch einen Paragrafen des allgemeinen Adoptionsrecht aus dem Jahr 1983, der die Adoption in Sonderfällen ermöglicht.

Während es in Italien keine Vorschriften gibt, an wen Pflegekinder gegeben werden können, ist die gemeinsame Adoption von Kindern oder die Stiefkindadoption, also die rechtliche Annahme des leiblichen Kindes des Partners, bislang nur heterosexuellen Eheleuten erlaubt. Sollte das neue Urteil Rechtspraxis werden, könnte es also auch unverheirateten heterosexuellen Paaren nutzen.

Kritik an Regierung

Die LGBT-Organisation Gay Culture sprach von einem historischen Urteil und bedankte sich beim Gericht. Der Verein Arcigay kritisierte allerdings, dass homosexuelle Paare weiter auf die Politik warten müssten. "Wieder einmal müssen italienische Gerichte, unter Druck von den Bedürfnissen von Schwulen, Lesben und Transpersonen, Abhilfe schaffen für die Mängel im Rechtssystem, weil Politiker nicht wissen, wie sie auf Veränderungen in der Gesellschaft reagieren sollen", so der Organisationssprecher Flavio Romani.

Das Urteil sei auch peinlich für Ministerpräsident Matteo Renzi, der für den September eines Gesetzesinitiative zur Einführung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften versprochen hatte, die auch das Recht zur Stiefkindadoption vorsieht (queer.de berichtete). "Aber der September steht bevor und von dem Gesetz ist keine Rede", so Romani. "Offenbar, um nicht dem Klerus zu missfallen, der die fortschrittliche Mehrheit in unserer Gesellschaft in Geiselhaft hält". (nb)



#1 Oliver43Anonym
  • 30.08.2014, 13:54h
  • So es sollte nunmehr sehr genau beobachtet werden, was dort die Regierung Renzi leistet. Werden dort von der Regierung Renzi Wahlversprechen gebrochen oder kommt nun endlich dort das Gesetz zur Lebenspartnerschaft in das Palament zur Abstimmung.
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#2 m123Anonym
  • 30.08.2014, 14:28h
  • Viel zu langsam...

    Es ist doch ohnehin klar wohin die Reise geht. Die Regierung sollte einfach die Ehe öffnen und fertig.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil