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  • 02.09.2014           77      Teilen:   |

Großbritannien

Homophobe Standesbeamtin darf Homo-Paare ablehnen

Artikelbild
Margaret Jones hat mit ihrer Klage vorerst durchgesetzt, dass Standesbeamte Homo-Paare ablehnen dürfen, wenn sie das religiös begründen

Weil sie nach der Ehe-Öffnung in England aus religiösen Gründen nur Heterosexuelle vermählen wollte, wurde eine Standesbeamtin vor wenigen Monaten gefeuert – zu Unrecht, wie ein Arbeitsgericht nun befand.

Ein britisches Arbeitsgericht hat die Entlassung einer christlichen Standesbeamtin trotz ihrer Weigerung, Homosexuelle gleichzubehandeln, für unzulässig erklärt. Das Gericht urteilte, dass die religiösen Überzeugungen von Bediensteten städtischer Arbeitgeber berücksichtigt werden müssten.

Im konkreten Fall hatte die 54-jährige Margaret Jones im März ihren Vorgesetzten vom Verwaltungsbezirk Bedford mitgeteilt, dass nach ihrem christlichen Glauben die Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau sei und sie deshalb keine gleichgeschlechtlichen Eheschließungen durchführen werde. Zu diesem Zeitpunkt hatten England und Wales die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet (queer.de berichtete). Ihr wurde dann mitgeteilt, dass sie sich nicht die Paare nach ihrer sexuellen Orientierung aussuchen dürfe. Als sie auf ihrem Standpunkt beharrte, wurde sie wegen groben Fehlverhaltens entlassen.

Jones hatte argumentiert, dass sie kein Problem damit habe, die Dokumente für Homo-Paare zu erstellen oder sonstige Verwaltungsaufgaben zu übernehmen. Sie habe als überzeugte Christin lediglich keine Zeremonie für nichtheterosexuelle Paare durchführen wollen. Nach Ansicht des Gerichtes müssten die Behörden dafür sorgen, dass "eine zumutbare Lösung" für Mitarbeiter gefunden werden müsse, um deren religiöse Ansichten zu achten.

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"Ich habe nichts falsch gemacht"

Im Interview mit der "Sunday Times" sagte Jones: "Ich habe nichts falsch gemacht. Ich bin für meinen Glauben entlassen worden, nicht für meine Taten". Sie erklärte weiter, sie wolle alle Paaren eine "positive Erfahrung" bescheren, könne das aber aus religiösen Gründen nur überzeugend gegenüber heterosexuellen Paaren durchführen. "Meine Rechte, die mir von der Europäischen Menschenrechtskonvention garantiert werden, wurden gebrochen", so Jones.

Allerdings hatte der Europäische Menschenrechtsgerichtshof im vergangenen Jahr in einem ähnlichen Fall gegen eine Londoner Standesbeamtin entschieden, damals ging es allerdings nur um eine eingetragene Partnerschaft: Lilian Ladele hatte sich geweigert, Homosexuelle zu verpartnern, und als Grund ebenfalls ihren christlichen Glauben genannt. 2008 gab ihr wie im Fall von Margaret Jones zunächst noch ein britischen Arbeitsgericht recht (queer.de berichtete). Im Januar 2013 hat aber der Menschenrechtsgerichtshof das Urteil kassiert und mehrheitlich erklärt, dass die Religionsfreiheit Angestellte des öffentlichen Dienstes nicht dazu berechtigt, sich ihre Kunden aufgrund deren sexueller Orientierung auszusuchen.

Trotz des Urteils will Jones nicht in ihren alten Job zurückkehren. Es wird aber befürchtet, dass sich unter Berufung auf das Urteil auch andere öffentliche Bedienstete mit homophoben Ansichten dazu ermutigt fühlen könnten, Schwulen und Lesben Dienstleistungen zu verweigern. (dk)

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Tags: großbritannien, homo-ehe, standesbeamte
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Reaktionen zu "Homophobe Standesbeamtin darf Homo-Paare ablehnen"


 77 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
02.09.2014
12:26:29


(+17, 19 Votes)

Von m123


Fehlentscheidung des Gerichts, denn hier geht es um die Zivilehe und nicht um die religiöse Ehe. Somit kann niemand mit seinen religiösen Überzeugungen gegen die Schließung von Zivilehen argumentieren, weil die religiösen Argumente dann ins Leere gehen, sie treffen für die Zivilehe nicht zu.

Die Standesbeamtin hat wegen ihrer religiösen Überzeugungen gleichgeschlechtlichen Paaren die Zivilehe verweigert und damit ist sie ihrer weltlichen Aufgabe nicht nachgekommen und wurde somit zurecht entlassen.

Religion ist das Dümmste, was die Menschen je erfunden haben.

www.kirchenaustritt.de


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#2
02.09.2014
12:27:26


(+14, 16 Votes)

Von Julian S


Das ist ein Justiz-Skandal erster Güte!

Es kann doch wohl nicht sein, dass Staatsbedienstete über dem Gesetz stehen und sich aussuchen dürfen, welche Regeln sie beachten und welche nicht, wann sie ihren Job machen und wann nicht.

Das ist ein Dammbruch, der schlimme Folgen nach sich ziehen wird.


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#3
02.09.2014
12:29:09


(+11, 15 Votes)

Von Nico


Und wieder mal meinen Religionen und deren Anhänger, über dem Gesetz zu stehen. Und bekommen dafür auch noch von den Hütern des Gesetzes einen Freibrief.

Mit Rechtsstaatlichkeit hat das nichts mehr zu tun und mit der demokratischen Trennung von Staat und Kirche auch nicht!

Die Fanatiker werden sich jetzt immer mehr rausnehmen...


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#4
02.09.2014
12:39:21


(+10, 12 Votes)

Von Fennek


Ein verheerendes Signal, wenn ausgerechnet Staatsdiener sich aussuchen dürfen, wie sie Gesetze auslegen.


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#5
02.09.2014
13:20:18
Via Handy


(+8, 12 Votes)

Von Simon H


Wenn das Gesetz diese Interpretation zulässt, wird es höchste Zeit, dass das geändert wird. So dass sich Standesbeamte genauso an Recht und Gesetz zu halten haben wie jeder andere auch.

Alles andere wäre eine Pervertierung von Demokratie und Rechtsstaat.


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#6
02.09.2014
13:36:37
Via Handy


(+5, 9 Votes)

Von Alex


Und wieder mal bekommen religiöse Fundamentalisten die Betätigung, dass sie über dem Gesetz stehen.

Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich beim Gedanken an diese Fanatiker kotzen will.


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#7
02.09.2014
13:48:47


(-2, 14 Votes)

Von TwoFourty


Gewonnen hat die Frau aber wohl eher aufgrund einer Formsache. Sie hat sich darauf berufen nichts falsch gemacht zu haben, da es ja erst gar nicht dazu kam das Sie eine ihr aufgetragene Eheschliessung aufgrund ihrer religiösen Ansichten ablehnen konnte. Sie wurde entlassen aufgrund der Ankündigung dies nicht zu tun, nicht weil sie es nicht gemacht hat, und dies so das Gericht, war unzulässig.
Wäre sie entlassen worden nachdem sie einen solchen Auftrag verweigert hätte wäre die Entlassung wohl rechtens gewesen.
Darüber ob die vorzeitige Kündigung aufgrund der Absichtserklärung nun gut oder schlecht war, lässt sich streiten.


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#8
02.09.2014
13:52:43
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Baer2014


Die Frau hätte wahrscheinlich kein Problem vorbestrafte Mörder oder Mafiabosse mit ihren Tussis zu vermählen (drastischer Vergleich aber m.E.angebracht).

Sollte dieses Urteil rechtskräftig werden, wäre es tatsächlich ein Dammbruch und würde die Gleichstellungsrechte im UK stark entwerten.

Solche Leute haben im Staatsdienst nichts verloren. Bei Neueinstellungen von Standesbeamten kann man das im Arbeitsvertrag regeln indem man Arbeitsverweigerung aus religiösen Gründen ausschließt aber den bereits im Job befindlichen kommt man bei einem rechtskräftigen Urteil nicht mehr bei.

Britische Urteile (ganz anders als bei uns) sind immer Präzedenzfälle.

Also wird die Same-Sex-Marriage durch die Hintertür doch zweitklassig, da man nicht in jedem Standesamt heiraten kann. Vom Gesetz ist das nicht gedeckt, da dieses nur vorsieht, daß keine Kirche gezwungen werden kann "sprituelle" Ehen zwischen Gays zu schließen.

Merry old England... hoffentlich macht das oberste Gericht in dieser Sache diesem Mittelalter-Spuk bald ein Ende. Das UK hat sich übrigens nicht komplett dem ECtHR unterworfen.


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#9
02.09.2014
14:02:43


(+6, 8 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014


Und wenn ein Standesbeamte aus religiösen Gründen heterosexuellen Paaren die Eheschließung verweigert?


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#10
02.09.2014
14:03:45


(+2, 10 Votes)

Von sodomy law
Antwort zu Kommentar #8 von Baer2014


"Merry old England [...] Das UK hat sich übrigens nicht komplett dem ECtHR unterworfen."

Link zu www.tagesspiegel.de

Bild-Link:
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