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Corny Littmann mischte sich unter anderem als Präsident des FC St. Pauli in die öffentliche Debatte um Homosexuellenfeindlichkeit ein (Bild: stero / flickr / by-nc-sa 2.0)

Der Hamburger Entertainer und das Berliner Revue-Theater werden für ihren Einsatz gegen Homophobie geehrt.

Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo aus Berlin hat am Mittwoch die Preisträger seiner diesjährigen Awards bekannt gegeben: Den Tolerantia-Award erhält der 61-jährige Corny Littman, der Maneo-Award wird an den Friedrichstadt-Palast verliehen. Die Preisträger wurden von einer elfköpfigen Jury ausgewählt. Beide Preisträger haben sich nach Angaben der schwulen Organisation "durch ihr herausragendes Engagement gegen Homophobie und Transphobie und für gesellschaftliche Toleranz und Vielfalt verdient gemacht".

Littmann kämpft bereits seit Jahrzehnten für Minderheitenrechte: Vor 34 Jahren sorgte er führt einen aufsehenerregenden Eklat, als er den Spiegel einer öffentlichen Toilette unter dem Spielbudenplatz in St. Pauli zerschlug – und dahinter eine Überwachungskamera der Hamburger Polizei zum Vorschein kam, die gezielt gegen Schwule eingesetzt worden ist. In den Jahren 1990 bis 1993 wurde er bekannt durch die legendäre "Schmidt Mitternachtsshow" des NDR. Die Show provozierte zum Teil heftige Reaktionen, weil in ihr zum Beispiel ein Plakat der Deutschen Aids-Hilfe gezeigt wurde, auf dem zwei Männer beim Oralsex abgebildet waren.

Von 2003 bis 2010 war Littmann Präsident des Fußballvereins FC St. Pauli. In dieser Funktion hat er immer wieder offen über Homosexualität gesprochen und die mangelnde Unterstützung für homosexuelle Fußballer durch Gesellschaft, Fans, Vereine und Mitspieler angeprangert. "Das Engagement von Corny Littmann und dem FC St. Pauli für Toleranz und Öffnung gegenüber Homosexuellen und Homosexualität ist so beispiellos wie beispielhaft", befand Maneo.


Der Friedrichstadt-Palast kritisiert die Verfolgung von Homosexuellen in vielen Ländern der Welt (Bild: doktorflorian / flickr / by-nd 2.0)

Mit dem Maneo-Award 2014 wird außerdem das Engagement des Berliner Friedrichstadt-Palasts gewürdigt. Das Revue-Theater habe "Courage" gezeigt und betont, "welche Bedeutung und welchen Stellenwert gesellschaftliche Toleranz und Vielfalt in einer Demokratie haben und warum diese Prinzipien verteidigt werden müssen", so Maneo. Bereits 2012 habe der Friedrichstadt-Palast Stellung gegen die Diskriminierung in Russland bezogen.

In diesem Jahr hatte das Theater erneut ein Zeichen gesetzt: Bei der Premiere von "The Wyld" wurden nicht wie sonst üblich das gesamte, in Berlin residierende diplomatische Korps eingeladen, sondern nur Botschafter aus Staaten, in denen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht verfolgt werden. Für diesen Einsatz hatte queer.de den Friedrichstadt-Palast bereits im Juli den Homo-Orden verliehen.

Die Awards werden auch im Friedrichstadt-Palast übergeben: Am 20. Oktober findet die Preisverleihung im Quatsch Comedy Club statt.

Seit 2006 zeichnet Maneo jährlich Personen, Einrichtungen oder Gruppen aus, die sich beispielhaft sowohl bei der Ächtung von Homophobie und Transphobie als auch durch ihren Einsatz für gesellschaftliche Toleranz und Vielfalt verdient gemacht haben. Vergeben werden die Maneo-Awards und die europäischen Tolerantia-Awards als Gemeinschaftspreis von Maneo und seinen Partnerorganisationen aus Frankreich (SOS-Homophobie) und Polen (Lambda-Warszawa und Kampania Przeciw Homofobii). In den letzten Jahren wurden etwa der Politiker Volker Beck, der Fußballer Philipp Lahm und die jüdische Verbandsfunktionärin Lala Süsskind mit den Toleranita-Award geehrt. Den Maneo-Award erhielten unter anderem der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit und der Fußballverein Türkiyemspor Berlin. (pm/dk)



Corny Littmann ist der "Optimist des Jahres"

Am Samstag hat der 2006 gegründete Club der Optimisten den Hamburger Theaterchef für seine herausragenden Leistungen geehrt und zum "Optimisten des Jahres" ernannt.
#1 GeorgGAnonym
  • 03.09.2014, 12:58h
  • Ein hochverdienter Preis für Corny Littmann!
    Er hat viel für die schwule Emanzipation getan. Die Aktion mit den Spiegeln am Spielbudenplatz in Hamburg (die übrigens auf Anordnung von Helmut Schmidt, SPD, dort angebracht worden waren) ist vielen schwulen Aktivisten von damals im Gedächtnis geblieben.
    Beim Friedrichstadt-Palast sehe ich eher ein kommerzielles Interesse.
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#3 Robby69Ehemaliges Profil