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Traditioneller Szeneladen

Hamburg: Männerschwarm schließt


Seit 2002 fand man die Buchhandlung in St. Georg (Bild: Männerschwarm / Facebook)

Im nächsten Januar geht die 34-jährige Geschichte des schwulen Buchladens zunächst zu Ende. Der Verlag bleibt bestehen.

Die schwul-lesbische Buchhandlung "Männerschwarm" schließt im Winter ihr Ladenlokal an der Langen Reihe in Hamburg. Der Mietvetrag werde zum 31. Januar 2015 gekündigt, teilten die Betreiber jetzt auf ihrer Webseite mit, auch werde die Buchhandlungs-GmbH aufgelöst.

Man sei bemüht, "ein Geschäftsmodell für die Zeit nach der Schließung zu finden", so die Mitteilung. Der gleichnamige Verlag bleibt bestehen, er sitzt seit dem 1. August in neuen Büroräumen am Steindamm.

"Das Leseverhalten nicht nur von Schwulen und Lesben sowie das Sehverhalten von Filmen und Serien hat sich bei vielen Menschen in den letzten Jahren grundlegend verändert", heißt es zur Begründung der Schließung. "Zudem haben sich die Veröffentlichungswege (nicht nur) schwul-lesbischer Literatur und Unterhaltungsmedien stark verschoben."

Erster schwuler Ausbildungsbetrieb

Der Buchladen war am 12. Juni 1981 am Neuen Pferdemarkt (zwischen Schanzenviertel und St. Pauli) eröffnet worden, als Projekt aus der Schwulenbewegung heraus innerhalb einer Homolulu GmbH. Der erste schwule Ausbildungsbetrieb zog 2002 nach St. Georg an die Lange Reihe 102.

"Wir bitten von Beileidskundgebungen abzusehen", schreiben die Betreiber. Man freue sich stattdessen auf konstruktive Ideen – und Kunden bis zur Schließung. Diese erwarte ein "spannendes Herbstprogramm" mit Lesungen und "ein rauschendes Weihnachtsgeschäft". (nb)

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#1 NicoAnonym
  • 05.09.2014, 11:14h
  • Wirklich sehr schade!

    Eine Institution schließt und eine Ära geht zu Ende. Das ist sicher auch teilweise schuld skrupellose Online-Konzerne wie Amazon & Co, die für ihre Profite und ihr ungebremstes Wachstum über Leichen gehen...

    Die nicht nur die eigenen Mitbewerber ausnützen, sondern auch alle Wettbewerber kaputt machen wollen, um dann danach selbst die Regeln zu diktieren.
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#2 RalfAnonym
  • 05.09.2014, 11:50h
  • Es hat sich grundlegend was geändert. Früher traute man sich nicht, schwule Bücher im üblichen Handel zu kaufen (in der Regel ja erst mal zu bestellen, weil sie nicht vorrätig waren). Heute schaut man im Internet nach, was es an schwulen Büchern gibt, und geht in die nächste Buchhandlung. Die Scham ist weitgehend gefallen. Gutes Zeichen für unsere Akzeptanz in der Gesellschaft und vor allem für unser Selbstbewusstsein - aber schlecht für unsere sogenannte Subkultur, zu der schwule Buchläden mal unabdingbar gehörten.
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#3 Julian SAnonym
  • 05.09.2014, 12:11h
  • Antwort auf #2 von Ralf
  • Man darf auch nicht vergessen, dass die Auswahl in schwulen Buchhandlungen (wie bei allen Spezialbuchhandlungen) eben nun mal in diesem Bereich deutlich größer ist. Und die Verkäufer wissen natürlich in dem Bereich auch viel besser bescheid.
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#4 sperlingAnonym
  • 05.09.2014, 12:40h
  • Antwort auf #1 von Nico
  • das ist jetzt nicht gegen dich gerichtet, aber ich wette, 80% der menschen, die jetzt über die schließung des buchladens jammern, haben nie dort oder in vergleichbaren läden eingekauft, sondern ihre bücher online bestellt. ein laden lebt aber nicht davon, dass man ihn so schnuckelig findet und gern behalten würde, sondern davon, dass man da geld hinträgt.

    versandriesen kommen doch nicht über uns wie naturgewalten. WIR wollen billige waren und erzeugen damit schlechte arbeitsplätze.
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#5 Baer2014Anonym
  • 05.09.2014, 12:52h

  • Der Trend wird m.E. erst mal nicht aufzuhalten sein. Unser schwul-lesbischer Buchladen hat vor ein paar Jahren schon zugemacht (hessische Großstadt, knapp 200Tausend Einwohner) - und selbst die Metropolen werden nicht davon verschont, wie dieser Artikel zeigt.

    Ich finde es schade, auch immer mehr schwule Kneipen und Bars machen dicht.

    Lesetipp: www.arcados.com - der Blog eines schwulen Buchhändlers aus Basel, der da, unter vielem anderen auch dieses Phänomen analysiert.
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#6 Oliver43Anonym
  • 05.09.2014, 12:53h
  • Antwort auf #4 von sperling
  • Sehr sehr schade...dort habe ich schon Bücher in diesem Laden gekauft, wenn ich in Hamburg vor Ort war.

    Die Zeiten haben sich mit dem Internet und den Neuen Medien nunmal grundlegend geändert.

    So sehr ich es auch schätze, von zuhause fast täglich bei den Internetseiten Queer, LSVD, Siegessäule, Schwulissimo, Advocate, usw. vorbeizuschauen und zu lesen, was so aktuell passiert; so bedauerlich ist es, dass die gedruckten Medien im LGBT-Sektor dadurch unter Druck geraten und Buchläden sowie gedruckte Zeitschriften es schwer haben.

    Hoffentlich halten sich doch zumindest einige gedruckte Zeitschriften in deutscher Sprache. Es wäre sehr bedauerlich, wenn alles nur noch online abläuft.

    Vielleicht sollte es einen Appell in der Community geben, mehr Bücher und Zeitschriften zu kaufen.
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 Foxxy LoveAnonym
#9 eigengesetzlichAnonym
#10 Miguel53deProfil
  • 05.09.2014, 16:15hOttawa
  • Antwort auf #6 von Oliver43
  • ...dort habe ich schon Buecher in diesem Laden gekauft, eenn ich in Hamburg vor Ort war...
    So einen Satz muss man sich dich mal auf der Zunge zergehen lassen! Ich wusste gar nicht, dass es in diesen Laeden auch die Luther-Bibel gibt. Mal nebenbei bemerkt.
    Aber an der Sprache ueben wir noch, oder? Ich meine, wenn es schon mit dem Inhalt nicht klappt.
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