Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?22234

Die Tat ereignete sich in einer Münchner Straßenbahn (Bild: tmizo / flickr / by 2.0)

Mit "Dreckschwuchteln" hatten Wiesn-Besucher vergangenes Jahr in einer Straßenbahn Schwule beschimpft und auf sie eingeschlagen – dafür erhielten sie jetzt jeweils eine Geldstrafe in vierstelliger Höhe.

Das Amtsgericht München hat einen 26-jährigen Konstrukteur und einen 25-jährigen Angestellten zu Geldstrafen verurteilt, weil sie eine Gruppe von fünf schwulen Männern verbal und tätlich angegriffen haben. Wie die "Süddeutsche Zeitung" meldet, hatten die beiden aus Mittelfranken stammenden Männer am Tag der Deutschen Einheit 2013 die Opfer in den frühen Morgenstunden in einer Tram zufällig getroffen. Der Konstrukteur muss 6.600 Euro zahlen, der Angestellte 7.000 Euro.

Die Angeklagten hatten die aus München stammenden schwulen Männer nach einem Wiesn-Besuch um ein Uhr morgens in der Straßenbahn Richtung Hauptbahnhof beschimpft, nachdem sich zwei der Männer geküsst hatten. Als die schwulen Männer am Hauptbahnhof ausstiegen, um den Angreifern zu entgehen, wurden sie auch tätlich angegriffen. Der 25-jährige Angeklagte schlug zwei der Männer mit der Faust auf die Nase. Das Opfer rief danach Bundespolizisten herbei, die die Täter vorläufig festnahmen.

"Ihr gehört vergast"

Zu den verbalen Attacken gehörten Sätze wie "Drecksschwuchteln, ihr gehört vergast. Früher wärt ihr ins KZ gekommen". Außerdem sagten sie den Männern, dass sie "abartig" seien und dass "so etwas" in Deutschland nicht akzeptabel sei. Wegen dieser Attacken hatte die Staatsanwaltschaft auch Anklage wegen Volksverhetzung erhoben. Die Angeklagten wurden zudem wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt.

Die beiden Angeklagten beteuerten, dass sie nicht der rechtsextremistischen Szene angehörten und nicht homophob seien. Der 25-Jährige gab etwa an, dass sein älterer Bruder schwul sei – der 26-Jährige erklärte, er verstehe sich sehr gut mit seinem homosexuellen Frisör. Sie behaupteten, sie könnten sich wegen ihres hohen Alkoholkonsums nicht an die Tat erinnern. Ein Rechtsmediziner hielt das aber für eine Lüge angesichts der Blutalkoholkonzentration zum Tatzeitpunkt. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 XYZ1Anonym
  • 05.09.2014, 14:19h
  • Was erwartet man schon anderes vom "schönen" Freistaat Bayern. So viele unterbelichtete wie da hab ich noch nie gesehen.... Und nur ne Geldstrafe find ich zu gering.... Steuerhinterzieher werden gleich in den Knast gesteckt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Conrad BreyerAnonym
  • 05.09.2014, 14:38h
  • Also "unterbelichtet" beleidigt mich jetzt etwas. :) Ich bin nicht unterbelichtet, lebe aber trotzdem in München. Woher nimmst Du nur dieses Wissen? München ist eine sehr offene und tolerante Stadt. Nicht mal in Berlin gibt es so viel Unterstützung aus dem Stadtrat für die LGBT-Community wie hier. Die genannten Aggressoren stammen ja aus Franken, nicht aus München. Trotzdem haben wir natürlich auch hier Probleme mit der wachsenden Homophobie - die Szene ist sich dessen bewusst und reagiert darauf.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AlexAnonym
  • 05.09.2014, 14:40h

  • Für Gewalt sollte es nicht nur eine Geldstrafe geben, sondern auch Knast. Die körperlichen und psychischen Folgen von Gewalt sind ja auch nicht nach Zahlung eines Betrages verschwunden.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 MünchnerAnonym
  • 05.09.2014, 14:44h

  • Zumindest München ist ein sehr schöner Ort zum Leben, es gibt eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Schade das es Ausnahmen wie diese gibt.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 AntiHomoGesetzAnonym
  • 05.09.2014, 15:01h
  • Wenn das keine Aufforderung zu weiterer homophober (Alltags-) Gewalt ist?

    Da braucht es dann keine expliziten Anti-Homo-Gesetze*, wenn Schwule, die es wagen, sich im öffentlichen Raum nicht zu verstecken, regelmäßig solchem Terror ausgesetzt sind und die Aggressoren mit einer Geldstrafe davonkommen.

    Und dank CSPDU wird sich daran weiterhin nichts ändern, sondern homophobe Hassverbrechen werden sogar mit voller Absicht unsichtbar gemacht.

    Ein Freibrief für homophobe Diskriminierung und Gewalt!

    *(die von hiesigen bürgerlichen Eliten und Medien ohnehin nur zur Garnierung der Kriegs- und Militarisierungsagenda und -propaganda von USA und EU thematisiert werden)
  • Antworten » | Direktlink »
#7 GerhardAnonym
#8 Robby69Ehemaliges Profil
  • 05.09.2014, 16:25h
  • Antwort auf #5 von Münchner
  • In diesem Punkt gebe ich Dir vollkommen Recht. - Und diese verdammten rechten Schwulen-Hasser sind leider ÜBERALL - in JEDER Stadt - irgendwo vertreten. Da kann man nur versuchen, sich gegen die zu wehren, wenn man angegriffen wird. -
    Das, was mir allerdings ziemlich sauer aufstößt, ist, dass es ein Jahr lang gedauert hat, bis diese Homo-Hasser verurteilt wurden. Aber ich bin für die Opfer wirklich froh, dass diese Schlägertypen überhaupt verurteilt wurden, denn das ist ja leider keine Selbstverständlichkeit in Bayern.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Robby69Ehemaliges Profil
#10 XYZ1Anonym
  • 05.09.2014, 16:47h
  • Antwort auf #3 von Conrad Breyer
  • Ich habe meine anderen Erfahrungen gemacht. Bin größten Teils aufgewachsen in Bayern.

    In München mag das so sein aber nicht auf dem Land, wo man dann schon wie ein "außerirdischer" beobachtet wird.

    Beleidigungen etc. waren für mich jedenfalls dort Alltag. Nicht nur weil ich schwul war, sondern auch noch ein Handicap habe. Ich bin froh das ich nicht mehr in Bayern wohne.

    Vom Land her gesehen ist es schon sehr schön da... wenn diese Leute nicht wären die so arg konservativ sind das man fast brechen muss. Ich weiß es sind nicht alle so aber in Bayern hat mich nichts gehalten.
  • Antworten » | Direktlink »