Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?22235

Der 75-jährige Richter Richard Posner glaubt, dass Vorurteile gegenüber Homosexuellen der einzige Grund für das Ehe-Verbot sind (Bild: Wiki Commons / chensiyuan / CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0GFDL)

In einem äußerst schnell abgeschlossenen Verfahren hat ein Bundesberufungsgericht in Chicago die Ehe-Verbote für Schwule und Lesben in Indiana und Wisconsin für verfassungswidrig erklärt.

Die einstimmig von drei Richtern getroffene Entscheidung wurde am Donnerstag nur neun Tage nach der Anhörung veröffentlicht. Die 40-seitige Urteilsbegründung (PDF) wurde von Richter Richard Posner geschrieben, der 1981 von Präsident Ronald Reagan ernannt worden war.

Posner hielt die Argumente der Bundesstaaten, dass Homosexuellen die Ehe aus Kinderschutzgründen verboten werden sollte, für vorgeschoben. Er nannte die aufgeführten Gründe "unplausibel": "Man übersieht bei dieser Argumentation, dass viele allein gelassene Kinder von Homo-Paaren adoptiert werden. Diese Kinder würden gefühlsmäßig und wirtschaftlich besser dastehen, wenn ihre Adotiveltern verheiratet wären".

Das Urteil wird wie viele andere Entscheidungen zuvor vorläufig ausgesetzt, bis sich der Supreme Court in Washington des Falles annimmt. Die Höchstrichter werden in Kürze entscheiden, ob es das Thema auf die Liste der zu behandelnden Fälle bis zum Sommer 2015 schafft. Am Donnerstag appellierten 32 Bundesstaaten in einem Brief an die Verfassungsrichter, möglichst schnell für Rechtsklarheit zu sorgen.

Mit der Entscheidung gab es seit Juni 2013 bereits 22 Urteile von Bundesgerichten aus allen Teilen des Landes, die das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben als Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz in der US-Verfassung ansehen. Einzig ein Bundesrichter in Louisiana hat am Mittwoch das Ehe-Verbot aufrecht erhalten und argumentiert, der Staat habe aus Gründen des Kinderschutzes das Recht, Homosexuellen die Ehe zu untersagen (queer.de berichtete). Andere Richter argumentierten dagegen, dass dieses Kinderschutz-Argument lediglich auf Vorurteilen gegenüber Schwulen und Lesben beruhe, und verglichen die Situation mit dem Verbot von "gemischtrassigen" Ehen, das in größten Teilen der Südstaaten bis 1967 Bestand hatte. (dk)



#1 Simon HAnonym
  • 05.09.2014, 15:36h

  • Wer das demokratische Gleichheitsprinzip achtet, kann gar nicht zu einem anderen Schluss kommen.

    Man kann nur anders entscheiden, wenn man irgendeine Hass-Ideologie über Grundrechte und demokratische Grundprinzipien stellt.

    Es wird Zeit, dass dieser Flickenteppich beendet wird und die Ehe US-weit geöffnet wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheDadProfil
  • 05.09.2014, 16:58hHannover
  • Es gibt ein Urteil nach dem Urteil von Louisiana..

    Und auch dieser Richter wurde von Ronald Reagan ins Amt gebracht, und doch weicht seine Meinung und seine geschriebene Urteilsbegründung so weit von der des Richters Martin Feldman aus Louisiana ab, das man sich wünscht Mr.Posner würde ihm ein gedrucktes Exemplar übersenden..

    ""Er nannte die aufgeführten Gründe "unplausibel"""..

    ""Diese Kinder würden gefühlsmäßig und wirtschaftlich besser dastehen, wenn ihre Adotiveltern verheiratet wären".""..

    Gibt es noch bessere Gründe um die Ehe unverzüglich per Entscheid durch den Supreme Court zu öffnen ?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.09.2014, 17:25h
  • Endlich ein vernünftiges Urteil und nicht so einen Schmu, der in Louisiana verunstaltet wird!
  • Antworten » | Direktlink »