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Gegen Homophobie im Fußball

Zweite Saison für Regenbogen-Schnürsenkel


Unter dem Hashtag "#Rainbowlaces" posten Fußballspieler Fotos ihrer Schuhe mit Regenbogenschnürsenkeln auf Facebook und Twitter

Wie im Vorjahr setzen einige britische Fußballer ein Zeichen gegen Homophobie – und werben gleichzeitig für ein Wettbüro.

Spieler des Londoner Erstligisten FC Arsenal werben in einem am Freitag veröffentlichten Spot für eine Kampagne gegen Homophobie im Fußball. Die Arsenal-Stars Mikel Arteta, Santi Cazorla, Olivier Giroud, Theo Walcott und Alex Oxlade-Chamberlain machen sich darin über ihr Aussehen lustig – dann heißt es: man könne nicht sein Aussehen verändern, gemeinsam aber das Spiel.

Man sieht, wie die Spieler sich Schnürsenkel in Regenbogenfarben in die Schuhe ziehen, als Teil einer entsprechenden viralen Kampagne unter dem Titel und Hashtag "#Rainbowlaces". Das Video ist dabei erst der Anfang, so die britische LGBT-Organisation Stonewall, die die Kampagne zusammen mit dem Wettbüro Paddy Power organisiert hat.

Auch Thomas Hitzlsperger unterstützt die Kampagne


Das Wettbüro Paddy Power hat die Regenbogen-Schnürsenkel gesponsert, sie können – solange Vorrat reicht – kostenlos bei Stonewall bestellt werden

Auch Manchester City und der deutsche Ex-Fußballer Thomas Hitzlsperger werden die Kampagne unterstützen, die ihr Finale am nächsten Spiel-Wochenende (13./14. September) finden soll. Dann sollen Fans die Schnürsenkel in den Rängen und Spieler auf dem Platz tragen.

Das Problem nur: Bereits im letzten Jahr war ein ähnlicher Versuch gefloppt (queer.de berichtete). Nur ganz wenige Spieler beteiligten sich daran, obwohl alle Clubs aus den Profi-Ligen in England, Schottland und Wales mit den Schnürsenkeln ausgestattet worden waren. Und trotz einer ähnlich großen viralen Vorarbeit, damals mit dem FV Everton aus Liverpool, der ebenso wie Arsenal von Paddy Power gesponsert wird (queer.de berichtete).

Beim Londoner Club, der im letzten Jahr den Spielern das Tragen der Schnürsenkel freigestellt hatte, ging damit etwa nur der Franzose Olivier Giroud auf den Platz – die deutschen Nationalspieler Per Mertesacker und Mesut Özil, die ebenfalls spielten, verzichteten auf das Zeichen (wie Lukas Podolski und Serge Gnabry, die ebenfalls bei Arsenal unter Vertrag sind, sind sie auch in der aktuellen Video-Kampagne nicht zu sehen).

Stonewall ignorierte die Kritik aus dem Vorjahr

Andere Clubs mussten den Spielern das Tragen der Schnürsenkel damals verbieten, da sie Verträge mit anderen Wettbüros hatten. Manchester United kritisierte etwa, nicht vorab über die Kampagne informiert worden zu sein, um das Vorgehen mit den eigenen Sponsoren abzuklären (queer.de berichtete).

Auch bemängelte der Verein, der selbst Anti-Rassismus-Kampagnen fährt, dass Kampagnen wie diese zu weiteren führen könnten, die nicht nur der guten Sache an sich dienten. Man sei aber für Kampagnen mit Stonewall offen, heiß es damals, wenn der Homo-Verband mit dem Fußballverband und den Clubs spreche, "anstatt mit einem kommerziellen Dienstleister an einer Kampagne zu arbeiten, die Clubs und Spieler zunächst nicht involviert".

Offenbar ist man bei Stonewall auf diese Kritik nicht eingegangen. Und so hat die Kampagne, trotz der genial simplen wie niedrigschwelligen Idee mit den Schnürsenkeln, leider einen schalen Beigeschmack und erneut wenig Aussicht auf eine rege Beteiligung. (nb)

Youtube | Das Video


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 m123Anonym
  • 06.09.2014, 12:10h
  • Lieber als Fußballer, die Regenbogenschnürsenkel tragen, die man im Fernsehen ohnehin nicht sehen kann, wäre mir, wenn sich mal mehrere aktive schwule Fußballprofis outen würden. Das brächte im Gegensatz zu allen "Deko-Aktionen" einiges voran.

    Ich halte nicht viel von dieser Regenbogenschnürsenkelaktion.
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#3 Baer2014Anonym
  • 06.09.2014, 12:49h

  • Ich hab vor ner Weile gelesen, daß die russische Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2014 während eines einzelnen Spiels mit Schuhen aufgelaufen ist, die man als "rainbowfarben" hätte bezeichnen können (ob das Absicht oder Zufall war?) - woraufhin ein orthodoxer Priester sofort öffentlich losgeiferte, daß sie deshalb verloren hätten.

    Ich glaube, sowas nutzt nur, wenn eine ganze Mannschaft das macht, sonst werden wieder nur die rausgepickt und verdächtigt, die die Schnürsenkel tragen. Und bitte etwas mehr, ein Rainbow-Trikothemd (muß ja nicht die Hose sein, wo die edelsten Körperteile verpackt sind, grins). Soweit geht aber die Solidarität der Hetero-Spieler mit ihren schwulen Kollegen wohl nicht, leider.
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#4 MeineFresseAnonym
  • 06.09.2014, 13:11h
  • Ich bin nach wie vor der Meinung, es wäre hilfreicher, wenn ein paar Fussballer die gegen Homophobie sind, mal ein paar Takte dazu sagen würden.
    Schnürsenkel sieht oder registriert man kaum und selbst wenn, müsste man sich erstmal informieren, was das bedeutet, was sicher nicht jeder Durchschnittsfussballfan tut.
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