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  • 09.09.2014           22      Teilen:   |

Staatshomophobie

Gambia verschärft Gesetz gegen Homosexuelle

Artikelbild
Gambias Präsident Yahya Jammeh macht bereits seit Jahren Stimmung gegen Schwule und Lesben (Bild: IISD)

Lebenslang hinter Gittern – das droht Schwulen und Lesben künftig im westafrikanischen Staat durch ein neues Gesetz, das mit überwältigender Mehrheit vom Parlament beschlossen wurde.

Die Nationalversammlung von Gambia hat bereits letzten Monat mit überwältigender Mehrheit eine Verschärfung der Strafverfolgung von Schwulen und Lesben verabschiedet. Das erklärten Parlamentarier am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Das Gesetz sieht demnach eine lebenslange Haftstrafe für "schwere Homosexualität" vor. "Schwere Homosexualität" liegt demnach vor, wenn eine Person wiederholt gleichgeschlechtlichen Sex hat oder wenn sie HIV-positiv ist.

Die homophobe Gesetzgebung soll an ein neues Gesetz in Uganda angelehnt sein, das im Februar beschlossen worden war (queer.de berichtete). Es hatte auch ursprünglich den Straftatbestand von "schwerer Homosexualität" vorgesehen und war kurze Zeit nach Verabschiedung wegen eines Verfahrensfehlers vom Verfassungsgericht für ungültig erklärt worden, soll aber erneut ins Parlament eingebracht werden (queer.de berichtete).

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Nur zwei Gegenstimmen im Parlament

Nach Angaben des einzigen Oppositionsabgeordneten im gambischen Parlament, Samba Jallow von der Nationalen Versöhnungspartei, habe nur er und ein weiterer der 53 Abgeordneten gegen das Gesetz gestimmt. Dabei erklärte Jallow, dass auch er Homosexualität ablehne: "In unseren Augen verdienen Homosexuelle aber keine lebenslängliche Haftstrafe für ihre Taten". Auch Parlamentspräsident Abdoulie Bojang bestätigte, dass das Gesetz verabschiedet wurde, wollte aber keine weiteren Details nennen.

Bereits jetzt stehen in dem Land auf homosexuelle Handlungen Haftstrafen von bis zu 14 Jahren. Dieses Gesetz basiert noch auf altem britischen Kolonialrecht, das Gambia nach seiner Unabhängigkeit im Jahre 1965 übernommen hatte. Während Großbritannien das Gesetz zur Verfolgung von Homosexuellen im Jahr 1968 abschaffte, blieb es in Gambia gültig.

Staatspräsident: Homos sind "Ungeziefer"

Nun muss Präsident Yahya Jammeh entscheiden, ob er das Gesetz unterschreiben will. Das gilt als wahrscheinlich: Der Staatschef, der sich vor gut zwei Jahrzehnten an die Macht geputscht hatte, hat sich in den letzten Jahren mit homophoben Äußerungen profiliert. Homosexualität ist seiner Ansicht nach ein koloniales westliches Konstrukt, das aus Afrika verbannt werden müsse. So sagte er, dass Homosexualität dem Menschsein widerspreche und sexuelle Minderheiten im Land "keine Gnade" erwarten dürften. Vor wenigen Monaten behauptete der Staatschef sogar, Homosexualität sei die größte Gefahr der Menschheit (queer.de berichtete). Anfang des Jahres bezeichnete er Schwule und Lesben als "Ungeziefer" (queer.de berichtete).

Gambia ist ein mehrheitlich muslimischer westafrikanischer Staat mit rund zwei Millionen Einwohnern. Es zählt mit einem Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt von zirka 500 US-Dollar zu den ärmsten Ländern der Welt – in dieser Liste steht Gambia sogar noch hinter Krisenstaaten wie Afghanistan, Haiti oder Simbabwe. Im vergangenen Jahr erhielt der Staat 73 Millionen Euro Entwicklungshilfe von der EU. (dk)

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Reaktionen zu "Gambia verschärft Gesetz gegen Homosexuelle"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
09.09.2014
13:08:34


(+9, 9 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Entwicklungshilfe komplett streichen!


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#2
09.09.2014
14:46:13


(+9, 9 Votes)

Von panzernashorn
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Die "größte Gefahr für die Menschheit" sind und bleiben Religionen und deren hirngewaschene Religioten, die Opfer dieser schwachsinnigen, menschenverachtenden Indokrination.

Wo Andere ihr Gehirn unter der Schädeldecke haben, scheint sich bei ihnen lediglich ein Vakuum vorzufinden.

Der gute alte Einstein behält immer wieder Recht mit seinem bekannten Ausspruch:

"Zwei Dinge sind unendlich:
Das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
(Albert Einstein)


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#3
09.09.2014
15:15:52


(+9, 9 Votes)

Von m123


Das passiert nur, weil radikale religiöse Kräfte den Menschen das Gehirn waschen. In Gambia sind 90% Muslime und 9% Christen.

Nur 40% der Bevölkerung Gambias kann lesen oder schreiben, was schon viel über den Bildungsgrad in diesem Land aussagt.

Religion ist das Dümmste was die Menschheit je erfunden hat.

www.kirchenaustritt.de


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#4
09.09.2014
15:26:10
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von daVinci6667
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" Es zählt mit einem Pro-Kopf-Brutto­so­zial­produkt von zirka 500 US-Dollar zu den ärmsten Ländern der Welt in dieser Liste steht Gambia sogar noch hinter Krisen­staaten wie Afghanistan, Haiti oder Simbabwe. Im vergangenen Jahr erhielt der Staat 73 Millionen Euro Entwick­lungshilfe von der EU."

Dann erhält Gambia ab sofort eben gar keine Entwicklungshilfe mehr. Tragisch aber leider notwendig!

Es ist sowieso fragwürdig einem Staat Hilfe zu gewähren dessen "Staatschef" sich an die Macht geputscht hat. Das undemokratische dreckige Ungeziefer ist also er selbst.

Entwicklungshilfe an Diktaturen landet meist eh nicht dort wo es sich der gutgläubige Einzahler vorstellt. Das gilt sowohl für staatliche wie für private Hilfe. In Tat und Wahrheit macht es die dritte Welt nur noch abgängiger und die Menschen noch ärmer während die "Eliten" (sprich Ungeziefer) sich damit ein schönes Leben machen.


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#5
09.09.2014
15:30:58


(+9, 9 Votes)

Von Julian S


Solange sie dafür auch noch mit westlichem Geld unterstützt werden, wundert mich das nicht.

Es wird allerhöchste Zeit, dass solche Regime keinen Cent mehr bekommen. Dieses Geld sollte stattdessen an Homo-Organisationen gehen.


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#6
09.09.2014
15:32:00


(+9, 9 Votes)

Von Timon


Wenn Schwule so perverses "Ungeziefer" sind, wollen die ja sicher auch nicht unser Geld...

Ich habe echt die Schnauze voll davon, solche Diktatoren auch noch mit meinem Steuergeld an der Macht zu halten. Das muss endlich Konsequenzen haben!


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#7
09.09.2014
15:57:39
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von m123


"Nur 40% der Bevölkerung Gambias kann lesen oder schreiben, was schon viel über den Bildungsgrad in diesem Land aussagt. Religion ist das Dümmste was die Menschheit je erfunden hat."

Dort wo Religion massgebenden Einfluss hat, wo bittere Armut und Hunger herrscht und nicht einmal elementarste Bildung vorhanden ist (wenigstens Lesen und Schreiben), dort hat eine Demokratie nicht die geringste Chance und LGBTI nicht einmal ein Recht auf Leben. Das ist die bittere Wahrheit und Realität.

Und leider hilft dort auch keine Entwicklungshilfe.

Falls die Menschheit mal etwas weiter entwickelt ist und es geschafft hat, dass eine unabhängige, demokratische Macht (könnte vielleicht mal mit viel Glück in Zukunft die UNO werden) solche höllische Unrechtsstaaten unter ihre Verwaltung zu nehmen, rigoros aufräumt, Relugioten in Schranken weisst, für Nahrung und Bildung sorgt, dann könnte aus so einem Staat innerhalb von bloss einer Generation auch eine blühende Demokratie werden.


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#8
09.09.2014
16:29:00
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von Alex


Wer sowas macht, hat offenbar keine anderen Probleme. Also brauchen die auch kein Geld mehr zu bekommen.


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#9
09.09.2014
16:33:17
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von Simon H


Jegliche Zahlung sollte an die Wahrung von Menschenrechten geknüpft sein!

Es verlangt ja niemand etwas unmögliches. Aber wenn man von anderen Geld geschenkt bekommen möchte, sollte zumindest die Achtung von Menschenrechten selbstverständlich sein.


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#10
09.09.2014
18:11:13
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Baer2014


Dummheit, gepaart mit Ignoranz und Bösartigkeit verbreiten sich offensichtlich wie eine ansteckende Krankheit in Afrika und anderswo.


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