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Dürfen Frauen wegen ihrer sexuellen Orientierung bei der künstlichen Befruchtung benachteiligt werden?

In Köln wurde am Mittwoch vor dem Amtsgericht die Klage einer lesbischen Frau behandelt, die von ihrer Krankenkasse die Übernahme der Kosten einer künstlichen Befruchtung verlangt.

Die Frau, eine Lehrerin aus Baden-Württemberg, hat die zum Kölner Axa-Konzern gehörende Deutsche Beamtenversicherung auf Kostenübernahme verklagt und fordert die gleiche Behandlung, wie sie heterosexuell verheirateten Frauen gewährt wird. Derzeit übernehmen gesetzliche Krankenkassen drei Viertel der Kosten, wenn einer der Eheleute unfruchtbar ist – private Versicherungen zahlen die Behandlung sogar komplett. Die Frauen müssen allerdings nachweisen, dass ihre Unfruchtbarkeit medizinische Gründe hat.

Bei heterosexuellen Paaren werten die Krankenkassen die Unfruchtbarkeit dann als eine Krankheit im Sinne der Allgemeinen Versicherungsbedingungen. Bei lesbischen Paaren wird aber argumentiert, dass die Frauen ohne Mann keine Kinder kriegen könnten.

Es steht noch nicht fest, wann das Urteil verkündet wird. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung wird damit gerechnet, dass das Verfahren voraussichtlich bis zum Bundesgerichtshof oder Bundesverfassungsgericht gehen wird.

Derzeit ist in Deutschland die künstliche Befruchtung von lesbischen Frauen verboten. Zugang zu Samenbanken haben nur heterosexuell verheiratete Frauen. Die Grünen haben in der Vergangenheit die Regelung als Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz kritisiert und gefordert, dass alle Frauen Zugang zu künstlicher Befruchtung haben müssten (queer.de berichtete). Gerichte haben darüber aber bislang noch nicht entschieden.

Gegenwärtig stehen lesbischen Frauen nur Samenbanken im Ausland zur Verfügung. Dort ist die Gesetzgebung bei künstlicher Befruchtung in der Regel viel liberaler als in Deutschland. Beliebte Ziele für Lesben sind beispielsweise die Niederlande und Großbritannien. (dk)



#1 Martin1Anonym
  • 11.09.2014, 18:33h
  • sollte sie damit durchkommen, was aufgrund des AGG sehr wahrscheinlich ist, muss den Männern das gleiche Recht zugesprochen werden. Wenn die Kosten für die Befruchtung von Lesben übernommen wird, muss auch die Leihmutterschaft für Schwule von der Kasse bezahlt werden. Das wäre dann sogar einklagbar.
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#2 LapislazuliAnonym
  • 11.09.2014, 19:49h

  • Also wir haben als Frauenpaar im letzten Jahr unseren Sohn bekommen! Er wurde per Insemination in einer deutschen Kinderwunschklinik gezeugt! Weiterhin hatten wir einen Vertrag mit einer deutschen Samenbank! So verboten ist das ganze also nicht in Deutschland! Alles wurde vertraglich und ganz offiziell geregelt! Die Kosten wurden allerdings auch nur teilweise durch unsere private Krankenkasse übernommen! Das war es uns jedoch wert!
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#3 Susie1703Profil
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 SebiAnonym
  • 12.09.2014, 10:58h
  • Es wird Zeit, dass auch lesbischen Frauen die künstliche Befruchtung offen steht. Ebenso wie Hetero-Frauen.

    In den Niederlanden und Großbritannien ist das schon so - das sollte am besten EU-weit so sein.

    Ich hoffe, dass die Frau notfalls bis vor den EU-Gerichtshof zieht und drücke ihr die Daumen, dass sie bald ein Kind haben kann.
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#6 WirZwei
#7 EnyyoAnonym
  • 12.09.2014, 14:38h
  • Antwort auf #5 von Sebi
  • Hast Du das richtig gelesen?
    Es steht im Bericht kein Wort von einem Lesbenpaar, es ist EINE Frau, die sich die Schwangerschaft bezahlen lassen will.

    In dem Fall kann man nämlich nur hoffen, dass die Klage abgeschmettert wird und die Lehrerin (wundert mich der Beruf bei dieser Dame wirklich?) die Kosten des Verfahrens auferlegt werden.

    Wenn nämlich jede Single-Frau meint, sich ihr Wunschkind ohne so was ekliges wie GV (am Ende auch noch mit einem Mann) bezahlen lassen zu können, sind dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet.

    Und ich meine nicht nur den Missbrauch der Krankenkassen, sondern vor allem den psychischen Missbrauch des Kindes, das dann Stellvertreterpartner einer neurotischen Mutter werden muss.

    Bei einem verpartnerten Lesbenpaar sieht das Ganze dann wieder ganz anders aus, die müssen natürlich die gleiche Unterstützung erfahren wie unfruchtbare Heteros.
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#8 LapislazuliAnonym
  • 12.09.2014, 15:09h
  • Antwort auf #3 von Susie1703

  • Hi Susi! Wir haben uns an die Kinderwunschklinik in Berlin Spandau gewandt, diese arbeiten direkt mit der Samenbank Berlin zusammen! Mit dieser mussten wir einen Vertrag abschließen,welcher sogar notariell beglaubigt wurde! Rein rechtlich sind wir nun eine Familie mit einer leiblichen Mutter und ich als Lebenspartnerin habe eine sogenannte Co-Mutterschaft! Damit leider nur ein kleines Sorgerecht aber immerhin! Nach einem Jahr kann ich aber die Adoption beantragen!
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#9 TheDad
  • 12.09.2014, 18:06h
  • Antwort auf #7 von Enyyo
  • ""Hast Du das richtig gelesen?
    Es steht im Bericht kein Wort von einem Lesbenpaar, es ist EINE Frau, die sich die Schwangerschaft bezahlen lassen will.""..

    Hast Du das richtig gelesen?

    In dem Bericht steht nur das die Frau Lehrerin ist und ihre Beamtenversicherung verklagt..

    Daraus ergibt sich NICHT ZWANGSLÄUFIG das es sich um eine alleinstehende Person handelt, denn die Partnerin kann selbst bei einer anderen Versicherung versichert sein..

    ""Wenn nämlich jede Single-Frau meint, sich ihr Wunschkind ohne so was ekliges wie GV (am Ende auch noch mit einem Mann) bezahlen lassen zu können, sind dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet.""..

    Da Lesbische Frauen im Regelfall nicht mit Männern schlafen, auch wenn sich viele Hetenmänner dies als dringende Aufgabe wünschen, ist die künstliche Befruchtung kein "Missbrauch von Kassenleistungen" und das daraus entstehende Kind gewiss kein "Ersatzpartner" einer "neurotischen" Mutter !

    Diese Unverschämtheiten lassen vermuten das Dir die Heteronormativität im Hirn steckt, weil Du dich ganz offensichtlich weigerst NEUE FAMILIENMODELLE zu DENKEN !

    Was genau spräche gegen eine Alleinerziehende Mutter, die sich Kraft ihrer Sexuellen Identität weigert mit Männern zu schlafen um sich den Lebenstraum Mutter zu sein, erfüllen zu dürfen ?

    GAR NICHTS !

    Auch Alleinstehende Männer (sogar Hetero´s !) dürfen Kinder adoptieren um dann eine Familie zu bilden..

    Dieses Recht der Frau, zumal auf relativ normalem biologischen Wege der Schwangerschaft per künstlicher Befruchtung, Mutter zu werden, kann man nicht als krankhafte Neurose abtun !

    Es ist ihr RECHT !
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