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Patriarch Kyrill und Erzbischof Kari Mäkinen haben sich nichts zu sagen

Weil die finnischen Lutheraner Homosexualität nicht verdammen wollen, hat der russische Patriarch den ökumenischen Dialog abgebrochen.

Die russisch-orthodoxe Kirche hat ein geplantes Treffen mit Vertretern der finnischen Lutheraner wegen des Themas Homosexualität abgesagt. Eigentlich wollten die beiden Kirchen in Moskau über theologische Aspekte der Anthropologie debattieren. Wie Erzbischof Kari Mäkinen, das Oberhaupt der evangelisch-lutherischen Kirche in Finnland, gegenüber dem Fernsehsender YLE bestätigte, hatte der russische Patriarch Kyrill als Vorbedingung für das Treffen von ihm verlangt, ein Dokument zu unterschreiben, in dem Homosexualität grundsätzlich abgelehnt wird. Dies habe Mäkinen aber abgelehnt.

"Die Haltung unserer Kirche, die Homosexualität nicht direkt verurteilt, ist so weit von deren Ansichten entfernt, dass sie den ökumenischen Dialog nicht länger fortführen wollen", erklärte Mäkinen. Er bedauerte, dass sich die russische Seite nicht offener gezeigt habe. Zwar gebe es jetzt keine Gespräche über die Kirchendoktrin mehr, aber seine Kirche werde versuchen, Kooperationen in anderer Form fortzuführen.

Diametral unterschiedliche Ansichten zu Homosexualität

Grund für die Verstimmung der Russen dürfte eine Entschuldigung für die Diskriminierung von Schwulen und Lesben durch Erzbischof Mäkinen vor zwei Monaten gewesen sein. Damals sagte der 59-jährige Theologe: "Wenn ich daran denke, dass wir schuldig sind, sexuelle Minderheiten als Kirche seit Jahrzehnten unterdrückt und schlecht behandelt zu haben – und das setzt sich bis heute fort -, dann ist es Zeit für eine Entschuldigung" (queer.de berichtete).

Im Gegensatz dazu gilt Kyrill, der Anführer der russisch-orthodoxen Kirche, als Scharfmacher gegen Homosexuelle. So erklärte er im vergangenen Jahr, dass die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zum Weltuntergang führen werde (queer.de berichtete). Homosexualität verglich er mehrfach mit Pädophilie. Auch setzte er sich für ein generelles CSD-Verbot ein, weil die Veranstaltung "eine aufdringliche Zurschaustellung von Unzucht" sei. (dk)



#1 GastAnonym
  • 12.09.2014, 15:01h

  • Ja super, so schaden sich die Fanatiker selbst, indem sie Nichtigkeiten über die wichtigen Dinge stellen. Weiter so! :)
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 12.09.2014, 15:10h
  • Antwort auf #1 von Gast
  • Menschenwürde ist keine Nichtigkeit.

    Das ist ein Zusamenprall der politischen Kulturen und Mentalitäten.

    Zwischen kühler vernünftiger Erwägung und wildgewordenem obskurantistischem Bramabasieren ohne Rücksicht auf (menschliche) Verluste.

    Zu Letzterem gehört allerdings auch, Putin als Sohn de Teufels zu bezeichnen, wie es der Kiewer Patriarch getan hat.
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#3 FinnAnonym
  • 12.09.2014, 15:13h
  • So ist Religion:
    "Was? Ihr wollt andere Menschen nicht verdammen? Dann wollen wir Euch hier nicht haben."
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#4 SerkaloAnonym
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 Oliver43Anonym
  • 12.09.2014, 15:57h
  • Die russsisch-orthodoxe Kirche unter Führung von Kyrill gehört zu den schärfsten LGBT-Feinden weltweit. Hintergrund ist dabei auch die politische Richtung, die unter Putin seit Jahren vorgegeben wird (siehe "Homo-Propaganda-Gesetz").

    Die Frage ist, wohin steuert Franzsikus in Rom ?

    Laut New York Times akzeptiert Bergoglio Lebenspartnerschaftsinstitute, wie sie in Deutschland bestehen oder in Italien geplant sind.

    Diesen Herbst/Winter werden wir dann erleben, ob die Haltung von Bergolio stimmt, wenn die Regierung in Italien den Gesetzentwurf zum Lebenspartnerschaftsinstitut ins Parlament einbringt.
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#8 TonitoAnonym
  • 12.09.2014, 15:59h
  • Russisch-orthodox - muss man noch mehr sagen. Diese beiden Wörter sagen doch schon alles.

    Ich kann nur hoffen, dass solche Faschisten irgendwann die Quittung für das bekommen, was sie angerichtet haben.
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#9 Bad HomburgAnonym
  • 12.09.2014, 16:15h
  • Man sollte trotz der ganzen Auseinandersetzung eines doch nicht vergessen: beide, Patriarch Kyrill und Erzbischof Mäkinen, sind vor allem Christen und haben somit auf jeden Fall viel mehr gemeinsames miteinander als trennendes.
    Vielleicht, auch was das Thema Umgang mit Menschen, die die Meinung der Kirche nicht teilen, betrifft: bin tief überzeugt, daß ganz privat der orthodoxe Patriarch, der, als er noch Leiter des "Aussenamts" seiner Kirche war, als "die liberale Stimme seiner Kirche" galt (suchte aktiv nach Dialog mit anderen Kirchen - und das bei weitem nicht nur den orthodoxen, besuchte sehr oft Westeuropa, traf vielmals Johannes Paul II. und Benedikt XVI. im Vatikan usw.) und der Erzbischof, der zu einer evangelisch-lutherischen Kirche gehört, die als konservativste unter den skandinavischen gilt und noch vor 4 Jahren die Homo-Ehe abgelehnt hatte (was u.a. zu zahlreichen Austritten aus der Kirche geführt hat), auch jetzt einen gemeinsamen Punkt finden könnten, um am Ende gleiche Sprache zu sprechen.
    Nur ist es aber so, daß beide Kirchen vor allem sich an die Gesellschaften ihrer Länder bzw. den durchschnittlichen Bürger und seine Ansichten orientieren, um am Einfluß in dieser Gesellschaft nicht ganz zu verlieren.

    Unabhängig bleiben, wenns muss, auch gegen Strom schwimmen oder gesellschaftliche Prozesse entscheidend zu beeinflüssen - dafür ist eher die katholische Kirche als eine auf ein bestimmtes Land nicht begrenzte, sondern eine globale Gemeinde der Gläubigen, doch mehr geeignet. Es reicht da nur zu bedenken, was z.B. der hl. Johannes Paul II. während seines Pontifikats so erreicht hat.
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#10 userer