Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 13.09.2014           103      Teilen:   |

Mehr als nur Kosmetik

Pro und Kontra Beschneidung

Artikelbild
Über die teilweise oder vollständige Entfernung der männlichen Vorhaut gegen die Meinung weit auseinander. Auch aus medizinischer Sicht sorgt die Beschneidung noch immer für zahlreiche Irrungen und Wirrungen

Die Zirkumzision hat in vielen Kulturen eine lange Tradition, in Europa wird sie oftmals als hygienische Maßnahme durchgeführt. Zu recht oder überwiegen die Risiken den vermeintlichen Nutzen?

Von Dr. Marcus Mau

Spätestens seit einem Gerichtsbeschluss aus Köln im Mai 2012 ist das Thema Beschneidung auch bei uns von öffentlichem Interesse. Damals stellten die Richter fest, dass die Zirkumzision von Minderjährigen eine rechtswidrige Körperverletzung sei. Proteststürme seitens der Muslime und Juden in Deutschland führten jedoch dazu, dass der Bundesrat das umstrittene Beschneidungsgesetz verabschiedete, welches die Beschneidung von Jungen nach den Regeln der ärztlichen Kunst in Deutschland weiterhin straffrei stellte.

Was aus rechtlicher Sicht durchaus geklärt ist, sorgt aus medizinischer Sicht noch immer für zahlreiche Irrungen und Wirrungen. Schützt die Beschneidung tatsächlich vor übertragbaren Geschlechtskrankheiten? Oder wirkt sie sich eventuell negativ auf das sexuelle Empfinden und das Stehvermögen aus?

Fortsetzung nach Anzeige


Nach jeder zehnten Beschneidung kommt es zu Entzündungen

Für das Menschenrecht auf Vorhaut: Protestaktion eines Beschneidungsgegners - Quelle: Aaron Muszalski / flickr / cc by 2.0
Für das Menschenrecht auf Vorhaut: Protestaktion eines Beschneidungsgegners (Bild: Aaron Muszalski / flickr / cc by 2.0)

Die Beschneidung bleibt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Vorkehrungen unbestreitbar ein operativer Eingriff. Im Säuglingsalter kommt es infolge der Prozedur in zehn Prozent aller Fälle zu Entzündungen mit einem Übergreifen auf die Harnröhre bei zwei Prozent der betroffenen Jungen. Dass Teile des Penis absterben oder das Kind sogar an einer Blutvergiftung – hervorgerufen durch eine systemische Entzündung – verstirbt, ist bei einem Fall auf 20.000 Operationen eine sehr seltene Folge.

Generell gilt jedoch, dass der Erfolg der Operation vom Erfahrungswert des Arztes und von den Hygienebedingungen abhängt. Neben körperlichen Komplikationen wie Schmerzen, Blutungen und den beschriebenen Infektionen kann die Beschneidung für Einzelne auch ein Trauma darstellen.

Dennoch gibt es einige Vorteile für Beschnittene, gegen die die Risiken im Einzelfall aufgewogen werden sollten. Beschnittene Männer haben nachweislich ein deutlich geringeres Risiko, einen Harnwegsinfekt zu bekommen. Allerdings, bevor jetzt alle zum Arzt laufen, um sich operieren zu lassen: Bitte nicht vergessen, dass etwa 400 Beschneidungen nötig sind, um nur einen einzigen Harnwegsinfekt zu verhindern.

Das Ansteckungsrisiko mit STI ist bei Beschnittenen geringer

Die Beschneidung von Jesus: Zumindest das Sexualleben von Gottes Sohn wurde durch den Eingriff nicht beeinträchtigt
Die Beschneidung von Jesus: Zumindest das Sexualleben von Gottes Sohn wurde durch den Eingriff nicht beeinträchtigt

Viel besser stehen die Chancen in Hinblick auf das Ansteckungsrisiko mit einer sexuell übertragbaren Infektion (STI), die z.B. durch HIV, HPV oder Hefepilze (Candida) hervorgerufen wird. Beschnittene Männer können ihr Risiko für eine Ansteckung um 50 bis 60 Prozent verringern. Für bakterielle Erreger wie Treponemapallidum (Syphilis) ist dieser Vorteil hingegen nicht belegt.

Ob die Beschneidung tatsächlich das sexuelle Empfinden oder die Standhaftigkeit beim Sex verringert, hat eine große Studie mit 2.500 Männern genauer untersucht. Das Ergebnis: Der Eingriff verursacht keine Erektionsprobleme und auch das Empfinden beim Sex bleibt ungetrübt. Einer gesunden und erlebnisreichen sexuellen Erfahrung steht also auch nach einer Beschneidung nichts entgegen.

Dennoch sollte der nachgewiesene Vorteil in Bezug auf das geringere Ansteckungsrisiko mit STI kein Freibrief zu ungezügeltem Risikoverhalten, ungeschütztem Verkehr oder Promiskuität sein. Denn letztlich wird durch diese drei Faktoren das Infektionsrisiko jedes Einzelnen in größerem Ausmaß gesteigert als es durch die Beschneidung gesenkt würde. Deshalb bleibt die Rolle der Beschneidung allein zum Zweck, STI-Infektionen zu vermeiden, weiterhin umstritten.

Mehr zum Thema:
» Bist du cut oder uncut? (05.01.2013)
» Phimosen und Spanische Kragen (17.05.2011)
Wochen-Umfrage: Eine Frage an die schwulen User: Mit welchen Penissen spielst du lieber? (Ergebnis)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 103 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 95                  
Service: | pdf | mailen
Tags: beschneidung, cut, uncut, zirkumzision
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Pro und Kontra Beschneidung"


 103 User-Kommentare
« zurück  12345...1011  vor »

Die ersten:   
#1
13.09.2014
13:31:15


(+17, 17 Votes)

Von Sereiya
Aus Hamburg
Mitglied seit 08.09.2013


Ach verflucht, Dieser Artikel ist einfach nur Mist. Es existieren Studien die von angeblichen 50 bis 60% Schutz durch Beschneidung reden, ja. Jene stammen aus und von genau jenen Ländern und Institutionen, die am liebsten jeden Menschen sofort beschneiden würden! Dieselben behaupten, es gäbe keine Einschränkungen beim Sex, obgleich auch tausende Nervenenden weggeschnitten werden. Viele Ärzte und Wissenschaftler haben diese Studien offiziell angezweifelt, aus guten Gründen.
Macht ein Update, löscht den Artikel oder tut was immer ihr für richtig haltet, aber lasst dies um Himmels willen nicht so stehen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
13.09.2014
13:36:35


(+19, 19 Votes)

Von BellaDonna
Profil nur für angemeldete User sichtbar


An den Genitalien von Minderjährigen hat niemand herumzuschneiden, wenn es nicht einen wirklich dringenden medizinischen Grund gibt.

Ich weiß gar nicht, was da überhaupt noch rumdiskutiert wird. Die Beschneidung von Mädchen ist schließlich auch verboten und das ist richtig so, Jungens müssen aber genauso davor geschützt werden.

Wer als Volljähriger der Meinung ist, er muss sich nun allen Ernstes am Genital herumschneiden lassen, kann das ja gerne tun, das muss er selber wissen. Minderjährige hingegen müssen davor geschützt werden. Kein Kleinkind/Säugling entscheidet sich dafür, bzw weiß, was da passiert und worum es geht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
13.09.2014
13:37:54


(+13, 13 Votes)

Von audi5000
Aus lindau (Bayern)
Mitglied seit 20.05.2013


wenn es medizinisch nicht notwendig ist dann nein nein und nochmals nein!!! und wer es will kann es ja machen lassen wenn er es selbst entscheiden kann


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
13.09.2014
13:39:23


(+15, 17 Votes)

Von Finn


Die Sache ist ganz einfach:
wenn es medizinisch geboten ist (Vorhautverengung) muss es gemacht werden. Ohne medizinische Gründe (z.B. aus religiösem Wahn) ist es Körperverletzung!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
13.09.2014
13:39:33


(+14, 16 Votes)

Von equisport
Aus Oberderdingen-Flehingen (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 15.01.2012


Es ist und bleibt - ganz einfach - eine Amputation.
Wir leben in einem freien und entwickelten Land und Eltern nehmen ihren Jungs die Möglichkeit darüber zu entscheiden.
Einmal amputiert - nicht mehr rückgängig zu machen.
Und im Grunde ist es eine extrem frühe Art einer
Schönheitsoperation (wenn keine medizinische Indikation wie eine Phimose etc.es notwendig macht) - auch wenn dafür der Glaube vorgeschoben wird.
Eltern haben ganz einfach nicht das Recht an ihren Kindern auf Grund Ihres Glaubens zu operieren, zu amputieren und damit jegliche Chance den Jungs auf Selbstbestimmung zu nehmen!!!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
13.09.2014
13:49:18


(+14, 14 Votes)

Von Mediziner


Bei einem unbeschnittenen Penis sind Harnwegsinfektionen nicht öfter - solange man sich richtig pflegt.

Ein beschnittener Penis ist halt einfacher zu waschen. Aber wer bei seinem unbeschnittenen Penis beim Waschen die Vorhaut zurückzieht, um auch darunter die Eichel zu reinigen, hat keinerlei höheres Risiko zu einer Harnwegsinfektion als andere.

Und was die STI betrifft: das ist äußerst umstritten. Wie bei so vielen Statistiken kann man mit Statistik fast alles aussagen, wenn man es nur richtig anstellt. Es hat schon mehrfach angeblich gesichterte Fakten gegeben, die sich über Jahrzehnte hielten und irgendwann ist dann rausgekommen, dass das die ganze Zeit falsch war.

Außerdem wäre es fatal zu glauben, dass eine statistische Signifikanz in der Praxis zu einem geringeren Risiko für STI führt. In der Praxis gibt es nach wie vor nur einen einzigen Schutz vor STI (egal ob beschnitten oder unbeschnitten): Kondome!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
13.09.2014
13:50:24


(+5, 7 Votes)

Von myystery
Antwort zu Kommentar #1 von Sereiya


Prinzipiell habe ich nichts dagegen, wenn man auch methodisch umstrittene nicht-wissenschaftliche und nicht-blind Untersuchungen erwähnt. Nachdem ich mich allerdings im Zuge der "Beschneidungsdebatte" vor einiger Zeit ziemlich über das Thema informiert habe, finde ich es in diesem speziellen Zusammenhang immer äußerst fragwürdig, warum der eine vermeintliche Befund (geringere HIV-Infektionsraten bei beschnittenen Männern) ständig erwähnt wird, der andere (höhere Infektionsraten von Frauen mit beschnittenen Männern) dagegen stets verschwiegen wird.
Das ist für mich so aus objektiver Sicht nicht nachvollziehbar und dann wittere ich auch Befangenheit.

Der Verweis auf Brian Morris erübrigt sich von selbst, peinlich für den Autor.

Grundsätzlich nüchtern und objektiv gesehen ist es wohl so, dass die Beschneidung die Gefahr für manche STDs minimal verringert, gleichzeitig aber auch eine minimal verringerte sexuelle Empfindsamkeit mit sich bringt. Fachleute vermuten, dass beides in einem Zusammenhang stehen könnte (die leichte Abstumpfung der Eichel für zu einer etwas größeren "Abwehrkraft" gegen Viren, aber eben auch zu schwächerern Empfinsamkeit).

Für die Beschneidung von Kindern ist das alles sowieso irrelevant, da Kinder keine sexuelle Aktivität zeigen sollten. An dem Thema sind allerdings leider zu viele Interessensgruppen beteiligt, die auch hier eine finanzielle Motivation haben. Dann ist klares und neutrales Denken meist ausgeschaltet.

Ich persönlich fand den Beschluss des Bundestags vor einer Zeit sehr, sehr schwach und hätte mir stattdessen eine Lösung wie in Schweden gewünscht. Aber gut, der Bundestag hat seine Inkompetenz und bewusste Politik gegen den "Normalbürger" schon öfters bewiesen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
13.09.2014
14:10:01


(+10, 10 Votes)

Von audi5000
Aus lindau (Bayern)
Mitglied seit 20.05.2013


zu #6: da kann ich mich nur wieder anschließen. wer sich ordentlich wäscht hat sicher keine entzündung zu führten. also ich hatte noch nie eine und! und wer sich nicht wäscht, der muss auch an ganz anderen stellen mit entzündungen kämpfen!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
13.09.2014
14:23:55


(+9, 13 Votes)

Von Evolution
Antwort zu Kommentar #7 von myystery


"Für die Beschneidung von Kindern ist das alles sowieso irrelevant, da Kinder keine sexuelle Aktivität zeigen sollten."

Was ist denn das für eine ... Aussage? Willst Du Kindern ihre Sexualität abstreiten? Es ist völlig normal, daß sich auch schon Kleinstkinder sexuell betätigen, mal eher und mal später.

Beschneidungen sind Körperverletztungen, bei Mädchen wie bei Jungs und daher abzulehnen. Wenn die Vorhaut überflüssig wäre, gäbe es sie aus Evolutionsgründen nicht mehr, sie ist aber noch da, zum Schutz der Eichel.

Ich kannte mal einen beschnittenden Mann (medizinischer Grund), der beim GV auffällig lange brauchte, bis er kam.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
13.09.2014
14:42:23


(+8, 8 Votes)

Von eh klar


"Allerdings, bevor jetzt alle zum Arzt laufen, um sich operieren zu lassen: Bitte nicht vergessen, dass etwa 400 Beschneidungen nötig sind, um nur einen einzigen Harnwegsinfekt zu verhindern."

Wer lässt sich schon 400 mal beschneiden?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...1011  vor »


 LIFE & STYLE - GESUNDHEIT

Top-Links (Werbung)

 LIFE & STYLE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Die SPD und der Paragraf 175 Österreich: Van der Bellen ist neuer Bundespräsident Von Drogen und Dreiern Drei Barkeeper in Berlin homophob beleidigt
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt