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  • 18.09.2014           6      Teilen:   |

"The Violet Flame"

Das letzte Aufflammen von Erasure?

Artikelbild
Warum machen Andy Bell und Vince Clarke überhaupt noch Musik? (Bild: Joe Dilworth)

Das Weihnachtsalbum "Snow Globe" war noch ein echter Geheimtipp, doch auf der neuen CD "The Violet Flame" gibt's nur vier halbwegs hörbare Songs.

Von Michael Thiele

Auf "The Violet Flame" gibt es genau zwei Sorten von Songs. Die einen sind die räudigen. Sie zeichnen sich aus durch wahlweise käsig-träge oder hirnlos wummernde Synthies sowie Samples und Drums, die allesamt aus dem Rechner kommen, weshalb sie wie abgelaufene Konserven klingen. Mit den dazu vorgetragenen Allerweltsversen gehen diese stumpfen Sounds eine musikalisch-lyrische-Symbiose ein. Mehr noch, man möchte um Hilfe schreien, wenn einem Texte wie "You're the reason I live, the reason I forgive" ("Reason"), "You can't fight it, the love gets higher" ("Elevation") oder "We will walk till the end of time, to the edge of the world and sky" ("Be The One") um die Ohren gehauen werden.

Die anderen Songs auf dem neuen, 16. Erasure-Album besitzen immerhin eine Art B-Seiten-Charme. Diese Lieder sind in der Unterzahl. Beim simplen, aber effektiven Opener "Dead Of Night" mit seiner kleinen Dramaturgie ertappt man sich tatsächlich beim heimlichen Mitwippen. "Promises", "Smoke And Mirrors" und "Stayed A Little Late Tonight" sind auch nicht ganz misslungen. Letzteres Stück profitiert sogar von seiner Balance zwischen Tanzbarkeit und emotionalem, ja traurigem Text.

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Für Andy Bell und Vince Clarke geht es bergab

"The Violet Flame" erscheint am 19. September bei Mute/GoodToGo
"The Violet Flame" erscheint am 19. September bei Mute/GoodToGo

Aber diese vier Songs können natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es für Andy Bell und Vince Clarke schon seit längerem bergab geht, wenn auch mit überraschenden Unterbrechungen. So war "Tomorrow's World" von 2011 eine furchtbar fade Angelegenheit, Clarkes Techno-Projekt VCMG mit seinem Ex-Depeche-Mode-Kollegen im Jahr darauf aber ein echter Geheimtipp.

Ebenso "Snow Globe": Auf ihrem Ende letzten Jahres veröffentlichten Weihnachtalbum gelang den Briten ein heterogener, düster unterkühlter Mix aus Weihnachtsklassikern und Eigenkompositionen, der sich wohltuend von der Flut schrecklich kitschiger Weihnachtsalben abhob, die allein Leona Lewis, Mary J. Blige und Kelly Clarkson zeitgleich herausbrachten. Denn Erasures Synthie-Ansatz machte tatsächlich hörbar, dass Schwule meist eine andere, distanzierte Perspektive auf das Familienfest haben, dass sie, in der Regel kinderlos, im Prinzip nicht dazu gehören.

Und jetzt muss man sich angesichts von "The Violet Flame" wieder die ganz existenziellen Fragen stellen: Warum machen Erasure überhaupt noch Musik, wenn so ein Unsinn dabei herauskommt?

Haben die denn gar keinen Anspruch, gar keinen Stolz – schließlich kann es doch nicht sein, dass sie diese zehn neuen Songs ernsthaft als gelungen empfinden? Oder sind nur wieder die Geldbeutel leer und müssen mit ein paar Talern von den verbliebenen Fans aufgefüllt werden? Oder haben Erasure irgendwann, in einer längst vergessenen Zeit des Erfolgs, etwa einen Vertrag über 3.000 Platten unterschrieben, den sie nun sukzessiv erfüllen? Hoffentlich nicht!

Direktlink | Das Video zur vorab veröffentlichten Single "Elevation"
Links zum Thema:
» In das Album bei Amazon reinhören
» Homepage von Erasure
» Fanpage auf Facebook
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Tags: erasure, violet flame, andy bell, vince clarke
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Reaktionen zu "Das letzte Aufflammen von Erasure?"


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
18.09.2014
20:23:01


(+2, 2 Votes)

Von maaaartin


war erst über die rezension etwas empört, weil ich eigentlich erasure und insbesondere vince clarke fan bin. herr clarke ist ja für seine riesen sammlung der coolsten sythis bekannt und eigentlich hat man das immer ganz gut rausgehört.... aber dann hab ich das video angeklickt und muss zugeben - herr thiele hat recht. das kalte grausen!!! das fantasiefreige gedudel wäre sogar für schonkaffee werbung zu dröge und billig. andy bell brauch das geld wohl für sein


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#2
19.09.2014
00:04:01


(+2, 2 Votes)

Von Oliver_KBH
Aus København (Dänemark)
Mitglied seit 12.05.2014


warum muss ich denn selbst im Musikvideo einer schwulen Truppe mit mehrheitlich schwulem Stammpublikum schon wieder Heten beim Flirten zugucken?


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#3
19.09.2014
14:20:33


(+2, 2 Votes)

Von niccinicci


yepp, nerviges gedudel, und auch ich habe erasure immer sehr gerne gemocht. sollten sich allmählich ins betreute wohnen abmelden. sind eben keine petshopboys, die auf ihre alten tage noch hammer musik machen.


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#4
19.09.2014
16:05:33


(0, 0 Vote)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Warum machen Erasure überhaupt noch Musik, wenn so ein Unsinn dabei herauskommt?

Haben die denn gar keinen Anspruch, gar keinen Stolz [...?]""..

Weil sie es können, weil sie es wollen, weil sie es so wie es ist, gelungen finden ?
Weil sie einen Plattenvertrag haben der sie zwingt abzuliefern ?

Es gibt diverse Gründe warum Künstler das tun, was sie tun..

Einer der ganz großen war selten kommerziell erfolgreich, und ist trotzdem unbestritten einer der King´s of Pop and Rock :
David Bowie..

Ähnliches gilt für Vince Clark..
Der Mann hat so viele Dinge bewegt, so viel auch für die LGBTTIQ`s getan, und das als Hetero, das man ihn machen lassen soll, was er machen will..

Vielleicht wird das nächste Album wieder so ein Hammer wie die ersten ?
Wer weiß denn das schon so genau ?

Und Andy Bell ist nun einmal Andy Bell..


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#5
27.09.2014
00:54:08


(+1, 1 Vote)

Von Ben Smith


Das ist ein echter verriss, wenn es dem Schreibling vielleicht persönlich nicht so gefällt, so ist seine Kritik trotzdem käsig- träge und hirnlos. Das man Erasure in Deutschland nie richtig begriffen hat ist schon klar, aber Musik darf schon Spass machen und die Texte sind bei Pop und Rockmusik sowieso egal. Vielleicht sollte Herr Thiele bei seinen Marianne Rosenberg LPs bleiben.


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#6
01.10.2014
18:56:03


(+1, 1 Vote)

Von UweBerlin
Aus Berlin
Mitglied seit 20.06.2010


Mir gefällt das von Richard X produzierte Album ganz gut. Klar, ist jetzt kein großer, eigenwilliger Wurf, aber viele gute kommerzielle Popmelodien sind enthalten.

Etwas mehr Innovation hätte sicher nicht geschadet, aber wie geschrieben: mir gefällt es ganz gut.


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