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  • 18. September 2014, noch kein Kommentar

Die finnische Post hat mit einem Tom-of-Finland-Block für viel Aufregung gesorgt

Die russische Post wertet die Tom-of-Finland-Briefmarken offenbar nicht als Homo-"Propaganda".

Der finnische Sender YLE berichtet, dass Testpäckchen, die mit den Briefmarken nach Moskau und St. Petersburg geschickt worden sind, ihre Ziele erreicht hätten – trotz des russischen Gesetzes, das Werbung für Homosexualität in der Öffentlichkeit verbietet. "Wir wollten testen, wie die russische Post und der Zoll auf die Briefmarken reagieren", erklärte die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt am Mittwoch.

Die Briefmarken hätten demnach bei der Abholung der Päckchen keinerlei Rolle gespielt, sagte die YLE-Russlandkorrespondentin Marja Manninen. "Ich habe die Postangestellten sogar auf die Marken hingewiesen. Aber denen war nur wichtig, dass die Lieferung ausreichend frankiert war", sagte Manninen.

Die Tom-of-Finnland-Blockausgabe wurde am 8. September veröffentlicht und ist international ein Bestseller. So teilte die finnische Post mit, dass bereits Bestellungen aus 178 verschiedenen Ländern eingegangen seien (queer.de berichtete).

In Finnland gab es aber auch negative Reaktionen. So weigerte sich etwa die Kaufhauskette Halpa-Halli, die Marken zu verkaufen. Der Laden mit 38 Filialen ist im Besitz einer christlichen Familie, die ihre Religion als Grund für die Ablehnung nannte.

In der Vergangenheit gab es zwischen Staaten immer wieder Auseinandersetzungen um Briefmarken. So weigerte sich die Deutsche Bundespost etwa in den Siebzigerjahren, bestimmte Briefe aus der DDR anzunehmen – abgelehnt wurde etwa eine Sondermarke, auf der die Berliner Mauer als "antifaschistischer Schutzwall" bezeichnet wurde. Umgekehrt lehnte die DDR Marken wie "30 Jahre Bundeswehr" ab.

Das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" war vergangenes Jahr eingeführt worden. Es gab bereits Gerichtsurteile auf Grundlage dieses homophoben Gesetzes – auch für Produkte, die eigentlich wenig homosexuell sind. So betrachtete ein Gericht ein Rambo-Kartenspiel als Verstoß gegen das Gesetz (queer.de berichtete). (dk)