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  • 18.09.2014           19      Teilen:   |

Polit-Tunten und der ganz gewöhnliche Homosexuelle

Festival der Tuntigkeit

Artikelbild
Patsy l'Amour laLove (vorne rechts) organisiert seit einem Jahr im Berliner SchwuZ die Veranstaltungsreihe "Polymorphia". Im Hintergrund: Berta

Am Freitag feiert "Polymorphia – die TerrorTuntenNacht" einjähriges Bestehen in Berlin, mit einer Soli-Veranstaltung gegen die homofeindlichen "Besorgten Eltern". Ein Interview mit Festivalgründerin Patsy l'Amour laLove.

Von Kevin Clarke

Seit genau einem Jahr findet im Berliner SchwuZ das "Festival der Tuntigkeit" statt. Was darf ich mir darunter vorstellen?

Ursprünglich konnte ich mich in meinem Trümmertuntenzirkel nicht entscheiden, welchen Namen ich wählen sollte: "Perversia" oder "Polymorphia"? Ich entschied mich für "Polymorphia – die TerrorTuntenNacht", denn das bezaubernd Perverse bringen die Leute auf der Bühne und im Publikum selbst mit. Mit Tunten und Tuntigkeit ist da mehr gemeint als bloß Fummel und Perücke. Es bedeutet, scheinbar widersprüchliche Aspekte zusammenzubringen. Also etwa einen theoretisch-politischen Vortrag mit einer Show zu koppeln und das Ganze in einer schwulen Diskothek mit Berghain-Charme stattfinden zu lassen.

Hast du das Festival allein gegründet?

Ich wurde im Sommer 2013 von Michaela von Fischbach angerufen und darum gebeten, etwas Politisches ins SchwuZ zu tragen. Da ich seit Jahren regelmäßig Shows, Partys und Vorträge organisiere, war es das einzig Logische, alles zu einem schwuzigen Dreier zu kombinieren. Die Durchführung der "Polymorphia" übernehme ich komplett alleine. Und das SchwuZ bietet die Infrastruktur, von der Night-Managerin über die Tür, Backstage-Verpflegung, den Aufbau und die Technik. Michaela von Fischbach unterstützt mich wohlwollend.

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Melitta Poppe (li.) prägte das SchwuZ in den 1980er Jahren – Patsy l'Amour laLove hat sie wieder auf die Bühne geholt - Quelle: Dragan Simicevic
Melitta Poppe (li.) prägte das SchwuZ in den 1980er Jahren – Patsy l'Amour laLove hat sie wieder auf die Bühne geholt (Bild: Dragan Simicevic)

Gehören SchwuZ und Polit-Tunten zwangsläufig zusammen?

Polit-Tunten gehören überall hin! Nur leider gibt es sie nicht überall. (lacht) Das SchwuZ hat eine lange Tradition von politisch engagierten Tunten. Es wurde ja in den 1970er Jahren von Bewegungsschwestern gegründet – wenn auch unter großen Streitigkeiten. In den 1980er Jahren waren es Tunten wie Melitta Poppe oder Chou Chou de Briquette, die den Laden mit ihren Shows und ihrer Anwesenheit aufmischten und politisierten. Das Tuntentum ist ja nun auch durch einige Entwicklungen gegangen oder hat sich vielmehr mit glamourösen Drag Queens und den Party-Transen der Stadt vermischt. Trümmer- und Polit-Tunten waren irgendwann nicht mehr diejenigen, die im SchwuZ die Partys schmeißen und bekannt sind. Das sind heute eher Glamour-Transen und Party Queens. Mit der "Polymorphia" versuche ich, den Tunten-Wahnsinn wieder etwas mehr in den Mittelpunkt zu rücken und Polit-Trinen eine Bühne zu geben.

Jungen Schwulen wird oft vorgeworfen, sie seien politisch desinteressiert, regressiv und unkritisch. Du bist selbst recht jung, wieso hast du dich für einen anderen Weg entschieden?

Ich kann es gut verstehen, dass man sich als junger Schwuler um nichts scheren möchte, außer gefickt zu werden und in einer Riesendisco Cocktails trinken zu können. Wir sind dazu trainiert, Schwulenfeindlichkeit nicht als solche wahrzunehmen und uns mit den widrigsten Umständen zu arrangieren und zu behaupten, wir lebten in einer freien Gesellschaft. Da kommt es schlecht an, wenn man sich trotzdem politisch engagiert. Die Worte "politisch" und "Aktivist" werden schnell zu Schimpfworten, ähnlich wie "Emanze".

Hinzu kommt, dass jeder, der sich politisch engagiert, gleich damit rechnen muss, von Leuten, die selbst häufig gar nichts machen, eins auf den Deckel zu bekommen. Leider. Das schreckt viele ab. Ich halte das nur durch einen mittlerweile ausgefeilten "Ignore"-Modus aus.

Wo ist überhaupt der Unterschied zwischen Tunten und Mega-Transen, also sagen wir mal: dir und Jurassica Parka?

Mit Jurassica verstehe ich mich sehr gut, das möchte ich vorab betonen. Die Einteilung in Travestie, Drag Queens, Transen und Tunten trifft zwar nicht immer den Punkt, hat aber doch eine reale Referenz, wenngleich es wichtig ist anzuerkennen, dass auch nicht jede Tunte unter ihrem Tuntesein jeweils das Gleiche fasst! (lacht) Ich persönlich würde beispielsweise sagen, was mich von einer Party-Transe oder Drag Queen unterscheidet, ist der Umstand, dass ich keinen Wert darauf lege, Ansprüche zu erfüllen oder andere zu entertainen.

Gleichzeitig ist es mir wichtig, eine Mischung hinzubekommen und unterschiedliche Formen des Auftritts und des LGBT- und Tunteseins wertschätzend miteinander in Verbindung zu bringen. Das ist etwas, was ich als großen Erfolg der "Polymorphia" sehe: wenn Melitta Poppe sagt, sie möchte wieder auftreten, sich Drag Queens und Tunten im Backstage knutschen und Mainstream-Schwestern am Info-Buffet mit Trümmertunte Flatter Lenzia schnacken, dann geht für mich ein kleiner Traum in Erfüllung.



Du hast dich selbst entschieden, äußerlich als erkennbare "Tunte" zu leben.

Seit meiner frühen Jugend gehe ich sehr offensiv mit meinem Schwulsein um, und als Grufti lief ich dann zusätzlich noch geschminkt, mit Stiefeln und im Minirock rum. Da war das, was ich unter Tunte verstehe, eigentlich schon angelegt, auch wenn ich den Begriff nicht benutzt habe. Was Leute bis heute irritiert, ist die Tatsache, dass ich das Tuntesein vor allem für mich selbst mache. Und das ist es, was in der schwulen Subkultur auch vielen Schwulen nicht gefällt: Ich gehe zwar grell geschminkt zu einer Party und trage Perücke, aber ich bin nicht da, um irgendwen zu bespaßen.

In der Öffentlichkeit ist es für mich unmöglich, aufgefummelt rumzulaufen. Bereits als Schwuler aus dem Haus zu gehen, mit meinem Freund Händchen zu halten, führt dazu, dass ich fast jeden Tag mindestens einen blöden Spruch abbekomme. Nach der letzten "Polymorphia" bin ich im Fummel vom Taxi bis zur Haustür gelaufen, drei Meter Fußweg. In dieser kurzen Zeitspanne kamen zwei Typen von der anderen Straßenseite angeschossen, bedrohten mich. Die Haustür aufzuschließen, hätte ich nicht geschafft, also habe ich mich ins "Ficken 3000" geflüchtet, die mir glücklicherweise sofort aufmachten. Aber nicht jede hat das Glück, neben einem schwulen Laden zu wohnen, der einem in solch einer Situation hilft. Dieses Erlebnis war kein Einzelfall. Und so fahre ich keine U-Bahn mehr, laufe keine weiten Strecken alleine und nehme fast immer ein Taxi.

Trotz dieser Gewalt-Erfahrungen macht es mir aber nach wie vor großen Spaß, Tunte zu sein. Ich liebe es, wie eine schlecht geschminkte, konservative Lady mit Bartschatten zu wirken und dabei mit Kippe in der Hand sektschlürfend laut über Analsex zu schwärmen. Die Mischung ergibt meine eigenständige Person.

Vimeo | Die Polymorphia"-Show vom 29. Januar 2014. Mit dabei sind u.a. Luxuria R. Rosenburg, Panne Pepper & Ensemble, Tulita Coke, Frau Wolf aus Gelsenkirchen, Renate Wanda de la Gosse, Paula Sau und Elvira Westwärtz
Auch Charlotte aus Szczecin kann man auf der "Polymorphia"-Bühne erleben
Auch Charlotte aus Szczecin kann man auf der "Polymorphia"-Bühne erleben (Bild: Dragan Simicevic)

"Tunten" sind, mal wieder, in der aktuellen schwulen Szene ein heiß diskutiertes Thema: die einen finden sie schrecklich, die anderen sehen in ihnen gesellschaftspolitische Vorkämpferinnen. Wieso diese ewige Kontroverse?

Es stimmt immer noch, was Martin Dannecker und Reimut Reiche in "Der gewöhnliche Homosexuelle" 1974 festgesellt haben: Schwule sehnen sich aufgrund der schwulenfeindlichen Gesellschaft danach, heterosexuell zu sein, einen "echten" Mann im Bett zu haben, also keinen Schwulen, da sie sich in ihm zu spiegeln suchen. Darum ist der Hetero-Typ immer noch das begehrte Objekt unter Schwulen.

Da von Schwulen verlangt wird, sich gefälligst wohl zu fühlen und ihre Umwelt als tolerant und liberal zu erleben, gleichzeitig die aggressive Homofeindlichkeit aus der Mitte der Gesellschaft offen zu Tage tritt (etwa bei den Demos gegen die Bildungspläne), wird traditionell in der marginalisierten Gruppe lieber nach innen geschossen: auf die Ausreißer in der eigenen Gruppe. Dadurch kann die eigene gesellschaftlich vermittelte Minderwertigkeit ausgelagert werden. So haben wir ja durchaus Schwule, die sehr akzeptiert sind – immer zum Preis der kompletten Anpassung an heterosexuelle Normen.

Die "Polymorphia"-Veranstaltungen haben einen Solidaritätsanspruch. Es soll ein Gewinn erwirtschaftet werden, der an eine Institution oder Gruppe gespendet werden kann. Wen unterstützt ihr?

Ich orientiere mich bei den Spendenzwecken an aktuellen Ereignissen oder Diskussionen. Zum Beispiel die unsägliche Debatte zu Prostitution. Hier gab und gibt es eine Medienöffentlichkeit, die sich gegen Prostitution als kriminelles Geschäft ausspricht und sich damit schlussendlich gegen die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter richtet, sie kriminalisiert. So lud ich eine Frau vom Fach ein, Juanita Henning von "Doña Carmen", die einen Vortrag zur aktuellen Hetze und den gefährlichen rechtlichen Veränderungen hielt. Oder als der feministische Infoladen FAQ in Neukölln dringend Geld brauchte, ging die Soli-Kohle an den Laden.

Bei der "Polymorphia"-Veranstaltung am 19. September geht es um Solidarität mit dem Aktionsbündnis gegen die homofeindlichen "Besorgten Eltern" in Köln…

Die "Besorgten Eltern" müssten eigentlich als besorgniserregende Eltern bezeichnet werden. Sie sind unglaublich viele und es gibt sie in ähnlichen Konstellationen in fast jedem Bundesland, vor allem aber in NRW, Baden-Württemberg und Bayern. Sie kämpfen für eine heterosexuelle Vormachtstellung und gegen die Möglichkeit der Benennung von Homosexualität im Unterricht. Sie sind christlich-konservativ orientiert und kommen aus der Mitte der Gesellschaft bis hin zum linksliberalen Lager. In ihnen wird das homofeindliche Fundament unserer Gesellschaft deutlich. Das sind keine Neonazis, das ist der deutsche Volksmob, die ganz normalen Bürgerinnen und Bürger der BRD.

Marco Kammholz aus Köln wird bei uns einen Vortrag halten, darin auf die konkreten homo- und transfeindlichen Demos eingehen und dann die Aktualität von Homo- und Transfeindlichkeit diskutieren.



Du bist auch viel im wissenschaftlichen Bereich in Sachen "queer" unterwegs. Aus deiner Sicht: Haben die Erkenntnisse der Queer-Forschung mit dem tatsächlichen Alltagsleben der LGBT-Community etwas zu tun, oder läuft beides völlig losgelöst voneinander neben sich her, ohne sich gegenseitig zu befruchten?

Tatsächlich gibt es aus den Gender Studies viele Abhandlungen und Ansätze, die überhaupt nicht mit konkreter Alltagswelt zusammenzuführen sind und diese auch nicht beeinflussen. (lacht) Das muss man Wissenschaft aber zugestehen, und das ist etwas, das sie positiv auszeichnet. Ich würde sogar sagen, dass an den Punkten, wo Queer Theory besonders praxisnah geworden ist, sie besonders problematisch wird. Das zeigt sich konkret in der aktivistischen queeren Szene, wo theoretische Überlegungen zu dogmatischen Regeln führen, etwa in Bezug auf Sprache oder der Frage, wie man Beziehung zu führen hat. Das hat einschränkende und Ressentiment-beladene Auswirkungen auf die Personen, die sich in der Szene aufhalten.

Was wäre deine Buch- oder Film-Empfehlung zum Thema "Tunte"?

Kürzlich hat Melitta Poppe in einer privaten Vorführung tuntige Filme aus den 1980er Jahren präsentiert, Auftritte mit Melitta Sundström. Das war himmlisch. Eine überall erhältliche Doku über einen bestimmten Ausschnitt der tuntigen Geschichte in den 1990er Jahren ist Rosa von Praunheims Film "Tunten lügen nicht". Ich würde vorschlagen, sich diesen Film anzuschauen und dann Ichgola Androgyn auf ihrem Friedhof zu besuchen, auf dem auch Ovo Maltine begraben ist. Das Video zur Diskussion mit den beiden 1970er-Jahre-Polit-Tunten Elmar Kraushaar und Mechthild Freifrau von Sperrmüll bei der "Polymorphia" ist außerdem recht spannend (siehe unten).

Vimeo | Bei der "Polymorphia" am 23. April 2014 erzählten Elmar Kraushaar und Mechthild Freifrau von Sperrmüll vom Aktivismus der 1970er Jahre
Links zum Thema:
» Mehr Infos zur "Polymorphia" am 19. September 2014
Mehr zum Thema:
» SchwuZ Berlin: Neustart in Neukölln (09.11.2013)
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Tags: tunten, schwuz, patsy l‘amour lalove, polymorphia, berlin, michaela von fischbach, melitta poppe
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Reaktionen zu "Festival der Tuntigkeit"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
19.09.2014
09:55:21


(+1, 3 Votes)

Von Bernd_Berlin


Man könnte beim Lesen fast den Eindruck bekommen, man(n) müsste eine politische bewegte "Tunte" sein, um als politisch vollwertiger Schwuler durchzugehen. Ich finde nicht, dass alle Nicht-Tunten nur Muskeln, Schwänze und Partys im Kopf haben. Und irgendwie fehlt mir bei dieser Beschreibung des Tuntenlebens der Punkt, der das für mich attraktiv machen würde - um Frl. Patsys Vorbild folgen zu wollen. Trotzdem finde ich es großartig, dass sie den Versuch dieses Festivals der Tuntigkeit seit einem Jahr (scheinbar erfolgreich) durchzieht. Respekt.


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#2
19.09.2014
14:12:48


(0, 4 Votes)

Von LoreleyTV
Antwort zu Kommentar #1 von Bernd_Berlin


endlich einmal wieder ein realister Kommentar.Als Edeltunte kann ich nur bestätigen,das ist die reine Wahrheit.Nur körperliche Gewalt habe ich noch nicht erlebt.Heteros betrachten mich als Sexobjekt wenn ich als Tunte unterwegs bin und sprechen mich mit schöne Frau,junge Frau,Süße an.Schwule beschimpfen mich am liebsten als Votze oder alte Tunte und rufen verschwinde oder verpiss dich.Wenn Hetero-Männer so dumm sind und meinen unter jedem Rock ist eine Bio Frau,so ist das nicht meine Schuld.


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#3
19.09.2014
15:54:14
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von Baer2014


Ich hab selbst noch nie zur Tuntigkeit geneigt und mußte mir auch nichts abtrainieren. Vielleicht fällt es mir deshalb so leicht, Tunten und Tuntigkeit zu akzeptieren. Mein Freund kommt aus der Gothic-Szene, schminkt sich für Parties und trägt auch mal Schottenrock in der Öffentlichkeit und ich bin bei ihm als schwuler, maskuliner Obermacho vom Dienst. So what?

Die Abneigung von heteronormativ geprägten schwulen Männern wird ja in dem Artikel gut erklärt und ist ja ein alter Hut.

Ich bin zeit meines Lebens mit ÖPNV unterwegs, da ich autofahren hasse und sehe seit Jahrzehnten, viele schwule junge Männer, die (mehr oder minder erfolgreich) in diesem Kontext oder auch auf der Straße, ihr vorhandenes tuntiges Verhalten zu unterdrücken versuchen.

Ich fühle mich in meiner Männlichkeit durch tuntiges Verhalten anderer in keinster Weise angegriffen oder gefährdet. In meiner Jugend wurde ich von Heteros immer "als untypischer Schwuler" bezeichnet (das konnten die aber teilweise noch weniger ab als klassisch-tuntiges Verhalten).

Ich und mein Freund ergänzen uns gut und das seit 14 Jahren, auch wenn das unser Umfeld manchmal nicht versteht. In England haben wir vor 2 Jahren auf einer Gay-Pride-Parade einen 75jährigen schwulen Mann kennengelernt, der uns als "klassisches schwules Paar" bezeichnet hat. Das ging uns runter wie Öl!

Die Schwulenszene (wenn es "die" Szene überhaupt noch gibt) sollte wieder mehr Toleranz innerhalb üben, denn unseren Feinden ist es egal, wie wir äußerlich daherkommen, sie hassen uns aus prinzipiellen Erwägungen.


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#4
19.09.2014
19:59:27


(0, 2 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Super Artikel.


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#5
19.09.2014
22:44:21


(+1, 3 Votes)

Von sperling


ein schönes interview.

ich hab patsy mal kurz bei einem ihrer vorträge kennengelernt und halte sie für eine der klügsten tunten deutschlands. mindestens.

respekt und weiter so!


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#6
20.09.2014
09:27:32


(-3, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Volker Beck wird bestimmt auch im Publikum mit dabeisein!


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#7
20.09.2014
13:47:12


(+2, 4 Votes)

Von LoreleyTV
Antwort zu Kommentar #3 von Baer2014


viele Schwule können nicht tolerant gegenüber Tunten sein.Da sie selbst keine Toleranz in ihrem Wohnumfeld und am Arbeitsplatz erhalten versuchen sie ihren Haß und ihre erhaltene Diskreminierung an die nach ihrer Auffassung Schwächeren und von ihnen gehaßten Peronen weiterzugeben. Wer keine Liebe empfängt,kann auch keine Liebe weitergeben, wer keine Toleranz erfährt,kann keine Toleranz gewähren.Das ist nun mal Tatsache und wird immer so bleiben.


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#8
20.09.2014
17:43:24
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von Baer2014
Antwort zu Kommentar #7 von LoreleyTV


#LoreleyTV

Mag sein, daß das für die meisten gilt. Schwieriges Thema zudem und altbekannt (seit es so was wie Schwulenszene in europäischen Ländern gibt, in D glaube ich, seit etwa 1918).

Ich versuche, mit meinen Appellen Leute zum Nachdenken anzuregen und gebe Beispiele aus meinem Leben. Ob ich damit etwas positiv verändere, weiß ich nicht.

Nach meinem Erleben, war die Szene in den 80ern und frühen 90ern inclusiver als heute. Da traf man in einem Club (wir sagten damals noch "Disco") Tunten, Lederkerle, 0815-Schwule und Transen zusammen an und mit einem friedlichen Umgang (von Beziehungsstreits mal abgesehen) untereinander - und der Druck von außen war gewaltig, durch HIV etc.

Es gab Unterschiede in versch. Ländern. Ich kann nur von D und UK berichten, da ich nur dort in der Szene unterwegs war. War auch in F aber nicht in der dortigen Szene.

In D hatten sich die Lesben strikt von den Gays getrennt (selbst Transen waren nicht erlaubt bei denen). Ich hatte von 87-90 einen Veranstaltungsort geleitet mit queerem Spektrum (wie man heute sagen würde). Vor Lesbenveranstaltungen mußte alles (schwul)männliche entfernt werden,besonders unsere HIV-Aufklärungsposter waren denen sozusagen ein Dorn im Auge. Ich als schwuler Mann (und Leiter des Ortes/Saales) hatte 2 Studen vor jedem Event das Gebäude zu verlassen und auch kein anderer Mann durfte anwesend sein.

An den Abenden wo die Gays gefeiert haben ging es lockerer zu, wobei ich mich bemüht habe, Heten möglichst fernzuhalten, was mir aber nicht immer gelang und wir hatten mit Angriffen zu tun. Hetenkerle, die auf Krawall aus waren und, die wir aus dem Saal prügeln mußten und das übelste war ein nächtlicher Buttersäureanschlag. Unser Eingangsbereich stank ein Jahr lang wie eine Güllegrube.

In UK hatten sich die Lesben hingegen konsequent mit den Gays zusammengetan (dank Maggie Thatcher konnten beide keine öffentlichen Räume mehr mieten) und veranstalteten schwullesbische Events, die von außen Hetero aussahen... Alles war sehr von Angst geprägt, da man mit Spitzeln rechnete und es kam dazu, daß die Gays damals ein "Schutz"alter von 21 hatten. Ist ein 19jähriger z.B. mit einem 21jährigen beim Sex auf dem Klo (auch bei solchen zwangsinclusiven Events) von einem Polizeispitzel erwischt worden, ging der ältere für ein paar Jahre in den Knast. Der Zusammenhalt in dieser Szene war gewaltig groß. Tunten wechselten in dieser Zeit in eine fast reine Showszene (vor überwiegend Hetero-Publikum) in UK hat sich damals fast niemand getraut im Fummel auf solchen Inclusiv-Events aufzutauchen es sei denn er war so perfekt in Outfit und Auftreten, daß er als Frau durchging, vor denen hatte ich den größten Respekt. Sie wurden von den anderen natürlich bemerkt aber keinesfalls angefeindet, soweit ich das mitgekriegt habe (war auf etwa zehn Events über anderthalb Jahre verteilt von 90-92).

Bei den schwulen Parties, die ich in D veranstaltet hatte gab es aber Tunten aller Coleur und jeder der eine Tunte angefeindet hat (gab es in vier Jahren genau drei mal) den hab ich rausschmeißen lassen. Nur einmal war es ein schwuler Mann, der einer Tunte Gewalt angedroht hat, die restlichen waren Hetero-Störer.

Ich kann nicht sagen ob das repräsentativ für die gesamte damalige Zeit war, glaub es aber, durch Gespräche mit Leuten aus anderen Städten in D.

Richtig auseinandergefallen ist die Szene in D aber seit es die Datingseiten im www gibt. Zeitlich fällt das zusammen mit der Eingetr. Partnerschaft per Gesetz, Rückzug ins Private etc. Die Szene in UK ist resistenter und ist nicht so zerbröselt wie bei uns, das seh ich im Urlaub dort. Tunten tagsüber auf der Straße seh ich dort aber auch nur an Tagen wo Gay-Prides sind. Abends seh ich sie aber in London z.B. - wobei London eine der sichersten Städte weltweit ist, für alle nur vorstellbaren Minderheiten. Leider auch eine der teuersten Städte - sonst würde ich da schon meine Zelte aufgestellt haben (grins).

Laß dich nicht unterkriegen.
Gruß von mir


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#9
20.09.2014
18:57:39


(+1, 3 Votes)

Von LoreleyTV
Antwort zu Kommentar #6 von FoXXXyness


Schmitzes Billa,sie hat in Bonn-Poppelsdorf eine Villa,war auch anwesend.Volker Becker, nehme ich an,mußte bei seinen Asylbewerberkindern in Kreuzberg Hausaufgaben betreuen und bei Rheinmetall,welche mit Kriegsgeräten großen Profit erwirtschaften, Spenden für seine Klienten einsammeln.Man kann nur sagen,Donnerwetter, die Prominenz.


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#10
20.09.2014
20:04:55


(+1, 3 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von FoXXXyness


Hör endlich auf, gegen Volker Beck zu hetzen, Rose! Ist ja ekelhaft! Verdammt noch mal, der TUT wenigstens was für uns und unsere Rechte! Auch für DEINE, Rose! Also: Halt die Klappe, Rose, und lass endlich Volker Beck in Ruhe!


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