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  • 19.09.2014           56      Teilen:   |

Kampfkandidatur

Jens Spahn will in das CDU-Präsidium

Artikelbild
Seit zwölf Jahren im Bundestag, seit zwei Jahren offiziell geoutet: Jens Spahn ist gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (Bild: Stephan Baumann)

Der schwule Bundestagsabgeordnete plant eine Kampfkandidatur gegen Gesundheitsminister Hermann Gröhe – wenn ihn die Junge Union unterstützt.

Falls er gewählt wird, wäre er das erste offen homosexuelle Mitglied im CDU-Präsidium: Gesundheitsexperte Jens Spahn, seit 2002 viermal direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages aus dem Münsterland, will nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" für das wichtigste Parteigremium der Christdemokraten kandidieren.

"Wenn ich die Unterstützung der Jungen Union (JU) bekomme, werde ich fürs Präsidium kandidieren", sagte der 34-Jährige der "SZ". Da Spahns Nominierung durch den JU-Deutschlandtag an diesem Freitag als relativ sicher gilt, dürfte es auf dem CDU-Parteitag im Dezember in Köln insgesamt acht Bewerber für die sieben einfachen Präsidiumsplätze geben. Ein Platz wurde frei, weil der scheidende JU-Chef Philipp Mißfelder auf eine erneute Kandidatur verzichtete.

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Mehr Bewerber als Plätze

Jens Spahn vertritt die CDU/CSU-Fraktion im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld - Quelle: Team Spahn
Jens Spahn vertritt die CDU/CSU-Fraktion im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Bild: Team Spahn)

Dass es mehr Bewerber als Plätze gibt, kam in der Geschichte der CDU seit vielen Jahren nicht mehr vor – in der Regel wurden die Posten im Vorfeld in Hinterzimmergesprächen verteilt. Direkter Konkurrent von Spahn dürfte Gesundheitsminister Hermann Gröhe werden, der ebenfalls aus NRW stammt und Mißfelder beerben möchte. Die Mehrheit der nordrhein-westfälischen CDU-Bezirkvorsitzenden hat sich bereits auf Gröhe als neuen Präsidiumskandidaten verständigt.

Seiner Außenseiter-Position ist sich Spahn bewusst. Er findet aber, dass die "CDU als letzte große Volkspartei auch im Präsidium ein breites Spektrum abbilden muss, sagte er der "Süddeutschen". Er denke, er könne das "gut ergänzen". Spahn begründet seine Kandidatur auch mit dem Wunsch nach einer Kurskorrektur der CDU – allerdings nicht in der Queer-, sondern in der Wirtschaftspolitik: "Wir sollten weniger übers Verteilen und mehr übers Erwirtschaften reden – das kommt in der großen Koalition bisher deutlich zu kurz", sagt Spahn der "SZ". "Wenn wir nicht aufpassen, verspielen wir unsere wirtschaftliche Stärke."

Jens Spahn hatte sich 2012 in einem Porträt der "Süddeutschen" erstmals in den Medien geoutet, im selben Jahr gab er dem "Spiegel" sein "erstes und letztes Interview" über seine Homosexualität (queer.de berichtete). "Ich bin Volker Beck und anderen dankbar für das, was sie erkämpft haben", erklärte der ehemalige Messdiener darin unter anderem, fügte jedoch hinzu: "Ich denke aber, dass man als CDUler im Münsterland besser für Toleranz werben kann als ein grüner Szenefunktionär aus Köln. Denn dem hört hier im Zweifel niemand zu."

Spahn will keine "schwule Klientelpolitik" machen

Er selbst mache keine "schwule Klientelpolitik", stelle Spahn damals klar: "Ich möchte nicht, dass meine Art zu leben und zu lieben eine größere Rolle spielt als meine inhaltliche Arbeit". Dennoch gehörte der ehemalige Messdiener vor zwei Jahren zu den "Wilden 13" innerhalb der Union, die sich für eine Gleichstellung eingetragener Lebenspartner im Steuerrecht einsetzten (queer.de berichtete). Innerhalb der Partei sprach er sich – erfolglos – dafür aus, in der Frage der Gleichstellung von Lesben und Schwulen den Fraktionszwang aufzuheben (queer.de berichtete). Für die CDU/CSU-Fraktion sitzt Jens Spahn auch im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (queer.de berichtete).

Seine zerrissene Haltung zwischen Parteiräson und dem Einsatz für die eigenen Rechte zeigte sich auch in einem umstrittenen Tweet im vergangenen Jahr, mit dem Spahn die gewaltsamen Proteste gegen die Ehe-Öffnung in Frankreich kommentierte: "Gut, dass Gleichstellung Homosexueller in D anders als in USA, Spanien+Frankreich ohne gesellschaftl Brüche gelingt", postete er am 27. Mai 2013 – und ignorierte damit, dass es in Deutschland bislang keine Gleichstellung im Eherecht gibt (queer.de berichtete).



Die Mitglieder des CDU-Präsidiums

Dem CDU-Präsidium gehören neben Parteichefin Angela Merkel und ihren fünf Stellvertretern auch der Bundesschatzmeister, der Generalsekretär, Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie Unionsfraktionschef Volker Kauder an. Außerdem gibt es sieben einfache Präsidiumsmitglieder, die per Listenwahl bestimmt werden. Dies sind bislang – neben Philipp Mißfelder – Finanzminister Wolfgang Schäuble, die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, ihr sächsischer Kollege Stanislaw Tillich, Ex-Ministerpräsident David McAllister, der Chef des Arbeitnehmerflügels Karl-Josef Laumann und die Berliner Gesundheitsstaatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner. (cw)

Links zum Thema:
» Homepage von Jens Spahn
» Jens Spahn auf Facebook
» Jens Spahn auf Twitter
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Tags: jens spahn. cdu-präsidium., hermann gröhe, philipp mißfelder
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Reaktionen zu "Jens Spahn will in das CDU-Präsidium"


 56 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
19.09.2014
12:27:51


(+10, 16 Votes)

Von m123


Jens Spahn: "Gut, dass Gleichstellung Homosexueller in D anders als in USA, Spanien+Frankreich ohne gesellschaftl Brüche gelingt"

Realität: Spanien und Frankreich haben die Ehe geöffnet, die USA wird es bis spätestens 2015 tun. In Deutschland gibt es noch nichtmals gleichgestellte eingetragene Lebenspartnerschaften und es sieht danach aus als werden wir wohl bis mindestens zum Jahr 2022 auf die Eheöffnung warten müssen. Warum? Ganz einfach, in dieser Legislaturperiode wird es das mit Union und SPD nicht geben und es sieht alles danach aus, als wird die nächste Bundesregierung ab Herbst 2017 ebenfalls von der CDU angeführt werden, was dann gleiche Rechte bis Ende 2021 verhindert.

Also Jens Spahn, du bist einfach nur eklig. Von mir aus verrotte in der CDU. Die CDU wird dich höchstens als Quotenschwulen missbrauchen um vorzugaukeln dass die CDU nicht homophob sei.

Religion und Konservatismus sind die Krebsgeschwüre unserer Gesellschaft. Sowohl Religion als auch Konservatismus verhindern gesellschaftlichen Fortschritt und führen stattdessen zu unsäglichem Leid von vielen Menschen.

Wer als Schwuler in der CDU ist, der hat keine Selbstachtung.

www.kirchenaustritt.de


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#2
19.09.2014
12:38:35


(+7, 15 Votes)

Von myystery
Antwort zu Kommentar #1 von m123


Ich wünsche Herrn Spahn eine krachende Niederlage.

Einfach nur widerlich, wie manche Menschen ihre eigene Würde und die Lebensqualität "ihresgleichen" opfern, um aus Gier resultierende persönliche Vorteile daraus zu ziehen.


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#3
19.09.2014
12:50:33


(+8, 14 Votes)

Von jhgk
Antwort zu Kommentar #2 von myystery


Ich wünsche Herrn Spahn auch eine Niederlage und die Mehrheit der LGBT's weltweit sicherlich auch. Vor allen Dingen in Frankreich,USA,Spanien die Spahn zitiert. Er sollte sich dafür schämen.


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#4
19.09.2014
13:16:23


(-12, 20 Votes)

Von Oliver43


Ich wünsche Herrn Spahn viel Erfolg, insbesondere weil es mehr jüngere Personen im CDU-Präsidium geben sollte.

Aber ich befürchte, das er es nicht schaffen wird, weil Herr Gröhe schon eine gute Vernetzung in der CDU hat.

Aber wenn Herr Spahn es schaffen sollte, wäre dies erfreulich.


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#5
19.09.2014
14:17:41
Via Handy


(+8, 16 Votes)

Von Baer2014


Jedesmal wenn ich diesen Herrn Spahn z.B. in Talkshows sehe und reden höre bekomme ich schnell Brechreiz und schalte ab. Mit seiner Verkniffenheit und jetzt der bodenlosen Frechheit, sich mit den fremden Federn der eingetr. Partnerschaft von Rot-Grün aus den frühen 2000er Jahren zu schmücken disqualifiziert ihn für jedes höhere politische Amt, aus meiner Sicht.

Falls "Mutti" sich aus einer Laune heraus einen Quotenschwulen wünscht dann wird sie ihn unterstützen - und falls nicht, dann nicht.

Die CDU (schon immer) ist ein Kanzler-Wahlverein und keine originär "durch und durch demokratische Partei", wenn ich "böse" wäre könnte ich auch sagen, daß bei dieser Partei das "Führerprinzip" herrscht.

Kurze Erinnerung: Die CDU entstand nach dem 2. Weltkrieg aus dem Großteil der Katholischen Zentrumspartei (ein kleinerer Teil, dem diese CDU noch zu "links" war hatte eine neue Zentrumspartei gegründet, die aber nie mehr eine große Rolle spielte im Parteienspektrum der BRD) - die Hitlers Ermächtigungsgesetz zugestimmt hatte im Reichstag der Weimarer Republik.

Und unter CDU-Adenauer, wurden schwule Männer von 1949 bis 1969 mit Gefängnis bestraft, nur weil sie schwul waren, durch Übernahme des Paragraph 175 direkt aus den Nazi-Gesetzen. HAT SICH DAFÜR JEMAND AUS DER CDU SEITHER AUCH NUR ENTSCHULDIGT (VON REHABILITATION MAL GANZ ABGESEHEN)???

Mit der CDU wird es eine völlige Gleichstellung in Deutschland niemals geben, nur gegen sie.

Die spielen das alte Spiel von Zuckerbrot und Peitsche. Zuckerbrot wäre Spahn und "Adele" Sandrock die Peitsche, wobei wir die Peitsche schon jetzt spüren und Spahn das Zuckerbrot dann alleine verspeist, falls er gewählt wird.

Wer aus dem LGBT-Bereich CDU wählt, der leidet unter Wahrnehmungsstörungen.


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#6
19.09.2014
15:04:44


(+11, 17 Votes)

Von userer
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Antwort zu Kommentar #4 von Oliver43


Oliver1943: "Aber wenn Herr Spahn es schaffen sollte, wäre dies erfreulich."

Warum?

Spahn bezeichnet das Eintreten für Menschenrechte (gleiche Rechte für Schwule und Lesben) als "Klientelpolitik", die er nicht mache:
Link zu www.queer.de
In dieser Hinsicht ist also wohl überhaupt gar nichts von Spahn zu erwarten.

Es wäre alles andere als "erfreulich", wenn dieser homophile Mann zementiert, dass gleiche Rechte für Schwule und Lesben angeblich nicht nötig wären.


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#7
19.09.2014
15:21:15


(-18, 24 Votes)

Von Oliver43
Antwort zu Kommentar #6 von userer


@userer
"Es wäre alles andere als "erfreulich", wenn dieser homophile Mann zementiert, dass gleiche Rechte für Schwule und Lesben angeblich nicht nötig wären."

Linke Politpropaganda kann ich da nur als langjähriger LGBT-Aktivist sagen. Herr Spahn macht genauso wie Herr Wowereit und alle anderen Politiker auch Politik zu ALLGEMEINPOLITISCHEN Themen und das ist gut so. Herr Spahn macht BEIDES ! Ich will keinen schwulen Politiker -egal welcher Partei - der nur LGBT-Politik macht.

Im übrigen gehörte Herr Spahn schon vorletztem Sommer zu den Befürwortern von LGBT-Politik, die von den Medien verzerrend "die Wilde 13" genannt wurde; es sind aber vielmehr Politiker in der CDU LGBT-freundlich eingestellt, als nur diese 13 CDU-Politiker !!!

Das Lebenspartnerschaftsinstitut wird von der CDU und selbst von der CSU mittlerweile akzeptiert. Die steuerliche Gleichstellung wurde in den vergangenen Jahren von der CDU/CSU im Bundestag durch eigene Gesetzentwürfe mitgetragen.

Und auch die Akzeptanz sexueller Vielfalt wird generell von der CDU im Schulunterricht unterstützt.

Nur will die CDU halt, das dort immer ein Lehrer mit im Unterricht ist und nicht nur ein ausserschulischer Vertreter und das halte ich sogar für richtig. Ich will auch keinen Unteroffizier von der Bundewehr allein im Klassenraum haben, der den Schülern von den Vorzügen der Bundeswehr erzählt: da hat immer ein Lehrer mit vor Ort im Schulunterricht zu sein.

---------------------------
Im übrigen wenn man der CDU heute im Jahre 2014 Vorwürfe machen kann, dann ist es die Tatsache, das die CDU leider die Eheöffnung blockiert....aber dazu muss auch immer wieder gesagt werden: die RECHTE und PFLICHTEN einer Ehe haben wir bereits JETZT (auch die gemeinschaftliche Adoption ist möglich, wenn man den Weg über die sukzessive Zweitadoption geht). NUR es wird halt nicht EHE sondern Lebenspartnerschaft rechtlich genannt...es "läuft" aber auf fast das Gleiche hinaus.

Bedauerlich ist auch die Haltung der CDU bei der Rehablitierung der zwischen 1949 und 1969 Verurteilten sowie bei der Reform des AGG.

Sicherlich ist die CDU längst nicht mehr so schlimm und homophob, wie sie unter Kohl war. Da hat sich viel in der CDU unter Angela Merkel zum Besseren gewandelt.


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#8
19.09.2014
15:59:25


(+8, 14 Votes)

Von Andy


Wie kann man als Homosexueller nur CDU-Politiker sein?


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#9
19.09.2014
16:18:35
Via Handy


(+8, 14 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #7 von Oliver43


So ist das: mit jedem schluck bier, ähm weihwasser wird die cdu schöner...wie nett, dass du dich immer mehr entblößt...denn: in vin...ähm agua sacra veritas.
jetzt wo du dein ehegattensplitting hast, sind lgbt-rechte nicht alles...aber jahrelang rumheulen "wenn die fdp nicht zustimmt...spd alles schuld...ihr sind lgbt-rechte egal..." und jetzt spielt das alles keine rolle mehr? Aber deine undankbare unsolidarität kennen wir ja. Und deinen egoismus auch.


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#10
19.09.2014
16:37:43
Via Handy


(+7, 13 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #8 von Andy


Homosexuell darf man sein...man darf nur nicht SCHWUL sein, worauf manche cdsu-afd-wähler hier manchmal beharren...


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