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  • 20.09.2014           29      Teilen:   |

Aufklärungsgegner unter Druck

Niedersachsen: Auch Landesjugendring kritisiert CDU-Politikerin

Artikelbild
Studienrätin a.D. mit homophoben Vorurteilen: Die Kritik an Karin Bertholdes-Sandrock reißt nicht ab (Bild: Wiki Commons / Martin Rulsch / CC BY SA 3.0)

Karin Bertholdes-Sandrock schüre Ängste, wo ein offenes Klima für Schüler wie Lehrer herrschen sollte, so der Dachverband. Derweil kam es am Freitag vor dem Landtag zu ersten Protesten.

Der Landesjugendring Niedersachsen (LJR) hat den Vorstoß der Fraktionen von SPD und Grünen im Niedersächsischen Landtag, sexuelle Vielfalt zukünftig stärker im Schulunterricht zu berücksichtigen, in einer Pressemitteilung gelobt. "Die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten und gleichgeschlechtliche Lebensweisen anzuerkennen und jeder Form der Diskriminierung, der Ausgrenzung und des Mobbings aufgrund der sexuellen Orientierung zu verhindern, muss ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag sein, daher darf das Thema auch in der Schule kein Tabu sein.", so LJR-Vorstandssprecher Jens Risse.

Der Verein, der 80 einzelne Jugendorganisationen und 200 kommunale Jugendringe vertritt, kritisierte in diesem Zusammenhang die Äußerungen der CDU-Abgeordneten Karin Bertholdes-Sandrock. Die frühere Gymnasial-Lehrerin hatte der "Nordwest-Zeitung" gesagt: "Auf keinen Fall kann es sein, dass beispielsweise Schwule und Lesben in den Klassen allein gegenüber den Kindern auftreten." Später hatte sie hinzugefügt, dass bei externen Gästen in der Schule generell sichergestellt werden müsse, dass stets ein Lehrer anwesend ist (queer.de berichtete).

"Hier werden völlig unbegründet Ängste geschürt und externen Partnern der Schulen und deren pädagogischen Konzeptionen wird ein generelles Misstrauen entgegengebracht", kritisierte Risse. Gerade solche Aussagen zeigten, wie wichtig eine vorurteilsfreie Information über die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identität nicht nur in der Schule sei.

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Klima für offen homosexuelle Lehrer gefordert

In diesem Zusammenhang kritisiert der Landesjugenring auch, dass noch immer viele Lehrkräfte ihre Homosexualität in der Schule aus Angst vor Repressionen verbergen würden. In seiner Stellungnahme zum Entschließungsantrag fordert der LJR daher, den Antrag entsprechend zu ergänzen: Die Landesregierung solle dazu beitragen, "ein Klima zu schaffen, das dazu dienlich ist, dass diese Lehrenden als Vorbilder für junge Menschen dienen können".

Auch außerhalb der Schule, in Jugendverbänden, Sportvereinen und anderen Angeboten, sei der Kampf gegen Diskriminierung und die Akzeptanz sexueller Vielfalt eine wichtige Aufgabe. Daher sei es nach Auffassung des Landesjugendrings auch wichtig, "kontinuierliche Gruppenarbeit und Unterstützungsangebote für schwule, lesbische, bi-, trans- oder intersexuelle junge Menschen, wie diese beispielsweise von schwul-lesbischen Jugendgruppen selbstorganisiert angeboten werden, zu unterstützen". Gerade in ländlichen Regionen gäbe es häufig nicht genügend Unterstützung für solche Jugendgruppen.

Erste Proteste vor dem Landtag

In Hannover trafen Befürworter und Gegner der Bildungsplans aufeinander
In Hannover trafen Befürworter und Gegner der Bildungsplans aufeinander (Bild: FB-Gruppe "Karin Bertholdes-Sandrock - Rücktritt jetzt")

Zuvor hatte bereits der Vorsitzende des Landesschülerrats in Niedersachsen, Helge Feußahrens, die Äußerungen der CDU-Politikerin kritisiert und ihren Rücktritt gefordert (queer.de berichtete). Zu dieser Forderung gibt es auch eine Facebook-Gruppe und eine Online-Petion.

Dabei steht die Politikerin nicht allein: Die Jugendorganisation der AfD in Niedersachsen betreibt eine Facebook-Seite gegen die Schulaufklärung und hat Ende September zu einem Vortragsabend eingeladen, an dem auch ein wichtiger Antreiber der Anti-Bildungsplan-Bewegung in Baden-Württemberg auftreten soll. Dazu sind Gegenproteste geplant (Details dazu hier).

Zu Protest und Gegenprotest war es bereits am Freitag vor dem Landtag in Hannover gekommen: Gerriet Kohls von den Freien Wählern, der auch eine Online-Petition gegen die Schulaufklärung betreibt, hatte für eine entsprechende Demonstration rund zehn Unterstützer zusammentrommeln können. Dagegen protestierten rund 100 Menschen, laut AStA wurden sie dabei von der Polizei behindert. Ein Demonstrant wurde festgenommen. Von den Protesten berichtete auch RTL Nord.

In dem Film beklagte sich Bertholdes-Sandrock auch kopschüttelnd darüber, dass man ihr Volksverhetzung vorwerfe. Dabei hatte sie ihre Kritik an den Plänen der Landesregierung am Donnerstag in einer Pressemitteilung erneuert und davor gewarnt, dass "Interessenvertreter unkontrolliert Inhalte vermitteln, so wie es die in dem Antrag genannte Initiative 'SchLAu Niedersachsen' praktiziert". (nb)

Mehr zum Thema:
» Niedersachsen: Aufklärungsgegner machen mobil (18.09.2014)
» Niedersachsen: CDU warnt vor Homosexuellen an Schulen (17.09.2014)
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Tags: karin bertholdes-sandrock, niedersachsen, schule, sexuelle vielfalt, landesjugendring
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Reaktionen zu "Niedersachsen: Auch Landesjugendring kritisiert CDU-Politikerin"


 29 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
20.09.2014
07:58:26
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von Simon H


Genau das ist das Problem:
Schule sollte ein offener, angstfreier Raum für Bildung sein.

Aber die CDU will für ihre Ideologie aus Schule einen Ort der Unterdrückung machen, wo breite Bildung durch religiöse Indoktrination und das Schüren von Hass und Ängsten ersetzt wird.


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#2
20.09.2014
08:22:56


(+11, 13 Votes)

Von Andy


Ich habe gerade ihre Stellungnahme im RTL Nord Bericht gesehen. Unfassbar, wie Karin Bertholdes-Sandrock sich beschwert, wie ein "Shitstorm" über sie zusammenbricht. Sie erwähnt nicht, dass sie diesen (wie es nennt) "Shitstorm" (meine Wortwahl sähe anders aus) selbst durch ihre Aussagen verursacht hat. Vor allen Dingen versucht sie sich so herauszureden, dass sie falsch verstanden wurde und es ihr nur darum ging, dass Externe nicht alleine in Schulklassen sind. Dann hätte sie das auch so sagen können und sollen, aber stattdessen wurde sie ja so zitiert, dass sie nicht möchte, dass Homosexuelle alleine mit Kindern in der Klasse sind. Wem nicht klar ist, dass solch eine Aussage diskriminierend ist (ganz gleich, wie sie gemeint war), der sollte lieber GAR KEINE öffentlichen Aussagen treffen und demnach auch nicht als Politikerin arbeiten.


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#3
20.09.2014
08:54:51


(+10, 12 Votes)

Von Sebi


An der Schule muss sich jeder wohlfühlen und alle Schüler und Lehrer müssen angstfrei am Schulleben teilnehmen können.

Das ist für die Gesundheit und auch für den Bildungserfolg elementare Voraussetzung. Und damit auch für den wirtschaftlichen Erfolg einer Nation.


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#4
20.09.2014
09:17:05


(+11, 13 Votes)

Von Smartakus
Aus Möhnesee (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 10.01.2014


Auch in dem RTL Film spricht Frau Bertholdes-Sandrock wieder von "Lebensstil" und zeigt damit erneut, dass sie keine Ahnung hat, wovon sie redet. Sexuelle Identität ist kein "Stil" den ich pflegen, gegebenenfalls ändern oder der Mode anpassen kann.
Wenn ich es richtig gelesen habe, war Frau B-S Gymnasiallehrerin für Deutsch und Politik, was wird sie den Schülern in Umgang mit Sprache und Identität vermittelt haben?


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#5
20.09.2014
10:32:00


(+10, 12 Votes)

Von goddamn liberal


Der Jugendring mag für uns sein, der neue JU-Vorsitzende hält uns für minderwertig und minderberechtigt:

Link zu www.entscheidung.de

Ich verbitte mir zukünftig ein Schönmalen dieser reaktionären Partei.


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#6
20.09.2014
11:00:11


(+10, 12 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Was für eine widerliche, religiotisch gestörte Person aus dem Umfeld des kackbraunen Sumpfes!

Da kann man nur mit Grausen erahnen, welche "Werte" diese lebensfremd verblendete Pharisäerin ihren bedauerswerten Schülern zu vermitteln bestrebt war..................

Sie scheint noch nicht einmal ansatzweise zur Selbstkritik fähig, geschweige denn für rationale Argumente zugänglich zu sein; solchen Kreaturen gegenüber kann man eigentlich nur noch Bedauern und Ekel empfinden.

Das perfekte Produkt der Hirnwäschemaschinerie der religiösen Sekten und deren kriminellen Verflechtung mit dem angeblich getrennten Staat, das niemals gelernt hat, über den eigenen Tellerrand zu blicken.

Eine Anzeige wegen Volksverhetzung ist in einem solchen Fall wohl das Mindeste!

"Den Wahn erkennt nicht, wer selbst ihn teilt!"



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#7
20.09.2014
11:55:48


(+8, 10 Votes)

Von Opferschutz


Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man in der Schule gemobbt wird, dass einem das Leben fast zur Hölle wird und man an manchen Tagen nicht weiß, wie man sie überstehen soll.

Dass ich damals nichts Selbstmord begangen habe oder Amok gelaufen bin, ist nur meinen Eltern zu verdanken, die mir das beste Zuhause der Welt gegeben haben.

Aber die psychischen und körperichen Auswirkungen des damaligen, jahrelangen Psycho-Terrors habe ich noch heute!

Das habe ich und unzählige weitere Opfer hasszerfressenen Hetzerinnen u.a. wie Karin Bertholdes-Sandrock und der CDU/CSU zu verdanken.

Wenigstens kommende Generationen sollen nicht das durchmachen müssen, was ich durchgemacht habe und was mich wohl den Rest meines Lebens begleiten wird. Aber genau das will die Union und deren braune Sippschaft verhindern!

Die angeblich christliche Union und Personen wie Karin Bertholdes-Sandrock gehen über Leichen!


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#8
20.09.2014
12:22:50


(+9, 11 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von Opferschutz


Ich bin nur deswegen nicht gemobbt worden wie andere, weil ich mich damals bedeckt gehalten habe. Nach Außen lief alles prima.

Diese Demütigung und die Scham darüber wirken bis heute nach.

Und die Wut über ausgebildete Pädagogen wie diese CDU-Frau, die noch Öl ins Feuer der Hölle gießt, ist noch sehr jung.


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#9
20.09.2014
13:12:02


(-14, 16 Votes)

Von Oliver43


Also meines Erachtens haben hier einige Journalisten und linke Aktivisten sehr bewusst und gezielt, die Äußerungen von Frau Bertholdes-Sandrock verkürzt und verzerrt dargestellt.

Frau Berthodes-Sandrock befüwortet es nämlich generell, wenn die Akzeptanz sexueller Vielfalt im Schulunterricht von den Lehrern vermittelt wird.

Ihre Kritik zielte darauf ab, dass immer ein Lehrer aus pädagogischen Gründen mit im Schulunterricht anwesend sein sollte. Und ich finde, da hat sie vollkommen Recht.

Ich will auch keinen Vertreter der Bundeswehr allein vor der Klasse im Schulunterricht stehen haben, da muss immer der Lehrer mit im Raum sein.

UND daher halte ich es für eine gezielte Aktion der Linken und einiger Aktivisten, die hier bewusst und verzerrt berichten.


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Anm. d. Red.: Darling!

Ihre Ausrede, ihr ginge es ums Prinzip, kam nachweisbar nachträglich. Dieses Prinzip ist zudem pädagogisch sehr kurzsichtig, zudem stellt sie eine Aufklärung über Homosexualität als Frage einer Interessengruppe dar, die "unkontrolliert" die Kinder beeinflussen wolle - dazu nennt sie auch noch das Aufklärungsprojekt Schlau, über dessen hevorragende Arbeit bereits heute in den Schulen sie sich hätte informieren können, anstatt Vorurteile zu schüren. Die Aufklärung über etwas selbstverständliches, es geht um sexuelle Vielfalt, nicht um Sexdetails, stellt sie als hochsensibles Thema (das Wort "sensibel" kommt gleich mehrfach vor) dar, das quasi nur für Ältere geeignet ist ("Altersangemessenheit").

Link zu www.cdu-fraktion-niedersachsen.de

Weitere Zitate von ihr:
"Aber Kinder und Jugendliche dürfen auch nicht überfordert werden"
Es sei falsch, "Antworten zu geben zu Themen, die die Kinder gar nicht beschäftigen"

Link zu www.nwzonline.de

Link zu www.nwzonline.de

Zudem: "Grundsätzlich sei die CDU-Landtagsfraktion für Toleranz, so Bertholdes-Sandrock. Die rot-grünen Pläne für eine Reform des Sexualkundeunterrichts lehne sie aber ab."

Link zu www.ndr.de

Und nun gib Ruhe.

 
#10
20.09.2014
13:44:16


(+9, 11 Votes)

Von Corum
Aus Hamburg
Mitglied seit 26.02.2013
Antwort zu Kommentar #9 von Oliver43


*Frau Berthodes-Sandrock befüwortet es nämlich generell, wenn die Akzeptanz sexueller Vielfalt im Schulunterricht von den Lehrern vermittelt wird.*

Wirds dir nicht langam peinlich, wenn du alle Nase lange beim Lügen erwischt wirst?


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