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  • 26.09.2014           11      Teilen:   |

Im Wahlkampf

Brasilien: Schwuler Politiker mit Stein beworfen

Artikelbild
Waldir Pires Bittencourt nach dem Angriff

Der 25-jährige Waldir Pires Bittencourt, der bei den Parlamentswahlen antritt, wurde aus einem Auto heraus beschimpft und beworfen.

In der brasilianischen Stadt Macapá ist am Mittwoch der 25-jährige LGBT-Aktivist und Politiker Waldir Pires Bittencourt von Unbekannten angegriffen und verletzt worden. Der Kandidat der sozialistischen Partido Socialismo e Liberdade für das Repräsentantenhaus wurde aus einem vorbeifahrenden Auto heraus homophob beleidigt und mit einem Stein beworfen, als er Flugblätter zur Wahl verteilte.

Durch den Wurf wurde der junge Schwule am Kopf verletzt. Ein Bild der Verletzungen hatte er danach in sozialen Netzwerken gepostet. Inzwischen hat er dort angegeben, dass sie schlimmer aussehen, als sie wirklich sind.

In Medien berichtete er, er habe zuvor bereits häufig Drohungen erhalten, am Telefon sogar eine Todesdrohung. "Ich bin der einzige Kandidat aus der Region, der für LGBT-Rechte eintritt. Da macht man sich in diesem Land, das weiter feindlich gegen Homosexuelle, Schwarze und andere Minderheiten eingestellt ist", so Bittencourt.

Fortsetzung nach Anzeige


Bittencourt gab an, durch den Angriff nicht entmutigt zu sein. "Ich werde mich nicht einschüchtern lassen. Ohnehin fehlt mir die Zeit, Angst zu haben." Inzwischen hat er sich bei seinen Mitkandidaten bedankt, die den Vorfall öffentlich kritisiert hatten.

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Bittencourt selbst konnte den Beamten aber nicht das Nummernschild nennen: "Darauf habe ich in der Panik nicht geachtet".

In Brasilien ist Homosexualität seit 1830 legal. Seit 2004 gibt es Lebenspartnerschaften, seit dem letzten Jahr auch gleichgeschlechtliche Ehen. Zugleich steht Gewalt gegen LGBT an der Tagesordnung: Allein 2012 wurden 338 Schwule, Lesben und Transsexuelle ermordet – die höchste Mordrate an LGBT der Welt. Nur rund ein Viertel der Fälle führte zu einer Verurteilung der Täter. (nb)

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Tags: brasilien, gewalt, waldir pires bittencourt
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Reaktionen zu "Brasilien: Schwuler Politiker mit Stein beworfen"


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
26.09.2014
17:58:24


(+6, 8 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Hut ab vor diesem jungen Mann.Er könnte es sich jetzt leichter machen wenn er sich zurückziehen würde.Aber er tuts nicht.
Vor diesen Leuten habe ich Respekt,nicht vor denen die Immer nur fordern und selbst nix tun.
Ihm und seinen Mitstreitern auf der ganzen Welt haben wir die Fortschritte zu verdanken.
Hoffe er wird nie so satt wie schwule Politiker in unseren Kreisen die sich äusserst mau verhalten weil sie Angst um den Futtertrog haben.


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#2
26.09.2014
18:14:21


(+6, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Gute Besserung!


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#3
26.09.2014
18:39:44
Via Handy


(+4, 6 Votes)

Von Alex


Hoffentlich werden diese Gestörten gefasst und entsprechend bestraft.


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#4
26.09.2014
21:45:19


(+7, 7 Votes)

Von Carsten AC


Was sind das für Schwachmaten, die Gewalt anwenden, wenn ihnen irgendwer nicht passt...


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#5
26.09.2014
21:52:54


(+7, 9 Votes)

Von Julian S


Die Politiker und Pfaffen, die uns ständig als minderwertig hinstellen und das Klima für Diskriminierung und Gewalt säen, sind genauso schuldig wie die Ausführer der Tat.

Die mögen raffiniert genug sein, um sich nicht selbst die Hände schmutzig zu machen, aber auch sie haben Blut an ihren Händen.


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#6
26.09.2014
21:56:24


(+3, 7 Votes)

Von Sie hat Recht


Ihre Berater heißen nicht Gabriel, Maas, Nahles usw.

"Die zentrale Diskussion bezieht sich jetzt auf das Thema der Homophobie. In einer der größten Demokratien der Welt ist die Kriminalisierung der Homophobie absolut notwendig. Ebenso wie die Kriminalisierung der Gewalt gegen Schwarze und gegen Frauen notwendig war."

Zuvor:

"Ich bin für das, was das oberste Gericht bestätigt hat, die zivile Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare.
[...]
Das wurde auf der höchstmöglichen Ebene entschieden. Weiter darüber zu diskutieren, ob es dieses Recht gibt oder nicht, ist absurd."

(Präsidentin Dilma Rousseff / Arbeiterpartei PT, Jornal do Brasil, 12.09.2014)

Bild-Link:
fotos-candidatos-vox-populi4.png

(noch 9 Tage)

Link zu www.jb.com.br


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#7
26.09.2014
23:44:19
Via Handy


(+3, 7 Votes)

Von Baer2014


Hört dieser Haß und diese Gewalt denn nie auf?

Ich schließe mich #Sabelmann an. Der Junge Mann ist ein Held.

Ich wünsche mir, daß er in 25 Jahren brasilianischer Präsident wird.


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#8
27.09.2014
00:07:41


(+4, 8 Votes)

Von m123


Brasilien ist ein extrem christliches Land. Wen wundert es da, dass es dort so homophob ist.

Religion und Kirche ist die historische Ursache von Homophobie.

www.kirchenaustritt.de


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#9
27.09.2014
09:06:16


(-4, 8 Votes)

Von Dirk dos Santos


Ihren Kommentar kann ich nicht nachvollziehen!
Es gibt glücklicherweise etliche Menschen, die sich gegen Rassismus stark machen und unterdrückten Menschen helfen.
Deshalb haben diese Menschen nicht automatisch das, was einen Präsidenten auszeichnen sollte!


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#10
27.09.2014
10:17:06


(+4, 6 Votes)

Von Jasper
Antwort zu Kommentar #9 von Dirk dos Santos


Aber es wäre schon mal ein Vorteil, wenn jemand Präsident ist, der auch die Situation von Minderheiten kennt und sich für sie einsetzt.

Das ist schon mal mehr als die meisten anderen Präsidenten mitbringen.

Was hat denn in Deutschland bisher Bundespräsidenten und Bundeskanzler so besonders ausgezeichnet?

Herr Wulff musste wegen Lügen und Bedrohungen von Journalisten sein Amt räumen (und lebt jetzt weiter üppig auf Staatskosten).

Frau Merkel regiert nach Stimmung und Stimmungen und macht immer gerade das, was ihre Machtposition am meisten sichert.

Herr Schröder hat zu seiner Amtszeit für seinen Kumpel Putin, den "lupenreinen Demokraten" das Pipeline-Projekt angeleiert (obwohl andere Alternativen schon damals besser gewesen wären und aus heutiger Sicht eh) und wurde dafür dann nach Ende seiner Herrschaft mit einem hochdotierten Posten belohnt.

Etc. etc. etc.

Wieso soll da in Brasilien nicht mal jemand, der sich für Homorechte einsetzt, Präsident werden. Zumal der ja noch genug Zeit hat, noch viel zu lernen und auch nicht alleine regieren würde.


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