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  • 26.09.2014           10      Teilen:   |

"Historische Entscheidung"

UN-Menschenrechtsrat beklagt Diskriminierung von LGBT

Artikelbild
Der Menschenrechtsrat in Genf (Bild: United States Mission Geneva / flickr / cc by-nd 2.0)

In einer Resolution zeigt sich die Mehrheit der Länder besorgt über Gewalt und Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechts-Identität.

Der UN-Menschenrechtsrat hat am Freitag mit 25 zu 14 Stimmen bei sieben Enthaltungen eine Resoultion angenommen, in der "positive Schritte auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene im Kampf gegen Gewalt und Diskriminierung aufgrund sexueller Identität und Geschlechts-Identität begrüßt" werden.

Die Resolution (Link zu Scribd), im September eingereicht von Brasilien, Uruguay, Chile und Kolumbien, äußert zudem "tiefe Besorgnis" über entsprechende Gewalt und Diskriminierung. Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte solle einen Bericht über die Verfolgungen erstellen und Möglichkeiten benennen, diese zu bekämpfen.

Obwohl die Resolution nur einige grundlegende und größtenteils unverbindlich-allgemeine Äußerungen enthält, war sie hart umkämpft worden. So gab es sieben Änderungseinträge, die Begriffe "sexuelle Orientierung" und "Gender-Identität" aus dem Antrag zu streichen.

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Vorwurf des Kultur-Imperialismus

Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer unterstützt die UN-Kampagne "Free & Equal" für LGBT-Rechte
Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer unterstützt die UN-Kampagne "Free & Equal" für LGBT-Rechte

Der Vertreter Saudi-Arabiens sagte bei der Debatte, die Resolution sei ein Versuch, eine einheitliche Weltkultur zu erschaffen, die gegen "religiöse und kulturelle Praktiken mancher Länder" verstieße. "Meiner Meinung nach ist das eine Menschenrechtsverletzung", so der Vertreter. Sein Kollege aus Pakistan beklagte, die Resolution könne die Jugend gefährden

Von vielen Organisationen wird die Resolution als wichtiger Fortschritt angesehen. Jessica Stern von der International Gay and Lesbian Human Rights Commission sagte, der Rat habe einen wichtigen Schritt vorwärts gemacht und die Hauptprinzipen der UN, das jeder Mensch in Würde und Rechten gleich sei, bestätigt.

Bereits 2011 hatte es eine ähnliche Menschenrechtsrats-Resolution gegeben, die erste ihrer Art (queer.de berichtete). Sie hatte ebenfalls Gewalt und Diskriminierung beklagt, aber noch keine Schritte im Kampf dagegen "begrüßt", und war mit 23 zu 19 Stimmen knapp angenommen worden. Das heutige Ergebnis zeigt daher einen Fortschritt.

Als 2012 über das Thema im Menschenrechtsrat debattiert wurde, hatten noch zahlreiche Delegierte den Raum verlassen (queer.de berichtete). In diesem Sommer hatte das Gremium zudem eine Resolution für den Einsatz für den "Schutz der Familie" beschlossen, was Besorgnis bei LGBT-Aktivisten ausgelöst hatte (queer.de berichtete). Ein Zusatzantrag von Chile, Uruguay, Irland und Frankreich, den Familienbegriff vielfältig zu erweitern, war dabei gescheitert.

Neben dem Menschenrechtsrat in Genf befasste sich auch die New Yorker Zentrale am Donnerstag und Freitag mit LGBT-Themen, im Rahmen der UN-Generalversammlung fand die zweite Außenministerkonferenz zum Thema statt (queer.de berichtete). UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte dazu eine Videobotschaft verfasst, Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer, Belgiens Premier Elio di Rupo und sein luxemburgischer Amtskollege Xavier Bettel und weitere Politiker ließen sich mit dem Slogan der LGBT-Kampagne der Vereinten Nationen fotografieren.

Wie stimmten die Länder ab?

Für die heutige Resolution stimmten Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Deutschland, Estland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Kuba, Mexiko, Mazedonien, Montenegro, Österreich, Peru, Philippinen, Rumänien, Südkorea, Tschechien, Südafrika, USA, Venezuela und Vietnam.

Während Burkina Faso, China, Kongo, Indien, Kasachstan, Namibia und Sierra Leone sich enthielten, stimmten die folgenden Länder mit Nein: Äthiopien, Algerien, Botswana, Elfenbeinküste, Gabun, Indonesien, Kenia, Kuwait, Malediven, Marroko, Pakistan, Russland, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

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Tags: vereinte nationen, menschenrechtsrat, homophobie
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Reaktionen zu "UN-Menschenrechtsrat beklagt Diskriminierung von LGBT"


 10 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
26.09.2014
21:50:26


(+5, 7 Votes)

Von Carsten AC


Ein wichtiges Zeichen, dem aber auch Taten folgen müssen...

Homorechte müssen immer und immer wieder eingefordert werden.


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#2
26.09.2014
22:12:43


(+5, 7 Votes)

Von Robin


Wenn das ernst gemeint ist und nicht nur Gelaber, dann erwarte ich auch, dass alle Staaten, die LGBTI diskriminieren oder gar verfolgen, internationale geächtet werden!

Insbesondere erwarte ich, dass keine Gelder mehr in Staaten fließen, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Wer Gelder geschenkt haben will, muss zumindest Menschenrechte achten. Das ist ja wohl nicht zu viel verlangt.


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#3
26.09.2014
22:55:25
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von Baer2014


Die Liste der Länder, auf beiden Seiten, ist sehr aufschlußreich.

Besonders freue ich mich über die Zustimmung von Kuba, weil es zeigt, daß die dortige kommunistische Regierung was gelernt hat (mein dauerndes Rumkloppen auf den Kommunisten wird mir nämlich langsam zu öde) und Putin dürfte sich gerade darüber geärgert haben.


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#4
27.09.2014
08:53:04


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Mich überrascht die Zustimmung von Italien, Kuba, Venezuela und Vietnam.


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#5
27.09.2014
10:07:28


(+4, 4 Votes)

Von Jasper


Wie wäre es denn dann mal, wenn man die die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, wo die sexuelle Identität und die sexuelle Orientierung bisher totgeschwiegen werden, auch mal dahingehend abändert?!

Wenn man es ernst meint, wird es Zeit, unsere Rechte auch dort aufzunehmen. Da ist von unterschiedlichen Hautfarben, Religionen, politischen Weltanschauungen, Einkommen, etc. die Rede, aber nicht von GLBTI.


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#6
27.09.2014
13:57:10


(+2, 2 Votes)

Von Mariposa
Antwort zu Kommentar #4 von FoXXXyness


Italien ?? Immerhin Teil des "alten" Europa... Zudem haben sich alle EU-Staaten dem Antidiskriminierungsschutz verpflichtet, wenngleich nicht immer "freiwillig". Viel eher überraschen mich Mazedonien und Montenegro. Vietnam gilt mittlerweile als eines der fortschrittlichen Länder in Asien.


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#7
27.09.2014
16:48:45


(+2, 2 Votes)

Von Ralf
Antwort zu Kommentar #6 von Mariposa


Ich denke, das Abstimmungsverhalten Montenegros und Mazedoniens ist deren Streben in die EU eher geschuldet als der Überzeugung der dortigen Regierungen oder gar Völker. Aber egal - das Ergebnis zählt. Schade allerdings, dass China sich nicht zu einem Ja durchringen konnte. Dort eiert man immer noch rum, wie man sich denn nun endgültig zu den Rechten von Schwulen und Lesben stellen will.


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#8
27.09.2014
16:56:15


(0, 4 Votes)
 
#9
27.09.2014
17:08:46


(+1, 3 Votes)

Von FuZZZyness
Antwort zu Kommentar #4 von FoXXXyness


Mir geht das zu weit!

»Nein, wir sind ja tolerant und haben nichts gegen Heteros«.

Link zu www.jungewelt.de


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#10
27.09.2014
18:47:37


(+2, 2 Votes)

Von goddamn liberal


"Der Vertreter Saudi-Arabiens sagte bei der Debatte, die Resolution sei ein Versuch, eine einheitliche Weltkultur zu erschaffen, die gegen "religiöse und kulturelle Praktiken mancher Länder" verstieße."

Ja, da ist was dran.

In den Kategorien der islamischen Welt geht es um eine Art Welt-Kemalismus.

Und ich freue mich vor allem darüber, dass so viele lateinamerikanische Länder dazugehören.


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