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  • 06. Januar 2005, noch kein Kommentar

Gerade erst in den USA gestartet, wird der Quotenhit zum Kult unter deutschen Schwulen. Derweil startet The O.C. auf Pro Sieben.

Von Norbert Blech

Pünktlich zum Ende von "Sex and the City" startete der US-Sender ABC vor wenigen Monaten die neue Serie "Desperate Housewives" - eine wilde Kreuzung aus "Sex and the city", "American Beauty" und "Absolutely Fabulous", versetzt mit einem Schuss "Twin Peaks". In Amerika schauen durchschnitt 20 Millionen zu, in Deutschland berichteten schon etliche Zeitungen und selbst in Gayromeo-Profilen tauchen die ersten Screenshots auf - die Serie, die Fans über Premiere oder Tauschbörsen verfolgen, sorgt in der Szene für Gesprächsstoff.

Co-Produzent und Autor Marc Cherry war schon für die Dialoge in "Golden Girls" verantwortlich. Er lässt die Serie mit einem Suizid beginnen: Mary Alice Young (Brenda Strong) setzt ihrem Leben ein Ende - fungiert aber als Erzählerin im "Sex and the city"-Style. Familie, Freunde und Nachbarn der Verblichenen sind entsetzt. War Mary nicht genauso glücklich gewesen wie sie selbst? Dass auch bei den anderen Vorstadtbewohnen so manches im Argen liegt, enthüllt die Tote fortan aus dem Jenseits mit bissigen Kommentaren über das Leben ihrer Freundinnen. So ist die einst lebenslustige Bree (Marcia Cross) in ihrer Hausarbeit aufgegangen, verlangt von ihrer Familie stets perfekte Manieren und putzt und flickt ständig an sich und anderen rum. Als ihr genervter Mann die Scheidung verlangt, wird der liebe Gatte eben kurzerhand vergiftet. Die schüchterne Susan (Teri Hatcher) hat ein Auge auf den neuen Nachbarn geworfen und scheut sich nicht, das Haus ihrer Konkurrentin abzufackeln. Und die einstige Karrierefrau Lynette (Felicity Huffman) boxt schon mal den hormongetriebenen Gatten k.o., der die gestresste vierfache Mutter ohne Kondom beglücken will. Und dann ist da noch ein mysteriöser Brief, den Mary an ihrem Todestag erhielt. Welches Geheimnis hat sie in den Tod getrieben?

Fürs schwule Auge ist dann noch der Gärtner (Jesse Metcalfe, was für ein Hengst!) da, mit dem das frühere Modell Gabrielle (Eva Longoria ) eine Affäre hat. Das ganze wird inszeniert mit viel Wort- und Bildwitz, und dank des mysteriösen Briefes gibt es auch noch zahlreich Spannung. ABC gelang damit ein Kritikerliebling (die Serie wurde bereits fünffach für den Golden Globe nominiert) und ein Quotenerfolg am Sonntagabend - und viel kostenlose Aufregung in konservativen Kreisen. Die Frau des Vizepräsidenten, Lynne Cheney, warnte schon, Kinder sonntag abends wegzusperren, der Chef des Medienaufsichtsbehörde kritisierte: "Ich frage mich, ob Walt Disney darauf stolz gewesen wäre". ABC gehört zum Disney-Konzern und steht nun mitten im US-Kulturkampf zwischen Konservatismus und Moderne. Die ProSieben Sat1 Media AG hat mittlerweile die Rechte an der Serie eingekauft.

Desperate Housewives, in Originalfassung auf Premiere sowie in Tauschbörsen

The O.C. auf Pro Sieben

Ein anderer Quotenhit aus den USA startet derweil am 19. Januar auf Pro 7: "The O.C.", was für Orange County in Kalifornien steht. Das ist die beste Jugend- und Familienserie sei den frühen Folgen von "Dawson's Creek"; dumm, aber auch unterhaltsam. Ein Rechtsanwalt nimmt einen in Schlamassel geratenen Herzensbrecher in seine Schnösel-Villa auf. Ryan (Ben McKenzie) freundet sich mit Familiensohn Seth (Adam Brody) und der Nachbarstochter an, und schnell gibt es Liebe, Leidenschaft und Leiden.

Für schwule Couch Potatoes bietet "O.C., California", wie die Serie bei Pro Sieben heißt, nicht nur einen Familienvater im Coming-out und (später, Gerüchten zufolge) eine lesbische Hauptrolle, Seths Sprüche sind reinster Camp. Auf zahlreichen schwulen Fan-Seiten wird zudem von einem Traumpaar Ryan-Seth geschwärmt, in der Serie lieben beide jedoch Frauen.

O.C., California; Pilotfilm am Mittwoch, den 19. Januar 2004, um 20.15 Uhr auf Pro Sieben



GLAAD Awards: Sieg für "Milk" und "Desperate Housewives"

Am Wochenende sind zum 20. Mal die GLAAD Media Awards verliehen worden, mit denen die Homogruppe Gay & Lesbian Alliance Against Defamation Fernseh- und Kinoproduktionen ehrt, die für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben einen Beitrag leisten.
Star aus "Queer as Folk" bei den Housewives

Gale Harold wird offenbar ein Hetero-Lover in der Wisteria Lane.