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  • 27.09.2014           7      Teilen:   |

New York in den 1960er Jahren

Ulrich Wickerts WG-Leben mit schwarzem Schwulen



Das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" hat in seiner am Freitag erschienenen Ausgabe Promis nach ihren WG-Erfahrungen befragt – darunter auch Ex-"Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert.

Der 71-jährige Journalist und Autor nutzte die Gelegenheit, um eine Schnurre aus den 1960er Jahren zu erzählen: Als junger Student habe er, der Hetero, in New York City mit einem schwulen Schauspieler zusammengewohnt.

Weil dieses sensationelle Bekenntnis dank dpa heute auch in etlichen Tageszeitungen abgedruckt wurde, können wir es auf queer.de natürlich nicht ignorieren.

Wörtlich schrieb Wickert im SZ-Magazin:

Als ich 1963 zum Studieren in die USA ging, kannte kaum einer den Begriff "WG". Mit Freunden zusammenzuziehen war gang und gäbe und oft auch finanziell die einzige Alternative. […] Ich zog dann mit einem schwarzen Schauspieler zusammen, der gerade an einer Theaterproduktion arbeitete. Später stellte sich heraus, dass er schwul war. Für die damalige Zeit war das ein Riesenskandal, mein Freundeskreis empfand das aber als ganz normal und sah das nicht weiter kritisch. Im Gegenzug fand es mein Genosse unglaublich spannend, mit einem weißen Mann zusammenzuwohnen. Einmal schmiss er eine Fete, es war dann hauptsächlich seine schwule Community, die vorbeikam. Er ermahnte seine Kumpels aber, mich nicht anzubaggern oder stundenlang anzuquatschen.



Bereut scheint Wickert seine Homo-WG-Phase nicht zu haben:

Meine Zeit in dieser Wohnung zeigte mir das teils noch sehr konservative Amerika von einer ganz anderen Seite. Aber wir wohnten ja auch in New York und nicht in Texas, wo man mich vermutlich durch die Straßen gejagt hätte als Mitbewohner eines schwulen schwarzen Schauspielers. "Fehlt nur noch, dass er Jude ist", hätten die Leute wohl gesagt.



Na, dann: Wir wünschen einen angenehmen Abend und eine geruhsame Nacht! (mize)

(Foto oben: Wiki Commons / Ralf Roletschek (talk) – Fahrradtechnik auf fahrradmonteur.de / CC-BY-SA-1.0)

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Tags: ulrich wickert, wohngemeinschaft, sz magazin
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Reaktionen zu "Ulrich Wickerts WG-Leben mit schwarzem Schwulen"


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
27.09.2014
13:25:05


(+3, 7 Votes)

Von oder so


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#2
27.09.2014
16:00:09


(-1, 3 Votes)
 
#3
27.09.2014
16:34:10


(+2, 6 Votes)

Von 55gwgg4
Antwort zu Kommentar #2 von tobias


der sack vom alten wickert


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#4
27.09.2014
16:41:41


(+4, 8 Votes)

Von Felix


Ich finde nach wie vor, dass Ulrich Wickert nicht nur der beste deutsche Nachrichtensprecher war, sondern ich schätze ihn auch als Autor und als Menschen.

Er ist politisch und gesellschaftlich immer Neuem gegenüber offen und kein bisschen konservativ.


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#5
28.09.2014
01:06:37


(+1, 1 Vote)

Von olfwob
Antwort zu Kommentar #4 von Felix


Er ist schon ein Guter - mit den richtigen Ansichten -. Trotzdem war die letzte Phase seiner Tagesthemen Moderationen schon recht anstrengend. Verhaspeln und Hustenattacken inklusive

Und seine Werbetätigkeit für die dt. Dämmstoffindustrie ist auch grenzwertig, schliesslich brennt das Zeug am Stück ab wie nichts gutes.


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#6
28.09.2014
10:03:03


(+4, 6 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


wow, das wusste ich nicht von wickert.
in den 60er jahren eine wg mit nem schwulen schwarzen - respekt!
seine story finde ich 100-mal spannender als jedwede mitteilung z.b. über benny kieckhäben oder julian f. m. stöckel


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#7
28.09.2014
23:00:17


(+3, 5 Votes)

Von giliatt
Antwort zu Kommentar #4 von Felix


Stimme Dir zu. Wickert ist ein kluger und integerer Mann. Ich mag ihn. Menschen seines Formats sind rar geworden in der heutigen Fernsehlandschaft.

Offenbar war man 1963 weltoffener als heute.


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