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Im Altenheim lernt der 18-jährige Lake (Pier-Gabriel Lajoie) den 62 Jahre älteren Mr. Peabody (Walter Borden) kennen und lieben (Bild: Pro-Fun Media)

Bruce LaBruce hat schon viele Tabus gebrochen. Diesmal überrascht der kanadische Regisseur mit einer Liebesgeschichte zwischen einem 18- und einem 80-Jährigen.

"Gerontophilia", so heißt der Film im Original. Der Begriff "Gerontophilie" umschreibt laut Wikipedia "das dauernde überwiegende Interesse an älteren Menschen", oft aber "nur die sexuelle Fixierung eines jüngeren Menschen auf ältere Menschen".

In Hal Ashbys Tragikomödie "Harold and Maude" von 1971 verliebt sich der leicht morbid angehauchte 18-jährige Harold in die lebenslustige 79-jährige Maude, umschmeichelt durch Songs von Cat Stevens. Bruce LaBruce liefert nun über drei Jahrzehnte später eine schwule Variante nach.

Das Altenheim als Männerparadies


Deutsche Kino-Premiere von "Geron" ist am 29. September in Berlin. Vor dem offiziellen Kinostart am 30. Oktober ist der Film auf einigen Festivals zu sehen

Der 18-jährige Lake (Debütant Pier-Gabriel Lajoie) lebt noch bei seiner leicht dysfunktionalen Mutter Anne (Marie-Hélène Thibault) und ist offiziell mit der exzentrischen Desiree (Katie Boland) zusammen. Doch nach und nach entdeckt er eine Vorliebe für ältere, genauer gesagt: sehr viel ältere Männer. Seine vielversprechende Karriere als Bademeister endet abrupt, als er bei der Mund-zu-Mund-Beatmung eines Senioren etwas zu sichtbaren Enthusiasmus zeigt. Die nichtsahnende Anne bringt ihn als Pflegehelfer in einem Altenheim unter. Lake fühlt sich wie im Paradies.

Als er bei einem Frühdienst den 80-jährigen Mr. Peabody (Walter Borden) zum Waschen zugeteilt bekommt, ist es um ihn geschehen. In langen, gemeinsamen Nachmittagen legt der einstige, noch immer charismatische Künstler sein Misstrauen ab und lässt sich auf Lake ein. Nach einem gemeinsamen Spaziergang folgt der erste Kuss. Leider bleibt der nicht unbeobachtet. Zur Strafe für seinen Verstoß gegen die Hausordnung wird Mr. Peabody sediert und am Bett fixiert.

Das kann Lake nicht zulassen. Er befreit seinen Geliebten aus dem Heim und macht sich mit ihm im geliehenen Auto auf eine Reise quer durch Kanada auf. Denn Mr. Peabody hegt einen letzten Herzenswunsch: noch einmal den Pazifik sehen…

Tabubruch dank Zurückhaltung

In seiner langen Laufbahn hat Bruce LaBruce schon viele Hürden gerissen und in seinen Filmen unter anderem S/M ("Hustler White"), Sex mit Einbeinigen ("Skin Flick"), Zombies ("Otto") und Knarren ("The Raspberry Reich") gezeigt. Die Handlung blieb meist dünner Kitt, um die eindringlich-expliziten Szenen beisammen zu halten.

Diesmal überrascht der kanadische Autor, Regisseur und Fotograf mit einer sensiblen Romanze und fast schon zurückhaltender Körperlichkeit. Bei der Schilderung einer generationsübergreifenden Liebe habe er "so weit als möglich gehen" wollen, "ohne gesetzliche Grenzen zu überschreiten", so LaBruce. "Doch selbst der sensibelste und sanfteste Umgang mit diesem noch immer tabuisierten Thema verstört viele Menschen zutiefst." In seinen charismatischen Hauptdarstellern, dem erfahrenen Walter Borden und dem Debütanten Pier-Gabriel Lajoie, fand der Regisseur geeignete "Botschafter".

Die selbst auferlegte Zurückhaltung zahlt sich aus: "Geron" zählt zu den Höhepunkten in der schon 27 Jahre umfassenden Filmografie von Bruce LaBruce und zu den eindrucksvollsten "schwulen" Neuerscheinungen der letzten Jahre. Sehr sehenswert! (to)

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Infos zum Film

Geron (Originaltitel: Gerontophilia). Tragikomödie. Kanada 2013. Drehbuch: Bruce LaBruce, Daniel Allen Cox. Regie: Bruce LaBruce. Darsteller: Walter Borden, Pier-Gabriel Lajoie, Marie-Hélène Thibault, Katie Boland. Laufzeit: 83 Minuten. Sprache: Englisch. Untertitel: Deutsch. Verleih: Pro Fun Media. Deutsche Kinopremiere mit Gästen am 29. September 2014 um 22 Uhr im Berliner Kino International. Bundesweiter Kinostart: 30. Oktober 2014. Zuvor läuft der Film bei den Lesbisch-schwulen Filmtagen Karlsruhe, beim Internationalen Filmfestival Potsdam, beim Perlen Queer Film Festival Hannover und beim Internationalen Queer Filmfestival Hamburg.
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Schwule Sex-Zombies erobern Los Angeles

"Matsch", "Zerfetz", "Röchel", "Stöhn". Regisseur Bruce LaBruce zeigt sich in seinem neuen Film "L.A. Zombie" tabulos. Seine Horror-Helden arbeiten sonst als Pornostars.
#1 RobinAnonym
  • 29.09.2014, 10:14h
  • Ist quasi die schwule Version von Harold & Maude.

    Ich selbst könnte mir das nicht vorstellen, aber jeder nach seiner Facon. Solange niemand zu was gezwungen wird, was er nicht will oder zu Schaden kommt, habe ich auch gegen solche Beziehungen nichts.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 David ZAnonym
  • 29.09.2014, 10:18h
  • Wo die Liebe hinfällt...

    Gerade wir LGBTI sollten nicht über andere Liebe urteilen. Auch nicht, wenn sie jenseits üblicher Normen ist. (Solange es nicht um Kindesmissbrauch, o.ä. geht.)
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Eric LassardAnonym
#4 gatopardo
  • 29.09.2014, 13:41h
  • Antwort auf #3 von Eric Lassard
  • Das ist interessant. War kürzlich in einem Madrider Lokal, wo mich alte Männer mit noch Älteren oder Gleichaltrigen überraschten, die sich knutschten und auch schon mal im Dunkelraum miteinander verschwanden. Mir war der Club nicht bekannt und ich hatte Jüngere erwartet, die auf alte Knacker wie mir stehen, wie es ja eher vorkommt. Ich habe von dieser Vorliebe selten gehört, weil ich sie selber nicht teilen kann, da ich nur auf 25- bis 50jährige stehe und auch mehrere Versuche mit Partnern über dieser Grenze kläglich gescheitert sind. Ja so ist das, die Welt ist bunt und das ist auch gut so !
  • Antworten » | Direktlink »
#5 sperlingAnonym
  • 29.09.2014, 14:03h
  • in meinem freundeskreis gab es ein paar mit mehreren jahrzehnten altersunterschied, von denen der ältere leider heute nicht mehr lebt. ich konnte zwar die erotische anziehung des jüngeren zu dem älteren nie teilen, aber eine beziehung besteht ja nicht nur aus erotik.

    je besser ich beide kennenlernte, umso mehr verstand ich, was an so einer partnerschaft reizvoll sein kann (und die beiden hatten eine ganz wunderbare beziehung). der ältere war ein unheimlich aufgeschlossener, kluger, gebildeter und immer noch neugieriger mensch. und er hatte ein so abwechslungsreiches leben hinter sich, dass es für mehrere biographien gereicht hätte. mit ihm zu reden war manchmal, als betrete man eine lebende bibliothek, da öffnete sich ein erstaunlicher, großer geist, eine erfahrungs- und gedankenwelt von solcher spannweite, wie sie ein jüngerer einfach nicht haben kann. er hatte eine perspektive auf die dinge, die sich oft von der unterschied, die ich aus meiner generation gewohnt war, und das machte es spannend. es war einfach schön und bereichernd, mit ihm zusammen zu sein.

    natürlich gibt es alte menschen, die nicht so sind. deren geist mit dem alter eher wieder enger wird. aber hey, das gibt es bei jungen auch...
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#6 Udo WalZZZynessAnonym
#7 LachsackAnonym
  • 29.09.2014, 15:37h
  • images.kino.de/flbilder/max04/mbiz04/mbiz37/z0437671/b640x60
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    Ganz im Gegenteil: Eheöffnung und Adoptionsrecht werden vom LSVD und der einen und anderen politischen Partei als der größtmögliche Segen für schwule Menschen verkauft. Es setzt sich aber niemand ernsthaft dafür ein. Aussitzen und auf günstige politische Konstellationen hoffen, das ist die Devise. Gleichzeitig wird die Homo-Ehe, zur Not in Form der Eingetragenen Lebenspartnerschaft, nebst Kinderschar als das Leitbild homosexuellen Lebens propagiert. Ein Leitbild, dass so eng wie möglich an das heterosexuelle Ideal der Konservativen, der Katholiken, der Muslime, eigentlich an das Ideal all derer, die früher (?) erklärte Feinde schwuler Menschen waren, angelehnt ist. Der damit einhergehende Identifikationsverlust schwuler Menschen liegt auf der Hand, wird aber gleichwohl konsequent übersehen oder vorsätzlich geleugnet. Kann Mann darauf stolz sein?
    Dieser Identifikationsverlust geht noch viel weiter....

    stevenmilverton.com/2014/09/schwuler-stolz/

    www.pro-fun.de/media/s11/Geron_6.jpg
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#8 gatopardo
#10 realnessAnonym