Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 29.09.2014           6      Teilen:   |

USA

Kalifornien: "Homo-Panik" nicht mehr strafmildernd

Artikelbild
Kalifornien weist dem Rest des Landes den Weg (Bild: vampiress144 / flickr / cc by-sa 2.0)

Ein erster Bundesstaat in den USA untersagt eine Strategie von Strafverteidigern, mit der gewalttätige Homo-Hasser bislang ein mildes Urteil erwarten konnten.

Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown hat am Sonntag das Gesetz AB 2501 unterzeichnet, das die sogenannte "Gay Panic"-Verteidigungsstrategie bei Tötungesdelikten vor Gericht untersagt. Bislang konnten Angeklagte, die einen Homosexuellen umgebracht haben, mit einem milderen Urteil oder gar einem Freispruch rechnen, sollten sie die panische Angst vor Homosexuellen als Grund für ihren Übergriff anführen. Diese Strategie wurde vor allem nach Tötungen von schwulen Männern angewandt, in den letzten Jahren aber vermehrt auch bei Gewalttaten gegen Transsexuelle.

LGBT-Aktivisten werben bereits seit mehreren Jahren für eine Abschaffung der "Gay Panic"-Regelung, die sie als homo- und transphob bezeichnen, weil sie Homo- und Transsexuelle generell zu Tätern macht. Es wird argumentiert, dass vor Gericht auch keine "Schwarzen-Panik" zugelassen werde, sollte das Opfer dunkelhäutig sein. Das Parlament von Kalifornien hatte den Gesetzentwurf bereits vor drei Wochen mit 50 zu zehn Stimmen verabschiedet.

Nach Angaben des Juristen Jordan Blair Woods von der University of California in Los Angeles ist die "Gay Panic"-Verteidigungsstrategie in den Sechzigerjahren aufgekommen und wurde seither in einem Drittel der US-Bundesstaaten angewandt.

Fortsetzung nach Anzeige


Die "Gay Panic"-Strategie war vielfach erfolgreich

Der bekannteste Fall einer "Gay Panic"-Verteidigung ereignete sich nach dem Mord am schwulen Studenten Matthew Shepard im Jahr 1998 nahe Laramie (Wyoming). Die Täter wurden allerdings dennoch zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Anderswo war die Strategie aber erfolgreich: So wurde 2009 in Chicago ein heterosexueller Mann freigesprochen, der einen Schwulen mit 61 Dolchstichen getötet hatte (queer.de berichtete). Zwei Jahre später wurde er zwar in einem Zivilverfahren zur Zahlung von 600.000 Dollar an die Angehörigen des Opfers verurteilt, gilt aber strafrechtlich nach wie vor als unschuldig.

"Gay Panic" ist zudem kein rein amerikanisches Problem: So wurde vor fünf Jahren ein Mann in Spanien freigesprochen, der dutzende Male auf zwei Schwule eingestochen und beide getötet hatte (queer.de berichtete). Der Staatsanwalt beschuldigte daraufhin die Geschworenen, aus Homophobie und Rassismus geurteilt zu haben (einer der Opfer stammte aus Afrika). (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 6 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 177             6     
Service: | pdf | mailen
Tags: gay panic, kalifornien, jerry brown
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Kalifornien: "Homo-Panik" nicht mehr strafmildernd"


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
29.09.2014
17:09:50


(+4, 4 Votes)

Von Hugo


Das Beste Beispiel, für menschliche Vorurteile.
Deshalb ist es wichtig, das die Kinder schon im Kindergarten vorurteilsfrei erzogen werden.
Die ewigvorgestrigen dürfen in der Zukunft keine Mehrheit mehr haben.
Die wennigen sogenannten Haßprediger haben keine Vorurteile, die wollen bloß die Menschen kontrollieren und setzen deshalb auf menschliche Ängste.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
29.09.2014
18:36:29


(+2, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Richtig so!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
29.09.2014
19:05:21
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von Nico


Endlich. Das war längst überfällig. Nicht nur, dass die Opfer den Schaden haben, sondern dann sollen sie auch noch quasi Mitschuld haben, weil sie schwul sind.

Und die Täter bekommen mildernde Umstände, weil sie Schwule statt Heteros als Opfer gewählt haben.

Es wird höchste Zeit, dass diese zynische Praxis überall abgeschafft wird.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
29.09.2014
19:14:35


(+1, 3 Votes)

Von Marek


"So wurde 2009 in Chicago ein heterosexueller Mann freigesprochen, der einen Schwulen mit 61 Dolchstichen getötet hatte"

" "Gay Panic" ist zudem kein rein amerikanisches Problem: So wurde vor fünf Jahren ein Mann in Spanien freigesprochen, der dutzende Male auf zwei Schwule eingestochen und beide getötet hatte "

Diese Perversionen muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen...

Ein Mörder braucht sich nur einen Schwulen auszusuchen und schon geht er straffrei aus.

Das muss endlich ein Ende haben! Nicht nur in Kalifornien, sondern in jedem Rechtsstaat!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
29.09.2014
23:15:16
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von Baer2014


Es hat bis 2003 gedauert bis der Supreme Court sämtliche "Sodomy laws" aller Bundesstaaten der USA für nichtig erklärt hatte und noch nicht mal einstimmig...

Hier. Ein noch viel größerer Schwachsinn als mildernde Umstände "weil unter Alkoholeinfluß" (was ich noch nie und nirgendwo verstanden habe).

Aber der schwarze unbewaffnete Junge in Florida durfte ja auch straflos erschossen werden wg. "Stand your ground laws" die in 46 Bundesstaaten aktuell in Kraft sind.

Darauf werden sich die Homohasser wohl als nächstes berufen, wenn sie vorhaben schwule Männer zu töten.

Extremer und andauernder Justizskandal erster Güte made in USA.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
30.09.2014
09:24:29


(+4, 4 Votes)

Von Sebi


Dass Gewalt gegen GLBTI überhaupt noch irgendwo milder bestraft wird als gegen andere (oder sogar ganz straffrei ausgeht) ist ein Skandal.

Das hat mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nichts mehr zu tun, sondern erinnert eher an einen Gottesstaat.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 Ort: Sacramento


 POLITIK - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Kein sicherer Listenplatz: NRW-Grüne strafen Volker Beck ab Grüne NRW schicken Sven Lehmann in den Bundestag Kein Termin für LGBTI-Aktivisten: Kultusminister redet lieber mit Homo-Hassern Berlin: Straße wird nach Homo-Aktivist benannt
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt