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Zum siebten Mal ehrt in Berlin der Respektpreis Menschen für ihren Einsatz gegen Homo- und Transphobie

Ein schwuler Fußball-Schiedsrichter, eine Berliner Rapperin, ein Projekt gegen falsche Vorstellungen von Ehre und eine Trans-Ausstellung können sich Hoffnung auf den Respektpreis 2014 machen.

Das sechsköpfige Respektpreis-Kuratorium des Berliner Bündnisses gegen Homophobie hat am Mittwoch in seiner abschließenden Sitzung vier Nominierungen für herausragenden Einsatz gegen Homophobie und Transphobie bekannt gegeben. Die 80 Mitglieder des Bündnisses entscheiden nun mit einfacher Mehrheit darüber, wem am 24. November der Respektpreis im Grand Hotel Esplanade verliehen wird.

Zu den vier Nominierten gehört der türkische Schiedsrichter Halil İbrahim Dinçdağ, der nach seinem Outing 2008 aus dem türkischen Fußballverband verbannt wurde. In der öffentlichen Darstellung in der Türkei wird Dinçdağ seit Jahren aufgrund seiner Homosexualität diskriminiert und erhält Morddrohungen, da er von seiner Forderung nicht abrückt, wieder Verbandsspiele pfeifen zu dürfen. Dinçdağ, der infolge der Ausgrenzung unter anderem seine Arbeitsstelle als Radiomoderator verloren hat, führt in Istanbul seit Jahren einen Rechtsprozess stellvertretend für die gesamte türkische LGBTI-Community (queer.de berichtete).

Auch die Berliner Rapperin Sookee (bürgerlich Nora Hantzsch) kann sich Hoffnungen auf die Auszeichnung machen. Die Jury erklärte, die Frau zeige, dass man die Musikrichtung nicht Homophoben überlassen müsste. Als Rapperin engagiere sich die 30-Jährige mit ihren Texten und Auftritten gegen Homophobie, Sexismus und Antisemitismus im deutschen Hip Hop. 2012 erschienen zwei Songs mit den Titeln "Pro Homo" und "D.R.A.G.", in denen sie Partei für Homosexuelle ergreift und sich von Heteronormativität abgrenzt.

Des weiteren sind zwei Initiativen aus der Bundeshauptstadt nominiert: Zum einen das Projekt "Heroes – Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre", das sich für ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Männern und Frauen jeglicher Kultur einsetzt. "Mit Aufklärungsarbeiten vor Ort übernehmen die jungen Männer Verantwortung für sich und ihre 'Brüder'", lobte die Jury. Homophobie werde von den Akteuren als Problem erkannt und aus Eigenantrieb heraus in die Projektarbeit eingebunden, u.a. in die Präventionsteams bei Veranstaltungen, wo die heterosexuellen jungen Männer mit Migrationshintergrund ganz selbstbewusst Flagge für Lesben und Schwule zeigten.

Die Wanderausstellung "Trans* in Arbeit" zeigt einen neuen Aspekt im Kampf für die Gleichstellung für Transsexuelle und ist damit ebenfalls nominiert. Sie zeigt Porträtfotos von zwölf transgeschlechtlichen Menschen am Arbeitsplatz – und das in einer Welt, in der sich rund die Hälfte der Transsexuellen im Job nicht outet.

"Aus einer ganzen Reihe würdiger Kandidatinnen und Kandidaten haben wir uns für vier Personen beziehungsweise Organisationen entschieden, die mit ihrer Arbeit und ihrem Wirken richtungsweisende Signale für die Gesamtgesellschaft aussenden", erklärte Kuratorin Christa Arnet vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD). Dieses Engagement gelte es mit einer Nominierung zu unterstützen.

Das Respektpreis-Kuratorium 2014 bestand aus den Bündnis-Mitgliedern Radisson Blu (Torsten Dahlke), Visit Berlin (Yasmine-Blanche Werder), Tennis Borussia Berlin (Christian Rudolph), der Unternehmensberatung [know:bodies] (Dr. Astrid Nelke) sowie den beiden Bündnis-Trägern Land Berlin (Florencio Chicote) und dem LSVD Berlin-Brandenburg (Christa Arnet).

Preisträgerin des Jahres 2013 war die polnische Menschenrechtlerin Elżbieta Szczęsna (queer.de berichtete). Im Jahr zuvor hatte die Nominierung des damaligen Berliner Erzbischofs Rainer Maria Woelki für Aufregung gesorgt, da er nach wie vor an der These festhielt, dass sexuell aktive Homosexuelle "nicht gebilligt" werden könnten (queer.de berichtete).

Der Preis wird seit 2009 alljährlich vom Bündnis gegen Homophobie verliehen. (pm/cw)



#1 SebiAnonym
#2 BlubberAnonym
  • 03.10.2014, 15:10h
  • Allein die Nominierung z.B. von Bischof Woelki machen den Preis beliebig.
    Es geht doch nicht um die auszuzeichnenden Personen/Initiativen. Es geht um Presse für den LSVD und seine Superaktion "Bündnis gegen Homophobie (Transphobie soll mensch sich mitdenken)...
    Nunja, wenn alles so einfach wäre...
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