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  • 04.10.2014           17      Teilen:   |

Memoiren zum 50. Geburtstag

Kerkeling: "Seitdem ich denken kann, denke ich schwul"

Artikelbild
"Hach, ich glaube es nicht": Kerkelings legendärer Sketch über einen Schwulen im Düsseldorfer Gourmetcafé

Am 6. Oktober erscheint Hape Kerkelings Autobiografie "Der Junge muss an die frische Luft" – darin thematisiert der Komiker und Entertainer auch seine Homosexualität.

Bereits vor dem offiziellen Erscheinungstag seiner Autobiografie "Der Junge muss an die frische Luft" am kommenden Montag sorgt Hape Kerkeling für Schlagzeilen. In einem Interview in der jüngsten Ausgabe des "Stern" verriet der Entertainer, worum es auf den 320 Seiten geht. So spricht der 49-Jährige zum ersten Mal über das Trauma seiner Kindheit – den Selbstmord seiner Mutter.

Kerkeling war acht Jahre alt, als sich seine depressive Mutter 1973 mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben nahm. In der Nacht war er mit ihr allein und schlüpfte nach dem Fernsehen zu ihr ins Bett. Was er erlebte, "war das Schrecklichste, was mir in meinem Leben bis dato widerfahren ist. Das war traumatisch", sagte er im "Stern"-Interview.

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Kerkelings Homosexualität für die Familie kein Problem

Kerkelings Memoiren erscheinen am 6. Oktober im Piper Verlag
Kerkelings Memoiren erscheinen am 6. Oktober im Piper Verlag

In seinen Memoiren thematisiert Hape Kerkeling auch seine Homosexualität: "Seitdem ich denken kann, denke ich schwul", sagte er dem "Stern". Für seine Familie sei das nie ein Problem gewesen. Rückhalt habe er sogar bei seiner Tante Lisbeth gefunden, die als Schwester Mafaldis im katholischen Kloster lebte.

Nachdem Rosa von Praunheim den Komödianten 1991 in der RTL-Sendung "Explosiv – Der heiße Stuhl" geoutet hatte, bat die Tante den damals 26-Jährigen zu sich ins Kloster. Bei Kaffee und Kuchen habe er ihr erklären sollen, was Schwulsein denn bedeute, weil ihr der Begriff fremd sei. Auf seine Erklärungen hin habe die Ordensfrau sehr locker reagiert und Verständnis gezeigt: "Eigentlich habe ich mir das schon gedacht, als du klein warst."

Laut Pressemitteilung des Piper-Verlags schreibt Hape Kerkeling in seiner Autobiografie über "die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere – und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können". Themen seien darüber hinaus "berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen".

Von "Total normal" bis "Ich bin dann mal weg"

Im aktuellen "Stern" spricht Kerkeling erstmals über den Selbstmord seiner Mutter
Im aktuellen "Stern" spricht Kerkeling erstmals über den Selbstmord seiner Mutter

Beruflich war Kerkeling in Fernsehen und Film sowie als Autor erfolgreich. Seine TV-Karriere begann er 1989 mit dem Comedy-Format "Total normal". In der Sendung vom 25. April 1991 gelang es ihm, verkleidet als Königin Beatrix und vor laufender Kamera in einem Wagen im Schloss Bellevue vorzufahren – vor Eintreffen der echten Königin.

Die Satire "Kein Pardon" war 1993 Kerkelings erster Spielfilm, gefolgt von Fernsehproduktionen wie "Club Las Piranjas" (1995), "Willi und die Windzors" (1996) oder "Die Oma ist tot" (1997). Sein Buch "Ich bin dann mal weg" über seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg wurde zum meistverkauften Buch des Jahres 2006.

Die bekanntesten Figuren Kerkelings sind der Grevenbroicher Journalist Horst Schlämmer, Kneipen-Stammgast Gisela und die Schlagerdiva Uschi Blum.

Im Alter von 18 Jahren lernte Hape Kerkeling seinen ersten Freund und späteren Regisseur und Co-Autor Angelo Colagrossi kennen, mit dem er fast 28 Jahre zusammen blieb. Im Frühjahr 2011 zog der Entertainer jedoch aus der gemeinsamen Berliner Wohnung aus.

Anlässlich seines 50. Geburtstages am 9. Dezember 2014 plant das ZDF einen Film, der die fiktive Planung von Kerkelings Geburtstagsshow zum Thema hat. (cw)

Youtube | Kerkelings Sketch "Schwuler im Café"
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit bei Amazon
» Homepage von Hape Kerkeling
» Fanpage auf Facebook
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Tags: hape kerkeling, memoiren, piper verlag, autobiografie
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Reaktionen zu "Kerkeling: "Seitdem ich denken kann, denke ich schwul""


 17 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
04.10.2014
11:51:38


(-5, 11 Votes)

Von Fred i BKK


Auf seine Erklärungen hin habe die Ordensfrau sehr locker reagiert und Verständnis gezeigt:

Kein Wunder ,dass eine Nonne in einer Klostergemeinschaft Verstaendniss zeigt fuer gleichgeschlechtliche Gefuehle...

Wer nicht versteht washalb, der kann ja mal nachfragen bei den ehrwuerdigen Braeuten Jesus,

Sr.Klitoris,Sr.Vagina,Sr, Nymphomania und andren..

(frag mich weshalb die immer Kuenstlernamen haben ,wie die Maedels von der letzten Seite
bei den Kleinanzeigen ??)


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#2
04.10.2014
13:29:58


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Hape Kerkeling ist einfach spitze!


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#3
04.10.2014
14:17:55


(+6, 8 Votes)

Von Finn


Bei Hape Kerkeling muss ich immer als erstes daran denken, dass er sich schon mehrfach gegen die Ehe-Öffnung ausgesprochen hat.

Nicht etwa, weil er das als spießig empfindet, sondern aus Rücksicht auf Konservative und Religiöse. (Wie bei einem, der Pilgerwege beschreitet nicht anders zu erwarten.)

Da ich lange nichts mehr dazu von ihm gehört habe, weiß ich nicht, ob er das immer noch so sieht. Aber ich finde das sehr kontraproduktiv.

Egal, wie man selbst dazu steht, aber an solchen Dingen kann man erkennen, ob Schwule noch diskriminiert werden oder nicht mehr.

Selbst wenn man es für sich nicht will, sollte man sich dafür einsetzen, da genug andere dies wollen oder auch die Absicherung brauchen.


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#4
04.10.2014
14:29:17


(0, 8 Votes)

Von Thorben
Antwort zu Kommentar #2 von FoXXXyness


Die Geschmäcker sind ja glücklicherweise verschieden. Aber ich finde Hape Kerkeling überhaupt nicht lustig, sondern eher albern.

Das ist aber das große Problem vieler Comedians: sie verwechseln Albernheit mit Humor. Aber solange das bei vielen Menschen ankommt (was mehr über das Niveau der Zuschauer aussagt als über die Qualität der Comedians aussagt), sollen sie das ruhig machen.


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#5
04.10.2014
14:36:30


(+1, 5 Votes)

Von Yannick


Ich bin bei Hape Kerkeling zwiegespalten. Manche Sachen von ihm finde ich gut, andere aber miserabel.

Ich kann z.B. nicht verstehen, warum die Figur Horst Schlämmer so erfolgreich wurde. Ähnlich ging es mir schon in meiner Kindheit in den 1980ern, wo ich seine Hannilein-Figur ähnlich furchtbar fand, auch wenn viele Klassenkameraden das gerne nachmachten.

Und seine Filme finde ich durch die Bank weg alle furchtbar.

Umgekehrt finde ich ihn aber als Moderator (z.B. damals bei der 70er-Show auf RTL) ganz okay.


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#6
04.10.2014
14:45:04
Via Handy


(+4, 6 Votes)

Von Alex
Antwort zu Kommentar #3 von Finn


Ja, Hape Kerkeling ist leider (ähnlich wie Alfred Biolek) dafür bekannt, dass er nicht gerade für Homorechte kämpft und eher der Meinung ist, wir sollten uns anbiedern und nicht auf Gleichstellung bestehen.


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#7
04.10.2014
20:02:51


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User Tonner66


Immer wenn ich mal lachen möchte schaue ich diesen Clip .......

Youtube-Video:


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#8
05.10.2014
11:05:50


(+2, 4 Votes)

Von jochen
Aus münchen (Bayern)
Mitglied seit 03.05.2008


ch finde es erstaunlich, was Prominente so alles aus ihrem sehr privatem Leben der Öffentlichkeit erzählen.

Besonders wundert es mich, dass Hape Kerkeling mit dem Thema (die Tragik des frühen Todes seiner Mutter, als er noch ein Kind war) über das er ( verständlicherweise ) nicht sprechen wollte / konnte, nun in einem Buch der Öffentlichkeit präsentiert.

Ich mag und schätze vieles von dem was Hape bisher gemacht hat, und er wirkt auf mich auch als Mensch sympathisch.

Jetzt beschleicht mich aber der Eindruck, dass hier einer ist der momentan vielleicht gar nicht viel zu sagen hat, momentan keine "Message" oder Ideen hat, nun doch wieder irgendwie ins Rampenlicht will / muss .
(Ich finde, dass das Thema Homosexualität bei Hape Kerkeling doch schon längst durch ist. )


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#9
05.10.2014
11:51:11


(+2, 8 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #8 von jochen


"Besonders wundert es mich, dass Hape Kerkeling mit dem Thema (die Tragik des frühen Todes seiner Mutter, als er noch ein Kind war) über das er ( verständlicherweise ) nicht sprechen wollte / konnte, nun in einem Buch der Öffentlichkeit präsentiert."

Vielleicht ist das auch eine Art Bewältigung dieses Traumas und musste einfach mal raus. Sowas kann einen das ganze Leben lang beschäftigen und holt einen immer ein, wenn man versucht es zu verdrängen.


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#10
05.10.2014
12:57:39


(+5, 5 Votes)

Von jochen
Aus münchen (Bayern)
Mitglied seit 03.05.2008
Antwort zu Kommentar #9 von David77


Vielen Menschen wird es helfen ein Trauma zu verabeiten, wenn "es mal rausmuss" und sie darüber sprechen.

Welche Kritierien sind es, die Menschen entscheiden lassen, dies der breiten Öffentlichkeit darzulegen, oder vielleicht mit Verwandten und guten Freunden oder vielleicht einem Psychotherapeuten darüber zu reden und zu verarbeiten.?
Öffentlichkeit kann evtl.sinnvoll sein, wenn Misstände aufdeckt werden können, wenn eine gesellschaftlich e Diskussion angestossen werden sollen usw...
Das sehe ich persönlich nicht so sehr gegeben bei dem Traumathema.

Naja.. es muss jeder selber wissen, wie er damit umgeht.


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