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Die Demonstranten warnten davor, dass sich unmoralische Schwule und Lesben ihre Kinder bald im Einkaufswagen abholen können

In Frankreich macht "Manif Pour Tous" wieder Stimmung gegen Homosexuelle: Zehntausende demonstrierten dieses Mal gegen die Gleichbehandlung von Lesben und für eine "familienfreundliche" Politik.

Gegner von gleichen Rechten für Schwule und Lesben haben am Sonntag erneut in Paris und Bordeaux demonstriert. Organisator war die Gruppe "Manif Pour Tous" (Demo für alle), die im vergangenen Jahr mit teilweise gewalttätigen Kundgebungen gegen die von der Hollande-Regierung versprochene Ehe-Öffnung auf die Straße gegangen waren (queer.de berichtete). Die letzte Großdemo gegen Homosexuelle hatte in Frankreich im Februar stattgefunden (queer.de berichtete).

Bei der Demonstration in Paris sollen dieses Mal nach Polizeiangaben 70.000 Homo-Gegner dabei gewesen sein, in Bordeaux waren es 7.500 Menschen. Die Gruppe "Manif Pour Tous" setzt die Teilnehmerzahlen dagegen weit höher an: Allein in Paris spricht sie von einer halben Million Teilnehmern.

Dieses Mal wurde insbesondere gegen die künstliche Befruchtung von Lesben demonstriert, die allerdings in Frankreich trotz der Ehe-Öffnung nach wie vor illegal ist. Wie in Deutschland müssen lesbische französische Frauen für eine derartige Behandlung in benachbarte Länder wie Belgien oder die Niederlande ausweichen. Außerdem forderten die Demonstranten die "universelle Abschaffung der Leihmutterschaft", obgleich diese in Frankreich sowohl für Hetero- als auch für Homo-Paare verboten ist. Gesetzesänderungen bei beiden Themen wurden zwar vereinzelt von sozialistischen Politikern gefordert, gelten aber nicht einmal in der Regierungspartei als mehrheitsfähig.

Youtube | Bilder von der Demonstration

Kampf gegen Ehe-Öffnung schwelt weiter

Auf Plakaten wurde zudem der Entzug des Eherechts für Schwule und Lesben verlangt. Außerdem solle an Schulen nicht mehr über Homosexualität aufgeklärt werden. "Traditionelle Familienwerte" müssten mit einer "familienfreundlichen Politik" wieder über die Rechte von Minderheiten gestellt werden, so die Organisatoren.

Umfragen zufolge halten nach wie vor zwei Drittel der Franzosen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben für eine positive Entwicklung. LGBT-Aktivisten beschuldigten die demonstrierenden Homo-Gegner wiederholt, eine homophobe Atmosphäre zu erzeugen und damit für die gestiegene Anzahl an gewalttätigen Übergriffen gegen Homosexuelle verantwortlich zu sein. Im letzten Jahr erklärte eine Gruppe, dass sich mit dem Start der Protestaktionen die Zahl der homophoben Gewalttaten um ein Drittel erhöht habe.

"Manif Pour Tous" inspirierte auch die Demonstrationen gegen den Bildungsplan der Landesregierung Baden-Württemberg. Neben dem Namen "Demo für alle" übernahmen die süddeutschen Homo-Gegner auch die Protestfarben hellblau und rosa. Die nächste Kundgebung in Stuttgart soll am 19. Oktober stattfinden (queer.de berichtete). (dk)



#1 Laurent
  • 06.10.2014, 13:08h
  • Die Proteste werden im Hinblick auf 2017 mit Sicherheit eine gewisse Wirkung zeigen. BaWü lässt grüßen.
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#2 David77Anonym
  • 06.10.2014, 13:18h
  • "Dieses Mal wurde insbesondere gegen die künstliche Befruchtung von Lesben demonstriert, die allerdings in Frankreich trotz der Ehe-Öffnung nach wie vor illegal ist."

    Das sind genau dejenigen, deren Genossen neulich gegen Abtreibung gewettert haben beim "Marsch für das Leben" und genau das ist der Grund, weshalb dieser Kampf FÜR das Leben eine Farce ist und sie sich in ihrer Glaubwürdigkeit selbst diskreditieren.
    Eine Lesbe ist per se nicht unfruchtbar... Entscheidet sie sich FÜR ein Kind, dann ist es den Gegnern auch nicht Recht.
    Und das ist genau das, was mich ankotzt...
    Inwiefern unterscheiden sie sich da von denen, die sie vorgeben zu bekämpfen?
    Sie setzen sich für das Leben ungeborener ungewollter Kinder ein...gleichzeitig wollen
    sie GEWOLLTE Kinder verhindern...
    Sollen die doch gleich diesen Kindern sagen: Ihr solltet gar nicht existieren...
    Da offenbart sich wieder die übliche katholische Doppelmoral.
    Die gleichen, die heute gegen Abtreibung wettern, sind DIESELBEN, die früher die Frauen in die Abtreibung gedrängt haben...natürlich nicht so offen, aber wie sind Katholen früher mit ledigen, alleinerziehenden Müttern umgegangen?
    Wie sind sie früher mit gemischrassigen Paaren umgegangen?
    Und wie mit gemischtkonfessionellen Paaren.
    Eben.
    Und wie gehen sie HEUTE mit lesbischen Kindergärtnerinnen um, die sich FÜR ein Kind entscheiden?
    Sie feuern sie. Das würden sie nicht tun, würde sich - natürlich heimlich - abtreiben.
    Aber selber halten sie am Dogma der unbefleckten Empfängnis und der jungfräulichen Geburt fest... Komisch, wenn eine Frau heute dasselbe macht, dann ist es verwerflich...
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#3 David77Anonym
#4 goddamn liberalAnonym
  • 06.10.2014, 13:58h
  • Samenspendne bei lesbischen Lebenspartnerinnen sind in Deutschland nicht explizit verboten. In Hamburg und Berlin sind sie sogar ausdrücklich erlaubt.

    www.lsvd.de/newsletters/newsletter-2011/insemination-ist-nic
    ht-verboten/index.html


    Da die Rechtslage in Frankreich in Bezug auf die Leihmutterschaft eindeutig ist, kann man nur sagen:

    Da wird im ehemaligen Land der Gleichheit ein homophobes Schreckgespenst aufgebaut und viele, viele rennen auf die Straße.

    Das ist ein gesellschaftlicher Skandal für ein Land, in dem die Privatsphäre traditionell stark respektiert wurde (als Charles Trenet 1963 wg. Homosexualität verhaftet wurde, gab es Solidaritätdemos, auf denen seine Chansons gesungen wurden).

    Die Vorgänge sind nur mit der Dreyfus-Affäre vergleichbar, die langfristig furchtbare Folgen, auch und gerade in Deutschland hatte.

    Und auch in Frankreich hetzen die Medien fröhlich mit:

    www.youtube.com/watch?v=D_ikqI_cPWM
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#5 hypathiaProfil
  • 06.10.2014, 14:15hBaden
  • Schaut euch doch mal das erste Bild an. Erinnert euch das nicht auch ganz gewaltig an den Ku-Klux-Klan?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 so gesehenAnonym
  • 06.10.2014, 14:24h
  • Antwort auf #4 von goddamn liberal
  • " Die Vorgänge sind nur mit der Dreyfus-Affäre vergleichbar,..."

    "Die Dreyfus-Affäre war nach dem Panamaskandal und parallel zur Faschodakrise der dritte große Skandal in dieser Phase der Dritten Republik. Mit Intrigen, Fälschungen, Ministerrücktritten und -stürzen, Gerichtsprozessen, Krawallen, Attentaten, dem Versuch eines Staatsstreiches (23. Februar 1899) und einem zunehmend offenen Antisemitismus in Teilen der Gesellschaft stürzte die Affäre das Land in eine schwere politische und moralische Krise. Insbesondere während des Kampfes um die Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens war die französische Gesellschaft bis in die Familien hinein tief gespalten."

    de.wikipedia.org/wiki/Dreyfus-Aff%C3%A4re

    "Die Republik als solche konnte der Skandal nicht destabilisieren, was unter anderem daran lag, dass das Interesse der Öffentlichkeit kurze Zeit später von der Dreyfus-Affäre in Anspruch genommen wurde."

    de.wikipedia.org/wiki/Panamaskandal

    "Die Faschoda-Krise fand 1898 zwischen Großbritannien und Frankreich statt. Sie stellte den Höhepunkt der imperialistischen Rivalität beider Mächte während des Wettlaufs um Afrika dar."

    de.wikipedia.org/wiki/Faschoda-Krise

    Dann lieber Salafisten-Krisen und Abschiebungs-Affären!
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#7 AlexAnonym
  • 06.10.2014, 14:34h

  • Dass es in Frankreich mal so viele Faschisten geben würde, hätte ich noch vor wenigen Jahren nicht gedacht.
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#8 goddamn liberalAnonym
#9 und auchAnonym
  • 06.10.2014, 15:34h
  • Hier wird von professionellen Empörungsdienstleistern die rechtspopulistische Straße-Folklore eingeübt, die anderen Angeboten zuvorkommen soll. Ersatzempörung.

    Merkel forderte doch von den französischen Sozialisten: "Hartz IV Pour Tous". Also die rot/grüne AGENDA 2010 für Frankreich.
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#10 Laurent