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  • 07. Januar 2005, noch kein Kommentar

The Manhattan Transfer zählt zu den besten Jazz- und Vocal-Pop-Gruppen der USA. Mit "Vibrate" haben sie ein neues Album eingespielt.

Von Jan Gebauer

Als The Manhattan Transfer 1969 in völlig anderer Besetzung gegründet wurde, ahnte noch niemand, dass daraus eine der erfolg- und einflussreichsten Vocal-Pop-Formationen in den USA werden sollte. Tim Hauser (seit 1969 dabei), Janis Siegel, Alan Paul (beide seit 1972 bei der Gruppe) und Cheryl Bentyne (ersetzte 1979 Laurel Masse) schrieben Musikgeschichte, als sie sowohl Grammys für ihre Pop- als auch ihre Jazz-Platten bekamen – ein Novum für die gewagte Mischung aus nostalgischem Swing, Scat, Doo-Wop, Latin und Pop verpackt in virtuosen a capella-Arrangements.

Ihre neues Album "Vibrate" spielten sie für das Independent-Label Telarc ein. Produziert haben die Vier dann auch gleich selber, um so einen größtmöglichen eigenkreativen Anteil zu gewährleisten. Auch die Arrangements wurden zum großen Teil von ihnen übernommen. "Vibrate" bewegt sich hauptsächlich auf sicherem Terrain zwischen anspruchsvolleren Jazz-Vokal-Akkrobatiken und allerlei erfrischenden Ideen aus den unterschiedlichsten Genres. Bei "Core of Sound (Modinha)" handelt es sich um eine sehr schöne Antonio-Carlos-Jobim-Komposition, dem leider schon verstorbenen Bossa-Nova-Gott aus Brasilien. Doch schon die Eröffnungsnummer "Walkin' In N. Y." kommt gediegen und swingend daher.

Ebenso hörenswert sind die beiden Rufus-Wainwright-Nummern (ein schwuler Singer/Songwriter) "Greek Song" und "Vibrate". Besonders der erst genannte Titel überzeugt dank einem feinen indischen Instrument namens Sarangi, für das Alan Paul eigens einen uralten Sarangi-Spieler namens Ramesh Misra auftrieb. Im Mittelteil des Albums finden sich ein paar nicht ganz so leicht verdauliche Jazz-Nummern, die besonders was die Vocals betrifft, eher gewöhnungsbedürftig ("First Ascent") oder schlichtweg Geschmackssache ("The New JuJu Man") sind. Dafür versöhnt am Ende "Come Softly To Me / I Met Him On A Sunday", ein Medley aus zwei zeitlosen Klassikern.

Im November 2005 werden die Vier nach langer Zeit auch wieder live in Deutschland auftreten, allerdings nur für ein Konzert in München. Karten gibt es hier.

7. Januar 2005