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  • 08.10.2014           15      Teilen:   |

LSVD-Geschäftsführer verlässt Aufsichtsrat

Homophobie bei Türkiyemspor?

Artikelbild
Tükiyemspor Berlin war einst das Aushängeschild für Toleranz und Offenheit - hinter den Kulissen ist bei manchen Funktionären die Abneigung gegenüber Homosexuellen aber offenbar normal

Jahrelang hat der LSVD mit dem Berliner Migranten-Sportverein für Offenheit und Toleranz geworben – doch damit ist jetzt Schluss.

Jörg Steinert ist am Dienstag von seinem Aufsichtsratsposten beim Fußballverein Türkiyemspor Berlin 1978 zurückgetreten. Der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg wirft Funktionären in einem kurzen Brief an den Vorstand Homosexuellenfeindlichkeit vor. So gebe es "einzelne Mitglieder, die Aufsichtsratssitzungen boykottieren, wenn diese in den Räumen des Schwulen- und Lesbenverbandes stattfinden". Er kündigte auch seinen Komplett-Austritt aus dem Verein an.

Türkiyemspor war 1978 von türkischen Einwanderern in West-Berlin gegründet worden und hat sich in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit dem LSVD mehrfach mit gesellschaftlichen Projekten für die Rechte von Schwulen und Lesben engagiert. Der Verein erhielt dafür 2009 eine Auszeichnung des schwulen Anti-Gewalt-Projekts Maneo (queer.de berichtete). Außerdem ist Türkiyemspor Mitglied im Berliner "Bündnis gegen Homophobie".

Zuletzt geriet der Club in finanzielle Schwierigkeiten und musste Insolvenz anmelden. Die Zahlungsunfähigkeit wurde – so Steinerts Vorwurf – genutzt, um den Spielbetrieb einer Freizeitmannschaft einzustellen, die das LSVD-Logo auf der Brust trägt. Dieses Team sollte "wegen dessen gesellschaftlichen Engagements aus dem Verein" gedrängt werden, so Steinert in seiner Austrittserklärung. Allerdings wurde der Ausschluss vom Insolvenzverwalter verhindert, weil die Vereinsbeiträge der 37 Freizeitkicker gebraucht werden würden.

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LSVD-Geschäftsführer Jörg Steinert
LSVD-Geschäftsführer Jörg Steinert

Gegenüber queer.de beklagte Steinert, dass die 2013 neu gewählte Vereinsführung die positive Entwicklung der vergangenen Jahre zunichte gemacht habe. "Vielleicht sind die nicht selbst homophob, aber sie geben Druck von homophoben Personen nach", erklärte er. Als Beispiel nannte er homophobe Eltern eines Jungspielers, die den rechtsradikale "Grauen Wölfen" angehörten und erfolgreich gegen Homosexuelle Stimmung machten. Er erklärte aber auch, dass sein Herz nach wie vor am Verein hinge – und es dort viele gute Projekte gebe. Eine Zusammenarbeit mit dem LSVD sei aber derzeit unmöglich.

Angst vor "küssenden Männern" in der Dusche

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, beschuldigte ein Spieler des Vereins Vorstandsmitglied Bülent Gündogdu, aus Homophobie die Zusammenarbeit mit dem LSVD beenden zu wollen. Demnach habe Gündogdu gesagt: "Wir wollen nicht, dass der LSVD unkontrolliert Macht im Verein übernimmt. Außerdem gibt es Menschen, die Angst haben, dass sie oder ihre Kinder in der Kabine oder unter der Dusche küssende Männer sehen". Gündogdu erklärte allerdings, er habe den Satz "so nicht gesagt", forderte aber gleichzeitig "Respekt" gegenüber religiösen Mitgliedern ein.

Vorerst wird die Freizeitmannschaft weiter mit dem LSVD-Logo spielen, allerdings könnte es dem Rest-Vorstand noch gelingen, die Mannschaft aus der Liga abzumelden. (dk)

Links zum Thema:
» LSVD Berlin-Brandenburg
» Türkiyemspor
» Bericht im "Tagesspiegel"
Mehr zum Thema:
» LSVD wird Trikot-Sponsor von Türkiyemspor (12.08.13)
» Schwuler will Türkiyemspor retten (22.04.12)
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Tags: türkiyemspor, sport, fußball, lsvd, jörg steinert, homophobie, berlin
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Reaktionen zu "Homophobie bei Türkiyemspor?"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
08.10.2014
11:39:38


(+15, 19 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


". Gündogdu erklärte allerdings, er habe den Satz "so nicht gesagt", forderte aber gleichzeitig "Respekt" gegenüber religiösen Mitgliedern ein."

das heisst doch nix anderes, als dass bei gündogdu die private religion über dem grundgesetz steht und dass die religion auch die vereinssatzung eines fußballvereins bestimmt. krass.


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#2
08.10.2014
11:55:13


(-2, 24 Votes)

Von GeorgG


Hatte jemand wirklich etwas anderes erwartet?

Eine Zusammenarbeit zwischen heterosexuellen moslemischen Verbänden und Schwulenorganisation ist praktisch nicht möglich.


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#3
08.10.2014
12:04:39


(+9, 13 Votes)

Von ehrenwort
Antwort zu Kommentar #1 von schwarzerkater


dem geht's wie kohl


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#4
08.10.2014
12:24:45


(+10, 20 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von schwarzerkater


Gündogdu erklärte allerdings, er habe den Satz "so nicht gesagt", forderte aber gleichzeitig "Respekt" gegenüber religiösen Mitgliedern ein." kicher...
ich liebe diese formulierungen.

Womit er allerdings der realität in diesem unseren freiheitlich grundgesetzlichen staat entspricht...
der "respekt vor religiösen mitgliedern" steht über dem grundgesetzlich versprochenen gleichheitsgrundsatz.
Deshalb dürfen die "religiösen im schutze der rechtstaatlichkeit tun und lassen, was der gesetzgeber ihnen an lücken offengelassen hat.

Ob das vereinsrecht allerdings auch dies so festschreibt, sollten mal der herr bruns von der lsvd-rechtsabteilung klären lassen..
Vieleicht entzieht man so dem verein die gemeinnützuigkeits-vereinsrechte.. steuerlich etc.. , oder zwingt den vorstand sich des vorstandmitgliedes zu entledigen..

Eigentlich aber sollte hier offiziell eine mitgliederbefragung statt finden, um zu klären wo eigentlich die mitglieder/ spieler und sportler stehen..; das klärt dann auch den vorstand!

Und so bewegen wir uns mal wieder zwischen hammer und amboss; der lsvd muss seine "partnerschaften überprüfen , die "partner ihre bereitschaft zur akzeptanz...

User " GeorgG" hingegen schreibt was er schreiben muss, der banalität des geschriebenen und der ihr innewohnenden sozialen ignoranz ist nichts hinzu zu fügen!
So macht unser georg hier den Gündogdu..
wie die bilder sich doch gleichen!


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#5
08.10.2014
13:59:09


(+15, 17 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014


"Außerdem gibt es Menschen, die Angst haben, dass sie oder ihre Kinder in der Kabine oder unter der Dusche küssende Männer sehen".

Ich habe ständig Angst, auf der Straße küssende Hetero-Paare zu sehen. Ich trau mich schon kaum noch vor die Türe!


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#6
08.10.2014
14:34:46


(+9, 11 Votes)

Von Heiner
Antwort zu Kommentar #1 von schwarzerkater


Genau das ist der Punkt:
Egal ob katholische Kirche, Islam oder was auch immer: Religion steht nicht über dem Gesetz und über demokratischen Grundwerten. Und sie ist keine Rechtfertigung für Diskriminierung.

Wenn bei Türkiyemspor einige Mitglieder homophob sind und die anderen das tolerieren und auch noch mit deren Religiosität relativieren, dann sollte man die Zusammenarbeit besser beenden.


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#7
08.10.2014
14:54:34
Via Handy


(+11, 13 Votes)

Von myystery
Antwort zu Kommentar #6 von Heiner


Leider schon.

Man kann besonders in Deutschland die ganzen Sonderparagraphen gar nicht mehr alle aufzählen, mit denen die diversen Religionsgemeinschaften über das sonst geltende Gesetz gestellt werden.

Wer schützt mich vor Religionen?


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#8
08.10.2014
15:15:40


(+3, 13 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Ich vermisse etwas, statt LSVD Logo natürlich die ISIS Flagge, die Richtung ist offensichtlich.Leute die keinen Respekt haben vor der deutschen Kultur fordern also Respekt für sich selbst, für was? ISIS Verhalten?


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#9
08.10.2014
16:06:35
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von puschelchen
Aus irgendwo in nrw
Mitglied seit 18.12.2009
Antwort zu Kommentar #5 von Danny387


@Danny: "Ich trau mich schon kaum noch vor die Türe!"

Geht mit genauso. Ich bin nicht heterophob, aber die müssen ihre Heterosexualität nicht wie eine Monstranz vor sich hertragen. Was sollen besonders Kinder denken, die in ihrer sexuellen Ausrichtung noch nicht gefestigt sind, und durch öffentliche Zurschaustellung nur noch mehr verwirrt werden? In den eigenen vier Wänden ist das in Ordnung, mehr aber nicht!!!!!!!


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#10
08.10.2014
16:29:08


(+8, 10 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


"'Außerdem gibt es Menschen, die Angst haben, dass sie oder ihre Kinder in der Kabine oder unter der Dusche küssende Männer sehen'. Gündogdu erklärte allerdings, er habe den Satz 'so nicht gesagt', forderte aber gleichzeitig 'Respekt' gegenüber religiösen Mitgliedern ein.

Und wieder zeigt sich der Konflikt zwischen Freiheit und Religion, der weltweit immer unangenehmere, gar tödliche Ausmaße annimmt.
Herr Steinert hat wohl die richtige Entscheidung getroffen und auch die nötige öffentliche Aufmerksamkeit für die Vorgänge im ehemaligen Vorzeigeclub hergestellt.


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