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  • 08.10.2014           19      Teilen:   |

Gleichstellung geht schnell voran

USA: Gegner der Ehe-Öffnung im Endkampf

Artikelbild
Bischof Paul Loverde fordert im Namen seiner Erzdiözese, Homosexuellen das Recht auf Eheschließung wieder zu entziehen

Die Zahl der Staaten mit Ehe-Öffnung könnte binnen weniger Wochen auf 35 anschwellen – Homo-Aktivisten erzielen derzeit fast täglich Siege vor Gericht, Gleichstellungsgegner sind zerknirscht.

Zu Update springen: Ehe-Öffnung in Idaho und Nevada vorerst gestoppt (16:40 Uhr)

Ein Bundesberufungsgericht in San Francisco hat am Dienstag Ehe-Verbote für Schwule und Lesben in den Bundesstaaten Idaho und Nevada für verfassungswidrig erklärt. In der einstimmigen Entscheidung erklärten die Richter, dass die Verbote "juristische, finanzielle, gesellschaftliche und psychologische Nachteile" für Homosexuelle bedeuteten und daher gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz in der US-Verfassung verstoßen würden.

Die Entscheidung fiel nur einen Tag, nachdem sich der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten geweigert hatte, Klagen von fünf Bundesstaaten gegen die Ehe-Öffnung anzunehmen (queer.de berichtete). Dadurch wurde das Urteil der Vorinstanzen rechtskräftig – und die hatten zugunsten der Gleichbehandlung entschieden. LGBT-Aktivisten bedauerten jedoch, dass der Supreme Court die Frage nicht selbst entschieden und das Thema damit für das ganze Land beantwortet hat.

Die Entscheidung der Richter aus San Francisco hat auch Auswirkungen auf die Staaten Alaska, Arizona und Montana, da das Gericht für diese ebenfalls zuständig ist. Laut US-Medien könnte sich die Zahl der Staaten mit Ehe-Öffnung damit innerhalb weniger Wochen auf 35 von insgesamt 50 erhöhen. Letzte Woche hatten 19 Staaten die Ehe geöffnet, am Montag waren es 24, am Dienstag mit der Entscheidung von San Francisco 26.

LGBT-Aktivisten halten jetzt die Ehe-Öffnung im ganzen Land für unausweichlich, da in den vergangenen zwölf Monaten bereits Dutzende Gerichte zugunsten der Gleichstellung geurteilt haben.

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Katholische Kirche will weiterkämpfen

Die Ablehnung der Gleichbehandlung wird in den USA meist religiös begründet. Hier steht insbesondere die katholische Kirche an vorderster Front – und bekräftigt auch nach diesen Gerichtsentscheidungen, weiter gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen kämpfen zu wollen. So beklagte Bischof Paul Loverde aus Virginia am Dienstag, dass der Gesetzgeber die "Natur der Ehe" als Verbindung von Mann und Frau nicht verstehe und außerdem das Volk missachte, weil es in mehreren Volksentscheiden für ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben gestimmt habe. "Als Bischöfe werden wir fortfahren, die Wahrheit über die Ehe als lebenslange Verbindung eines Mannes mit einer Frau zu verbreiten". Außerdem werde man sich weiter für das "Gemeinwohl" einsetzen, das durch die Ehe-Öffnung gefährdet werde.

Umfragen haben allerdings gezeigt, dass die katholische Bevölkerung in den USA weit LGBT-freundlicher ist als die protestantische (queer.de berichtete).

Senator Ted Cruz will es mit Homophobie ins Weiße Haus schaffen
Senator Ted Cruz will es mit Homophobie ins Weiße Haus schaffen (Bild: United States Congress)

Die schwul-lesbische Menschenrechtsorganisation "Human Rights Campaign" hat unterdessen eine virtuelle "Hall of Shame" eingerichtet, die Kongressabgeordnete und Senatoren aufführt, die sich besonders dem Kampf gegen Homo-Rechte verschrieben haben. In der Liste sind 18 Republikaner und ein Demokrat. Dazu zählen die Abgeordneten Steve King ("Homo-Ehe ist Sozialismus") oder Michele Bachmann, die Homosexualität in die Nähe des Satanismus gerückt hatte. Auf die "Liste der Schande" hat es auch der aus Texas stammende Senator Ted Cruz geschafft, der als einer der Favoriten für die republikanische Präsidentschaftskandidatur gilt.

Volker Beck will Deutschland amerikanischer machen

In Deutschland beobachten Befürworter der Gleichbehandlung von Homosexuellen die Entwicklung in den USA mit Wohlwollen. Der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck rief die Bundesregierung etwa am Mittwoch auf, dem Beispiel Amerikas zu folgen: Während in den USA Homosexuelle bald überall heiraten dürften, gebe es "in Deutschland null Verbesserung", so Beck. Schuld seien die Sozialdemokraten: "Die SPD hat leider keine Verbesserungen durchsetzen können. Im Wahlkampf hat sie 100 Prozent Gleichstellung versprochen und bei Merkel null erreicht." (dk)

 Update  16:40 Uhr: Ehe-Öffnung in Idaho und Nevada vorläufig gestoppt
Ein weiterer juristischer Winkelzug: Supreme-Court-Richter Anthony Kennedy hat auf Antrag des Bundesstaates Idaho die Öffnung der Ehe in dem Bundesstaat und in Nevada vorläufig gestoppt. Das oben angesprochene Urteil eines Bundesgerichts ist damit zunächst seiner Wirkung enthoben, bis der Klageweg beendet ist. Unklar ist, ob die Höchstrichter in diesem Fall über die Ehe-Öffnung verhandeln werden oder wie am Montag die Klagen nicht annehmen, so dass die Entscheidung der Vorinstanz wirksam wird.

 Update  9.10., 9:00 Uhr: Doch Ehe-Öffnung in Nevada
Richter Kennedy stellte klar, dass seine Anordnung anders als zunächst von US-Medien interpretiert nur Idaho betrifft. Nun könnte es möglicherweise noch am Donnerstag in Las Vegas zu den ersten gleichgeschlechtlichen Eheschließungen kommen.

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Tags: homo-ehe, ehe-öffnung, san francisco, human rights campaign, ted cruz, usa, justiz, katholische kirche
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 Homo-Ehe in den USA
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Reaktionen zu "USA: Gegner der Ehe-Öffnung im Endkampf"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
08.10.2014
14:27:19


(+6, 8 Votes)

Von panzernashorn
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Diese von ihrem religiotischen Wahn geleiteten Ewiggestrigen können ja meinetwegen für SICH SELBST eine solch schwachsinnige Lebensform wählen, aber sie haben niemals das Recht, ihre verblendete Ideologie auf Menschen zu übertragen, die damit gar nichts am Hut haben, sondern lediglich ein ihnen aufgrund des Gleichheitsgesetzes zustehendes Recht wahrnehmen wollen.

Es wird endlich Zeit, diese Verbrecher an der Menschlichkeit in ihre Schranken zu weisen, am besten gerichtlich mit entsprechenden wirksamen Strafen.

Diese Leute wollen nicht kapieren, dass die Urzeit und das Mittelalter vorbei sind und ihre auf Wahnvorstellungen basierende Macht dem Ende zugehen sollte.

Die Hassreden dieser Bagage soll juristisch auch als das behandelt werden, was sie sind, nämlich massive, dumme Volksverhetzung.

Keiner einzigen Wahnideologie entsteht auch nur ein Funken Nachteil, wenn andere Menschen glücklich und abgesichert sind.

Außerdem sollen sich diese Verbrecher endlich aus dem Leben unschuldiger Menschen heraushalten.

Diese frustrierten Gestalten sollen ihre gescheiterten Lebensentwürfe (!) mit sich ausmachen und ihren Zorn darüber nicht an Unbeteiligten auslassen (dürfen).


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#2
08.10.2014
14:37:39


(+6, 8 Votes)

Von Heiner


"Bischof Paul Loverde fordert im Namen seiner Erzdiözese, Homosexuellen das Recht auf Eheschließung wieder zu entziehen"

Und ich fordere alle Länder auf, religiösen Fanatikern ihre Macht zu entziehen...

Lass die mal schön ihren Endkampf um ihre Weltherrschaft kämpfen. Den werden die verlieren.


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#3
08.10.2014
14:59:03


(+5, 5 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Außerdem fordere ich, dass dieser völlig gestörte Typ sofort in die Psychiatrie eingewiesen wird - auch zum Wohle unschuldiger Menschen und nicht zuletzt zu seinem eigenen, da er dort wohlwollend und fürsorglich betreut wird.


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#4
08.10.2014
16:13:05


(+1, 3 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012
Antwort zu Kommentar #3 von panzernashorn


"da er dort (Psychiatrie) wohlwollend und fürsorglich betreut wird"

... vorausgesetzt es handelt sich um eine Einrichtung, die nicht unter religiöser Kontrolle steht (siehe Vergewaltigung / Pille Danach).


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#5
08.10.2014
16:13:39


(+3, 7 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #1 von panzernashorn


>"können ja meinetwegen für SICH SELBST eine solch schwachsinnige Lebensform wählen"

diese leute haben oft kinder. ich muss es wohl in gewissem rahmen akzeptieren, dass andere menschen eine spirituelle SM-beziehung zu ihrem imaginären meister aufbauen, aber im interesse der nächsten generationen werde ich trotzdem nicht einfach ein häkchen drunter setzen. auch dann nicht, wenn sie mich persönlich in ruhe lassen.

ansonsten stimme ich dir natürlich zu.


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#6
08.10.2014
18:05:02


(-4, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wenn Herr Kennedy Eier in der Hose gehabt hätte, dann hätte er die Anträge Idahos und Nevadas am besten sofort abgelehnt! Einen Platz in der "Hall of 'Shame" hat er mit seiner Fehlentscheidung damit sicher!


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#7
08.10.2014
19:22:10


(+3, 5 Votes)

Von Xerxes
Antwort zu Kommentar #6 von FoXXXyness


# Wenn Herr Kennedy Eier in der Hose gehabt hätte, dann hätte er die Anträge Idahos und Nevadas am besten sofort abgelehnt! #

Zum Hintergrund:

Link zu www.reuters.com

1. Nur Idaho hat einen Aufschub beantragt, Nevada nicht.

2. Kennedy, der für Eilmaßnahmen gegen Entscheidungen des 9th U.S. Circuit Court of Appeals (Bundesberufungsgericht für den 9. Bezirk) zuständig ist, hat den Supportern der Same-Sex-Marriage rechtliches Gehör bis morgen gewährt. Danach wird der US Supreme Court entscheiden, wie es weitergeht.

# Einen Platz in der "Hall of 'Shame" hat er mit seiner Fehlentscheidung damit sicher! #

Wieso ist das eine Fehlentscheidung? Eine Fehlentscheidung wäre es, wenn er die Prozessordnung missachten würde. Auch in DE gibt es z.B. die Nichtzulassungsbeschwerde. Dann muss der BGH entscheiden, ob er eine Revision annimmt oder nicht. Damit ist über den Ausgang des Verfahrens nichts gesagt.

Das Schlimmste, was jetzt passieren kann, ist eine Entscheidung des US Supreme Court, von der die Gegner der Gleichstellung behaupten können, sie verletzte das Recht und die Verfassung und versuche, vollendete Tatsachen zu schaffen.

Wenn schon die Gerichte entscheiden müssen, weil der Politik der Mut und die Einsicht fehlen, dann muss das gesamte Verfahren einwandfrei sein, sonst wird das schnell zu einem Pyrrhussieg.


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#8
08.10.2014
19:48:31
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von Ehen


Man kann nicht von jedem Paar Illusion der Religion verlangen. Leute wie Schwule, Lesben, Bi, fruchtlose, Alte erfüllen nicht so Fortpflanzen Illusion und für diese ist Zivilehe mit Vollständigkeit der Rechte. Nicht jede verschiedengeschlechtliche Ehe hat children. Also die entsprechen auch nicht der Religion und auf dieser Ebene der Fortpflanzung, weil sie dazu nicht passen, emotionell. Gleichheit bezieht sich auf Auswahl. Wenn alte Lesben heiraten, sind nicht nur Muschiorientiert aber schon fruchtlos oder dem Schemaprinzip der Fortpflanzung abgeneigt. So ist Vielfalt der Zivilehen absolut richtig, dass man Auswahl der gleichgeschlechtlichen oder der verschiedengeschlechtlichen Ehe hat.


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#9
08.10.2014
20:00:50
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von Ehen


Ehen gleichgechlechtlich oder verschiedengeschlechtlich bilden gute Gender Kombination. Homoehe oder Heteroehe ist Ehe als körperlich und seelisch zu verstehen. Man würde sagen, in den Ehen kombiniert man das männliche und weibliche, so Gender, egal ob Homoehe oder Heteroehe. In jeder Ehebeziehung ist das kombinierte Mann männlich Weib weiblich gemischt. Der gefühlvolle Mann ist nicht gleich schwul und gefühllose Mann nicht gleich hetero. Strenge Frau ist nicht gleich lesbisch und weiche Frau gleich hetero. Jeder ist so, wie Gender das bestimmt, als Wissenschaft.


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#10
08.10.2014
21:05:43


(+3, 3 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von sperling


@sperling: in diesem Punkt gebe ich Dir selbstverständlich Recht v.a. dahingehend, dass sie ihre wahnwitzige Ideologie leider auch auf die potentiellen Kinder übertragen (könnten).

Daher hatte ich ja auch betont: "SICH SELBST", aber leider werden sie in ihrem Wahn ihr Umfeld diesbezüglich nicht in Ruhe lassen und zu infizieren versuchen.

Im Prinzip toleriere ich eigentlich keine Art von Religion, da diese allesamt in ihrem umfassenden, rücksichtslosen Machtstreben nach Hirnwäscheprinzipien funktionieren und das normale, logische Denken schon sehr früh und permanent ausschalten.

Anstatt selbständig denkender Menschen werden gleichgeschaltete Marionetten erzeugt.


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