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  • 09.10.2014           19      Teilen:   |

Kampf um Anerkennung "sexueller Vielfalt"

Petition gegen Bildungsplan abgelehnt

Artikelbild
Homo-Gegner befürchten Sodom und Gomorrha, sollte die Landesregierung ihren Bildungsplan umsetzen (Bild: Guido Klein)

In Baden-Württemberg torpedieren Homo-Gegner weiter den neuen Bildungsplan. Dabei haben sie im Petitionsausschuss auf Granit gebissen – und waren anschließend empört.

Der Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtags hat am Mittwoch eine Eingabe gegen den Bildungsplan abgelehnt. Die Petition war im Januar vom Realschullehrer Gabriel Stängle überreicht worden, mehr als 180.000 Homo-Gegner hatten sie unter dem Titel "Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015" unterzeichnet (queer.de berichtete). Kritisiert wird darin, dass im von der grün-roten Landesregierung erarbeiteten Bildungsplan Schülern fächerübergreifend vermittelt werden soll, dass Homo- und Transsexuelle als gleichwertige Menschen anzusehen sind. Stängle und seine Anhänger halten das für eine "Sexualisierung der Kinder".

Die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Beate Böhlen (Grüne), teilte mit, dass die Landesregierung an ihrem Ziel festhalte, das Thema "Akzeptanz sexueller Vielfalt" in den neuen Bildungsplänen zu verankern. "Deshalb hat der Petent mit seinem Anliegen keinen Erfolg", erklärte die Abgeordnete aus Baden-Baden.

In einer weiteren abgelehnten Petition zum Bildungsplan ging es um die Überprüfung einer angeblich "lobbyistischen" Einflussnahme verschiedener Organisationen auf das Kultusministerium.

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Homo-Gegner: Regierung "ignoriert" Bevölkerung

Die Gegner des Bildungsplans reagierten gereizt auf die Ablehnung. Die Initiative um Stängle hielt die Entscheidung für "nicht nachvollziehbar" und warf dem Ausschuss vor, nicht inhaltlich auf die Forderungen der Homo-Gegner eingegangen zu sein. Die Initiative "Schützt unsere Kinder" beschuldigt die Landesregierung, "die Petition auszusitzen und die Stimmen der eigenen Bevölkerung zu ignorieren". Das sei "ein harter Schlag ins Gesicht derer, die noch an eine 'echte Bürgerregierung' glaubten. Und auch für diejenigen, die sich keine Illusionen machten, wird deutlich, wie Demokratie funktioniert."

Allerdings unterstützt laut einer Umfrage eine deutliche Mehrheit der Baden-Württemberger die Pläne der Landesregierung – sogar die Mehrheit der CDU-Wähler stellte sich hinter die "Akzeptanz sexueller Vielfalt" (queer.de berichtete). Trotzdem hatten Bildungsplan-Gegner immer wieder zu Demonstrationen gegen das Vorhaben aufgerufen, die nächste und bereits fünfte ist für den 19. Oktober geplant (queer.de berichtete).

Die Landesregierung hatte bereits im April einen überarbeiteten Bildungsplan vorgestellt, um "Missverständnisse" abzubauen. Dieser wurde auch von LGBT-Gruppen unterstützt (queer.de berichtete). Das Bildungsministerium hat außerdem die Einführung in baden-württembergischen Schulen um ein Jahr auf 2016 verschoben, also auf die Zeit nach der nächsten Landtagswahl (queer.de berichtete). Grund sei laut Kultusminister Andreas Stoch (SPD), dass noch weitere Praxistests notwendig seien. (dk)

Links zum Thema:
» Pressemitteilung des Landtags
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Reaktionen zu "Petition gegen Bildungsplan abgelehnt"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
09.10.2014
10:47:12


(+4, 8 Votes)

Von AntiFanti
Aus Berlin
Mitglied seit 02.04.2013


...wenn es diesen leuten tatsächlich um kinderschutz gehen würde, dann sollten sie sich zb. für mehr jugenschutz im internet einsetzen, jedes kind das zugang hat kann sich problemlos die härtesten pornos ansehen, aber das scheint diese hinterwäldler nicht zu interessieren...


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#2
09.10.2014
10:52:03


(+17, 17 Votes)

Von Nico


"Homo-Gegner: Regierung "ignoriert" Bevölkerung"

Nein, die Gegner des Bildungsplan sind nur ein ganz kleiner Anteil der Bevölkerung. Die überwältigende Mehrheit ist FÜR umfassende Bildung statt dagegen.

In ihrem Größenwahn denken diese vom Hass zerfressenen Ewiggestrigen vielleicht, sie sprächen für die gesamte Bevölkerung, aber das ist nicht so.


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#3
09.10.2014
11:07:05


(+6, 8 Votes)

Von reality check


es gibt in dieser amtsperiode (bis 2016) KEINEN bildungsplan mit lgbti-gleichberechtigung. dafür hat grün-"rot" nach der hofierung der faschos im staatsministerium gesorgt.


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#4
09.10.2014
11:08:54


(+16, 18 Votes)

Von Fred i BKK
Antwort zu Kommentar #1 von AntiFanti


...... kinderschutz

wo waren die als der Vatikan die Kinderschaender in den eigenen Reihen schuetzte und der Bestrafung entzog....

da war keiner von der verlogenen ,scheinheiligen Bande mit grossen Schildern vor den Kathetralen,Kirchen und Bischofsitzen zu sehen ...

da waren diese Kinderschutzheuchler ganz ruhig und zurueckhaltend .....

mir wird uebel wenn ich ihre verlogenen Gesichter sehe....


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#5
09.10.2014
11:11:28


(+12, 12 Votes)

Von Just me


Was ich bedenklich finde ist, dass Teile der Bevölkerung durch dubiose Online-Petitionen anderen Menschen Entfaltungsraum wegnehmen, Hass und Lügen verbreiten und die Regierung dem auch noch nachgibt. Seit wann ist schulische Aufklärung, die Menschen vor Übergriffen und Diskriminierung schützen soll, ein Abstimmungsgegenstand? Traurig und ärgerlich.


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#6
09.10.2014
11:46:23
Via Handy


(+13, 15 Votes)

Von Simon H


Diese religiösen Fanatiker verdrehen weiterhin die Fakten und verbreiten Lügen.

Auf so eine schrille Minderheit darf die Politik nicht hören.


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#7
09.10.2014
12:08:46


(+10, 12 Votes)

Von Heiner


Wer Bildung verhindert will, hat wohl Angst, andere könnten intelligenter werden als man selbst.


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#8
09.10.2014
13:14:56


(+11, 11 Votes)

Von loudless


So ist das nunmal mit den sogenannten "Konservativen" - bloß nichts Neues zulassen - es könnte ja passieren, dass mal Hirn benutzt werden muss. Gegen Aufklärung zu stimmen ist ja wohl das mit Abstand dümmste, was ein Mensch machen kann.


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#9
09.10.2014
13:26:08


(+13, 15 Votes)

Von Neusprech


Der Blog 'der zaunfink' hat sich mit der Begriffs-Umdeutung der Bildungsplan-Gegner beschäftigt:

"Sobald aber in einem Bilderbuch zwei Männer einander die Hand reichen, haben die beiden in der obsessiven Phantasie 'besorgter Eltern' gleich Poposex, Peitschen und Dildos im Gepäck. Kinder würden einfach nur zwei Männer wahrnehmen, die einander lieb haben, doch zu dieser unhysterischen Betrachtung sind diese Eltern weder fähig noch willens. Über der gesamten Diskussion liegt eine irritierende Obsession für Sexualität. Das Ironische ist, dass die Bildungs-Gegner_innen ihre eigene Besessenheit, auch dort Sexualität zu wittern, wo es überhaupt nicht um Sexuelles geht, wiederum nicht bei sich selbst erkennen, sondern sie auf die andere Seite projizieren."

Der ganze Artikel hier:

Link:
derzaunfink.wordpress.com/2014/10/02/ein-festival-
des-neusprech-die-schuldebatte/


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#10
09.10.2014
13:42:36


(+8, 10 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Fred i BKK


"... wo waren die als der Vatikan die Kinderschaender in den eigenen Reihen schuetzte (...) da war keiner von der verlogenen ,scheinheiligen Bande mit grossen Schildern vor den Kathetralen,Kirchen und Bischofsitzen zu sehen ... "
stimme dir 100%ig zu


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