Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?22457

Zweites Solo-Album "Trick"

Im Hotelbett träumen mit Kele


Kele Okereke wurde als Frontmann der Indieband Bloc Party bekannt. Im Jahr 2010 startete er parallel eine Solokarriere (Bild: Wiki Commons / Funkfried333 / CC-BY-SA-3.0)

  • 09. Oktober 2014, Noch kein Kommentar

Während es bei Bloc Party bekanntlich recht hetero zugeht, gönnt sich Frontmann Orereke solo eine schöne Prise Schwulsein – auch mit dem neuen Album "Trick".
Von Michael Thiele

Kele, das Soloprojekt von Kele Okereke, ist ja so ein bisschen das schwule Hobby des berühmten Bloc-Party-Frontmanns. Denn während es bei seiner Indie-Kapelle relativ hetero zugeht, ordentlich an den Gitarren herumgefuhrwerkt wird und die Leute auf den Konzerten haareschüttelnd die Sau rauslassen, gönnt sich Okereke solo eine schöne Prise Schwulsein.

Das ist schon mal ganz leicht erkennbar an den Covern seiner Platten. Man nehme nur die "The Hunter"-EP von 2011, auf welcher sich der 32-Jährige ebenso muskulös wie sensibel zeigte. Lustvoll hat er die Arme über seinem Kopf gekreuzt, ein zartes Kettchen hängt über seiner leicht behaarten Brust, die Augen ruhen geschlossen, der Schwarzweiß-Look macht die Aufnahme zusätzlich ästhetisch. Physisch ist Kele also sehr präsent.

Und auch musikalisch setzt der gebürtige Brite seiner Stamm-Band einiges entgegen: Elektropop statt Indierock lautet das Motto.

Als Solo-Sänger noch in den Startlöchern


Keles zweites Solo-Album "Trick" erscheint in Deutschland am 10. Oktober

Die neuerliche Pause von Bloc Party hat Kele Okereke genutzt, um an einem zweiten Album zu arbeiten. Dazu muss man sagen: Im deutschsprachigen Raum haben die Solo-Sachen ja nie so richtig gezündet. Man kennt Kele als den farbigen, schwulen Indie-Typen, der mit dem Banddebüt "Silent Alarm" anno 2005 über Nacht zum Star wurde. Aber seine Soloplatten? Fehlanzeige.

Von denen haben nur Fans und Fachpresse und eben Schwule etwas mitbekommen. Das ist einerseits schade, weil man authentischen, talentierten Künstlern natürlich wünscht, dass sie kommerziell erfolgreich sind. Andererseits war unter seinen Songs bisher noch nicht der eine, große Hit, der ihn ins Bewusstsein der Leute katapultiert hätte.

Auch auf seinem neuen Werk "Trick", das auf Okerekes eigenem Label Lilac Records erscheint, wird man diesen vergeblich suchen. Aber, und das ist die gute Nachricht, man vermisst ihn auch nicht. Denn was Kele auf "Trick" zaubert, ist ein sehr angenehmer, sphärischer und heterogener Mix elektronischer Musik.

Auf "Trick" kann man das Weltall hören

Die zehn Songs beeindrucken durch ihre durchdachte, nachdenkliche, vielleicht sogar verkopfte Struktur sowie durch ihr dunkel-warmes Sounddesign. Immer wieder hat man das Gefühl, im Hintergrund flirren Sternschnuppen, schimmern Wolken und Nebel. "Trick" macht Nacht und Dunkelheit, sogar auch ein bisschen das Weltall hörbar.

Ein Beispiel dafür ist "My Hotel Room". Sehnsüchtig fragt, ja bittet Kele, "why don't you come closer", denn "my hotel room is not that far". Und weiter: "We can talk for hours, I can show you stars." Extrem sexy und cheesy ist dabei der Sprechgesang der tiefen Männerstimme, die Keles Zeilen wiederholt, während die Beats an die "Supernature"-Ära von Goldfrapp erinnern.

Tatsächlich zieht sich die Sehnsucht nach einem Freund und Partner, nach einem Mann durch "Trick", auch wenn etwa im French-House-Eröffnungstrack "First Impressions" eine weibliche Duettpartnerin zu hören ist. Diese Sehnsucht thematisieren das basslastige "Stay The Night" oder "Like We Used To" mit seinem fliehenden, verunsicherten Gesang.

Wunderbar aufgefangen und abgerundet wird Keles Verlangen dann wieder durch Ausflüge in House ("Humour Me"), 90's Dance ("Closer") und Dubstep ("Coasting").

Vimeo | Offzieller Teaser zum Album