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  • 10.10.2014           116      Teilen:   |

Mecklenburg-Vorpommern

Schwuler AfD-Landeschef wegen Volksverhetzung angeklagt

Artikelbild
Auf dem AfD-Pressefoto gibt er den perfekten Schwiegersohn: Holger Arppe ist einer von zwei Landeschefs in Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied der Rostocker Bürgerschaft (Bild: AfD Mecklenburg-Vorpommern)

Der Rostocker Stadtrat Holger Arppe, Vorsitzender der Alternative für Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern, soll jahrelang gegen Ausländer und Muslime gehetzt haben.

Während sich die Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD am letzten Wochenende mit dem Grundgesetz ablichten ließ (queer.de berichtete), ist ein schwuler Parteifunktionär mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt gekommen: Holger Arppe, AfD-Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern, wurde bereits Mitte September von der Staatsanwaltschaft Rostock wegen Volksverhetzung angeklagt.

Laut Anklage habe der Rostocker Galerist im Kommentarbereich der rechtsextremen Online-Plattform "Politically Incorrect" (PI) jahrelang zu Gewalt gegen Muslime aufgerufen, gegen Ausländer gehetzt und demokratische Politiker beleidigt. Zwei der Einträge erfüllten den Tatbestand der Volksverhetzung, befand die Staatsanwaltschaft. Im Falle einer Verurteilung drohen Arppe zwischen drei Monaten und fünf Jahren Haft.

Fortsetzung nach Anzeige


Großbritannien als "Quarantäne-Insel" für Moslems

Der 41-jährige Angeklagte habe für seine Hetz-Beiträge das Pseudonym "antaios_rostock" benutzt, erklärte Staatsanwalt Martin Fiedler in der "Frankfurter Rundschau". "Entweder die Muselmanen passen sich an oder sie müssen raus", kommentierte "antaios_rostock" auf PI, auch solle man die "Kameltreiber austrocknen". In einem anderen Post hieß es, Großbritannien solle eine "Quarantäne-Insel" für Moslems werden.

Die Anschuldigungen seien "haltlos" und "politisch motiviert", um ihn zu "diskreditieren", erklärte hingegen Holger Arppe. "Wer mich kennt, wird keine Zweifel daran haben, dass ich zwar ein streitbarer Geist, aber auf jeden Fall durch und durch demokratisch gesinnt bin", erklärte er gegenüber der "Ostsee-Zeitung". Er könne versichern, "dass mir ein Denken, wie es in den inkriminierten Kommentaren zum Ausdruck kommt, völlig fremd ist".

Dem würde auch sein christlicher Glauben sowie sein ehrenamtliches Engagement in der Evangelischen Kirche entgegenstehen, so Arppe. "Als offen homosexuell in einer langjährigen Partnerschaft lebender Bürger fühle ich mich zudem in besonderem Maße zu Toleranz verpflichtet, da ich diese von meiner Umwelt im Gegenzug ebenfalls einfordere."

Staatsanwalt Fiedler hält die Beweislage dagegen für eindeutig. Laut Aktenlage bot sich der heutige AfD-Landeschef im September 2010 "Politically Incorrect" als "Spürnase" an, die im Netz nach islamkritischen Texten fahndet – und nutzte dafür sowohl sein PI-Login "antaios_rostock" als auch seinen Klarnamen samt Email-Adresse "holger_arppe@web.de". Im Mai 2010 schickte er PI zudem einen Text, in dem er die evangelische Kirche für eine zu milde Abgrenzung vom Islam rügte – und der seine volle Signatur mit Telefonnummer und Adresse enthielt.

AfD Mecklenburg-Vorpommern sponserte Lesung mit Akif Pirincci

Erst vor wenigen Monaten sorgte die AfD Mecklenburg-Vorpommern mit dem Sponsering einer Lesung des homophoben Krawallautors Akif Pirincci in Stralsund für Schlagzeilen. "Es geht uns hier nicht darum, wie wir zu seinen einzelnen Aussagen stehen", erklärte damals Holger Arppe in einer Pressemitteilung. "Entscheidend ist für uns, dass Herr Pirincci wichtige Probleme unserer Gesellschaft anspricht: Integration, Staatsverschuldung, Familienpolitik und mangelnden Patriotismus. Über diese Themen muss es eine offene und tabufreie Diskussion geben."

Die Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD hat unterdessen am Donnerstag eine weitere Pressemitteilung verschickt. Darin heißt es: "Die Homosexuellen in der AfD sehen sich als Sprachrohr der bürgerlichen Homosexuellen in Deutschland fernab der linksgrünen und schrillen Töne. Sie wollen durch ruhigere Töne und ohne überzogene Forderungen erreichen, dass aus 'falscher Toleranz' auf Dauer eine echte Akzeptanz in Deutschland entsteht." (cw)

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Tags: holger arppe, afd, volksverhetzung, anklage, alternative für deutschland
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Reaktionen zu "Schwuler AfD-Landeschef wegen Volksverhetzung angeklagt"


 116 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
10.10.2014
10:26:19


(+8, 16 Votes)

Von Harkness


Im Prinzip sagt er also, man darf nur schwul sein, wenn man angepasst ist. Und wenn man da auch nur ein wenig aus der Rolle fällt, ist man gleich schrill und würde falsche Toleranz einfordern. Aha. Seid wir ihr wollt, aber bloß nicht anders als ich.

Davon ab, typische AfD-Haltung. Man hetzt, will es aber dann nicht gewesen sein.


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#2
10.10.2014
10:32:31


(+11, 19 Votes)

Von Demokratie


Tja, es gibt auch schwule Faschisten. Die sind dann z.B. in der AfD, der NPD, etc.

Ob Holger Arppe auch dazu gehört, muss die Justiz feststellen.

Aber unabhängig davon zeigt sich wieder mal, dass ein paar Schwule in der AfD diese Partei noch lange nicht wählbarer machen.


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#3
10.10.2014
10:48:42


(+9, 15 Votes)

Von schwarzerkater
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Antwort zu Kommentar #2 von Demokratie


"Tja, es gibt auch schwule Faschisten. Die sind dann z.B. in der AfD, der NPD, etc."

meiner meinung nach ist es viel wichtiger, parteien nach deren inhalten auszuwählen und nicht danach, ob es dort schwule mitglieder gibt.
afd = auffangbecken für deppen


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#4
10.10.2014
10:50:24


(+7, 15 Votes)

Von David77


" Sie wollen durch ruhigere Töne und ohne überzogene Forderungen erreichen, dass aus 'falscher Toleranz' auf Dauer eine echte Akzeptanz in Deutschland entsteht." "

Aha.
Aus Sicht der CDSU war die ELP schon eine überzogene Forderung und wäre durch ruhige Töne nicht "durchgekommen"...Erst recht nicht unter einer AFD anno 2000
Mein Vorschlag: Alles, was die böhsen Linksgrünen "schrill" erkämpft haben, wird AFDlern NICHT gewährt, sondern sollen sie sich selber erkämpfen. Am besten noch den 175er wiedereinführen, den die erste LINKE Regierung ohne CDU entschärft hatte.
Einfach verlogen, selber die Rechte in Anspruch nehmen, die die Gegner erkämpft haben und ihn dafür auch noch anspucken... Das kennen wir ja schon vom Bundes-Guido, der sich ja vehement gegen die ELP ausgesprochen hatte...Aber dafür sind die Linksgrünen ja wieder gut genug.

Wo wären denn die Fortschritte geblieben, hätte es die SCHRILLEN Aufstände in der Christopher Street damals nicht gegeben, sondern man weiter auf ruhige Töne gesetzt?
Wo wären denn die heutigen Freiheiten, die wir als selbstverständlich hinnehmen, hätten die 68er damals die ach-so-hochgehaltenen alten Werte nicht hinterfragt?
Ihr könnt ja gerne die Werte von 1950 ausleben, und das was euch nicht passt selber durch ruhige Töne ändern... dann dürft ihr auch im Jahr 2069 ENDLICH straffrei eure Homosexualität ausleben, wofür ihr dann in ruhigen Tönen gekämpft haben werdet. Im Jahr 2102 dürft ihr dann eine ELP eingehen, die ihr dann selbst erstritten haben werdet.
Der Rest geht dann bereits seit 75 Jahren eine gleichgeschlechte Ehe ein, die die Linksgrünen erstritten haben, aber nur unter der Bedingung, dass sie andere, die sie bekämpft haben, auch dann nicht eingehen dürfen.


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#5
10.10.2014
10:53:10


(+8, 18 Votes)

Von Zeitfenster


"Die Homosexuellen in der AfD sehen sich als Sprachrohr der bürgerlichen Homosexuellen in Deutschland fernab der linksgrünen und schrillen Töne. Sie wollen durch ruhigere Töne und ohne überzogene Forderungen erreichen, dass aus 'falscher Toleranz' auf Dauer eine echte Akzeptanz in Deutschland entsteht."

Die Klemmschwestern kommen jetzt aus dem Schrank und wollen große Politik machen. Sie offenbaren ihren Selbsthass. Noch mehr Selbststigmatisierung geht kaum. Fehlt nur noch, dass sie sich der Wiedereinführung des § 175 anschließen.

In der AfD den schwulen Biedermann geben und bei Gayromeo den jugendlichen Stricher abfischen. Für einige Gestalten muss die Doppelmoral eine vorteilhafte Lebensstrategie darstellen. Erbämrliche Truppe!


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#6
10.10.2014
11:27:18


(+5, 15 Votes)

Von Heiner


Die AfD-Fans labern jetzt sicher wieder was von "Einzelfällen".

In der AfD gibt es aber verdammt viele dieser Einzelfälle. Und das bis in die Führungsriege hinein. Wenn man sich mal ansieht, wer da auf Parteitagen so alles in führende Positionen oder Wahllisten gewählt wird...

Die AfD ist und bleibt halt eine durch und durch rechtspopulistische Partei.

Die übrigens auch Verbesserungen bei Homorechten ablehnt, woran auch ein paar Schwule, die sich in diese Partei verirrt haben, nichts ändern.


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#7
10.10.2014
11:40:00


(+7, 15 Votes)

Von Pino


Ich kann nur hoffen, dass es bei der AfD ähnlich zugeht wie bei den Piraten:
nach dem ersten Hype erkennen die Leute, was wirklich dahinter steckt und kurze Zeit später sind sie von der Bildfläche verschwunden.

Den Piraten kann man wenigstens noch zugute halten, dass sie (teilweise) gute Absichten hatten, aber einfach nur unfähig waren. Aber die AfD hat böse Absichten und ist eine rechte Parte wie zig andere auch.

Ich kann nur hoffen, dass die AfD so schnell wie möglich wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Das ist eine Schande für Deutschland, dass so eine Partei über 5% kommt.


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#8
10.10.2014
12:17:30


(+8, 14 Votes)

Von GayRay


Die AfD versucht in Deutschland dieselbe Strategie wie der Front National in Frankreich. Der Front National ist eigentlich eine rechtsextreme Partei, aber seitdem Marine LePen das Amt der Vorsitzenden von ihre Vater geerbt hat, versucht sie das geschickt zu kaschieren und den Front National als Protestpartei der angeblich "schweigenden Mehrheit" zu etablieren.

So machen Rechte das immer: sich erst bürgerlich geben und sobald sie dann stark genug sind, zeigen sie ihr wahres Gesicht.

Und genauso versucht es jetzt die AfD in Deutschland:
man gibt sich als brave bürgerliche Partei. Aber in Wirklichkeit hetzt man und spielt Menschen gegeneinander aus, um daraus politisch Kapital zu schlagen und mehr Macht zu erlangen.

Diese Wölfe im Schafspelz dürfen keinen Erfolg haben.


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#9
10.10.2014
12:28:03
Via Handy


(+6, 14 Votes)

Von Simon H


"Erst vor wenigen Monaten sorgte die AfD Mecklenburg-Vorpommern mit dem Sponsering einer Lesung des homophoben Krawall­autors Akif Pirincci in Stralsund für Schlag­zeilen."

Da haben sich ja zwei gesucht und gefunden...

Und dann diese Begründung, man müsse über alles diskutieren können. Nein, über Hass braucht man nicht zu diskutieren. Der ist immer scheiße.


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#10
10.10.2014
12:32:14


(+4, 14 Votes)

Von jhgk


Die AfD ist die Partei, die am meisten von Barebackern und Hetero AO-Sex-Liebhaber gewählt wird! Schaut man sich heterosexuelle Barebackforen wie internationalsexguide.com, TabuloseHuren.com und AOHuren.de/com etc... stellt man schnell fest was das für Typen sind! gewalttätig, verbittert (hassen Feminismus!, Feminismus ist daran schuld, dass Männer zu Nutten müssen ...so heißt es da, warum viele Männer Single sind hat was mit dem Feminismus zu tun ,so AO-Sex-Liebhaber...HIV bei Heteros?Nein.Niemals , dass sind/waren bestimmt bisexuelle ,die HIV an die Prostituierte/Heterowelt weitergegeben hat . LOL

Der Hetero -Mann sei ja unverwundbar...LOL

Letztens hat man darüber aufgeregt, dass AO-Gangbangs verboten werden, MSM-Gangbangs aber nicht...wie gestört!


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