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  • 07. Januar 2005, noch kein Kommentar

Auf "Let's Boogaloo! Vol. 2" groovt und heizt es ordentlich. Darunter auch der Radio-Hit "Breakaway" vom Frank Pop Ensemble.

Von Jan Gebauer

Mit der ersten "Let's Boogaloo!"-Compilation hat das Label Record Kicks aus Italien einen großen Erfolg in den europäischen Tanz-Tempeln landen können. Mit dem Nachfolger wollen sie nun genau da anknüpfen, wo sie beim letzten Mal aufgehört haben: Eine geschickte Mischung aus Acid- und Dancefloor-Jazz, Hammond, Lounge, Funk und Soul. Dieses Gebräu von heißen Rhythmen und treibenden Grooves bildet perfekten Stoff, damit die folgenden (kalten) Wochen noch ordentlich aufgewärmt werden – besonders in den Diskotheken dieser Nation. Da werden die schwulen Läden sicher nicht hinten anstehen wollen.

"Let's Boogaloo! Vol. 2" bietet neben vielen Raritäten, die man sonst kaum zu hören bekommt, auch echte Perlen, die es bereits ins Radio geschafft haben. Herausheben muss die queer.de-Redaktion den absolut überragenden an Northern-Soul-Hymnen erinnernden Killer-Song "Breakaway", der eine Hookline besitzt, die man so schnell nicht mehr vergisst. Die Lady an den Lead-Vocals swingt sich butterweich durch eine Komposition, die an glorreiche Zeiten in den 70er Jahren erinnert. Doch weit gefehlt, hier war kein Amerikaner am Werk, sondern der Deutsche Frank Popp und sein Ensemble. Der hatte erst 2003 mit dem auch in der Werbung gespielten Song "Hip Teens Don't Wear Blue Jeans" einen großen Hit in Deutschland. Seine "Breakaway"-Perle wird mittlerweile auch im Radio rauf und runter gespielt – ein Lichtblick im Meer des immer gleichen Radio-Gedudels.

Ebenfalls ein Ohrwurm erster Güte ist der Hammond-infizierte Burner "Slush Puppy" von den Slow Slushy Boys, der klingt als käme er frisch aus einer vergessenen Werbung für Brausepulver aus den 70er Jahren. Dieser französische Beitrag ist ebenso heiß, wie jener aus Spanien - "Groovy la notte" - ein ultraheißer Tanzflächenfüller der Gruppe Koniec, einen Song, für den sich wohl auch Carlos Santana erwärmen könnte (wenn auch in einem anderen Arrangement). Verblüffend auch wie jazzig der Song "Doggy Bag" der finnischen Formation Slim Alan 3 klingt - das würde man den Jungs aus dem hohen Norden gar nicht zutrauen. Hinzu kommen jede Menge gelungene Songs aus dem Heimatland der Compilation-Produzenten, Italien, die das "groovy-funky-shaky"-Vergnügen perfekt machen.

Geheimtipp: "Lover and a Friend" von Eddie Bo & Inez Chetham. Klingt wie ein verloren geglaubter Fund aus dem guten alten Stax-Archiv. Mavis Staples lässt grüßen.

11. Januar 2005