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  • 10.10.2014           38      Teilen:   |

Kulturkampf

Italien: Städte widersetzen sich dem Ehe-Verbot für Schwule und Lesben

Artikelbild
Telnehmer auf dem CSD Bologna (Bild: usadifranci / flickr / cc by 2.0)

Der konservative Innenminister will unbedingt verhindern, dass einzelnen Gemeinde Homo-Paare anerkennen – Rückendeckung erhält er von der katholischen Kirche, die gleichgeschlechtliche Ehen "niemals" anerkennen will.

In Italien ist ein offener Streit über die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen entbrannt: Mehrere von linksgerichteten Bürgermeistern angeführte Städte und Gemeinden haben in den letzten Wochen angekündigt, im Ausland geschlossene Ehen anzuerkennen, darunter Bologna, Mailand oder Neapel. Im toskanischen Grossetto wurde eine bereits anerkannte Eheschließung durch ein Gericht wieder für ungültig erklärt, allerdings nur aus formalen Gründen (queer.de berichtete).

Der italienische Innenminister Angelino Alfano hat bereits Widerstand gegen die Gleichbehandlung angekündigt: In einem Rundschreiben erinnerte er die Gemeinden daran, dass nur die Ehe von Mann und Frau in Italien erlaubt sei, und verlangte die Auflösung der gleichgeschlechtlichen Ehen. Alfano war bereits Justizminister unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi und war auch bis vergangenes Jahr Mitglied in dessen Partei, gründete dann aber die "Neue Rechte Mitte", die jetzt der Koalition des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi angehört. Sein Rundschreiben wurde von LGBT-Aktivisten mit Empörung aufgenommen, der Minister erklärte aber, er setze nur geltendes Recht um.

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Ministerpräsident will eingetragene Partnerschaften einführen

Ministerpräsident Matteo Renzi
Ministerpräsident Matteo Renzi

Renzi selbst hatte bereits im Juli die Einführung von eingetragenen Partnerschaften nach deutschem Vorbild angekündigt (queer.de berichtete). Noch ist aber unklar, ob er selbst für diese kleine Lösung eine Mehrheit in seiner Koalition findet. Bereits vor sechs Jahren war der damalige Ministerpräsident Romano Prodi an der Einführung der "Ehe-Light" gescheitert, weil eine kleine katholische Partei seine Neun-Parteien-Koalition sprengte (queer.de berichtete).

Die in Italien sehr mächtige katholische Kirche organisiert unterdessen Widerstand: Am vergangenen Wochenende gingen in dutzenden Städten insgesamt mehrere tausend Homo-Gegner gegen die Gleichbehandlung auf die Straße, darunter auch viele Priester. Vereinzelt kam es zu Auseinandersetzungen. Erzbischof Luigi Negri warf daraufhin Homosexuellen, Kommunisten und Anarchisten vor, für die Gewalt verantwortlich zu sein.

Katholische Kirche: Homo-Paare "nicht Teil der christlichen Doktrin"

Am Donnerstag hat Kardinal Francesco Coccopalmerio zudem angekündigt, dass schwule und lesbische Katholiken "niemals" mit dem Segen ihrer Kirche rechnen können. "Wir müssen ehrlich sein. Für uns – und nicht nur für uns, sondern generell für die menschliche Kultur – ist eine Ehe zwischen einem Mann und einer Frau", so Coccopalmerio. "Zu sagen, diese Verbindungen sind wie Ehen, wird niemals passieren. Das ist eine Frage von Logik und Identität. Diese Leute zu segnen ist nicht Teil der christlichen Doktrin, wie wir sie sehen."

Die Frage der Homo-Rechte wird auch in Italien in letzter Zeit immer wieder vor Gerichten ausgefochten: So sprach ein Familiengericht in Rom einem Frau Ende August das Recht zu, das Kind ihrer Lebenspartnerin zu adoptieren (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: italien, matteo renzi, ehe-öffnung, katholische kirche
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Reaktionen zu "Italien: Städte widersetzen sich dem Ehe-Verbot für Schwule und Lesben"


 38 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
10.10.2014
14:00:39


(+9, 11 Votes)

Von goddamn liberal


"Zu sagen, diese Verbindungen sind wie Ehen, wird niemals passieren. Das ist eine Frage von Logik und Identität. Diese Leute zu segnen ist nicht Teil der christlichen Doktrin, wie wir sie sehen."

Und fehlt der Pfaffensegen dabei, die Ehe ist gültig nicht minder. (Heinrich Heine)


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#2
10.10.2014
14:12:56


(+14, 16 Votes)

Von m123


www.kirchenaustritt.de

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#3
10.10.2014
14:17:34


(-6, 10 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015


Der Eindruck von Rechtsbeugung sollte allerdings vermieden werden.


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#4
10.10.2014
14:18:05


(+10, 12 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Wo wird der Listenfetischist dieses Forums nun die Herren Negri und Coccopalmerio platzieren?
Wie lang wird diese Liste zukünftig werden? Fragen über Fragen.

Ansonsten: "Neu Rechte Mitte"? Im Stammland des Mussolini-Faschismus feiert der Euphemismus wohl dieser Tage fröhliche Urständ.


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#5
10.10.2014
14:22:37


(+11, 13 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #3 von Laurent


Wer beugt denn das Recht? Der Innenminister, der darauf besteht, dass die im Ausland geschlossenen GÜLTIGEN Ehen aufgelöst werden?
Die kath. Kirche, die sich in die Politik einmischt, wo sie aber nichts zu suchen hat und kein Teil ist?
Kriminelle, die sich zum Präsidenten "krönen", anstatt im Knast zu sitzen?


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#6
10.10.2014
14:26:05


(+14, 16 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #1 von goddamn liberal


Ein schönes Heine-Zitat. In ganz anderem Zusammenhang merkte er einmal an:
"Schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte."


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#7
10.10.2014
14:45:03
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von Miepmiep
Antwort zu Kommentar #6 von Loren


Neben der RKK gibt es aber auch andere, wie z.B. die Unierte Suppengemüse-Kirche von Hintertupfingen oder die Heilige Insuffizienz-Gemeinde von Karachi... (bitte im Geiste selbst weiterführen)

So: ERSTER!!!!!!


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#8
10.10.2014
15:59:18


(+10, 12 Votes)

Von Nico


"Rückendeckung erhält er von der katholischen Kirche, die gleichgeschlechtliche Ehen "niemals" anerkennen will. "

Soviel zur Theorie, unter dem neuen Papst würde etwas besser. Die katholische Kirche wird sich niemals ändern. Der neue Papst hat nur ein raffinierteres Marketing und stellt sich nach außen als der tolerante, liebe alte Opi dar.


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#9
10.10.2014
16:00:06


(-9, 13 Votes)

Von Oliver43


"Noch ist aber unklar, ob er selbst für diese kleine Lösung eine Mehrheit in seiner Koalition findet. "

Eine Mehrheit wird Renzi für die Einführung des Lebenspartnerschaftsinstitutes sicherlich im Parlament finden, auch wenn ein kleinerer Koalitionspartner sich sperren sollte. Denn bei diesem Thema kann der sozialdemokratische Renzi auf die Zustimmung durch die oppositionelle Protestpart der Fünf-Sterne-Bewegung von Beppe Grillo rechnen.

----

Wie sich die Vatikanleitung hier positioniert, bleibt abzuwarten, weil dort unterschiedliche Kräfte und Personen am Wirken sind.

So gilt Papst Franziskus als Befürworter eines Lebenspartnerschaftsinstitutes, so wie er es auch schon in seiner Zeit in Argentinen war.

Und es geht schliesslich nicht in Italien umd die Eheöffnung sondern um ein Lebenspartnerschaftsinstitut, wie wir es in Deutschland haben.

Daher hier dürften die Meinungen unter den katholischen Bischöfen und Kardinälen auseinandergehen, so wie es derzeit im Vatikan bei den ergebnisoffenen Beratungen auch zu beobachten ist.


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#10
10.10.2014
16:11:47


(+9, 11 Votes)

Von Heiner


"Rückendeckung erhält er von der katholischen Kirche, die gleichgeschlechtliche Ehen "niemals" anerkennen will."

Das kann die Kinderficker-Sekte auch nicht, weil Unterdrückung und das Schüren von Hass Teil ihres Geschäftsprinzips ist. Die entziehen ihrem Konzern doch nicht die Geschäftsgrundlage.

Gegen Hassprediger hilft nur eines:
Kirchenaustritt.

Link zu www.kirchenaustritt.de


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