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  • 11.10.2014           2      Teilen:   |

Sektempfang des Querverlags

Der queere Höhepunkt der Frankfurter Buchmesse

Artikelbild
Umringt von Smartphones und durstigen Kehlen: Verleger Jim Baker vom Querverlag öffnet die erste Flasche Sekt (Bild: Angelo Algieri)

Zum 20. Mal lud der Berliner Querverlag am Donnerstag zum schwul-lesbischen Sektempfang. Dabei mag Verleger Jim Baker gar keinen Schaumwein.

Von Angelo Algieri

Der schwul-lesbische Sektempfang des Berliner Querverlages ist mittlerweile nicht mehr aus dem queeren Terminkalender wegzudenken. Er stellt für viele Schwule und Lesben ganz klar ein Highlight auf der Frankfurter Buchmesse dar. Immer am Messedonnerstag ab 17 Uhr. Das Besondere in diesem Jahr: Der Empfang jährt sich zum stolzen 20. Mal.

Mindestens 70 Schwule und Lesben haben sich an diesem Donnerstag, den 9. Oktober, in Halle 4.1 am Stand des Querverlages D 79 eingefunden. Viele kennen sich. Die meisten der befragten Anwesenden kommen seit mehrere Jahren, einige seit 15 Jahren regelmäßig. Ein willkommenes Ritual, um Kontakte zu pflegen und neue herzustellen. Schnell werden Visitenkarten ausgetauscht. Das persönliche Job-Netzwerk queer erweitert. Mögliche Geschäfte anberaumt.

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Männerschwarm-Verleger Joachim Bartholomae (li.) stellt seinen Nachwuchsautor Olav Meyer-Sievers vor - Quelle: Angelo Algieri
Männerschwarm-Verleger Joachim Bartholomae (li.) stellt seinen Nachwuchsautor Olav Meyer-Sievers vor (Bild: Angelo Algieri)

Personen in unterschiedlichen Funktionen sind in diesem Jahr gekommen: Etwa die Männerschwarm-Verleger Detlef Grumbach und Joachim Bartholomae (die am 10. Oktober ihren eigenen Sektempfang haben in Hamburg anlässlich der Einweihung der neuen Verlagsräume), Satyr-Verleger und Autor Volker Surmann, Sevastos Sampsounis vom Größenwahn Verlag, Buchhändler wie Veit Schmidt (Löwenherz in Wien und Juror in diesem Jahr bei der hotlist) und Franz Brandmeier (Prinz Eisenherz in Berlin) sowie natürlich Autoren wie Thomas Pregel, Jannis Plastargias, Devin Sumarno und Olav Meyer-Sievers (sein Debüt erscheint im nächsten Frühjahr bei Männerschwarm) und Lektoren wie Ulrich Leinz und Peter Böke. Die Atmosphäre ist wie jedes Jahr angenehm, locker, entspannt. Einzig im Gang war es schnell eng.

"Es ist doch interessant zu sehen, dass wichtige Personen von Großverlagen – etwa bei Suhrkamp oder Randomhouse – auch nur Tucken sind", erläutert Verleger Jim Baker im Interview mit queer.de vor der Veranstaltung. Doch ganz uneigennützig sind die 18 Flaschen Sekt nicht in die Gläser geschenkt: "Es ist für mich eine kostengünstige Werbemaßnahme", gibt Jim zu und verrät, dass er bei einer Frankfurter Firma den Perlwein für etwa 130 Euro bestellt inklusive Lieferung am Stand.

Beim ersten Empfang 1995 gab es 50 handverlesene Gäste

Klüngeln, Flirten und Tratschen beim Sektempfang: Der Verleger selbst blieb beim Becks
Klüngeln, Flirten und Tratschen beim Sektempfang: Der Verleger selbst blieb beim Becks (Bild: Angelo Algieri)

Der erste Sektempfang wurde 1995 eingeführt, als der Querverlag gegründet wurde. Damals haben die beiden Gründungsverleger Jim Baker und Ilona Bubeck 25 Schwule und 25 Lesben, je zur Hälfte Verlegerkollegen und Buchhändler, in einem Messeraum persönlich eingeladen. Kontakte zu knüpfen in einer Branche, wo viele Schwule und Lesben arbeiten, war für Jim Baker naheliegend. Und der Grundstein für eine eingespielte queere Tradition. Auch als es dem Verlag schlechter ging, wollte der Verleger auf den Empfang nicht verzichten.

Eine persönliche Einladung gibt es lange nicht mehr. Jeder ist am Stand von Jim Baker willkommen. Allerdings folgen viel mehr Schwule als Lesben seinem Aufruf, auch heuer wieder. Jim Bakers Mutmaßung: Die parallele Veranstaltung der Bücherfrauen, wo viele Lesben hingehen würden. Hingegen freut sich Jim, dass der Personenkreis internationaler geworden sei. In den Anfangsjahren war der Sektempfang eine rein deutsche Veranstaltung.

Natürlich bleibt es nicht nur beim Geschäftlichen. Es wird ebenso geflirtet. Zwei Paare haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten beim Empfang durch den Verleger kennengelernt. Der Sektempfang als schwuler Heiratsmarkt und Jim als Kupplerin? Nicht nur. Der Verleger gibt aber auch zu, dass sich sechs Paare nach dem Empfang getrennt haben. Wie die Bilanz in diesem Jahr ausfällt, wird sich noch zeigen.

"Der schwul-lesbische Sektempfang wird es solange geben, wie es den Querverlag gibt", sagt Jim – der selbst, weil er keinen Schaumwein mag, mit einer Flasche Becks anstößt. Dann wünschen wir dieser sichtbar-queeren und wichtigen Netzwerkbegegnung noch mindestens weitere zwanzig Jahre!

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Tags: querverlag, frankfurter buchmesse, sektempfang, jim baker
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Reaktionen zu "Der queere Höhepunkt der Frankfurter Buchmesse"


 2 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
12.10.2014
10:36:37


(-3, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Schade, daß die Buchmesse heute zu Ende geht!


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#2
15.10.2014
01:39:21


(+2, 2 Votes)

Von Borbe


Das scheint ja ein lustiger älterer Herr zu sein, der Herr Baker! Das Foto sieht, mit Verlaub, irgendwie nach Drogen und/oder beschwipst sein aus. Ich unterstelle hier niemandem was, um Himmels Willen, aber da hat der Fotograf den echt in nem ungünstigen Moment erwischt. Aber lustig!


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