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Der umstrittene Kölner Kardinal soll sich für seine Äußerungen während der Drei-Königs-Predigt entschuldigen.

Gastkommentar von Volker Beck

Jeder Politiker, der die Sätze von Kardinal Meisner ausgesprochen hätte, könnte sich vor Rücktrittsforderungen nicht retten. Das Mindeste, das Kardinal Meisner jetzt tun kann, ist, dass er seinen Fehler einsieht, bekennt und sich entschuldigt.

Wer wie Meisner formuliert, verspielt das moralische Ansehen der Kirche. Die Verteidigung des Erzbistum Köln für Meisners Entgleisung macht es eigentlich
nur noch schlimmer. Meisner hat nicht nur die Verbrechen Hitlers in einem Atemzug mit dem Holocaust genannt. Im Redetext seiner Sylvesterpredigt auf der Homepage des Erzbistums heißt es sogar wörtlich: Abtreibung sei ein "Tatbestand", "der wohl alle bisherigen Verbrechen der Menschheit in den Schatten stellt". Damit hat er gesagt, dass die Abtreibungen in Deutschland schlimmer seien als Hitlers geplanter Massenmord an den Juden, den Sinti und Roma und vielen anderen Menschen. Dies widerspricht der Darstellung des Erzbistums!

Diese Aussagen kann man nicht mehr rechtfertigen, relativieren oder erklären, man kann sie nur zurücknehmen, wenn man noch etwas Anstand hat.

Kardinal Meisner ist aber bei Holocaust-Metaphern kein Ersttäter. In der Vergangenheit hat eine Rede von ihm zu Kritik geführt, in der gesagt haben soll, man solle die Homosexualität oder Homosexuelle ausschwitzen. Für diesen Kardinal steht schon länger ein Schuldbekenntnis aus.

Niemand spricht der Katholischen Kirche das Recht ab, ihre moralischen, ethischen und theologischen Positionen zur Abtreibungsfrage zu vertreten. Aber sie zu begründen, wie Kardinal Meisner dies getan hat, hat niemand das Recht!

Volker Beck ist parlamentarischer Geschäftsführer der grünen Bundestagsfraktion

8. Januar 2005



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22 Kommentare

#1 thomasAnonym
  • 08.01.2005, 14:02h
  • dieser mensch ist derart von sich ueberzeugt, dass er sich wohl kaum fuer seine aeusserungen entschuldigen wird. ein herr goebbels hat dies auch nicht getan!
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#2 ralfAnonym
  • 08.01.2005, 14:37h
  • Volker Beck und alle anderen, die von Meisner immer mal wieder Entschuldigungen fordern, machen sich nur lächerlich. Typen wie Meisner, Sterzinsky, Buttiglione, Geis, Goppel, Ratzinger, Wojtyla, Hohmann usw. haben gerade das nicht, was man für eine ehrliche Entschuldigung braucht: ein Gewissen und moralische Maßstäbe. Solche Gestalten sind nicht zu Entschuldigungen aufzufordern, sondern sie sind zu verurteilen und konsequent auszuschließen aus unserer Gesellschaft. man darf ihnen keinerlei öffentliche Plattform in den Medien oder den Parteien bieten. Nur so lässt sich dieser Altnazisumpf brauner und schwarzer "Würdenträger" trockenlegen.
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#3 DavidAnonym
  • 08.01.2005, 14:52h
  • Nun, auf Druck der Presse hat er sich nun doch entschuldigt.
    "Wenn ich gewusst hätte..."
    Tja, von einem Paul Spiegel lässt er sich in die Schranken verweisen.
    "Wenn ich gewusst hätte, das ich Homosexuelle mit meinen Äusserungen verletze..."
    Das bleibt nur ein Wunschdenken. So weit wird es nicht kommen.
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#4 KonstantinAnonym
  • 08.01.2005, 16:12h
  • @Thomas:

    Selbst bei der Brisanz der Aussage dieses Mannes, finde ich einen Vergleich zu Personen des NS unangemessen.
    Damit begibt man sich auf eben jenes Niveau, welches der katholischen Kirche derzeit angelastet wird.
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#5 Knecht RuprechtAnonym
  • 08.01.2005, 17:43h
  • na, wird hier wieder zum krieg gegen das römisch-kathiolische volk aufgerufen? prima, christus wartet schon mit dem schwert auf euch :-)
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#6 thomasAnonym
  • 08.01.2005, 19:36h
  • @konstantin:
    im grunde muss ich dir recht geben. aber ich aergere mich ueber die auesserungen dieses kardinals derart, dass ich schon mal auf sein niveau sinke!
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#7 RalfAnonym
  • 08.01.2005, 23:08h
  • Wer Äußerungen z.B. von Heinrich Himmler über Schwule vergleicht mit dem, was Meisner oder Sterzinsky oder früher schon ihr Gesinnungsgenosse Dyba über Schwule gesagt haben ("geistesgestört", "Tiere", "pervers" und und und), dann wird schnell klar, woher die Herren in ihren schwarzen und roten Ornaten ihre Vergleiche und ihre Wortwahl haben. Bedenken dagegen, das offen anzusprechen und auf ihre Geistesverwandtschaft mit Nazi-Größen hinzuweisen, sind völlig fehl am Platze.
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#8 franzAnonym
  • 09.01.2005, 09:01h
  • Hat queer.de Herrn Beck wirklich für einen Gastkommentar gewonnen? Ich habe gestern schon bei yahoo den Text als Presseerklärung bekommen. Auf jeden Fall eine gelungene Analyse.
    Zeitgt übringens, dass man präzise kritisieren kann, ohne selber mit Nazi-Vergleichen zu arbeiten, wie dies hier einige tun.
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#9 mikAnonym
  • 09.01.2005, 11:38h
  • die äuserungen von den diversen herren aus der katholischen kirche zeigen einmal mehr die gründe auf, warum sich immer mehr menschen von der institution kirche abwenden. mit solchen aussagen, predigten und aufhetzungen gegen minderheiten treibt sich die kirche selber den pfahl ins herz. die kirche sollte endlich verstehen lernen, das für moderne menschen andere werte zählen als der totalitäre glaube an die bibel oder bessergesagt an die glaubensvorschriften der katholischen kirche... im endefekt sind diese aussagen von vorteil für uns, denn wenn die kirche so weiter macht, wird sie spätestens in ein paar jahrzehnten die größe einer unbedeutenden sekte haben und dann buße tun für ihre sünden, wenn sie ihre kirchen und einrichtungen bei ebay verteigern müssen um ihr oberhaupt weiterhin auf goldbrokat betten zu können...
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#10 JürgenAnonym
  • 09.01.2005, 15:41h
  • Bleibt trotzdem die bittere Erkenntnis, daß die Schwulen und Lesben im Zweifelsfall immer noch zu jenen Minderheiten gehören, denen gegenüber man sich im Falle verbaler Entgleisungen NICHT zu entschuldigen braucht... Alle sind gleich. Aber manche sind gleicher.
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