Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 15.10.2014           102      Teilen:   |

Engagement für Homo-Gegner

Gründer der Wall AG tritt AfD bei

Artikelbild
Die Wall AG engagiert sich seit Jahren gegen Homophobie - ihr Gründer ist jetzt aber in einer Partei aktiv, die Stimmung gegen Homosexuelle macht

Die Wall AG ist eines der Mitglieder im Bündnis gegen Homophobie, dennoch ist ihr Gründer jetzt in einer homophoben Partei aktiv. Das Unternehmen hat sich inzwischen vom politischen Engagement des Ex-Chefs distanziert.

Hans Wall, der Gründer und frühere Vorstandsvorsitzende des Berliner Außenwerbers Wall AG, ist nach einem Bericht des "Manager-Magazins" der Alternative für Deutschland (AfD) beigetreten. Dabei ist das Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern Mitglied im "Bündnis gegen Homophobie", das sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinsam jeglicher Form von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung entgegenzutreten. Es war 2009 auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg gegründet worden (queer.de berichtete).

Wall begründet seine Aktivitäten für die Rechtspopulisten mit der deutschen Euro-Politik. Das Ex-FDP-Mitglied erklärte, dass ihm früher "Westerwelle aus dem Herzen gesprochen" habe, er aber heute die AfD als "Partei des deutschen Mittelstandes" ansehe.

Fortsetzung nach Anzeige


Wall AG distanziert sich

Auf seiner Website hat das Unternehmen inzwischen erklärt, dass die Aktivitäten des Ex-Chefs nichts mit der Firma zu tun hätten: "Die Wall AG distanziert sich von dem politischen Engagement des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden", heißt es in einer Stellungnahme. Wall habe die AG inzwischen verlassen und agiere einzig als Privatperson. "Die Wall AG hat aktuell oder in der Vergangenheit nicht an die AfD gespendet und wird dies auch nicht in Zukunft tun", heißt es weiter.

Hans Wall hatte die AG im Jahr 1972 gegründet und leitete mehr als drei Jahrzehnte das Unternehmen. 2009 verkaufte er seine kompletten Unternehmensanteile an den französischen Weltmarktführer JCDecaux. 2012 schied er als Aufsichtsratsvorsitzender der Wall AG aus dem Unternehmen aus. Vorstandsvorsitzender ist sein Sohn Daniel Wall. Er erklärte auf der Webseite des Anti-Homophobie-Bündnisses: "Als in Berlin ansässiges Unternehmen setzen wir uns dafür ein, dass sich das Image unserer Stadt als weltoffene, vielfältige, tolerante und friedliche Metropole ebenso im Alltag widerspiegelt."

LSVD: Wall AG ist guter Partner

LSVD-Sprecher Jörg Steinert erklärte, dass die Aktivitäten des Firmengründers die Zusammenarbeit von Wall AG und dem Bündnis gegen Homophobie nicht tangiere: "Wir trennen zwischen dem Unternehmen und Herrn Wall als Person", so Steinert gegenüber queer.de. Die Wall AG sei einer "sehr aktiver und wichtiger Partner". Steinert verwies darauf, dass die Firma sehr engagiert im Bündnis agiere. So trat die Wall AG in der Vergangenheit etwa als Hauptsponsor für eine große angelegte Plakataktion gegen Homophobie auf (queer.de berichtete).

Allgemein habe Parteipolitik im Bündnis nichts zu suchen, sagte Steinert, weswegen auch keine Parteiorganisationen aufgenommen worden seien – trotz mehrerer Anfragen. Als Lesben- und Schwulenverband toleriere man aber natürlich keine Partner, die Stimmung gegen Homosexuelle machen. "Für den LSVD ist die AfD kein Partner", stellte er klar.

AfD-Politiker haben in den letzten Monaten immer wieder versucht, mit Homophobie bei Wählern zu punkten. Besonders aktiv ist die Europaabgeordnete Beatrix von Storch, die mit ihrem Ehemann das Portal "Freie Welt" betreibt, das sich den Kampf gegen LGBT-Rechte auf die Fahnen geschrieben hat. Auch AfD-Chef Bernd Lucke fiel durch homophobe Äußerungen auf, als er Anfang des Jahres das Coming-out des Ex-Fußballprofis Thomas Hitzlsperger kritisierte (queer.de berichtete). (dk)

Links zum Thema:
» Blog "Samstag ist ein guter Tag" zum Thema
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 102 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 97             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: afd, wall ag, berlin, bündnis gegen homophobie, lsvd, jörg steinert, hans wall, rechtspopulismus
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Gründer der Wall AG tritt AfD bei"


 102 User-Kommentare
« zurück  12345...1011  vor »

Die ersten:   
#1
15.10.2014
15:22:14


(+6, 14 Votes)

Von Nico


"er aber heute die AfD als "Partei des deutschen Mittelstandes" ansehe."

Also ist der deutsche Mittelstand rechtspopulistisch und will diskriminieren?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
15.10.2014
15:25:37


(-15, 23 Votes)

Von GeorgG


"Dabei ist das Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern Mitglied im "Bündnis gegen Homophobie"

Was spricht dagegen? Es dürfte doch inzwischen -auch Queer.de- klar sein, dass selbstbewusstes Schwulsein und die AfD durchaus zusammen passen. Schließlich gibt es in der AfD einen sehr aktiven Arbeitskreis von Schwulen und Lesben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
15.10.2014
15:35:13


(+6, 12 Votes)

Von h85gt


Neben Heinrich Weiss, dem Ex-Präsidenten des BDI und Mitglied des Corps Frisia Braunschweig und des Corps Saxo-Thuringia München, unterstützt auch Hans Wall, der Gründer des Berliner Außenwerbers Wall AG, die AfD. Der Unternehmer, früher Mitglied der FDP, ist sogar in die Partei eingetreten. 2004 ehrte ihn die Jüdische Gemeinde von Berlin für sein Eintreten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz mit dem Heinrich-Stahl-Preis.

Hans Wall ist ehemaliger Zeuge Jehovas. Die Wall AG hat in Berlin überall auch schöne neue Toiletten aufgestellt.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Datei:WALL-CityToilette1-Mut
ter_Erde_fec.jpg


Link zu www.manager-magazin.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
15.10.2014
15:35:50


(+4, 10 Votes)

Von smooth_yeah
Aus Nürnberg (Bayern)
Mitglied seit 19.03.2012
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Auch die CDU, SPD etc. haben homosexuelle Arbeitskreise, dadurch wird es aber nicht automatisch eine homosexuellenfreundliche Partei

Man kann sich einfach alles schön reden, solange man sein eigenes Hirn nicht benutzen muss.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
15.10.2014
15:38:26


(+9, 13 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


#116

Link zu www.queer.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
15.10.2014
15:47:20


(+10, 14 Votes)
 
#7
15.10.2014
15:53:37


(+8, 14 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Herr Röhm war mit seinen blonden SA Jungs auch lange sehr aktiv solange es dem damaligen Parteivorsitzenden in den Kram passte...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
15.10.2014
15:53:47


(+5, 13 Votes)

Von Corum
Aus Hamburg
Mitglied seit 26.02.2013
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Nein tut es nicht.

Was ein Schwuler in einer Partei verloren, in der führende SpitzenpolitkerInnen ihm das Existezrecht absprechen?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
15.10.2014
16:05:05


(+2, 12 Votes)

Von auch
Antwort zu Kommentar #1 von Nico


Der deutsche Mittelstand war sichtbar nicht rechtspopulistisch, als Brandts Entspannungspolitik jahrzehntelange Zuwächse mit dem Ost-Handel versprach.

Link:
deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/14/weg
en-russland-industrie-produktion-in-eurozone-brich
t-ein/


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
15.10.2014
16:53:40


(-2, 8 Votes)

Von XDAS


Diese Typ behauptet, wegen Wirtschaftsfragen in der AfD zu sein, schadet aber durch seine Mitgliedschaft in dieser rechtspopulistischen Partei als erstes seinem Unternehmen. Offenbar nicht gerade wirtschaftlich sinnvoll...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...1011  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Volker Beck: "Ich bin noch lange nicht weg" Leander Haußmann will Merkel wählen – wenn sie die Ehe öffnet Bis zum Jahr 2000 durften Schwule keine Berufssoldaten werden Volker Beck: Der Beste wurde kaltherzig abserviert
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt