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Engagement für Homo-Gegner

Gründer der Wall AG tritt AfD bei


Die Wall AG engagiert sich seit Jahren gegen Homophobie - ihr Gründer ist jetzt aber in einer Partei aktiv, die Stimmung gegen Homosexuelle macht

Die Wall AG ist eines der Mitglieder im Bündnis gegen Homophobie, dennoch ist ihr Gründer jetzt in einer homophoben Partei aktiv. Das Unternehmen hat sich inzwischen vom politischen Engagement des Ex-Chefs distanziert.

Hans Wall, der Gründer und frühere Vorstandsvorsitzende des Berliner Außenwerbers Wall AG, ist nach einem Bericht des "Manager-Magazins" der Alternative für Deutschland (AfD) beigetreten. Dabei ist das Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern Mitglied im "Bündnis gegen Homophobie", das sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinsam jeglicher Form von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung entgegenzutreten. Es war 2009 auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg gegründet worden (queer.de berichtete).

Wall begründet seine Aktivitäten für die Rechtspopulisten mit der deutschen Euro-Politik. Das Ex-FDP-Mitglied erklärte, dass ihm früher "Westerwelle aus dem Herzen gesprochen" habe, er aber heute die AfD als "Partei des deutschen Mittelstandes" ansehe.

Wall AG distanziert sich

Auf seiner Website hat das Unternehmen inzwischen erklärt, dass die Aktivitäten des Ex-Chefs nichts mit der Firma zu tun hätten: "Die Wall AG distanziert sich von dem politischen Engagement des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden", heißt es in einer Stellungnahme. Wall habe die AG inzwischen verlassen und agiere einzig als Privatperson. "Die Wall AG hat aktuell oder in der Vergangenheit nicht an die AfD gespendet und wird dies auch nicht in Zukunft tun", heißt es weiter.

Hans Wall hatte die AG im Jahr 1972 gegründet und leitete mehr als drei Jahrzehnte das Unternehmen. 2009 verkaufte er seine kompletten Unternehmensanteile an den französischen Weltmarktführer JCDecaux. 2012 schied er als Aufsichtsratsvorsitzender der Wall AG aus dem Unternehmen aus. Vorstandsvorsitzender ist sein Sohn Daniel Wall. Er erklärte auf der Webseite des Anti-Homophobie-Bündnisses: "Als in Berlin ansässiges Unternehmen setzen wir uns dafür ein, dass sich das Image unserer Stadt als weltoffene, vielfältige, tolerante und friedliche Metropole ebenso im Alltag widerspiegelt."

LSVD: Wall AG ist guter Partner

LSVD-Sprecher Jörg Steinert erklärte, dass die Aktivitäten des Firmengründers die Zusammenarbeit von Wall AG und dem Bündnis gegen Homophobie nicht tangiere: "Wir trennen zwischen dem Unternehmen und Herrn Wall als Person", so Steinert gegenüber queer.de. Die Wall AG sei einer "sehr aktiver und wichtiger Partner". Steinert verwies darauf, dass die Firma sehr engagiert im Bündnis agiere. So trat die Wall AG in der Vergangenheit etwa als Hauptsponsor für eine große angelegte Plakataktion gegen Homophobie auf (queer.de berichtete).

Allgemein habe Parteipolitik im Bündnis nichts zu suchen, sagte Steinert, weswegen auch keine Parteiorganisationen aufgenommen worden seien – trotz mehrerer Anfragen. Als Lesben- und Schwulenverband toleriere man aber natürlich keine Partner, die Stimmung gegen Homosexuelle machen. "Für den LSVD ist die AfD kein Partner", stellte er klar.

AfD-Politiker haben in den letzten Monaten immer wieder versucht, mit Homophobie bei Wählern zu punkten. Besonders aktiv ist die Europaabgeordnete Beatrix von Storch, die mit ihrem Ehemann das Portal "Freie Welt" betreibt, das sich den Kampf gegen LGBT-Rechte auf die Fahnen geschrieben hat. Auch AfD-Chef Bernd Lucke fiel durch homophobe Äußerungen auf, als er Anfang des Jahres das Coming-out des Ex-Fußballprofis Thomas Hitzlsperger kritisierte (queer.de berichtete). (dk)



#1 NicoAnonym
  • 15.10.2014, 15:22h
  • "er aber heute die AfD als "Partei des deutschen Mittelstandes" ansehe."

    Also ist der deutsche Mittelstand rechtspopulistisch und will diskriminieren?
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#2 GeorgGAnonym
  • 15.10.2014, 15:25h
  • "Dabei ist das Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern Mitglied im "Bündnis gegen Homophobie"

    Was spricht dagegen? Es dürfte doch inzwischen -auch Queer.de- klar sein, dass selbstbewusstes Schwulsein und die AfD durchaus zusammen passen. Schließlich gibt es in der AfD einen sehr aktiven Arbeitskreis von Schwulen und Lesben.
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#3 h85gtAnonym
#4 smooth_yeahProfil
  • 15.10.2014, 15:35hNürnberg
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • Auch die CDU, SPD etc. haben homosexuelle Arbeitskreise, dadurch wird es aber nicht automatisch eine homosexuellenfreundliche Partei

    Man kann sich einfach alles schön reden, solange man sein eigenes Hirn nicht benutzen muss.
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#7 seb1983
#8 CorumProfil
#9 auchAnonym
#10 XDASAnonym
  • 15.10.2014, 16:53h
  • Diese Typ behauptet, wegen Wirtschaftsfragen in der AfD zu sein, schadet aber durch seine Mitgliedschaft in dieser rechtspopulistischen Partei als erstes seinem Unternehmen. Offenbar nicht gerade wirtschaftlich sinnvoll...
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