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Homosexuelle – gut oder böse?

Widersprüchliche Signale aus dem Vatikan


Der Chef der Glaubenskongregation, der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, möchte Homosexuelle weiterhin als Sünder ansehen und Homo-Partnerschaften verurteilen

Sind Homo-Paare generell "ungeordnete" Sünder oder ist das gegenseitige Einstehen füreinander etwas wert? Die katholischen Bischöfe geben unterschiedliche Antworten.

In der Sondersynode des Vatikans zu Familie und Sexualität sucht die katholische Kirche weiterhin nach einer Einordnung für Schwule und Lesben. Am Montag hatte Kardinal Peter Erdö einen Zwischenbericht vorgestellt, in dem die Kirche eingestand, dass es positiv sei, wenn Homo-Paare füreinander Verantwortung übernehmen (queer.de berichtete). Zwar ändert das Papier nichts daran, dass sexuell aktive Schwule und Lesben generell als Sünder verurteilt werden, dennoch geht der Schritt vielen der Kirchenfürsten zu weit, wie viele in den letzten Tagen in Interviews erklärten.

So sagte der Chef der mächtigen Glaubenskongregation, der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, das von Erdö vorgestellte Dokument sei "unwürdig, schändlich, vollkommen falsch", wie "Spiegel Online" berichtet. Es könne keine Rede von einer Änderung der kirchlichen Regeln in Bezug auf gleichgeschlechtliche Paare sein. Demnach habe Erdö einfach Stimmen von erbitterten Homo-Gegnern unterschlagen.

Auch Glaubensvertreter aus anderen Ländern machten ihrem Unmut gegenüber der Akzeptanz von Homosexuellen Luft. "Der Bericht wurde offensichtlich unter Druck zusammengestellt, was leicht zu Fehlinterpretationen führen kann", sagte der britische Kardinal Vincent Nichols.

Der südafrikanische Kardinal Wilfrid Fox nannte den Bericht "problematisch". "Ich bin besorgt, dass eine Botschaft an die Öffentlichkeit gegangen ist, die nicht wahr ist". Jetzt müsse man sich in "Schadenskontrolle" üben.

Auch der Chef des obersten Gerichtshofs des Vatikans, der amerikanische Kardinal Raymond Burke, erklärte die Positionen in dem Zwischenbericht als "inakzeptabel". Kirchliche Würdenträger könnte diese Ansichten ebensowenig gut heißen wie die "Herde" der Gläubigen.

Schönborn: Homo-Paare können "wunderbar, menschlich wie christlich" sein


Kardinal Schönborn erklärt, dass es auch in Homo-Beziehungen menschlich zugehen kann (Bild: Wiki Commons / Th1979 / CC-BY-SA-3.0)

Allerdings gab es vereinzelt auch versöhnliche Töne. So würdigte der österreichische Christoph Schönborn in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" gleichgeschlechtliche Partnerschaften, "die auf lebenslanger Treue und gegenseitiger Sorge beruhen". Der Erzbischof von Wien erklärte, er selbst kenne in der österreichischen Hauptstadt ein homosexuelles Paar, das gemeinsam eine schwere Erkrankung durchstand. "Es war wunderbar, menschlich wie christlich", so Schönborn.

Der deutsche Kardinal Walter Kasper forderte gegenüber der Zenit-Nachrichtenagentur sogar, dass sich reformfeindliche afrikanische Bischöfe aus der Homo-Frage heraus halten sollten. "Afrika ist völlig anders als der Westen. Ebenso Asien und muslimische Länder, besonders in Bezug auf Homosexuelle. Darüber kann man mit Afrikanern und mit Menschen aus muslimischen Ländern nicht sprechen", ist sich der 81-Jährige sicher. "Es ist unmöglich. Es ist ein Tabu. Wir für uns sagen, wir sollten nicht diskriminieren, in mancherlei Hinsicht wollen wir nicht diskriminieren."

Am Samstag werden die Bischöfe auf der Sondersynode ein neues Dokument absegnen. Allerdings ist es nicht bindend. Bislang ist nur geplant, im kommenden Jahr im nächsten Treffen der rund 200 Bischöfe weiter zu diskutieren.

Im derzeit für Katholiken bindenden Katechismus wendet sich die Kirche noch aggressiv gegen Homosexuelle: Schwule und Lesben verstießen demnach "gegen das natürliche Gesetz", Homosexualität sei "objektiv ungeordnet", heißt es in dem Werk aus den Neunzigerjahren. "Homosexuelle Handlungen" seien zudem "in keinem Fall zu billigen". Immerhin erkennt das Handbuch für Gläubige an, dass Homosexuelle ihre Veranlagung nicht selbst wählen würden. Schwulen und Lesben müsse daher mit "Achtung, Mitleid und Takt" begegnet werden. (dk)



#1 HeinerAnonym
  • 16.10.2014, 11:17h
  • Die übliche Verwirrungstaktik der katholischen Kirche um von der Wahrheit abzulenken.

    Haben die bei der angeblichen Aufklärung der systematischen Kinderschändungen ähnlich gemacht und wie erfolgreich die Aufklärung war, sehen wir ja...
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#2 ollinaieProfil
  • 16.10.2014, 11:32hSeligenstadt
  • "Afrika ist völlig anders als der Westen. Ebenso Asien und muslimische Länder, besonders in Bezug auf Homosexuelle. Darüber kann man mit Afrikanern und mit Menschen aus muslimischen Ländern nicht sprechen"

    = Schwarze, Gelbe und Muslime sind zu dumm als dass "vernünftige" Klerikalarier mit denen reden bräuchten. Eventuell gar auf Augenhöhe, wo kämen wir denn da hinn!
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#3 David77Anonym
#4 NicoAnonym
  • 16.10.2014, 11:36h
  • Antwort auf #1 von Heiner
  • Und selbst wenn es da unterschiedliche Meinungen gäbe, ist das gar nichts wert, solange die Radikalen nicht komplett rausgeschmissen werden. (Was natürlich nicht passieren wird.)

    Und mal ganz abgesehen davon: selbst die angeblich Fortschrittlicheren wollen Homosexualität ja nicht gleichstellen und komplett anerkennen. Die wollen ja auch weiterhin diskriminieren und uns allenfalls tolerieren und "mit Mitleid begegnen". Aber auch nur solange wir auf Sex verzichten (queer.de berichtete) und auch sonst nach deren Pfeife tanzen...

    Es geht also nur um den Unterschied, ob uns einige komplett vernichten wollen oder andere wenigstens unsere Existenz tolerieren wollen - aber auch nur, solange sie uns diktieren dürfen, wie wir zu leben haben (z.B. Sexverbot).
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#5 VerlogenheitAnonym
  • 16.10.2014, 11:39h
  • "Afrika ist völlig anders als der Westen. Ebenso Asien und muslimische Länder, besonders in Bezug auf Homosexuelle. Darüber kann man mit Afrikanern und mit Menschen aus muslimischen Ländern nicht sprechen"

    Genau das Gegenteil ist der Fall:
    Gerade über Menschenrechte MUSS man immer und überall sprechen. Gerade dort, wo sie missachtet werden.

    Aber das kapiert eine Sekte die selbst Menschenrechte mit Füßen tritt natürlich nicht.
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#6 timpa354Ehemaliges Profil
  • 16.10.2014, 11:39h
  • Dieser Kardinal Gerhard Ludwig Müller merkt gar nicht was für eine lächerliche Figur er darstellt mit seinem rosa Käppi. Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
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#7 AlexAnonym
  • 16.10.2014, 11:44h

  • Ich glaube eher, dass manche von denen raffinierter sind und aus taktischen Gründen Kreide gefressen haben, während andere ihren Hass offen zeigen.

    Das ist nur Marketing eines Konzerns, dessen Geschäftsmodell auf Unterdrückung und dem Schüren von Hass basiert.
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#8 ollinaieProfil
#9 LächerlichAnonym
  • 16.10.2014, 11:50h
  • Die Kinderschänder-Sekte geht fälschlicherweise davon aus, dass wir uns für deren Meinung interessieren würden oder gar deren Segen bräuchten...
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#10 StretchingmasterProfil
  • 16.10.2014, 11:56hEssen / Holsterhausen
  • "In der Sondersynode des Vatikans zu Familie und Sexualität sucht die katholische Kirche weiterhin nach einer Einordnung für Homosexuelle."

    Ganz einfach: Wir sind Menschen wie jeder andere auch.

    Und somit ist die Diskussion beendet!

    Behandelt uns endlich so wie wir es verdienen. Nicht mit Mitleid sondern als normale Menschen.

    Wenn mir so ein Pfaffe kommen sollte von wegen: "Sie sind Homosexuell? Das tut mir aber Leid. Ich werde für sie Beten." Dann hau ich dem eine aufs Maul. Ich bin kein aggressiver Mensch. Aber bei solchen Subjekten mache ich gern eine Ausnahme.

    Lassen sich im Beichtstuhl während der Beichte, von einem Jungen einen Blasen und verkünden dann ganz außer Atem das Strafmaß des schwulen Beichtenden...

    Wenn ich zeichnen könnte dann würde ich genau so eine Karikatur aufs Papier bringen.

    Die sind doch alle so verlogen. Ich merke jetzt beim Schreiben wie meine innere Wut doch langsam wächst. Drum hör ich lieber auf bevor noch meine Tastatur dran glauben muss.

    Schönen Tag noch
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