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  • 20.10.2014           35      Teilen:   |

Fünfte Demo gegen Bildungsplan

Homo-Gegner protestierten wieder in Stuttgart

Artikelbild
Eines der zahlreichen Transparente der Demonstranten gegen den Bildungsplan am Sonntag (Bild: Guido Klein)

1.200 Homo-Gegner haben in der baden-württembergischen Landeshauptstadt trotz des Bahnstreiks wieder gegen den Bildungsplan demonstriert.

Am Sonntagnachmittag sind in Stuttgart unter dem Motto "Ehe und Familie vor" nach Polizeiangaben rund 1.200 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Bildungsplan der grün-roten Landesregierung zu demonstrieren. Die Veranstalter sprachen von 3.000 Teilnehmern. Sie wurden bei strahlendem Sonnenschein von 500 Polizisten begleitet.

Seit Februar ist es bereits die fünfte Demonstration gegen den Bildungsplan, weil dieser in Leitperspektiven vorsieht, Schülern fächerübergreifend zu vermitteln, dass Homo- und Transsexuelle als gleichwertige Menschen anzusehen sind. Bislang hatten sich jeweils um die 800 Menschen an den Protestaktionen beteiligt.

Die Gegner des Bildungsplans behaupteten auf der Veranstaltung erneut, dass der Plan der Landesregierung negative Konsequenzen habe. Sie zeigten Plakate mit Aufschriften wie "Gegen Indoktrination unserer Kinder", oder "'Furchtlos und treu' – Württemberg bleibt genderfrei". Ein Demonstrant mit dem islamfeindlichen Aufdruck "Kinder-Sex-Politik stimuliert Moslems z.T. für den Dschihad" wurde im Laufe der Demonstration von den Veranstaltern des Platzes verwiesen.

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Verschwörungstheorien über Profitstreben mit "gesundheitsschädlichen Kondome"

Aus dem Ausland waren unter anderem Jérôme Brunet vom französischen Vorbild "Manif Pour Tous" und Magda Czarnik angereist, eine Vertreterin der polnischen Bewegung "Stoppt Sexualisierung unserer Kinder!". Sie verbreitete in Stuttgart wildeste Verschwörungstheorien.

So erklärte sie, das traditionelle polnische Schulfach "Erziehung zur Familie" führe dazu, dass die Jugendlichen keine "Geschlechtskrankheiten und Frühschwangerschaften" erleiden würden. Da das aber keinen Gewinn für Pharmafirmen, Abtreibungskliniken und Pornoindustrie bringe, wollten "sogenannte 'Sex-Experten' in die Schule eindringen", um "gesundheitsschädliche Pillen und Kondome" zu verkaufen. Diesem "Sturm auf die Schulen", der auf die "Kinder lauert", sage man: "Wir geben euch unsere Kinder nicht ab!"

Gegen die Kundgebung der Initiative "Demo für alle" protestierten laut Polizei etwa 200 Menschen. Dabei kam es zu acht Platzverweisen. Eine Frau wurde vorläufig festgenommen, weil sie dem Platzverweis keine Beachtung geschenkt habe.

CDU trommelt mit den Homo-Hassern

200 Menschen demonstrierten gegen Homo-Hass
200 Menschen demonstrierten gegen Homo-Hass (Bild: Guido Klein)

Bereits im Vorfeld der Demonstration haben die Stuttgarter Koalitionsparteien kritisiert, dass Teile der Landes-CDU die homophobe Protestaktion unterstützen. So gehören zum Demo-Bündnis die evangelischen Arbeitskreise der CDU-Kreisverbände Heilbronn, Mannheim und Rems-Murr sowie der landesweite Arbeitskreis "Christdemokraten für das Leben".

SPD-Generalsekretärin Katja Mast forderte den CDU-Landeschef Thomas Strobl auf, "klarzumachen, ob er nur Modernität für seine Partei proklamiert oder ob diese auch gelebt wird". Strobl hatte in der Vergangenheit versucht, die Südwest-CDU ein liberaleres Image zu geben und 2012 etwa die "Wilden 13" unterstützt, die eine Gleichstellung von verpartnerten Paaren im Steuerrecht forderten (queer.de berichtete). Beim Bildungsplan stellte er sich Homo-Hassern in seinen Reihen allerdings nicht entgegen.

AfD: Landesregierung will Schülern "Dirty Talk" beibringen

Auch die "Alternative für Deutschland" war bei der Veranstaltung wieder mit Werbepostern vertreten. Allerdings klebten die Teilnehmer dieses Mal meist das Parteilogo ab. Der AfD-Landesvorstand hatte zuvor zur Teilnahme an der Demo aufgerufen: "Generell dürfen Bildungspläne von Parteien nicht dazu genutzt werden, Kinder mit parteieigenem Gedankengut zu manipulieren", hieß es dazu in einer Pressemitteilung. Man fordere "ein Ende der Dauerexperimente und ein Stopp der Indoktrination durch die Auswüchse der Gender-Ideologie".

In ihrer Argumentation nahm es die AfD mit der Wahrheit nicht so genau: Der AfD-Politiker Markus Frohnmaier behauptete etwa bei einer Rede auf der Veranstaltung, die Landesregierung wolle Achtklässlern zwangsweise "Dirty Talk" beibringen.

Wenige Tage zuvor hatte der Petitionsausschuss des Landtages jene Online-Petition gegen den Bildungsplan abgelehnt, die Anfang des Jahres den Beginn des Kulturkampfes ausgelöst hatte (queer.de berichtete). Die Initiative "Demo für alle", inzwischen koordiniert von Hedwig von Beverfoerde und weiteren Initiativen und Personen aus dem Umfeld der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch, hatte die Ablehnung als "Kampfansage an jede Mutter, jeden Vater und jedes Kind" bezeichnet und zur Teilnahme an der Demo aufgerufen, an der sich auch erstmals die Petitions-Initiative um den Lehrer Gabriel Stängle beteiligte.

Die Demonstranten kündigten weitere Protestaktionen vor der geplanten Einführung des Bildungsplans im Jahr 2016 an. Im selben Jahr finden in Baden-Württemberg auch Landtagswahlen statt. (dk)

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Demo gegen den Bildungsplan 19.10.2014

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Tags: bildungsplan, stuttgart, cdu, afd
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Reaktionen zu "Homo-Gegner protestierten wieder in Stuttgart"


 35 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
20.10.2014
10:42:26


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Dieses Pack scheint ja viel Zeit zu haben! Es wird endlich Zeit, zurückzuschlagen!


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#2
20.10.2014
10:49:05
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von Nezu


für mich sind das alles zurückgebliebene vollpfosten. Sorry


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#3
20.10.2014
10:57:58


(+3, 5 Votes)

Von nirlem


Was interessiert der Geschwätz der geistigzurückgebliebenen alten Säcken? Nichts!

Ich lebe wie ich will und liebe wen ich will!


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#4
20.10.2014
10:59:55


(+4, 10 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Dummheit ist nicht verboten, Volksverhetzung gehört jedoch bestraft.

Link:
dejure.org/gesetze/StGB/130.html


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#5
20.10.2014
11:16:50


(+4, 6 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #4 von reiserobby


Volksverhetzung?

Kubys Auftritt an der Grenze in Stuttgart:

Youtube-Video:


Kubys Auftritt jenseits der Grenze in Russland.

Youtube-Video:


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#6
20.10.2014
11:50:46


(+4, 8 Votes)

Von Fred i BKK


....frage mich immer,welche "Rolle" haetten diese Menschen wohl von 1933 bis 1945 gespielt ...

boese Schwule,sind alle unglaeubig Schwersuender,
boese Ateisten, ebenso
boese Linke und Kommunisten ,die auch
Boese Juden, haben den Herr ans Kreuz geschlagen,

heute sind ihnen nur noch Schwule und unglaeubig geblieben ,fuer ihren christlich Hass

wehrt den Anfaengen..


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#7
20.10.2014
12:00:10


(+2, 4 Votes)

Von Pexx89
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Alles sehr traurig ...
aber um optimistisch zu bleiben: Diese alten, kranken Religioten und deren Anhänger sterben alle nach und nach aus.
Es dauert, aber wir werden von jeder Generation ein kleines bisschen mehr wahrgenommen und akzeptiert, gar respektiert.
Die Amis sind auch auf die Straße gegangen, als die "Schwarzen" (oder was auch immer politisch korrekt ist!) ihre Gleichstellung forderten :)
Also: Weiterhin gegen diese Deppen die Stimme erheben.
An der Stelle muss ich einfach Conchita zitieren:
We are unstoppable!


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#8
20.10.2014
12:09:19
Via Handy


(+2, 6 Votes)

Von Alex


Auf diese schrille Minderheit ewiggestriger Hinterwäldler und offen rechter Faschisten darf die Politik nicht hören.


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#9
20.10.2014
12:23:17
Via Handy


(+4, 8 Votes)

Von David77


Demo für ALLE? Dann dürfen auch die gegendemonstranten mitmachen, wenn sie doch für ALLE ist!
Die afd macht mit? Na, das ist sicher wieder nur eine einzelmeinung und der klapperstorch war natürlich nur privat dabei. Und natürlich geht es ihr auch um das wohl schwuler schüler, dessen pubertät erst mit 18 losgeht und der dann in der 12. aufgeklärt werden darf.


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#10
20.10.2014
12:25:13


(+6, 6 Votes)

Von Christine


Bei mir als durchaus zivilisierter und fast schon prüder Schwulenmama locken die komischen Plakate, die seltsamen Sprüche und der gelenkte Massenauftrieb der Homo-Gegner nur noch eins hervor:

Go fuck yourself!


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