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  • 20.10.2014           28      Teilen:   |

Homo-"Propaganda"

Russischer Politiker will finnische Briefmarken verbieten

Artikelbild
Witali Milonow ist das homophobe Sprachrohr der Putin-Partei

Witali Milonow gilt als einer der homophobsten Politiker Russlands und als einer der Erfinder des Homo-"Propaganda"-Gesetzes. Jetzt fordert der 40-Jährige wegen schwuler Briefmarken einen Postkrieg gegen Finnland.

Der St. Petersburger Stadtrat Witali Milonow hat die russische Post aufgefordert, finnische Briefe und Pakete zurückzusenden, sollten sie mit Sonderbriefmarken der Tom-of-Finnland-Serie frankiert sein. Die Marken waren Anfang September von der finnischen Post herausgegeben worden und zeigen homoerotische Motive des bekannten finnischen Künstlers aus den Siebzigern ab (queer.de berichtete). Bislang sind mit diesen Marken frankierte Postsendungen problemlos in Russland angekommen (queer.de berichtete).

Milonow erklärte am Samstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, dass die Marken gegen das russische Gesetz gegen homosexuelle "Propaganda" verstießen. "Homosexuelle Propaganda ist in unseren Land verboten. Ich verlange deshalb von der russischen Post, meine Anregung ernst zu nehmen. Außerdem fordere ich unsere Nachbarn aus Finnland auf, diese Marken nicht auf Sendungen nach Russland zu verwenden."

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Zu schwul für Russland, befindet Witali Milonow - Quelle: Finnische Post
Zu schwul für Russland, befindet Witali Milonow (Bild: Finnische Post)

Der 40-jährige Parlamentarier der Putin-Partei "Einiges Russland" hatte 2011 die Einführung eines "Propaganda"-Gesetzes in St. Petersburg initiiert (queer.de berichtete). Dieses homophobe Gesetz wurde später auf das ganze Land ausgedehnt.

In den letzten Jahren hat sich Milonow international mit seinem Kampf gegen Homosexuelle einen Namen gemacht. Erst letzten Monat beteiligte er sich an einem Angriff auf ein queeres Kulturfestival in St. Petersburg (queer.de berichtete).

Vor gut einer Woche erklärte er, dass Schauspieler Gérard Depardieu durch russische Luft seine homosexuellen Gefühle überwunden habe: "Natürlich war es nie einfach für ihn in Frankreich. Dort ist die Gesellschaft korrumpiert und es gibt keine moralischen Prinzipien mehr. Jetzt, wenn er die saubere Luft in [der russischen Republik] Mordwinien einatmet, hat der ganze Schmutz ihn verlassen." Depardieu hatte zuvor in seiner Autobiografie beschrieben, dass er als Kind und als Jugendlicher auf den Strich gegangen sei (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: finnland, russland, witali milonow
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Reaktionen zu "Russischer Politiker will finnische Briefmarken verbieten"


 28 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
20.10.2014
14:47:18


(+9, 9 Votes)

Von OliverZi


Wenn das mal nicht dazu führt, dass die Finnen ab jetzt nur noch diese Marken für Sendungen nach Russland verwenden...

"Natürlich war es nie einfach für ihn in Frankreich. Dort ist die Gesellschaft korrumpiert und es gibt keine moralischen Prinzipien mehr."

Na ein Glück, dass es nicht Russland ist, in dem sich Millionen Menschen zu Tode saufen und die so ziemlich grausamsten und schrecklichsten Verbrechen in Europa passieren. Es ist auch nicht Russland, in dem auf den Straßen einzig und allein das Recht des Stärkeren gilt und es sind ja auch nicht die Russen dafür bekannt, Streitigkeiten besonders gern mit ausufernder Gewalt zu regeln. Ach halt Moment...


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#2
20.10.2014
15:12:25


(-6, 8 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015


Unabhängig vom geforderten Verbot ist die Abbildung erotischer Motive auf amtlichen Wertzeichen eine heikle Sache.


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#3
20.10.2014
15:16:15


(+7, 9 Votes)

Von David77


"Milonow erklärte am Samstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, dass die Marken gegen das russische Gesetz gegen homosexuelle "Propaganda" verstießen. "Homosexuelle Propaganda ist in unseren Land verboten."

Tja, aber die Gesetze gelten nicht außerhalb und da kann sich der Blödmann noch so sehr auf den Kopf stellen... Pech gehabt... Die Finnen können Briefmarken verwenden wie sie wollen...


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#4
20.10.2014
15:39:41


(+5, 7 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #2 von Laurent


So heikel wie die Statue meines Namensvetters?

Na, dann wollen wir doch mal sämtliche erotische Motive, die überall vorhanden sind, im Alltag, in Kultur, darauf überprüfen ob sie heikel sind.
Ach nee, bei weiblicher Erotik geht das natürlich voll in Ordnung.


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#5
20.10.2014
16:32:09


(-3, 5 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015
Antwort zu Kommentar #4 von David77


Darum geht's nicht.

Die Betonung liegt auf "erotisch" (m/w) und "amtlich."


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#6
20.10.2014
16:42:30


(+3, 5 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #5 von Laurent


Dann suchen wir doch mal nach "amtlicher Erotik" und regen uns drüber auf...


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#7
20.10.2014
16:56:37


(+5, 5 Votes)

Von CarstenFfm
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Tolle Idee im Grunde genommen.
Jetzt erst recht Tom of Finnland Marken nach Russland schicken....
und in Arabische und Schwanrzafrikanische Länder...
und in den "Bible Belt" der USA


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#8
20.10.2014
17:51:34


(+4, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Laurent


Sagt wer ?

Hast Du die Briefmarken gesehen ?

Was ist daran auszusetzen, und was "schadet" denn an einer vorhandenen "Erotik", und wenn, wen ?

NOCH hat jedes Land das Recht seine eigenen Briefmarken zu gestalten, und NOCH gibt es internationale Verträge die den Transport von Postsendungen über staatliche Grenzen hinaus garantieren..


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#9
20.10.2014
18:34:53


(+4, 6 Votes)
 
#10
20.10.2014
19:03:23


(+4, 6 Votes)
 
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