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  • 24.10.2014           33      Teilen:   |

Peinlich für Deutschland

Berlusconi lobt deutsche "Ehe light"

Artikelbild
Silvio Berlusconi ist seit 1994 unangefochtener Chef seiner selbstgegründeten Partei "Forza Italia". Dem 78-Jährigen gefällt besonders, dass die deutsche Lebenspartnerschaft nicht gleichberechtigt mit der Hetero-Ehe ist (Bild: Global Panorama / flickr / cc by-sa 2.0)

Noch vor wenigen Jahren machte sich der schillernde Politiker und Milliardär über Homosexuelle lustig, heute lobt er die Regierung, weil sie "unioni civili" nach deutschem Vorbild einführen möchte.

Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat bei einer Pressekonferenz am Donnerstag überraschend die Pläne der Mitte-Links-Regierung zur Einführung von eingetragenen Partnerschaften gelobt. Nach Angaben von "La Stampa" zeigte sich der 78-Jährige insbesondere vom deutsche Modell begeistert, nach dem Homo-Paare weiter gegenüber Heterosexuellen benachteiligt sind.

"Wir kämpfen für die Familie, die aus einem Mann und einer Frau besteht", erklärte der Anführer von "Forza Italia" auf eine Journalistenfrage. Berlusconi sagte aber weiter, dass man sich einer "verändernden Realität" anpassen müsse. "Wir kamen dann zu dem Ergebnis, dass das deutsche Gesetz über Lebenspartnerschaften einen fairen Kompromiss darstellt – auf der einen Seite haben wir tiefen Respekt für christliche Werte und für die traditionelle Familie, auf der anderen Seite können wir uns nicht verschließen, wenn sich die gesellschaftlichen Anforderungen verändern."

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Parlamentsdebatte über Ehe-Light zum Jahreswechsel

Der sozialdemokratische Ministerpräsident Matteo Renzi hatte bereits im Juli angekündigt, dass Italien das rot-grüne Lebenspartnerschaftsgesetz aus dem Jahr 2001 kopieren möchte (queer.de berichtete). Über eine italienische Version wird voraussichtlich bis Dezember 2014 oder Januar 2015 im Senat debattiert werden.

Vielen Bürgermeistern ist diese Entwicklung aber zu langsam: Sie ignorieren das nationale Ehe-Verbot für Schwule und Lesben und erkennen entsprechende im Ausland geschlossene Ehen an. Dieses Vorgehen wird von der Regierung in Rom allerdings als illegal bezeichnet (queer.de berichtete).

Slivio Berlusconi war 1994 bis 1995, 2001 bis 2006 und 2008 bis 2011 italienischer Ministerpräsident. In dieser Zeit lehnte er die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren stets ab. So erklärte er, dass Homo-Paare "nie auf einer Stufe mit traditionellen Familien" stehen würden (queer.de berichtete). Er machte sich auch mehrfach über Homosexuelle lustig – so erklärte er, dass es besser sei, Leidenschaft für "schöne Mädchen" zu haben als schwul zu sein (queer.de berichtete). Seit seiner Abwahl hat er seine Rhetorik zurückgefahren, was auch mit seiner neuen Freundin in Zusammenhang gebracht wird: Die 29-jährige Francesca Pascale hat erst vor wenigen Wochen gesagt, dass Berlusconi im Herzen "liberal" sei. (dk)

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Tags: italien, silvio berlusconi, lebenspartnerschaftsgesetz, homo-ehe
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Reaktionen zu "Berlusconi lobt deutsche "Ehe light""


 33 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
24.10.2014
11:42:39


(+5, 9 Votes)

Von Just me


"Wir kamen dann zu dem Ergebnis, dass das deutsche Gesetz über Lebenspartnerschaften einen fairen Kompromiss darstellt..."

Fair für wen? Für christliche Fanatiker, die Schwule und Lesben weiterhin zu Untermenschen degradieren? Sorry, das ist nicht fair, sondern menschenverachtend. Bei Gleichberechtigung kann es keine Kompromisse geben. Entweder man ist gleichberechtigt oder nicht.
Irgendwie ist dieser pseudo-tolerante Blödsinn mal wieder typisch. Ignorante alte Hetenmänner werfen uns Brotkrümel zu und erwarten dafür auch noch Dankbarkeit. Absurd.


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#2
24.10.2014
11:55:19


(+2, 4 Votes)

Von amici


wollte die total isolierten zahlen wissen

Link zu www.bbc.co.uk


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#3
24.10.2014
12:20:18


(+3, 5 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


"...haben wir tiefen Respekt für christliche Werte und für die traditionelle Familie..."

sagt Bunga-Bunga-Berlusconi.

*** ROFL!!! ***


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#4
24.10.2014
13:38:41


(+3, 5 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #3 von ollinaie


Tja Olli,

um das zu verstehen, muss man wohl Kathole italienischer (nicht Fuldaer!) Prägung sein.

Was mich immer wieder wundert, dass in Italien, aber auch manchmal in Frankreich irgendwelche miesen Fehlbildungen in Deutschland als vorbildlich angesehen werden.


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#5
24.10.2014
13:47:02


(-5, 7 Votes)

Von Oliver43


Auch wenn die Eheöffnung die bessere Wahl wäre, so ist es doch erfreulich, wenn nun endlich in Italien das Lebenspartnerschaftsinstitut ermöglicht in den kommenden Montaen parlamentarisch verabschiedet wird.

Die Mehrheiten im Parlament dürften auch vorhanden sein.

Und wenn es dann endlich Italien geschafft hat, dann fehlen "nur" noch osteuropäische EU-Staaten, wo bisher keine staatliche Anerkennung homosexueller Paare erfolgt ist:

Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Zypern.

Skandalös ist in diesem Zusammenhang, was die alleinregierenden Sozialdemokraten unter Fico in der Slowakei für ein "mieses Spiel" gegenüber homosexuellen Paaren betreiben.

Auch bedauerlich ist, das unser Nachbarstaat Polen bisher keinen Schritt vorangekommen ist.

Innerhalb der EU sollten sich die Augen des LGBT-Aktivismus in den kommenden Jahren verstärkt auf die EU-Staaten Osteuropas richten !


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#6
24.10.2014
15:48:10


(+1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Mr. Bunga-Bunga spukt wieder große Töne!


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#7
24.10.2014
16:20:56


(+4, 6 Votes)

Von jhgk


Berslusconi ist ein Arschloch.


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#8
24.10.2014
16:41:54


(+5, 7 Votes)

Von fachärztlich
Antwort zu Kommentar #7 von jhgk


Berlusconi ist Gladio, darum hat Putin ihn besucht.


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#9
24.10.2014
19:15:15


(+4, 6 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #8 von fachärztlich


Gladio?

Hoh.

Klär uns auf!

War Putin auch für das Oktoberfestattentat verantwortlich?


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#10
24.10.2014
19:30:56


(-3, 5 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015


Einen wesentlichen Fortschritt (!) kann man, sollte es zu einer Einführung der ELP kommen, nicht leugnen.


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