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Jürgen Elsässer ist wegen seiner Ansichten auch gern gesehener Gast im russischen Propagandasender RT

Richtungsstreit bei den Rechtspopulisten: Weil die Partei in NRW antisemitische und homophobe Verschwörungstheoretiker zu einem "Wissenskongress" einlädt, gibt es innerparteilichen Streit.

Im kommenden Jahr lädt die nordrhein-westfälische AfD zum "1. Alternativen Wissenskongress NRW" in die Universitätsstadt Witten – und die Liste der Referenten führt bereits im Vorfeld zu heftiger Kritik. So haben die Bezirksverbände zum Kongress unter anderem Jürgen Elsässer eingeladen, den Chef des homophoben Verschwörungsblattes "Compact".

Der 57-Jährige organisierte unter anderem eine Konferenz, die sich hauptsächlich gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen richtete und zu der er Homo-Hasser aus Russland und Frankreich einlud (queer.de berichtete). Außerdem macht der frühere Kommunist, der vor wenigen Jahren die Seiten wechselte, in "Compact" regelmäßig Stimmung gegen Schwule und Lesben (queer.de berichtete). Zuletzt sprach er eine Einladung an die rechtsradikale Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" aus, die sich am Wochenende in Köln Straßenschlachten mit der Polizei geliefert hatte.

Elsässer, dessen Hauptthema derzeit allerdings die Verteidigung der russischen Politik ist, soll bei der Veranstaltung zum Thema "Regieren uns die Medien?" sprechen. Unter dem Motto "Klare Kante statt politischer Korrektheit" wirft er den Medien vor, die Wirklichkeit etwa im Ukraine-Konflikt verzerrt darzustellen.

Bereits zuvor bestanden enge Verbindungen zwischen "Compact" und der "Alternative für Deutschland": So führte das Magazin mit mehreren AfD-Politikern wohlwollende Interviews und betrieb einen großen Stand beim AfD-Parteitag in Erfurt. Er war auch bereits zu einer AfD-Veranstaltung in Berlin als Gastredner eingeladen worden.

Selbst Bernd Lucke warnt vor "Wirrköpfen"


Bernd Lucke macht sich Sorgen um seine "Volkspartei"

Die Annäherung an die extremen Verschwörungstheoretiker geht offenbar auch dem umtriebigen Parteichef Bernd Lucke zu weit. Ohne Namen zu nennen, kritisierte er in der "Welt" den Kongress seiner NRW-Parteifreunde: "Die Veranstalter waren bei der Auswahl der Referenten nicht gut beraten. Unter den Referenten scheinen sich Verschwörungstheoretiker und Wirrköpfe zu befinden." Darum rief er dazu auf, das Konzept der Veranstaltung zu überdenken.

Beim Kongress soll unter anderem auch Andreas Popp auftreten, dessen Verschwörungstheorien von Kritikern als antisemitisch bezeichnet werden. Außerdem werden Eberhard Hamer und Karl Albrecht Schachtschneider zur Konferenz erwartet. Beiden wurde ebenfalls Anbiederung an die radikale Rechte vorgeworfen. Schachtschneider trat etwa bei einer Veranstaltung der rechtsextremen Wählergruppe "Pro Köln" auf.

Auch manchem prominenten AfD-Mitglied wird es in der Partei inzwischen mulmig. So sagte der AfD-Europaabgeordnete Hans-Olaf Henkel in der neuesten Ausgabe der "Zeit": "Da sitzt man auf einem Parteitag und hört irgendwelche wilden Verschwörungstheorien", so der 74-jährige Ex-Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). "Ich werde dann ganz klein und schäme mich in Grund und Boden." In der AfD gebe es besonders viele "Ideologen, Goldgräber, Karrieristen." Es gebe inzwischen mehr innerparteiliche Kämpfe als mit dem politischen Gegner. Ohne Ironie erklärte er: "Ich will verhindern, dass die AfD nach rechts abdriftet." (dk)



#1 Just meAnonym
  • 30.10.2014, 12:23h
  • "Ich will verhindern, dass die AfD nach rechts abdriftet."

    LOL Und ich will verhindern, dass der Papst katholisch wird...
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#2 HeinerAnonym
  • 30.10.2014, 12:35h
  • Dieser angebliche "innerparteilige Streit" ist genau dasselbe, wie wenn in der Union wieder mal die LSU einen auf dicke Hose macht und vollmundig Dinge fordert, bis sie dann wenige Stunden später von dem Rest ihrer Partei zurückgepfiffen werden und wieder mal erfahren, wo ihr Platz in der Partei ist.

    Letztendlich ist es doch auch bei der AfD so, dass sie immer wieder ihr wahres Gesicht zeigt. Und daran ändern auch ein paar schwule Rechte nichts, die sich dadrin befinden.

    Auch in der NPD gibt es Schwule. Aber weder NPD, noch AfD werden dadurch besser. Denn das sagt nichts über diese Parteien aus, sondern eher über die Schwulen, die da drin sind.
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#3 MarekAnonym
  • 30.10.2014, 12:37h
  • "Weil die Partei in NRW antisemitische und homophobe Verschwörungstheoretiker zu einem "Wissenskongress" einlädt"

    Kurz:
    Die AfD ist eine rechtsextreme Partei, die sich nur als konservative Alternative tarnt, aber in Wirklichkeit offen rechts ist!
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#4 FinnAnonym
  • 30.10.2014, 12:38h
  • "So haben die Bezirksverbände zum Kongress unter anderem Jürgen Elsässer eingeladen, den Chef des homophoben Verschwörungsblattes "Compact". "

    Danke AfD!

    Endlich zeigt ihr offen, wohin die Reise mit Euch führen wird... Nämlich in Euer geplantes 4. Reich.
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#5 STOP RechtsAnonym
  • 30.10.2014, 12:46h
  • Da versammelt die AfD ja wieder mal alles, was unter Rassisten, Antisemiten, Homohassern und Demokratiefeinden Rang und Namen hat...
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#6 AnonymAnonym
  • 30.10.2014, 12:46h

  • Zum glück gibt es rund um Witten starke antifaschistische Gruppen, da wird man es schon zu verhindern wissen, dass diese Konferenz ungestört statt finden kann!
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#7 MeineFresseAnonym
  • 30.10.2014, 12:53h
  • "Zuletzt sprach er eine Einladung an die rechtsradikale Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" aus, die sich am Wochenende in Köln Straßenschlachten mit der Polizei geliefert hatte."

    Sollte irgendjemand diese Leute dazu kriegen, sich gegen LGBT instrumentalisieren zu lassen (wäre mal interessant, was Hooligans so darüber denken, vermutlich nicht viel gutes), dann viel Spaß. Dann wirds hier wie in rußland.
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#8 myysteryAnonym
  • 30.10.2014, 13:28h
  • In der AfD kommt es immer wieder zu diesen innerparteilichen Streitigkeiten, weil sie zwar alle rechts sind, aber aus unterschiedlichen rechten Ecken und Strömungen zusammenkommen.

    Da gibt es diejenigen, die "bloß" vor der "Islamisierung" Deutschlands warnen. Es gibt die klassichen Nazis, die alles "Ausländische" ablehnen. Es gibt übrig gebliebene Antisemiten. Es gibt die ulra-christlichen Menschen von vor-vorgestern, mit ihrer inhärenten Homophobie und Erzkonservatismus. Schließlich gibt es die rechtsliberalen Sozialdarwinisten um Herrn Henkel und die reinen EU-Hasser.

    Die sind alle rechts, aber kommen sich mit ihren unterschiedlichen rechten Wirrungen immer wieder in die Quere, weil sich der eine Rechte dann plötzlich für den anderen Rechten "schämt".

    Hoffentlich findet dieser Schrecken bald ein Ende.
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#9 seb1983
  • 30.10.2014, 14:21h
  • Antwort auf #8 von myystery
  • Ähnliche Probleme hat am anderen Rand die Linke allerdings auch.
    DDR Nostalgiker, Antifas, WASGler, DKPler, Realos usw. bekriegen sich während Klaus Ernst im Porsche durchs Land fährt und Gesine Lötsch neue Wege zum Sozialismus sucht.
    Pragmatiker wie Ramelow haben es da schwer den Haufen zusammen zu halten.
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