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Tim Cook im Juni zusammen mit Apple-Mitarbeitern beim CSD San Francisco (Bild: Allhaisaul/Instagram)

Der Chef von Apple spricht erstmals öffentlich über seine Homosexualität – und wie sie ihm geholfen hat, auch beruflich voranzukommen.

In einem Essay für die "Business Week" hat Apple-CEO Tim Cook am Donnerstag Spekulationen über seine sexuelle Orientierung beendet: "Während ich meine Sexualität nie verleugnet habe, habe ich sie auch nie öffentlich eingestanden – bis heute. Also lassen Sie mich deutlich sagen: Ich bin stolz, schwul zu sein. Ich denke, dass mein Schwulsein zu den größten Geschenken gehört, die Gott mir gegeben hat."

Seine Homosexualität habe ihm eine "tiefere Einsicht" gegeben, was es heißt, eine Minderheit zu sein. "Das war wie ein Fenster für mich, um zu sehen, mit welchen Herausforderungen andere Minderheiten jeden Tag zu kämpfen haben. Das hat mich einfühlsamer gemacht und mein Leben verbessert". Zwar sei seine sexuelle Orientierung manchmal schwierig gewesen, habe ihn aber angeregt, seinen eigenen Weg zu gehen und "Widrigkeiten und Engstirnigkeit" entgegen zu treten. "Das hat mir auch eine dicke Haut gegeben, was hilfreich ist, wenn man CEO von Apple ist", so Cook weiter.

Cook: LGBT-Aktivisten haben den Weg bereitet

Seine sexuelle Orientierung sei bereits seit Jahren kein Problem in der Firma gewesen, sagte Cook. Er sei gegenüber viele Kollegen geoutet gewesen. Das sei aber in weniger offenen Unternehmen schwieriger als bei Apple. Er wisse auch, dass er dank des Einsatzes von LGBT-Aktivisten den beruflichen Aufstieg erreichen konnte: "Ich sehe mich selbst nicht als Aktivisten an, aber ich weiß schon, wie sehr ich von der Aufopferungsbereitschaft anderer profitiert habe". Auch Coming-outs von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hätten die Lage entspannt.

Cooks Homosexualität ist bereits seit Jahren ein offenes Geheimnis. Mit seiner Teilnahme beim CSD in San Francisco heizte er im Juni diesen Jahres die Diskussionen noch an – und wurde gar aus Versehen im amerikanischen Wirtschaftssender CNBC geoutet (queer.de berichtete).

Cook ist seit 2011 Vorstandsvorsitzender von Apple. Er hat den Kurs des 1976 gegründeten Unternehmens als einer der LGBT-freundlichsten Firmen in den USA beibehalten. Im Corporate Equality Index der LGBT-Organisation Human Rights Campaign erhält die Firma seit Jahren die Wertung "100 Prozent". (dk)



#1 Petrillo
  • 30.10.2014, 14:25h
  • Super, das ist ein mindestens genauso wichtiges Outing wie das eines Musikers oder Schauspielers!

    Apple hat ja bereits unter Steve Jobs die schönsten und besten Geräte ihrer Zeit gebaut - da war die Übergabe des Unternehmens an Tim Cook ein kluger und weitsichtiger Schritt, was ja auch die Börse honoriert.

    Fehlt eigentlich nur, dass Apple einen Relaunch des alten Logos macht...

    fineprintnyc.com/images/blog/history-of-apple-logo/apple-log
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 seb1983
  • 30.10.2014, 15:48h
  • Einige mögen das toll finden, und irgendwie muss man die überteuerten China Handys ja auch unters Volk bringen.

    Tja und der Stolz....
    Jedes Outing ist anders, und jemand der ewig mit sich gekämpft hat dem mag der Ausspruch auch helfen wenn er anders denn kein Selbstbewusstsein findet sich nicht dafür zu schämen schwul zu sein.

    Ich persönlich denke mir da immer:
    Wie stolz auf etwas sein das weder gut noch schlecht ist, für das ich auch nichts getan habe und das einfach unveränderbar so dasteht?
    Ich bin stolz ein Mann zu sein? Ich bin stolz ein Mensch zu sein? Ich bin stolz schwarzhaarig zu sein?

    Da gab es mal mit ähnlichen Argumenten die schöne Debatte ob man stolz sein darf Deutscher zu sein und stolz auf Deutschland.
    Immerhin kann man da sagen dass man stolz auf das erarbeitete ist und wie wir heute hier leben, wozu jeder einen mal besseren mal schlechteren Beitrag leistet.

    Ein Schwuler ist eben was er ist, einfach schwul. Ob nun mit Gott und Apple oder ohne.
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#4 sperlingAnonym
  • 30.10.2014, 17:24h
  • Antwort auf #3 von seb1983
  • ich finde, dass cook das eigentlich ganz gut erklärt (und wundere mich ein bisschen, dass es dir trotzdem entgangen scheint).

    schwulsein an sich ist natürlich nichts, worauf man stolz sein kann. aber schwulsein ist eben auch nichts so banales wie "schwarze haare haben".

    wenn man gegen teils heftige widerstände von außen zu sich selbst zu stehen lent und aus der eigenen diskriminierungen heraus verständnis und mitgefühl für andere diskriminierte erarbeitet, dann ist das durchaus eine leistung, auf die man stolz sein darf.
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#5 sperlingAnonym
#6 TomorrowEhemaliges Profil
  • 30.10.2014, 22:06h
  • Bin eher peinlich berührt und mega angenervt über Cooks' Sätze wie: "Ich bin stolz, schwul zu sein" oder "Mein Schwulsein ist ein Geschenk Gottes". Geht's noch? Wie kann man auf etwas Stolz, für das man nichts getan hat? Frage: Ist eine Hete besonders stolz eine Hete zu sein? NEIN! Schwule wollen IMMER etwas besonderes sein-Sonderrechte und Sonderstellungen! Und das ist genau das, was mich so mega ankotzt. Cook hätte einfach sagen können: "Ja, ich bin schwul". Punkt. Stattdessen "zelebriert" er sein Outing geradezu, wertet und überhöht sogar. Völlig Kontraproduktiv-als Hete würde mich das annerven. Resume: Cook's Outing ist für den Papierkorb.
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#7 seb1983
  • 30.10.2014, 22:52h
  • Antwort auf #4 von sperling
  • Da spielt dann die persönliche Biographie rein.
    Das gleiche könnte etwa auch ein Schwarzer in Deutschland oder eine Frau in Saudi Arabien sagen.
    Immer wenn man sich gegen Widerstände durchsetzt ist das eine Leistung auf die man stolz sein kann.

    Für viele, und so auch für mich, ist es dann aber eben doch genau das: Banal. Ich war immer schwul, bin immer schwul, und so kennen mich meine Freunde und Kollegen auch.
    Ich habe nichts dafür getan, habe mich nicht dafür entschieden, es war eben so.
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#8 TheDadProfil
  • 30.10.2014, 23:02hHannover
  • Antwort auf #6 von Tomorrow
  • ""Schwule wollen IMMER etwas besonderes sein-Sonderrechte und Sonderstellungen!""..

    GEHTS NOCH ?

    Benenne das..
    WO UND WANN haben Schwule JEMALS "Sonderrechte" gefordert und "Sonderstellungen" erhalten ?

    Die einzige "Sonderstellung" die Schwule jemals innehatten, war die einer unterdrückten, diskriminierten, verfolgten, gefolterten, ermordeten und vergasten Minderheit !

    Schwul zu sein ist kein rein sexuelles Konstrukt, sondern auch ein Lebensgfühl, eine gesellschaftliche Haltung und eine oft humanistische Einstellung !

    Allerdings :
    Schwulsein ist garantiert kein Geschenk irgendeines Geistwesens, sondern eine Menschliche Variation der Natur..
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#9 VadimAnonym
  • 30.10.2014, 23:03h
  • Ami-Faker, wenn er sooo die Einsicht dadurch gehabt hätte, würde er nicht für ein Unternehmen arbeitet, das Menschen ausbeutet.
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#10 sperlingAnonym