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Ein hilfreicher Guide für den schwulen Frequent Traveller: Vierte Auflage des Spartacus-Hotelführers erschienen.

Von Micha Schulze

Wer als schwuler Mann viel reist, weiß, dass die Wahl des richtigen Hotels ebenso wichtig ist wie das Urlaubsziel an sich. Auch auf Gran Canaria kann man in einer Pension mit lärmenden Kleinkindern landen, in einigen Londoner Drei-Sterne-Hotels bekommen Homo-Paare grundsätzlich kein Doppelbett, und selbst in der Pension in Sitges kann die Gefahr bestehen, im Frühstücksraum auf Tante Trudchens Kegeltruppe zu treffen. Auf der anderen Seite garantieren auch so genannte schwule Herbergen nicht immer perfekten Urlaubsgenuss: Wer in Köln beispielsweise im Timp absteigt, sollte wissen, dass dort jede Nacht Travestieshow angesagt ist. Hinter manch einschlägiger Pension verbirgt sich sogar ein Stundenhotel.

Als nützliche Hilfe bei der Planung des nächsten Urlaubs erweist sich da der "Spartacus International Hotel & Restaurant Guide" aus dem Berliner Bruno Gmünder Verlag, der jetzt in der vierten, aktualisierten Ausgabe erschienen ist. Der kleine Bruder des weltweiten Homoführers listet Pensionen, Hotels und Ferienwohnungen von Argentinien bis zu den USA nicht einfach nur auf. Farbfotos, ausführliche Beschreibungen in Deutsch und Englisch sowie leicht verständliche Piktogramme vermitteln schon vor der Reise einen umfassenden Eindruck über die Unterkünfte. Auch Zimmerpreise und Websites werden genannt.

Einziger überflüssiger Schnickschnack ist das eigene, wenig aussagekräftige Bewertungssystem zwischen einer Krone und drei Kronen, das sich die Redaktion um Briand Bedford ausgedacht hat. Leider wird an keiner Stelle erklärt, welche Kriterien genau in die Beurteilung eingeflossen sind. "Unser System erhebt nicht den Anspruch, sich mit den Bewertungskriterien aktueller Reiseführer zu messen", heißt es lapidar im Vorwort. "Unser Ziel war es, Hotels und Restaurants zu präsentieren, die dem schwulen Reisenden etwas Besonderes bieten."

Nicht immer erschließen sich dem Leser auch die Kriterien, die zur Aufnahme einer Unterkunft in den Guide geführt haben. Dies betrifft weniger die rein schwulen Hotels und Pensionen in aller Welt, die nach sehr guter Recherche zu weit über neunzig Prozent gelistet sind, sondern vor allem jene Häuser, die als "gay-friendly" gelten. Während in dieser Kategorie zahlreiche bekannte Unterkünfte fehlen (wie das Tower Inn in Bangkok oder das Arcotel Wimberger in Wien), wurden andere offensichtlich nur aufgenommen, weil sie eine große Anzeige geschaltet haben. Kaum hilfreich sind die Restauranttipps, deren Auswahl leider noch willkürlicher erfolgte.

Trotz dieser Schwächen ist der Spartacus Hotel und Restaurant Guide ein konkurrenzloser und auch optisch gelungener Führer, der seinen stolzen Preis von 14,95 Euro dennoch wert ist. Ein Beispiel für den hohen Nutzwert ist allein das Piktogramm, das zwei Männer zeigt. Ist ein Hotel oder eine Pension mit diesem Zeichen gelistet, darf der Gast fremde Besucher über Nacht mit aufs Zimmer nehmen.

Eine nicht ganz unwichtige Information, sollte man mal allein auf Reisen sein…

Spartacus International Hotel & Restaurant Guide, hrsg. von Briand Bedford, Bruno Gmünder Verlag, Berlin 2004, 318 Seiten, 14,95 €

12. Januar 2005



#1 denwebsAnonym
  • 12.01.2005, 11:21h
  • Hallo,
    ich finde es garnicht so schlimm im Urlaub auf Kinder und Tante Trude zu treffen! Nur arogante Schwuppen ist auch nicht das wahre! Ich lasse mir auch von keinem 5 Sterne Hotel verbieten, mein Bett mit meinem Freund zu teilen!

    mfg
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#2 JoachiMucAnonym
  • 12.01.2005, 11:26h
  • @denwebs:

    Wie mutig Du in den 5-Sterne-Hotels bist! Dabei haben gay-Paare dort ja in der Regel keine Probleme. Wer ordentlich zahlt, wird ja auch nicht diskriminiert! Ich kann mir aber keine Luxushotel leisten und in vielen kleinen Hotels sieht die Realität ganz anders aus. Das finde ich zum kotzen und deshalb gut dass es einen gay Hotelführer gibt
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#3 FrankAnonym
  • 12.01.2005, 20:29h
  • Ich fahre zwar nicht weit weg in den Urlaub. Ist nur Goslar im Herz vom Harz.
    Und da haben die keine Probleme wenn ich mit meinem Freund in einen Zimmer/Bett schlafe. Würde mir auch nicht vorschreiben lassen getrennt zu schlafen.
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