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Folter und Gefängnis für acht Männer, nur weil sie angeblich bei einer Schwulenhochzeit dabei gewesen sein sollen (Bild: Mariya Umama / flickr / by 2.0)

Auch das neue Regime in Ägypten geht weiter gnadenlos gegen Homosexuelle vor: Acht angeblich schwule Männer müssen nun hinter Gittern, weil sie "Gott erzürnt" hätten.

Ein Gericht in Kairo hat am Samstag acht Männer wegen eines "Verstoßes gegen den öffentlichen Anstand" zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt. Die Beschuldigten waren im September verhaftet worden, weil sie an einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung auf einem Nil-Flussschiff teilgenommen haben sollen (queer.de berichtete). Ein Video der angeblichen Hochzeit wurde schließlich im August per Youtube veröffentlicht, was zu Empörung unter konservativen Ägyptern führte. In dem Video ist zu sehen, wie sich zwei Männer küssen, Ringe austauschen und sich unter dem Applaus der Gäste umarmen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen gefordert, weil die Angeklagten mit ihrer Homosexualität "Gott erzürnen" würden. Eine derartige Feier sei "teuflisch schamlos" und würde die öffentliche Moral zersetzen.

Die Angeklagten hatten allerdings abgestritten, dass es sich um eine Eheschließung handelte, und erklärt, sie seien nicht schwul. Im vergangenen Monat hatten sie sich einer Anal-Untersuchung unterziehen müssen, die nach Angaben eines Sprechers des Justizministeriums negativ ausfiel. Er erklärte kürzlich, dass die Männer "in der nahen Vergangenheit keine homosexuellen Akte" verübt hätten. Die Durchführung dieser Tests wurde international scharf verurteilt: Die Methode der Anal-Untersuchung wird von Ärzteverbänden als nutzlos und von Menschenrechtsaktivisten als Folter bezeichnet.

Kampf gegen Homos, Oppositionelle, Studenten

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat die Verurteilung als Teil einer groß angelegten Kampagne gegen die Zivilgesellschaft verurteilt: "Ägyptens Regierung reicht es offenbar nicht mehr, Oppositionelle, Studenten und Menschenrechtsaktivisten einzusperren, jetzt sind auch noch Homosexuelle dran", erklärte Fareme Reid von der LGBT-Sektion der Menschenrechtsorganisation. Die Regierung versuche damit, ihre eigene Position im Land zu stärken.

In der Bevölkerung ist dieser homosexuellenfeindliche Kurs populär: Laut einer Umfrage des Pew Research Center aus dem vergangenen Jahr sprachen sich 95 Prozent der Ägypter dafür aus, Homosexualität gesellschaftlich zu ächten. In Deutschland waren nur elf Prozent dieser Meinung.

Bereits im September wurde die Verurteilung von sechs mutmaßlichen Schwulen bekannt (queer.de berichtete). Der spektakulärste Massenprozess ereignete sich 2001, als die Polizei 52 Männer auf einer Party verhaftete. 23 von ihnen wurden trotz internationaler Proteste zu Haftstrafen und Zwangsarbeit verurteilt.

Homosexualität ist in Ägypten zwar nicht direkt strafbar. Allerdings wird schwulen Männern mit schwammig formulierten Moral-Gesetzen der Prozess gemacht. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 userer
#3 GeorgGAnonym
  • 03.11.2014, 13:33h
  • Ach, das überrascht mich aber jetzt. Ich dachte, in Ägypten herrsche der Arabische Frühling!
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#4 Laurent
#5 reiserobbyEhemaliges Profil
#6 reiserobbyEhemaliges Profil
#7 userer
#8 HugoAnonym
#9 Robby69Ehemaliges Profil
  • 03.11.2014, 19:03h
  • Antwort auf #3 von GeorgG
  • Sag mal, LIEST Du eigentlich zufällig auf ab und zu mal den einen oder anderen Artikel auf queer.de - bevor Du irgendwas schwurbelst?! Anscheinend nicht, denn sonst wüßtest Du, wie schwulenfeindlichh Ägypten eigentlich ist - und wärest nicht so "überrascht".
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#10 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 03.11.2014, 19:05h
  • Antwort auf #7 von userer
  • Ich? Wieso, weil ich gerne Schwänze, auch ägyptische, blase und dumme Parolen blöd finde?

    "Wer jetzt noch Urlaub in Ägypten macht, hat Blut von Schwulen an den Händen."

    Lies deinen mit aufgesetzter Empörung unterlegten Unsinn noch einmal.

    Würde ich also nächste Woche nach Ägypten reisen, mich mit Menschen übers Schwulsein unterhalten, auch mal das eine oder andere sexuelle Erlebnis genießen, hätte ich also tatsächlich das Blut von Schwulen an den Händen?

    Nein, hätte ich dann nicht, vielmehr ist dein Vorwurf schlicht menschenfeindlich gesinnt. USA hat sich auch nicht durch Isolation vom schwulenfeindlichsten Land der westlichen Welt zum Vorreiter gewandelt.

    Kritik tut Not. Logisch. Aber Ägypten bleibt trotz des faschistoiden Regimes und der befremdlichen Antieinstellung zur offen ausgelebten Homosexualität* ein faszinierendes Reiseziel.

    *Und dazu ließe sich noch einiges referieren, Begrifflichkeit, westliche Definition versus orientalisches Selbstverständnis gegenüber intimen MSM-Kontakten etc.
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