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  • 04.11.2014           4      Teilen:   |

Miroslav Nemec im Interview

"Ich habe schon häufiger Homosexuelle gespielt"

Artikelbild
Der in Zagreb geborene Schauspieler Miroslav Nemec ist vor allem als Hauptkommissar Ivo Batic im Münchner "Tatort" bekannt. In der neuen Serie "Dr. Klein" ist er eher untypisch als schwuler Chefarzt zu sehen (Bild: NDR)

Der heterosexuelle Schauspieler Miroslav Nemec spielt in der ZDF-Vorabendserie "Dr. Klein" den schwulen Chefarzt Prof. Dr. Magnus Eisner. Ein Interview über die Herausforderungen der Rolle.

Von Claudia Burau

Wie sind Sie auf das Projekt aufmerksam geworden?

Meine Agentur ist auf mich zugekommen, und zunächst bin ich zurückgeschreckt, als ich gehört habe, dass es sich um eine Krankenhausserie handelt. Aber dann las ich, dass ChrisTine Urspruch mitspielt, die ich sehr mag. Bei Ansicht des Drehbuchs hat mich vor allem angesprochen, dass die Serie so unkonventionell ist, was ich sehr spannend fand. Die einzelnen Szenen und Dialoge haben mich dann endgültig überzeugt.

Was ist das Besondere an Prof. Dr. Magnus Eisner?

In dieser Rolle spiele ich den Chefarzt einer Kinderklinik. Das heißt, er muss neben allem medizinischen Können diplomatisch sein, gleichzeitig aber auch Verantwortung übernehmen gegenüber den Kindern und den Eltern. Meine Figur Magnus Eisner hat gelernt, zu sich selbst zu finden. Er hat im Laufe seines Lebens eine Gradlinigkeit und Entscheidungsfreudigkeit entwickelt, die sein Leben bestimmt. Dabei spielt es auch eine Rolle, dass er sich als Homosexueller oft außerhalb der Norm gefühlt hat – auch diese Erfahrungen haben sein Verhalten mitbestimmt und zu dem gemacht, der er ist.

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Szenenfoto aus "Dr. Klein": Chefarzt Magnus Eisner (Miroslav Nemec, re.) und der fesche Assistenzarzt Jonas Müller (Michael Klammer, li.)  beobachten eine OP - Quelle: ZDF/Markus Fenchel
Szenenfoto aus "Dr. Klein": Chefarzt Magnus Eisner (Miroslav Nemec, re.) und der fesche Assistenzarzt Jonas Müller (Michael Klammer, li.) beobachten eine OP (Bild: ZDF/Markus Fenchel)

Sie spielen in einer Folge mit Ihrer Tochter Nina Berthold-Nemec, die das erste Mal vor der Kamera stand. Wie war die Zusammenarbeit?

Nina hat schon im Schultheater mitgespielt und war auch mal als Statistin beim "Tatort" dabei. Schon als sie ein kleines Mädchen war, habe ich sie mit ans Set genommen; meine Tochter wollte immer schon mal selbst spielen. Als ich das am Set erwähnt habe, fanden der Autor Torsten Lenkeit und der Regisseur Gero Weinreuter die Idee gut. Das ist natürlich eine große Chance für sie, und ich bin dankbar, dass es geklappt hat. Sie spielt in der Rolle eine Jugendliche, die mit ihrer lesbischen Neigung nicht zurechtkommt. Sie versucht, sich umzubringen, indem sie sich die Pulsadern aufschlitzt, und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Dort gibt es eine gemeinsame Szene, in der ich als Chefarzt ihr eine Episode aus meinem Leben als Magnus Eisner berichte. Das ist eine sehr innige, anspruchsvolle und sehr emotionale Szene, aber sie hat das sehr gut gemacht.

Wie haben sie sich auf die Rolle des Oberarztes vorbereitet?

Hauptsächlich habe ich mich textlich vorbereitet, um mir medizinische Fachbegriffe, die einem nicht geläufig sind, wie zum Beispiel Erythrozyten oder endoplasmatisches Retikulum, anzueignen. Das ist eine sehr spezielle Sprache, mit der man als Schauspieler, der einen Arzt spielt, konfrontiert wird. Sprachlich und natürlich auch technisch kann man sich auf eine solche Rolle vorbereiten und etwa lernen, wie man eine Spritze setzt oder wie man mit bestimmten Geräten hantiert. Aber szenisch geht es um Emotionen, das kann man nicht vorbereiten, das kommt aus einem selbst heraus.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse nehmen Sie nach dem Dreh, bei dem Sie einen Mann spielen, der Männer liebt, mit in Ihr wirkliches heterosexuelles Leben?

Ich habe schon häufiger Homosexuelle gespielt. Dabei war es mir immer ein Anliegen, sie als ganz normale Menschen darzustellen, nicht als Karikaturen. Es ist doch völlig egal, ob ein Chefarzt homosexuell ist oder nicht, Hauptsache, er beherrscht seinen Job gut. Aber als Schauspieler ist es natürlich spannend, diese Diskrepanz umzusetzen, dass man privat etwas anderes lebt, als man beruflich darstellt.

Links zum Thema:
» Mehr Infos zur Serie auf der ZDF-Homepage
» Fanpage auf Facebook
Mehr zum Thema:
» Schwule Adoption im Vorabendprogramm (04.11.2014)
» Mehr schwul-lesbische TV-Tipps
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Tags: miroslav nemec, magnus eisner, dr. klein, zdf, fernsehen, krankenhausserie
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Reaktionen zu ""Ich habe schon häufiger Homosexuelle gespielt""


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
04.11.2014
22:48:19


(+6, 8 Votes)

Von Finn


"Es ist doch völlig egal, ob ein Chefarzt homosexuell ist oder nicht, Hauptsache, er beherrscht seinen Job gut."

Genau die richtige Einstellung!

Ich wünschte, so würde mehr Menschen denken...


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#2
05.11.2014
10:25:36


(-5, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #1 von Finn


Ein frommer Wunsch!


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#3
05.11.2014
12:02:48


(+4, 4 Votes)

Von Lars


Komischerweise werden homosexuelle Schauspieler und Künstler kaum gefragt, wie sie es schaffen, Heteros zu spielen.

Erstaunlicherweise funktioniert in der Kunst der Orientierungs- und Geschlechterwechsel ja meist sehr gut.

Auch bei Heteros. Wer wundert sich denn darüber, dass fast alle guten Hetero-Schriftsteller hervorragende Frauenfiguren schaffen können und umgekehrt und dass schwule Autoren überzeugend Heterofiguren kreieren können ?

Wir scheinen als Menschen doch mehr Kapazität zu haben, uns in andere Menschen einfühlen zu können und sie zu verstehen, als man glaubt.


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#4
05.11.2014
13:41:26


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User LangsamLangsam
Antwort zu Kommentar #3 von Lars


Wen will man da fragen ? Offiziell gibt es ja auch fast keine. Das liegt daran, daß die meisten homosexuellen Schauspieler, Sänger oder andere Künstler, die heterosexuelle Rollen spielen, überhaupt nicht geoutet sind, bzw das erst nach Karriereende bzw in Rente tun. Oder erst nach dem Tod, als schwul oder wegen mir auch lesbisch, geoutet werden. Ein Outing während der Karriere, währe schädlich. Das wollen die aber, zum großen Teil auch selbst so. Es wäre eine finanzielle Katastrophe, wenn die Generation Zahnspange erfährt, Ihr Held, aus dem aktuellen deutschen Filmen wäre schwul. Zur Zeit ist das eben noch so.
Ausser er läuft immer mit abgespreizten kleinen Finger herum. Dann ist es sinnlos sich verstellen zu wollen.


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