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  • 07.11.2014           31      Teilen:   |

Radikaler Führungswechsel

Schwuler CSU-Politiker zum Vertriebenen-Chef gewählt

Artikelbild
Bernd Fabritius ist als Spätaussiedler 1984 nach Bayern gekommen. Seit vergangenem Jahr ist er CSU-Bundestagsabgeordneter. (Bild: Deutscher Bundestag/Achim Melde)

Mit 99 Prozent der Stimmen wurde der bisherige BdV-Vizepräsident Bernd Fabritius zum ersten schwulen Anführer des Vertriebenen-Dachverbandes bestimmt.

Der schwule CSU-Bundestagsabgeordnete Bernd Fabritius ist am Freitagmittag in Berlin zum neuen Präsidenten des Bundes der Vertriebenen (BdV) gewählt worden. Der verpartnerte Rechtsanwalt erhielt 144 Ja-Stimmen bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Fabritius wird damit Nachfolger von Erika Steinbach, die 16 Jahre lang den Verband angeführt hatte. Der Dachverband versteht sich als die Interessenvertretung der deutschen Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler.

Der neue Präsident unterscheidet sich beim Thema LGBT-Rechte extrem von seiner Vorgängerin. So sitzt Fabritius als einziger CSU-Politiker im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und hat in den letzten Monaten von seiner Partei gefordert, nicht mehr in alte homophobe Reflexe zurückzufallen. Erika Steinbach hatte dagegen als erbitterte Gegnerin der Gleichbehandlung von Homosexuellen gegolten. Die CDU-Politikerin aus Hessen argumentierte unter anderem, dass es "nicht im Interesse des Staates" liege, Homo-Paare gleichzustellen (queer.de berichtete).

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Fabritius war 1984 als Spätaussiedler von Rumänien nach Deutschland gekommen. Seit 2003 ist er CSU-Mitglied. Der 49-Jährige lebt in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft und ist mit seiner sexuellen Orientierung relativ offen umgegangen. So saß sein Lebenspartner bei der ersten Sitzung nach Fabritius' Wahl Ende 2013 auf der Tribüne im Bundestag. Er besuchte auch zusammen mit LSU-Aktivisten den CSD in Tel Aviv. Im "Handbuch des Deutschen Bundestages" ist angegeben, dass Fabritius in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt. Auf seiner persönlichen Homepage verzichtet er aber auf diese Angabe.

Der neu gewählte Präsident kündigte an, sich stärker um die Belange der verbliebenen deutschen Minderheit im Osten Mitteleuropas einzusetzen. Außerdem will er das Verhältnis des BdV zu Polen verbessern, das unter Steinbach sehr schlecht gewesen ist. Heute brauche es keine Feindbilder mehr, erklärte er nach seiner Nominierung. Fabritius ist der erste nach dem Zweiten Weltkrieg geborene BdV-Chef. (dk)

Mehr zum Thema:
» Designierter Steinbach-Nachfolger ist schwul (21.07.14)
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Tags: bernd fabritius, bdv, bund der vertriebenen, erika steinbach
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Reaktionen zu "Schwuler CSU-Politiker zum Vertriebenen-Chef gewählt"


 31 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
07.11.2014
15:11:30


(+6, 8 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


Geil das die alte Schreckschraube endlich weg ist!

Die Gegenstimme war bestimmt von ihr.

(Ihr Wahlbezirk FFM-Riederwald ist hier gerade um die Ecke. Wie eine Person, die sich derart für die Umverteilung von unten nach oben engagiert, es schafft das Direktmandat in einem Arbeiterbezirk zu holen ist mir ein Rätsel!)


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#2
07.11.2014
15:20:24


(+4, 10 Votes)

Von goddamn liberal


In der CSU hat unsereiner nichts zu suchen.

Allgemein gesehen hat die Sache aber auch gute Seiten.

Die in mancher Hinsicht verfasssungwidrige Steinbach ist weg.

Sie war keine Vertriebene, sondern die Tochter eines Besatzers, der mitgeholfen hat, Polen fast zu vernichten.

Fabritius ist dagegen ein 'echter 'Auslandsdeutscher, der auf Dialog mit unseren Nachbarn setzt und das Gemeinsame betont.

Und er wurde im stockreaktionären Vertriebenenverband mit Riesenmerheit gewählt.

Da kann man nur rätseln, ob das für den Verband oder gegen Fabritius spricht.


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#3
07.11.2014
15:26:16


(+8, 8 Votes)

Von Aranos


Haha, ein schwuler Nachfolger für diese Homo-Hasserin, wie genial! Dass die Steinbach sich bei der Neuigkeit nicht spontan selbstentzündet hat, wundert mich eigentlich.


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#4
07.11.2014
16:36:05


(-6, 12 Votes)

Von OLiver43


Es ist gut, das Frau Steinbach nun abtritt und ausgerechnet ein schwuler verpartnerter Mann ihr Nachfolger wird.

Ansonsten durchaus können heutzutage homosexuelle Politiker sehr wohl in der CDU und CSU dort Mitglied sein und ebenso erfolgreich sein.

So haben CDU/CSU mittlerweile das Lebenspartnerschaftsinstitut akzeptiert, mehrere BVerfG Entscheidungen selbst im Bundestag umgesetzt und mitgetragen und auch das AGG wurde von CDU/CSU in einer Grossen Koalition verabschiedt.

Nun geht es "nur" noch darum, die CDU/CSU zur Gleichstellung zu bewegen.

------

Für homosexuelle Politiker in Deutschland gilt: Mitgliedschaften bei Grünen, Piratenpartei, SPD, FDP und CDU/CSU sind okay und gut; nur Mitgliedschaften bei der AfD und insbesondere NPD verbieten sich schlichtweg.


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#5
07.11.2014
16:58:48


(+2, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Steinbach ist endlich weg!


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#6
07.11.2014
17:18:02


(-1, 9 Votes)

Von GeorgG


Herzlichen Glückwunsch! Ein würdiger Nachfolger von Frau Steinbach!

Es ist eine positive Entwicklung, dass sich schwule Männer im Jahre 2014 nicht mehr scheuen, Verantwortung in konservativen Organisationen wie in der CDU/CSU, in der AfD oder in den Vertriebenenverbänden zu übernehmen. Weiter so, dann werden auch die letzten homophoben Inseln in Deutschland verschwinden.
Ob Schwule heutzutage bei den Grünen, den Linken oder in der SPD mitmachen, ist unter schwulenpolitischen Gesichtspunkten eher unwichtig. Wichtig ist, die konservativen Hochburgen von innen heraus zu bearbeiten.


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#7
07.11.2014
17:24:49


(-4, 10 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015
Antwort zu Kommentar #6 von GeorgG


Bis auf den Satz "Ein würdiger Nachfolger von Frau Steinbach" stimme ich dir im Wesentlichen zu.


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#8
07.11.2014
17:40:42


(+3, 7 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von GeorgG


So viel Schwachsinn muß man sich auf der Zunge zergehen lassen..

""Ob Schwule heutzutage bei den Grünen, den Linken oder in der SPD mitmachen""..

"Mitmachen" ?
Wo haben die denn dann früher schon überall "mitgemacht" ?

""ist unter schwulenpolitischen Gesichtspunkten eher unwichtig.""..

Ach ? Echt ?

""Wichtig ist, die konservativen Hochburgen von innen heraus zu bearbeiten.""..

Äh ?
"Konservative Hochburgen" ?
Bei den Grünen ? Der SPD ? Den Linken ?
Den Piraten gar ?
Es war doch "aus schwulenpolitischen Gründen eagl" wo man "mitmacht", oder nicht ?

""Es ist eine positive Entwicklung, dass sich schwule Männer im Jahre 2014 nicht mehr scheuen, Verantwortung in konservativen Organisationen wie in der CDU/CSU, in der AfD oder in den Vertriebenenverbänden zu übernehmen.""..

Das haben Schwule Männer und auch Lesbische Frauen früher auch schon gemacht..

Bloß waren sie da nicht geoutet !

"" Ein würdiger Nachfolger von Frau Steinbach!""..

Die entsprechenden Informationen zu der "Würde" findest Du hier vor allem im Kommentarbereich :

Link zu www.queer.de


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#9
07.11.2014
18:31:18


(-7, 11 Votes)

Von GeorgG
Antwort zu Kommentar #8 von TheDad


"Bloß waren sie da nicht geoutet !"

Aber genau DAS ist doch der entscheidende Unterschied!

Auf die anderen Sätze will ich gar nicht eingehen, da sich TheDad für den klügsten Mann im ganzen Forum hält und sowieso immer das letzte Wort behalten will.

Mich würde interessieren, ob auch andere hier bei queer.de von TheDad so genervt sind wie ich es bin.


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#10
07.11.2014
18:42:13


(+6, 6 Votes)

Von Marstoph
Aus Berlin
Mitglied seit 27.06.2008


Tja, Schwulsein allein ist eben auch kein Qualitätsprädikat!


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